Augen gehören zu den empfindlichsten Bereichen unseres Körpers. Druck auf den Augen oder Augenschmerzen können unterschiedlichste Ursachen haben. Nicht immer liegt die Ursache bei den Augen selbst: Auch andere Erkrankungen gehen mit einem Druckgefühl auf den Augen einher. Es ist wichtig, die Ursache für das Druckgefühl herauszufinden. Wenn der Druck jedoch auch nach einiger Zeit nicht verschwindet, gilt es, einen Experten aufzusuchen, um behandlungsbedürftige Erkrankungen auszuschließen.
Was ist Augendruck?
Der Innendruck des Auges wird von Experten als „intraokularer Druck“ bezeichnet. Er spielt eine wichtige Rolle für die Wölbung der Hornhaut und auch, um den Abstand zwischen der Netzhaut, der Augenlinse und der Hornhaut zu erhalten. Die Flüssigkeit, das sogenannte Kammerwasser, ist dafür zuständig, Nährstoffe zur Linse und zur Hornhaut zu transportieren. Der Augeninnendruck ist nicht immer gleich, sondern bewegt sich zwischen 10 und 21 mmHg. Liegt der Druck dauerhaft darüber, können nachhaltige Schäden am Auge entstehen. Betroffene bemerken eine Veränderung allerdings häufig erst spät, da ein geringgradig erhöhter Augeninnendruck in der Regel schmerzlos ist.
Ursachen für Druck auf den Sehnerv
Ein Druckgefühl auf den Augen kann unterschiedlichste Ursachen haben. In vielen Fällen ist diese harmlos und der Druck auf den Augen verschwindet von allein wieder. Allerdings sind auch schwerwiegendere Ursachen für die Augenschmerzen denkbar, weswegen bei plötzlich auftretenden, starken oder anhaltenden Schmerzen ein Arztbesuch angeraten ist.
Häufige Ursachen
- Bindehautentzündung: Durch eindringende Bakterien, Viren oder andere Fremdkörper kann sich die empfindliche Bindehaut entzünden. Typisch für Bindehautentzündungen ist ein gerötetes, tränendes, häufig verklebtes Auge. Durch Allergien gereizte Augen können ähnliche Symptome haben wie bei einer Bindehautentzündung.
- Trockene Augen: Häufig unterschätzt ist das Druckgefühl, das durch trockene Augen entstehen kann. Teilweise kann sich das sogar in sehr unangenehmen Kopfschmerzen äußern. Die regelmäßige Ergänzung der körpereigenen Tränenproduktion mit sogenannten Tränenersatzmitteln kann unkompliziert Abhilfe schaffen. Auch die Lidrandhygiene oder Lidrandmassage wirkt sich meist sehr positiv aus.
- Gerstenkorn: Ursache für das Gerstenkorn (med. Hordeolum) ist das Eindringen von Bakterien in die Schweiß- und Talgdrüsen des Auges. Am Rand oder auf der Innenseite des Augenlids bildet sich dann ein kleines, mit Eiter gefülltes Knötchen, welches keinesfalls durch den Patienten selbst geöffnet werden darf, um schlimmere Infektionen zu vermeiden. Häufig empfinden Betroffene durch das Gerstenkorn einen unangenehmen Druck am Auge. In der Regel heilt das Gerstenkorn auch ohne Medikamente innerhalb weniger Tage wieder ab.
- Überlastung der Augen: Grund dafür ist häufig eine nicht oder nicht ausreichend korrigierte Sehschwäche wie etwa eine Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit. Daher ist es ratsam, regelmäßig die Sehstärke fachkundig überprüfen zu lassen.
- Verspannungen: Verspannungen sind die häufigste Ursache von Kopfschmerzen. Fast jeder hat schon einmal unter einem dumpfen Druckgefühl im Kopf gelitten - viele Menschen empfinden dabei vor allem einen Druck hinter beiden Augen. Auch viele Migränepatienten klagen regelmäßig über Augenschmerzen bzw.
- Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen: Durch die räumliche Nähe im Kopf führen Hals-Nasen- und Ohren-Erkrankungen auch häufig zu schmerzenden Augen oder einem erhöhten Druckgefühl auf den Augen. Schließlich ist ein Großteil der Augenhöhle gleichzeitig die Begrenzung der Nasennebenhöhle. Bei Entzündungen der Nasennebenhöhlen (med. Sinusitis) kann es ebenfalls zu einem Druckgefühl auf den Augen kommen.
- Grüner Star (Glaukom): Augenschmerzen und ein Druck auf den Augen können auch akute Symptome (Glaukomanfall) des behandlungsbedürftigen Grünen Stars, in der Fachsprache auch Glaukom genannt, sein. Häufig ist mit dem Grünen Star ein veränderter Augeninnendruck verbunden und sollte so früh wie möglich erkannt werden. Denn bei unbehandelter langfristiger Erhöhung des Augendrucks sind bleibende Schäden nicht auszuschließen.
Seltenere Ursachen
- Entzündeter Sehnerv: Eine mögliche Ursache für ein Druckgefühl auf den Augen kann auch ein entzündeter Sehnerv sein. In Zusammenhang mit Erkrankungen wie der Multiplen Sklerose treten häufig Entzündungen des Sehnervs auf, die ebenfalls zu einem Druckgefühl auf den Augen führen können.
- Andere Entzündungen im Auge: Es gibt eine Vielzahl an weiteren möglichen Gründen wie die Entzündung verschiedener Gewebe im Auge (z.B. Uveitis), die bei plötzlichem Auftreten oder besonderer Schwere (z.B. gerötetem und tränendem Auge oder gleichzeitiger Sehverschlechterung) umgehend augenärztlich abgeklärt werden sollten.
- Clusterkopfschmerzen: Clusterkopfschmerzen bezeichnen sehr heftige, einseitig auftretende Kopfschmerzen im Bereich des Auges oder der Schläfe. Typische Begleitsymptome sind Augentränen, ein etwas hängendes Augenlid sowie eine laufende Nase. Betroffene Menschen empfinden häufig in der akuten Phase ein starkes Druckgefühl hinter dem Auge.
- Tumor in der Nasennebenhöhle: Möglich, wenn auch sehr selten, ist die Ursache für diese Art der Beschwerden, dass ein Tumor in der Nasennebenhöhle den Druck auf den Augen auslöst.
HNO-OP und Auswirkungen auf den Sehnerv
Nach einer Nasenoperation kann es zu Nachblutungen kommen. Der Druck auf die Augen des Patienten kann so groß werden, dass sie regelrecht hervortreten. Wenn der Hals-Nasen-Ohrenarzt keinen Augenarzt hinzuzieht und die Sehnerven nicht mehr mit ausreichend Blut versorgt werden, können diese verkümmern, was im schlimmsten Fall zur Erblindung führen kann.
Wie man merkt, dass der Augendruck zu hoch ist
Der Augeninnendruck bewegt sich zwischen 10 und 21 mmHg. Leider ist die geringgradige Erhöhung meist nur durch eine Messung beim Augenarzt feststellbar. Bei einem lang anhaltenden erhöhten Augendruck können nachhaltige Schäden am Auge entstehen. Betroffene bemerken eine Veränderung häufig erst spät. Daher sollten insbesondere Menschen ab einem Alter von etwa 40 Jahren ihren Augendruck regelmäßig prüfen lassen.
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Diagnose
Verspüren Sie Druck auf den Augen? Leiden Sie unter Augenschmerzen? Dies kann die verschiedensten Ursachen und vor allem schwerwiegende Folgen für die Augen haben. Der Auslöser der Symptome kann dabei in den Augen selbst liegen, aber auch aus anderen Erkrankungen resultieren. In jedem Fall sollten Sie bei länger anhaltenden oder sehr starken Beschwerden einen Arzt für Augenheilkunde aufsuchen!
Da das Auge ein sehr empfindliches Organ ist, können bereits leichte Beeinträchtigungen oder eine anhaltende Sehverschlechterung irreversible Spätfolgen nach sich ziehen. Steigt der Druck dauerhaft über einen Wert von 21 mmHg, spricht man von erhöhtem Augeninnendruck. Da ein Glaukom im schweren Stadium zu Sehverlust führen kann, empfiehlt sich alternativ zu Augentropfen das Augen lasern (Selektive Lasertrabekuloplastik) als sichere Behandlung. Um bleibende Schäden zu verhindern ist es von großer Bedeutung, dass Sie regelmäßig einen Augenarzt aufsuchen, um einen erhöhten Augeninnendruck schnellstmöglich zu erkennen. Da Sie die Symptome selbst nicht zwangsläufig feststellen werden, empfiehlt sich ab dem 40.
Neurologische Untersuchungen bei unklaren Sehstörungen
Erkrankungen der Sehnerven oder von Sehzentren des Gehirns können zu schweren Sehstörungen bis hin zur Blindheit führen. In der Abklärung unklarer Sehstörungen bildet die Neuroophthalmologie, als Spezialgebiet der Augenheilkunde, eine wichtige Schnittstelle zwischen der Augenheilkunde und der Neurologie.
Behandlung
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache des Druckgefühls.
- Bindehautentzündung: Behandlung mit Augentropfen oder -salben.
- Trockene Augen: Anwendung von Tränenersatzmitteln.
- Gerstenkorn: In der Regel heilt das Gerstenkorn ohne Medikamente innerhalb weniger Tage wieder ab.
- Grüner Star (Glaukom): Drucksenkende Augentropfen, Laserbehandlung oder Operation.
- Verspannungen: Entspannungsübungen, Physiotherapie oder Schmerzmittel.
- Hals-Nasen-Ohren-Erkrankungen: Behandlung der Grunderkrankung.
- Sehnerventzündung: Medikamentöse Therapie, z.B. mit Kortikosteroiden.
Glaukom-Behandlung im Detail
Ist der Augendruck stark erhöht, der Sehnerv aber noch nicht geschädigt, kommen drucksenkende Augentropfen zum Einsatz. Sie sind risikoarm und wirksam, können aber auch Nebenwirkungen wie gereizte, trockene Augen verursachen. Reichen drucksenkende Tropfen nicht aus, hilft eine relativ aufwendige Operation, die sogenannte Trabekulektomie, die über eine kleine Bindehautöffnung und einen Schnitt in die Lederhaut den Abfluss wiederherstellt. Bei einigen Erkrankten können winzige Röhrchen (Stents) den Augendruck senken und dadurch die Ursache des Glaukoms beseitigen.
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Die Lasertherapie ist eine Alternative zur Tropfentherapie beim Grünen Star. Es gibt verschiedene Laserverfahren, die die Tropfentherapie schonend ergänzen oder sogar ersetzen können. Eine davon ist die sogenannte selektive Lasertrabekuloplastik (SLT).
Fazialisparese-Operation
Patienten mit Gesichtsnervenlähmung leiden an mehr oder weniger stark ausgeprägten Lähmungserscheinungen, die unter anderem zu einer hängenden Gesichtshälfte führen. Auslöser für diese extrem belastenden Symptome der Fazialisparese können unter anderem einschnürende, Druck ausübende oder quetschende Prozesse sein. Sie betreffen den Gesichtsnerv direkt oder seine Umgebung und schränken die normale nervliche Funktion erheblich ein. Eine operative Therapie von Fazialisparesen ist selbstverständlich nur unter den erläuterten Umständen sinnvoll. Es gibt eine Vielzahl anderer Ursachen für Fazialisparese, bei denen eine chirurgische Intervention nicht sinnvoll ist.
Was tun bei Druck auf den Augen?
Wichtig ist es, dass Sie den Grund für das Druckgefühl herausfinden. Wenn der Druck jedoch auch nach einiger Zeit nicht verschwindet, gilt es eine Expertin oder einen Experten aufzusuchen, um behandlungsbedürftige Erkrankungen auszuschließen.
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