Nackensteifigkeit und Pseudo-Meningitis: Ursachen und Diagnose

Ein steifer Nacken, oft begleitet von Schmerzen, ist ein weit verbreitetes Leiden. In den meisten Fällen sind muskuläre Verspannungen die Ursache und somit harmlos. Allerdings kann eine Nackensteifigkeit auch ein Warnsignal für ernste Erkrankungen sein, insbesondere wenn sie plötzlich auftritt und von weiteren Symptomen begleitet wird. In solchen Fällen ist eine rasche ärztliche Abklärung unerlässlich, um die zugrunde liegende Ursache zu identifizieren und eine angemessene Behandlung einzuleiten.

Was ist Nackensteifigkeit?

Als Nackensteifigkeit bezeichnet man die eingeschränkte und schmerzhafte Beugung des Kopfes hin zur Brust. Betroffene können ihren Kopf also nur eingeschränkt nach vorne beugen. Mitunter wird der Begriff Meningismus als Synonym verwendet. Meningismus bezeichnet eine Schonhaltung zur Schmerzlinderung bei entzündeten Hirnhäuten (Meningen). Der Opisthotonus (ein Krampf der Rückenmuskulatur) beschreibt eine maximale Schonhaltung: Hals und Rücken sind komplett überstreckt und die Körperhaltung erscheint konkav.

Ursachen von Nackensteifigkeit

Die Ursachen für Nackensteifigkeit sind vielfältig und reichen von harmlosen Muskelverspannungen bis hin zu lebensbedrohlichen Erkrankungen. Es ist wichtig, die verschiedenen möglichen Ursachen zu kennen, um im Bedarfsfall schnell und angemessen reagieren zu können.

Häufige Ursachen

  • Muskuläre Verspannungen: Ein steifer Nacken mit Nackenverspannung ist zum überwiegenden Teil auf muskuläre Verspannungen zurückzuführen. Die in ihrer Funktion gestörten Muskeln verhärten oder verkürzen sich. Am Computer arbeiten wir oft über lange Zeit unbemerkt in einer angespannten Sitz- und Körperhaltung. Diese kann schnell zu verspannten Schulter- und Nackenmuskeln führen. Fast jeder von uns ist irgendwann von einem steifen Nacken oder Muskelverspannungen betroffen.
  • Blockierung der Halswirbelsäule: Plötzliches Eintreten der Bewegungseinschränkung bei ruckartiger Bewegung oder nach langem Liegen/Schlafen. Oft schmerzhaft und kaum Krankheitsgefühl.
  • Geschwollene und entzündete Halslymphknoten: Die Erkrankung wird durch eine lokale Infektion, z. B. Rachenentzündung, hervorgerufen. Typisch sind verschiebbare, vergrößerte und druckschmerzhafte Lymphknoten.
  • Schiefhals (Torticollis): Ein Schiefhals entsteht z. B. durch Verkürzung eines Muskels.

Seltenere, aber potenziell ernste Ursachen

  • Hirnhautentzündung (Meningitis): Die Meningitis ist eine seltene, aber sehr schwere Erkrankung. Meist durch Bakterien (Meningokokken) verursacht. Die Erkrankung wird bei akut beeinträchtigtem Allgemeinzustand, Kopfschmerzen und Fieber unklarer Ursache in Betracht gezogen.
  • Subarachnoidalblutung: Von einer Subarachnoidalblutung können junge Erwachsene betroffen sein. Es handelt sich um eine spezielle Form der Hirnblutung aufgrund der akuten Blutung der großen und mittleren Blutgefäße im Subarachnoidalraum. Anfangssymptome sind plötzlich auftretende Kopfschmerzen („Vernichtungskopfschmerz"). Im Verlauf sind Bewusstseinseintrübung und Meningismus möglich.
  • Andere Infektionen: Eiteransammlungen (Abszesse) im Kopf-Hals-Bereich oder unterhalb des Unterkiefers (submandibulär). Infektion des Knochenmarks von Rückenwirbeln (vertebrale Osteomyelitis).
  • Medikamente: Einige Medikamente, wie z. B. das Antibiotikum Trimethoprim, können eine aseptische Meningitis verursachen.
  • Tumoren: Sehr selten. Hirntumoren oder Tumoren des Rückenmarks. Als Initialsymptom tritt gelegentlich Nackensteifigkeit oder ein Schiefhals auf.

Pseudo-Meningismus

Sind die Ursache für eine schmerzhafte Nackensteifigkeit nicht gereizte Hirnhäute, sondern andere Faktoren, spricht man von einem Pseudomeningismus. Zu den Ursachen eines solchen Nackenbeugeschmerzes zählen beispielsweise Brüche, Bandscheibenvorfälle oder Verschleiß-Erscheinungen (Arthrose) in der Halswirbelsäule. Auch Migräne oder Tumoren führen gelegentlich zu einem Pseudomeningismus.

Meningismus und seine Ursachen

Unter Meningismus (früher auch: epidemische Genickstarre) versteht man eine schmerzhafte Nackensteifigkeit, die vor allem bei Erkrankungen der Hirnhäute auftritt. Die Betroffenen sind aufgrund von Schmerzen und Verspannungen der Nackenmuskulatur nicht mehr in der Lage, ihren Kopf aktiv zur Brust beugen.

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Wie äußert sich Meningismus?

Menschen mit einem Meningismus haben starke Schmerzen im Kopf- und Nackenbereich, wenn sie versuchen, ihren Kopf in Richtung Brustbein zu beugen. Deshalb vermeiden sie diese Bewegung. Außerdem verspannt sich die Nackenmuskulatur als Reaktion auf die Schmerzen, was die Kopfbeugung zusätzlich erschwert. So entsteht der Eindruck einer Nackensteifigkeit, obwohl weder die Halswirbel noch die Nackenmuskulatur an sich beeinträchtigt sind. Entsprechend verschwindet die Nackensteifigkeit bei tiefer Bewusstlosigkeit. Die Nackensteife ist dann oft nicht das einzige Symptom. Typischerweise leiden die Patienten zusätzlich unter Kopfschmerzen, Übelkeit und einer erhöhten Licht- sowie Geräusch-Empfindlichkeit (Photophobie beziehungsweise Phonophobie). Diese Beschwerden werden auch unter der Bezeichnung "meningeales Syndrom" zusammengefasst.

Ursachen von Meningismus

Klassischerweise tritt ein Meningismus bei einer Hirnhaut-Entzündung (Meningitis) auf, dann oft als erstes Symptom. Auslöser einer solchen Entzündung der Hirnhäute sind meist bestimmte Bakterien oder Viren, seltener auch Pilze oder Parasiten. Nicht jede Meningitis wird zwingend von einem Meningismus begleitet. Bei erkrankten Neugeborenen ist zum Beispiel häufig keine Nackensteifigkeit vorhanden.

Neben einer Meningitis durch Erreger gibt es noch einige andere Auslöser, die potenziell die Hirnhäute reizen und in weiterer Folge einen Meningismus verursachen. Dazu gehören:

  • Subarachnoidal-Blutung: Eine Art von Schlaganfall mit Einblutung zwischen der inneren und mittleren Hirnhaut. Das Hauptsymptom sind plötzliche, sehr starke Kopfschmerzen.
  • Meningeosis neoplastica: Absiedelung von Tumorzellen in den weichen Hirnhäuten; diese treten im Spätstadium verschiedener Krebs-Erkrankungen auf.
  • Sinus-Thrombose: Blutgerinnsel in den großen Blutabflüssen (Sinus) des Gehirns. Diese befinden sich in der harten Hirnhaut.
  • Sepsis ("Blutvergiftung"): Ausbreitung von Bakterien oder Pilzen von einem Entzündungsherd in den gesamten Blutkreislauf, sodass sie verschiedene Organe (wie die Hirnhäute) befallen.
  • Sonnenstich: Entzündungsreaktion der Hirnhäute durch längere direkte Sonnen-Einstrahlung auf Kopf und Nacken.
  • Blei-Vergiftung: Mögliche Folgen sind unter anderem Krämpfe und Entzündungen der Hirngefäße (Blei-Enzephalopathie). Im Verlauf führt das mitunter zu einer Reizung der Hirnhäute.

Diagnose von Nackensteifigkeit

Um die Ursache für die Nackensteife festzustellen, sollten Sie die behandelnden Ärzt*innen über den Beginn und den Verlauf Ihrer Schmerzen informieren. Unter Umständen werden Ihnen folgende Fragen gestellt:

  • Gab es eine ruckartige, ungewohnte Bewegung der Halswirbelsäule?
  • Haben Sie Kopfschmerzen?
  • Bestehen Husten oder Schnupfen?
  • Sind andere Personen in Ihrem Umfeld ebenfalls erkrankt?
  • Welche Medikamente haben Sie eingenommen?

Körperliche Untersuchung

Bei der körperlichen Untersuchung wird Ihr Allgemeinzustand beurteilt und der Bewegungsumfang Ihrer Halswirbelsäule untersucht. Das ärztliche Personal achtet auch auf Anzeichen für ein Trauma, wie Prellmarken am Kopf. Bei Verdacht auf eine bakterielle Hirnhautentzündung wird Ihre Haut untersucht, da kleine Einblutungen (Petechien) Zeichen eines schweren Verlaufes sein können (sog. Waterhouse-Friderrichsen-Syndrom).

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Funktionstests

Möglicherweise werden spezifische Funktionstests durchgeführt, bei der die Hirnhäute gedehnt werden. Patient*innen mit gereizten Hirnhäuten nehmen bei diesen Tests spezifische Schonhaltungen ein.

  • Lasègue-Zeichen: Der Arzt hebt das gestreckte Bein des auf dem Rücken liegenden Patienten an. Bei gereizten Hirnhäuten führt das ab einer gewissen Beugung zu Schmerzen in Bein, Gesäß oder Rücken. Bei vorliegender Reizung oder Einengung des Ischiasnervs provoziert die Dehnung des Nervs plötzlich einschießende Schmerzen im Gesäß und auf der Rückseite des betroffenen Oberschenkels. Treten Schmerzen bei einem Winkel von weniger als 45 Grad auf, gilt das Lasègue-Zeichen als positiv. Klagt der Patient bei einem Winkel von 60-70 Grad über Schmerzen, spricht man von Pseudo-Lasègue. In diesem Fall handelt es sich vermutlich um einen Dehnungsschmerz der rückseitigen Oberschenkelmuskulatur.
  • Brudzinski-Zeichen: Der Arzt beugt den Kopf des Patienten nach vorne, woraufhin der Patient reflexartig die Beine anzieht, um Schmerzen zu vermeiden.
  • Kernig-Zeichen: Der Arzt streckt das im Hüft- und Kniegelenk gebeugte Bein des Patienten. Treten dabei Schmerzen auf, ist das Kernig-Zeichen positiv.

Man spricht von Nervendehnungszeichen, weil während dieser Testmanöver nicht nur bei einem Meningismus Schmerzen auftreten, sondern auch wenn Nervenwurzeln am Rückenmark gereizt sind. Die Nackensteifigkeit fehlt dann aber in der Regel.

Weitere Untersuchungen

Hat sich der Verdacht auf Meningismus bestätigt, sucht der Arzt mithilfe zusätzlicher Untersuchungen die Ursache. Dazu zählen zum Beispiel Untersuchungen von Blut und Nervenwasser (Liquor) auf mögliche Erreger einer Meningitis, zudem bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanztomografie (MRT) oder Computertomografie (CT).

Wann ist eine Einweisung ins Krankenhaus erforderlich?

Die Nackensteife ist ein Warnsymptom, das bei unterschiedlichen lebensbedrohlichen Erkrankungen vorliegen kann. Wird eine schwerere Erkrankung vermutet, erfolgt eine schnellstmögliche Abklärung im Krankenhaus.

Bei Verdacht auf eine Meningitis als Ursache der Nackensteife sind innerhalb der 1. Stunde im Krankenhaus eine Lumbalpunktion (Untersuchung des „Nervenwassers“), Blutuntersuchungen sowie die Einleitung einer antibiotischen Therapie angezeigt.

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Behandlung von Nackensteifigkeit und Meningismus

Die Behandlung richtet sich nach der jeweiligen Ursache.

  • Muskuläre Verspannungen: In den meisten Fällen helfen Wärme, Massagen und Schmerzmittel.
  • Meningitis: Eine Meningitis wird in der Regel im Krankenhaus behandelt. Oft ist der erste Schritt eine Antibiotika-Therapie direkt als Infusion in die Vene - denn sollten Bakterien die Auslöser der Meningitis sein, ist schnelles Handeln erforderlich. Mithilfe der Ergebnisse von Blut- und Liquor-Untersuchung lässt sich die Therapie dann noch einmal genauer auf den Erreger anpassen. Steckt hinter dem Meningismus eine virale Meningitis, lassen sich meist nur die Symptome behandeln, zum Beispiel durch Schmerzmittel und fiebersenkende Medikamente.
  • Andere Ursachen: Auch bei anderen Ursachen der Nackensteifigkeit richtet sich die Therapie nach der Grunderkrankung. So ist zum Beispiel auch eine Subarachnoidal-Blutung ein medizinischer Notfall, der eine schnelle Operation erfordert. Auch bei einer Sepsis oder eine Sinus-Thrombose ist eine schnelle Behandlung im Krankenhaus wichtig.

Kopfschmerzen als Begleitsymptom

Kopfschmerzen können ein alarmierendes Symptom sein, das mehr als nur vorübergehende Unannehmlichkeiten signalisieren kann. Für viele Menschen sind sie eine regelmäßige Belastung und beeinträchtigen ihre Lebensqualität. Die Suche nach der Ursache für ständige Kopfschmerzen ist entscheidend, um effektive Behandlungswege zu finden und langfristige Linderung zu erfahren.

Primäre und sekundäre Kopfschmerzen

Es gibt keine andere Ursache, die sie auslöst - im Gegensatz zu den sekundären Kopfschmerzen. Diese Art von Kopfschmerzen kommt am häufigsten vor. Betroffene beschreiben sie als drückenden oder ziehenden Schmerz, der meist beidseitig am Kopf auftritt. Spannungskopfschmerzen entstehen z. B. Hierbei handelt es sich um eine neurologische Erkrankung, die häufig pulsierende Kopfschmerzen verursacht. Oft werden sie begleitet von Übelkeit, Licht- und Geräuschempfindlichkeit oder sogar visuellen Aura-Symptomen. Sie sind extrem schmerzhaft und treten in sog. Clustern (Gruppen) über einen Zeitraum von Wochen oder Monaten auf. Darauf folgen schmerzfreie Perioden. Anders als primäre Kopfschmerzerkrankungen sind sekundäre Kopfschmerzen Symptome einer anderen Krankheit oder eines anderen Gesundheitszustandes. Diese Auslöser reichen von Infektionen über neurologische Probleme bis hin zu strukturellen Veränderungen im Kopf- und Nackenbereich.

Ursachen von sekundären Kopfschmerzen

  • Entzündungen der Nasennebenhöhlen (Sinusitis) können Kopfschmerzen auslösen.
  • Infektionsbedingte Kopfschmerzen können auch im Rahmen einer Meningitis auftreten.
  • Auch Verletzungen des Kopfes z. B. So geht beispielsweise ein Schädel-Hirn-Trauma damit einher. Das Kopfweh entsteht in diesem Fall durch die Schädigung von Geweben, Blutgefäßen oder Nerven im Gehirn. Eine leichte Form von Schädel-Hirn-Trauma ist die Gehirnerschütterung, die durch eine plötzliche Bewegung des Gehirns innerhalb des Schädels verursacht wird. Dies stört die normale Gehirnfunktion und induziert u. a.
  • Gefäßanomalien im Gehirn wie Aneurysmen oder Arteriitis sind abnormale Veränderungen in Blutgefäßen. Aneurysmen sind Ausbuchtungen an den Wänden von Blutgefäßen, die platzen und Blutungen verursachen können. Arteriitis bezeichnet eine Entzündung der Arterienwände.
  • Unkorrigierte Sehstörungen (wie Weitsichtigkeit oder Astigmatismus), Augenmuskelungleichgewichte oder Augenerkrankungen können Spannungskopfschmerzen hervorrufen.
  • Zu den möglichen Ursachen für ständige Kopfschmerzen gehören auch Erkrankungen der Schilddrüse. Überfunktionen (Hyperthyreose) oder Unterfunktionen (Hypothyreose) können den Stoffwechsel und andere Körperfunktionen beeinflussen.
  • Eine andere Stoffwechselerkrankung, die mit Kopfschmerzen einhergehen kann, ist Diabetes mellitus. Hier kann der Körper nicht ausreichend Insulin produzieren oder dieses nicht effektiv nutzen. Das erhöht den Blutzuckerspiegel.
  • Ein gestörter Druck im Schädelinneren - sei er zu hoch oder zu niedrig - kann zu intensiven Kopfschmerzen führen. Bei der sog. idiopathischen intrakraniellen Hypertension, auch bekannt als „Pseudotumor cerebri“, handelt es sich um eine Drucksteigerung im Gehirn ohne erkennbare Ursache. Betroffen sind häufig jüngere Frauen. Hirnflüssigkeit umgibt das Gehirn und das Rückenmark wie ein schützendes Polster. Wenn die Menge der Hirnflüssigkeit im Schädel reduziert ist - entweder durch einen Verlust oder durch eine gestörte Produktion - kommt es zu einem niedrigen Hirndruck. Es fehlt die Pufferwirkung, weswegen das Gehirn leicht „absinken“ kann. Typisch für einen niedrigen Hirndruck sind lageabhängige Kopfschmerzen: Sie treten v. a. im Stehen oder Sitzen auf und bessern sich im Liegen deutlich.
  • Auch Beschwerden oder Verletzungen der Halswirbelsäule wie Verspannungen, Bandscheibenvorfälle oder Arthritis beeinträchtigen die Muskeln, Nerven und Blutgefäße im Nacken- und Kopfbereich.
  • Außerdem können verschiedene neurologische Erkrankungen mit Kopfweh einhergehen, so z. B. Hirntumore. Hierbei handelt es sich um eine abnormale Wucherung von Zellen im Gehirn, die Druck auf das umgebende Gewebe ausüben können. Ein weiteres Beispiel ist der Schlaganfall. Der sog. Apoplex entsteht durch eine Unterbrechung der Blutversorgung im Gehirn. Epilepsie kann eine weitere Ursache sein. Dabei handelt es sich um eine neurologische Störung, die durch wiederkehrende Anfälle charakterisiert ist. Entzündliche Erkrankungen des Nervensystems wie Multiple Sklerose bewirken Entzündungen und Schädigungen der Nervenfasern in Gehirn und Rückenmark.
  • Dabei handelt es sich um eine seltene Ursache für Gesichtsschmerzen, die oft fälschlich als Kopfschmerzen wahrgenommen bzw. eingeordnet werden. Typisch sind heftige, blitzartig einschießende Schmerzen, die meist einseitig auftreten. Diese Schmerzattacken dauern nur wenige Sekunden, können aber mehrmals täglich vorkommen und den Alltag massiv beeinträchtigen.
  • Auch Zahnprobleme können eine Ursache für häufige Kopfschmerzen sein. Funktionsstörungen im Kiefergelenk (Craniomandibuläre Dysfunktion, kurz CMD) können Kopfschmerzen im Stirn-, Schläfen- oder Nackenbereich auslösen.
  • Schwankungen im Hormonhaushalt - etwa während der Menstruation, Schwangerschaft, Stillzeit oder in den Wechseljahren - können Kopfschmerzen begünstigen.
  • Schlafstörungen wie Schlafapnoe oder ein stark gestörter Schlafrhythmus können morgendliche Kopfschmerzen verursachen. Diese sind oft dumpf und verbessern sich nach dem Aufstehen.
  • Eine weitere Ursache für chronische Kopfschmerzen ist auch der übermäßige Gebrauch von Schmerzmitteln. Wenn Betroffene regelmäßig (mehr als 10 - 15 Tage im Monat) Medikamente wie Ibuprofen, Paracetamol oder Triptane einnehmen, kann dies paradoxerweise zu Kopfschmerzen führen. Die sog.
  • Nicht nur Krankheiten, sondern auch bestimmte Substanzen können Kopfschmerzen auslösen. Ein klassisches Beispiel ist der sog. „Kater-Kopfschmerz“ nach übermäßigem Alkoholkonsum. Doch auch der Entzug von Koffein - etwa beim Verzicht auf den morgendlichen Kaffee - kann zu drückenden Kopfschmerzen führen. Ähnliche Beschwerden treten beim Nikotin- oder Drogenentzug auf. Häufig entstehen diese Schmerzen, wenn sich der Körper auf eine neue Stoffwechsellage einstellen muss.
  • Beispielsweise Depressionen oder Angststörungen gehen häufig mit Kopfweh einher. Dies, da sie das neurologische und hormonelle Gleichgewicht im Körper stören können. Die Folge sind z. B.
  • Hypertonie ist ein Zustand, bei dem der Druck des Blutes in den Arterien dauerhaft erhöht ist.

Diagnostik bei Kopfschmerzen

Kehren die Beschwerden häufig wieder und können Sie sie nicht auf bestimmtes Ereignis zurückführen, sollten Sie sich bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt vorstellen. Sie oder er wird verschiedene Untersuchungen durchführen. Vor allem, wenn die Kopfschmerzen oft auftreten und nicht durch eine vergleichsweise einfache Ursache erklärbar sind, ist eine bildgebende Diagnostik notwendig. Wir bieten Ihnen ein breites Spektrum an Untersuchungen an, um die Ursachen für Ihre ständigen Kopfschmerzen herauszufinden. Die CT spielt eine entscheidende Rolle bei der Diagnose von ständigen Kopfschmerzen. Sie kann detaillierte Querschnittsbilder des Gehirns und der Schädelstruktur liefern. Mit dieser bildgebenden Technik können wir im RZM strukturelle Probleme wie Tumoren oder Blutungen im Gehirn erkennen, die potenzielle Ursachen für die Kopfschmerzen sein können. Auch die MRT kann bei der Suche nach Ursachen für ständige Kopfschmerzen sehr hilfreich sein. Sie kann hochauflösende Bilder des Gehirns liefern. Mit unseren modernen und strahlungsarmen Röntgenuntersuchungen können wir z. B. Knochenveränderungen der Halswirbelsäule wie Frakturen oder Anomalien erkennen. Mit unseren modernen bildgebenden Verfahren können wir detaillierte Darstellungen Ihres Schädels und Gehirns inkl. der umgebenden Strukturen vornehmen. So können wir potenzielle Auslöser für Ihre wiederkehrenden Kopfschmerzen identifizieren.

Vernichtungskopfschmerz

Kopfschmerzen allgemein haben eine 12-Monats-Prävalenz von ungefähr 60 % , wobei Frauen etwas häufiger betroffen sind als Männer. Kopfschmerzen sind damit neben Rückenschmerzen die am häufigsten angegebenen klinischen Symptome. So ist es nicht verwunderlich, dass Kopfschmerzen auch im ärztlichen Notdienst, aber auch in den Notaufnahmen eine hervorgehobene Rolle spielen.

Grundsätzlich lassen sich zwei verschiedene Ursachen abgrenzen: 1) Es handelt sich um einen bisher nicht bekannten Kopfschmerz (mit und ohne neurologische bzw. allgemeinmedizinische Begleitsymptome). 2) Ein bereits bekannter Kopfschmerz ist besonders heftig und zeigt nur ein ungenügendes Ansprechen auf die Standardtherapie.

Besonders heftige und perakut auftretende Kopfschmerzen bzw. Kopfschmerzen mit fokalen neurologischen Defiziten bzw. Bewusstseinseinschränkungen und Allgemeinsymptomen wie Fieber sind daher als Erstes zu erfassen. Im englischen Sprachraum wird diese Risikoabschätzung mit dem Akronym SNOOP zusammengefasst, was für systemische Symptome, neurologische Symptome, akuten Beginn («onset»), ältere Patienten («old») und Vorgeschichte («previous») steht.

Die klassische Differenzialdiagnose der perakut auftretenden Kopfschmerzen umfasst die subarachnoidale Blutung (SAB), die intrazerebrale Blutung (ICB), die Gefässdissektion, die Sinus-Venen-Thrombose (SVT) und das reversible zerebrale Vasokonstriktions-Syndrom (RCVS). Für subakut auftretende Kopfschmerzen findet man als häufigste Ursachen die Meningitis, parameningeale Entzündungen, die Eklampsie, Verschlusshydrozephalus (z. B. Kolloidzyste dritter Ventrikel), SVT und auch Hirnblutungen sowie dekompensierte chronische subdurale Hämatome.

Vaskulär bedingte Kopfschmerzen

  • Kopfschmerzen bei Schlaganfall: Generell sind Kopfschmerzen bei ischämischen Schlaganfällen weniger häufig und auch von geringerer Intensität als bei ICB. Die Prävalenz liegt bei 16–36 % innerhalb der ersten acht Tage, wobei bei lakunären Infarkten die Prävalenz bei 9,3 % liegt. Risikofaktoren für das Auftreten von Kopfschmerzen ist die Vorgeschichte eines primären Kopfschmerz-Syndroms und das weibliche Geschlecht. Intrazerebrale Blutungen sind häufiger von Kopfschmerzen (57 % ) begleitet, wobei Kleinhirn- bzw. lobuläre Blutungen häufiger zu Kopfschmerzen führen.
  • Kopfschmerzen bei Sinusvenenthrombose: Die SVT ist für etwa 0,5 % aller Schlaganfälle verantwortlich. Das Auftreten von Vernichtungskopfschmerzen ist auch im Rahmen einer Sinusvenenthrombose in 2–15 % der Fälle beschrieben. Bei 17 % der Patienten ist der Kopfschmerz das einzige Symptom der SVT. Es gibt eine Korrelation des Kopfschmerzes mit der Ausprägung der SVT. Weitere Symptome sind epileptische Anfälle, fokale Ausfälle und Bewusstseinsstörungen.
  • Kopfschmerz und Subarachnoidalblutung: Leitsymptom der SAB ist der akute innerhalb von Sekunden auftretende Vernichtungskopfschmerz. Im Verlauf können dann neurologische Symptome, aber auch Übelkeit und Erbrechen auftreten.
  • Kopfschmerzen bei Gefässdissektionen: Akut einsetzende einseitig betonte Kopf- und Nackenschmerzen sind das Leitsymptom einer Dissektion. Der Schmerz selbst weist keine eindeutige Charakteristik auf. Es können sowohl akute Vernichtungskopfschmerzen als auch Migräne- bzw. Clusterkopfschmerz-ähnliche Kopfschmerzen auftreten.
  • Kopfschmerzen beim reversiblen zerebralen Vasokonstriktions-Syndrom (RCVS) und posterioren reversiblen Enzephalopathie-Syndrom (PRES): Das Auftreten eines rezidivierenden Vernichtungskopfschmerzes sollte differenzialdiagnostisch auch an ein RCVS denken lassen. Es ist das erste und bei der Mehrzahl der Patienten auch das einzige Symptom des RCVS. Die Vernichtungskopfschmerzen ähneln den Kopfschmerzen bei einer SAB und sie halten 1–3 Stunden an, um dann zu remittieren, wobei ein dumpfer Dauerkopfschmerz bestehen bleibt. Typischerweise kommt es in den darauffolgenden Tagen zu spontanen bzw. auch provozierten Rezidiven (z. B. durch Valsalva-Manöver).
  • Kopfschmerzen bei spontanem Liquor- Verlust-Syndrom («Liquor-Unterdruck- Syndrom»): Typisch für diesen Kopfschmerz, der ursächlich auf einen Liquor-Verlust zurückzuführen ist, ist die Lageabhängigkeit des Kopfschmerzes (wenigstens zu Beginn der Symptomatik) mit Beschwerdefreiheit in flacher Lagerung und rasch auftretenden holozephalen, z. T. pulsierenden Kopfschmerzen im Stehen.

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