Naratriptan: Rezeptfreie Alternativen und Wissenswertes zur Migränebehandlung

Migräne ist eine neurologische Erkrankung, die von plötzlichen, starken Kopfschmerzen begleitet wird. Bis zu zehn Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Migräneattacken, die ihren Alltag stark beeinträchtigen können. Glücklicherweise gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten, darunter auch rezeptfreie Alternativen zu Naratriptan.

Was ist Naratriptan?

Naratriptan gehört zur Gruppe der Triptane und ist ein Serotonin-Rezeptor-Agonist. Triptane sind Medikamente, die speziell zur Behandlung von Migräne mit oder ohne Aura entwickelt wurden. Sie wirken, indem sie die Blutgefäße im Gehirn verengen und Entzündungen reduzieren. Naratriptan war eines der ersten Triptane, das in Deutschland rezeptfrei erhältlich war.

Rezeptfreie Triptane als Alternative

Neben Naratriptan gibt es noch weitere Triptane, die in Deutschland rezeptfrei erhältlich sind:

  • Almotriptan: Almotriptan (Dolortriptan®) ist seit 2011 rezeptfrei erhältlich. Es zeichnet sich durch einen schnellen Wirkungseintritt (45-60 Minuten) und ein gutes Nebenwirkungsprofil aus. Die Einzeldosis für Erwachsene im OTC-Präparat beträgt 12,5 mg.
  • Sumatriptan: Sumatriptan ist seit 2020 rezeptfrei erhältlich. Es wirkt ebenfalls rasch (45-60 Minuten) und ist in einer Dosierung von 50 mg pro Tablette rezeptfrei verfügbar.

Wann ist die Selbstmedikation mit Triptanen sinnvoll?

Die Selbstmedikation mit Triptanen ist nur dann sinnvoll, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  1. Diagnose: Ein Arzt hat bereits eine Migräne diagnostiziert.
  2. Geeignetes Mittel: Das richtige Mittel wurde in Absprache mit dem Arzt gefunden.
  3. Ausschluss von Kontraindikationen: Kontraindikationen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, unkontrollierter Bluthochdruck, Schlaganfall oder Schwangerschaft sind ausgeschlossen.

Es ist wichtig zu beachten, dass Triptane nicht zur Vorbeugung von Migräneattacken eingenommen werden sollten. Sie sind ausschließlich zur Behandlung akuter Migräneanfälle gedacht.

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Wie wirken Triptane?

Triptane sind in ihrer Struktur Serotonin ähnlich und binden sich an bestimmte Serotonin-Rezeptor-Subtypen. Dadurch hemmen sie Entzündungen in der äußeren Hirnhaut und sorgen dafür, dass sich die Blutgefäße in diesen Arealen wieder zusammenziehen, die sich im Zuge einer Migräneattacke erweitert haben.

Dosierung und Einnahme

Triptane wirken am besten, wenn sie früh in der Attacke eingenommen werden. Die Dosierungsempfehlungen für die rezeptfreien Triptane sind:

  • Almotriptan: 12,5 mg
  • Naratriptan: 2,5 mg
  • Sumatriptan: 50 mg

Sollte die Wirkung unzureichend sein, kann nach mindestens zwei Stunden eine weitere Dosis eingenommen werden. Es dürfen jedoch nicht mehr als zwei Tabletten innerhalb von 24 Stunden eingenommen werden. Bei Naratriptan sollten vier Stunden zwischen zwei Dosierungen liegen. Bessert sich die Migräne nach der ersten Tablette gar nicht, sollten Patienten keine weitere mehr innerhalb der Attacke einnehmen, sondern stattdessen ein anderes Präparat versuchen. Auch sollten Triptane nicht prophylaktisch genommen werden.

Mögliche Nebenwirkungen und Kontraindikationen

Triptane gelten generell als gut verträglich, können aber auch Nebenwirkungen verursachen. Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen:

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Engegefühl in Brust- und Halsbereich
  • Missempfindungen (Parästhesien) und herabgesetzte Empfindlichkeit der Haut (Hypästhesie)
  • Herzrhythmusstörungen
  • Benommenheit
  • Schwächegefühl

Triptane dürfen nicht eingenommen werden bei:

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  • fehlender ärztlicher Voruntersuchung inklusive Blutdruckmessung
  • durch Medikamente hervorgerufener Dauerkopfschmerz
  • vorausgegangenem Herzinfarkt, Schlaganfall oder anderen Gefäßerkrankungen
  • Bluthochdruck
  • Leber- oder Nierenerkrankungen
  • Schwangerschaft und Stillen

Auch bei bestimmten kardiovaskulären Vorerkrankungen (Herz-Kreislauf-System betreffend) sollten Betroffene keine Triptane einnehmen, da durch den speziellen Wirkmechanismus (die Verengung der Blutgefäße) die Krankheit verschlimmert werden könnte. In seltenen Fällen können Triptane auf diese Weise einen Herzinfarkt oder Schlaganfall auslösen.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Triptane können verschiedene Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten auslösen. Daher ist es wichtig, den Arzt oder Apotheker über alle eingenommenen Medikamente zu informieren. Triptane dürfen nicht gleichzeitig mit Ergotamin-Präparaten eingenommen werden.

Alternativen zu Triptanen

Neben Triptanen gibt es noch weitere Medikamente, die zur Behandlung von Migräne eingesetzt werden können. Dazu gehören:

  • Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR): NSAR wie Ibuprofen, Acetylsalicylsäure (ASS) oder Naproxen können bei leichten bis mittelschweren Migräneattacken helfen.
  • Paracetamol: Paracetamol ist ein Schmerzmittel, das ebenfalls bei leichten bis mittelschweren Migräneattacken eingesetzt werden kann.
  • Kombinationspräparate: Kombinationspräparate wie Thomapyrin oder Boxagrippal enthalten eine Kombination aus Paracetamol, Acetylsalicylsäure (ASS) und Koffein oder anderen ergänzenden Substanzen, wodurch die schmerzlindernde Wirkung verstärkt werden kann.
  • Antiemetika: Bei Übelkeit und Erbrechen können Antiemetika wie Metoclopramid oder Domperidon helfen.
  • Pflanzliche Mittel: Einige pflanzliche Mittel wie Teufelskralle können bei chronischen Gelenk- und Rückenschmerzen eingesetzt werden.

Migräneprophylaxe

Wenn Migräneattacken häufig auftreten, kann eine Migräneprophylaxe sinnvoll sein. Hier kommen andere Wirkstoffe zum Einsatz, etwa Betablocker wie Propanolol und Metoprolol, Kalziumkanalblocker wie Flunarizin sowie Antiepileptika wie Valproat und Topiramat. Die Prophylaxe hat zum Ziel, die Häufigkeit der Attacken und deren Intensität so weit zu verringern, dass die Migräne künftig mit normalen Akut-Medikamenten behandelt werden kann.

Die Rolle des Arztes

Auch wenn einige Triptane rezeptfrei erhältlich sind, ist es wichtig, bei Migräne einen Arzt aufzusuchen. Der Arzt kann die Diagnose stellen, die geeignete Behandlung auswählen und über mögliche Risiken und Nebenwirkungen aufklären. Zudem kann er bei Bedarf eine Migräneprophylaxe verordnen.

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Die Bedeutung der Apotheke

Apotheker spielen eine wichtige Rolle bei der Beratung von Migränepatienten. Sie können über die richtige Anwendung der Medikamente informieren, auf mögliche Wechselwirkungen hinweisen und bei der Auswahl des geeigneten Mittels helfen.

Schmerzklinik Kiel

Für Patienten mit chronischen Schmerzerkrankungen, einschließlich Migräne, bietet die Neurologisch-verhaltensmedizinische Schmerzklinik Kiel eine spezielle Therapie an. Die Klinik unter der Leitung von Prof. Dr. med. Dipl. Psych. Hartmut Göbel behandelt Migräne mit und ohne Aura, Migräne-Komplikationen, alle Kopfschmerzen, wie z. B. chronische Spannungskopfschmerzen, Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch, Clusterkopfschmerz, Nervenschmerz (neuropathischer Schmerz), Rückenschmerz und andere Formen chronischer Schmerzerkrankungen.

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