Mutterkraut (Tanacetum parthenium): Dosierung und Anwendung bei Migräne

Einleitung

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die mit starken Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Lichtempfindlichkeit einhergeht. Bei der Migräneprophylaxe werden verschiedene Substanzen eingesetzt, die jedoch nicht immer gut vertragen werden. Mutterkraut (Tanacetum parthenium L.), auch bekannt als "Falsche Kamille" oder "Feverfew", ist ein pflanzliches Mittel, das zur Migräneprophylaxe eingesetzt werden kann. Es gehört zur Familie der Korbblütler (Chrysanthemen).

Was ist Mutterkraut?

Mutterkraut (Tanacetum parthenium) ist eine mehrjährige Pflanze, die bis zu 80 Zentimeter hoch wird und stark nach Campher riecht. Sie ähnelt der Kamille. Ursprünglich stammt die Pflanze aus dem östlichen Mittelmeerraum und wird in Europa sowie Nord- und Südamerika als Zier- und Kräuterpflanze kultiviert. Wildes Mutterkraut entsteht oft durch Auswilderung dieser Kulturen und wächst daher gerne in der Nähe von Gärten, an Zäunen, Hecken und Wegrändern oder in Gebüschen. Nicht nur der deutsche Name Mutterkraut deutet auf die Heilkraft der Pflanze bei gynäkologischen Beschwerden hin, auch der wissenschaftliche Artname (griechisch: parthenos = Jungfrau) deutet auf die Anwendung der Heilpflanze bei Frauenleiden hin.

Inhaltsstoffe und Wirkungsweise

Die schmerzlindernde, entzündungshemmende und antimikrobielle Wirkung von Mutterkraut wird hauptsächlich dem Inhaltsstoff Parthenolid zugeschrieben, einem Sesquiterpenlacton. Darüber hinaus enthält die Pflanze weitere Sesquiterpenlactone, ätherisches Öl (Hauptkomponente: Campher) sowie Flavonoide.

Es wird angenommen, dass Parthenolide die Ausschüttung von Serotonin hemmen, was eine zentrale Rolle bei der Entstehung von Migräne spielt. Eine hohe Serotoninkonzentration im Blut kann die Entstehung einer Migräne mit Aura begünstigen. Durch die Hemmung der Serotoninausschüttung kann Mutterkraut der Entstehung einer Migräne entgegenwirken. Parthenolide können auch die Freisetzung des Peptids "Calcitonin Gene-Related Peptide" (CGRP) hemmen, wodurch die fehlgesteuerte Vasodilatation zerebraler Gefäße verhindert und somit effektiv Migränekopfschmerzen vorgebeugt wird.

Anwendung und Dosierung

Mutterkraut ist in verschiedenen Formen erhältlich, darunter Filmtabletten, Kapseln, Tinkturen und Tee. Mutterkraut Apomedica 200 mg Filmtabletten sind ein traditionelles pflanzliches Arzneimittel zur Vorbeugung von migräneartigen Kopfschmerzen.

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Falls vom Arzt nicht anders verordnet, ist die übliche Dosis für Erwachsene: 1-3 mal täglich 1 Filmtablette. Es sollte mit der niedrigsten Dosierung begonnen werden.

Die Filmtabletten sind unzerkaut mit etwas Flüssigkeit, zum Beispiel einem Glas Wasser, einzunehmen. Die Filmtabletten können unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden. Nehmen Sie die Filmtabletten möglichst immer zur gleichen Tageszeit ein.

Anwendungshinweise:

  • Beginnen Sie mit der niedrigsten Dosierung.
  • Nehmen Sie die Filmtabletten unzerkaut mit Flüssigkeit ein.
  • Die Einnahme kann unabhängig von den Mahlzeiten erfolgen.
  • Nehmen Sie die Filmtabletten möglichst immer zur gleichen Tageszeit ein.
  • Wenn unter der Anwendung dieses Arzneimittels nach 2 Monaten keine Besserung der Beschwerden eintritt, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen.

Wichtige Hinweise:

  • Mutterkraut Apomedica 200 mg Filmtabletten sind frei von Lactose und Gluten.
  • Mutterkraut Apomedica 200 mg Filmtabletten sind für Vegetarier/Veganer geeignet.
  • Mutterkraut Apomedica 200 mg Filmtabletten sind exklusiv in Ihrer Apotheke erhältlich.

Wirksamkeit von Mutterkraut bei Migräne

Mehrere Studien haben die Wirksamkeit von Mutterkraut bei der Migräneprophylaxe untersucht. Eine placebokontrollierte klinische Studie zeigte, dass die regelmäßige Anwendung von Mutterkraut über einen Zeitraum von 6 Monaten die Häufigkeit der Migräneattacken um 67% reduzierte. Darüber hinaus zeigen Studien eine Linderung der charakteristischen Begleiterscheinungen, wie Übelkeit und Erbrechen.

Eine n-of-1-Studie, die in einer Hausarztpraxis durchgeführt wurde, zeigte ebenfalls positive Effekte. Eine Patientin mit Migräne hatte unter Placebo durchschnittlich 3,0 Migräneattacken pro Woche. Mit Verum (Mutterkraut) reduzierte sich die Anzahl auf 1,5 Attacken pro Woche. Unter Verum lag die Schmerzintensität der Migräneattacken auf einer Likkert-Scale (0=kein Schmerz, 6=maximal vorstellbarer Schmerz) im Schnitt bei 1,6 Einheiten, unter Placebo bei 3,0. Die Schmerzintensität war unter Placebo also fast doppelt so hoch wie unter Verum.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Studienlage zur Wirkung von Mutterkraut bei Migräne nicht eindeutig ist. Einige aktuelle Forschungsergebnisse aus Humanstudien zeigen, dass Mutterkraut bei der Behandlung und Vorbeugung von Migräne nur geringfügig wirksamer ist als ein Placebo. Andere Studien stellten keinen Effekt fest. Es ist deshalb weitere Forschung notwendig.

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Mögliche Nebenwirkungen

Nach der Einnahme von Mutterkraut können Nebenwirkungen wie allergische Reaktionen im Bereich der Haut, des Mundes und der Zunge auftreten. Manche Menschen klagen auch über leichte Magen-Darm-Beschwerden.

Warnhinweise:

  • Nicht zur Anwendung bei Kindern und Heranwachsenden unter 18 Jahren empfohlen.
  • Der Anwender sollte bei fortlaufenden Krankheitssymptomen oder beim Auftreten anderer als in der Packungsbeilage erwähnten Nebenwirkungen einen Arzt oder eine andere in einem Heilberuf tätige qualifizierte Person konsultieren.
  • Verzichten Sie auf Mutterkraut, wenn Sie allergisch gegen Korbblütler wie Arnika, Ringelblume und Kamille reagieren.
  • Es gibt nicht viel Erfahrung mit der Anwendung von Mutterkraut während der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern und Jugendlichen. Besprechen Sie deshalb die Anwendung der Heilpflanze zuerst mit einem Arzt oder einer Ärztin.

Weitere Maßnahmen zur Migräneprophylaxe

Neben der Einnahme von Mutterkraut gibt es weitere Maßnahmen, die helfen können, Migräneanfälle in den Griff zu bekommen:

  • Einen licht- und geräuscharmen Raum aufsuchen
  • Sanft Gesicht und Kopfhaut massieren
  • Kühlende Kompressen auflegen
  • Ruhe im Schlaf finden
  • Entspannungsübungen z.B. Yoga

Migräne und ihre Symptome werden meist von sogenannten Triggerfaktoren ausgelöst. Hier eine Aufzählung der häufigsten Auslöser:

  • Stress & emotionale Belastungen
  • Unregelmäßiger Tagesablauf z.B. Auslassen von Mahlzeiten
  • Alkohol, Nikotin, bestimmte Nahrungsmittel wie z.B. Käse
  • Schwankungen des Koffeinspiegels bei regelmäßigem Kaffeegenuss
  • Wetter- und Höhenveränderungen
  • Licht, Lärm oder starke Gerüche
  • Hormonelle Schwankungen im Laufe des Zyklus

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