Der Artikel beleuchtet die Anatomie und Funktion des Nervus femoralis und des Musculus iliopsoas, auch Beinheber genannt, sowie damit verbundene Erkrankungen, Symptome, Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten. Ziel ist es, ein umfassendes Verständnis dieser wichtigen Strukturen und ihrer Bedeutung für die menschliche Bewegung und Stabilität zu vermitteln.
Einführung in den Nervus Femoralis und den Musculus Iliopsoas
Der Nervus femoralis, auch Oberschenkelnerv genannt, ist ein wichtiger Nerv, der die vordere Oberschenkelmuskulatur und die Haut an der Vorderseite des Oberschenkels und der Innenseite des Unterschenkels versorgt. Der Musculus iliopsoas, auch Lenden-Darmbein-Muskel genannt, ist eine Muskelgruppe, die aus dem Musculus psoas major, dem Musculus psoas minor und dem Musculus iliacus besteht. Er zählt zu den kräftigsten Strukturen im menschlichen Körper.
Anatomie des Musculus Iliopsoas
Der Musculus iliopsoas besteht aus mindestens zwei, manchmal drei Muskelbäuchen:
- Musculus psoas major: Er entspringt an der Lendenwirbelsäule (vom 12. Brustwirbel bis zum 5. Lendenwirbel).
- Musculus psoas minor: Er ist kleiner und bei vielen Menschen nicht vorhanden. Wenn vorhanden, liegt er oberflächlich zum Psoas major, entspringt ebenfalls an den Lendenwirbeln und endet am Schambein (Os pubis).
- Musculus iliacus: Er liegt in der Beckenschaufel (Fossa iliaca) und verläuft parallel zum Psoas major. Er entspringt an der Innenseite des Darmbeins (Os ilium) und verbindet sich unterhalb der Leiste mit dem Psoas major.
Beide Muskeln (Psoas major und Iliacus) verlaufen durch das Becken und ziehen unter dem Leistenband hindurch. Kurz vor ihrem Ansatz an einem kleinen knöchernen Vorsprung an der Innenseite des Oberschenkelknochens, dem Trochanter minor, vereinigen sie sich.
Funktion des Musculus Iliopsoas
Die Hauptfunktion des Musculus iliopsoas ist die Beugung der Hüfte. Er ist essenziell für ein leichtes, natürliches Gangbild und eine aufrechte Haltung. Er ist zudem an der Stabilisierung des Rumpfes beteiligt und hilft, das Becken zu stabilisieren. Durch seine Verbindung zur Lendenwirbelsäule kann er auch eine Rolle bei der Aufrechterhaltung der aufrechten Haltung spielen. Der Psoas wird auch „Beinhebemuskel“ genannt, was seine Bedeutung für die Bewegung verdeutlicht. Ohne ihn wäre es kaum möglich zu laufen oder sich zu bewegen.
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Der Musculus psoas major verbindet die Wirbelsäule und die Oberschenkelknochen miteinander. Er entspringt seitlich am untersten Brustwirbel, umspannt die darunterliegenden Lendenwirbel und verläuft dann innerhalb des Beckens weiter zu den Oberschenkelknochen, wo er am oberen Bereich des Trochanters minor ansetzt. Indem der Psoas Ober- und Unterkörper miteinander verbindet, ist er maßgeblich an der Beugung des Hüftgelenks beteiligt. Er sorgt dafür, dass wir uns stabil aufrecht halten und die Beine heben können. Wann immer wir also sitzen oder laufen, ist er beteiligt.
Innervation des Musculus Iliopsoas
Die Innervation des Musculus iliopsoas erfolgt durch zwei Nerven:
- Musculus iliacus: Er wird durch den Oberschenkelnerv (Nervus femoralis) versorgt.
- Musculus psoas major: Er wird durch direkte Äste des Plexus lumbalis (Lendenplexus) versorgt.
Diese doppelte Innervation ist insbesondere bei der Diagnostik von Schmerzen im Hüft- oder Leistenbereich relevant.
Krankheiten des Musculus Iliopsoas
Verschiedene Erkrankungen können den Musculus iliopsoas betreffen:
- Iliopsoas-Syndrom: Es beschreibt eine schmerzhafte Überlastung oder Reizung des Musculus iliopsoas.
- Bursitis iliopectinea: Es handelt sich um eine Entzündung des Schleimbeutels, der tief in der vorderen Hüft- und Leistenregion liegt. Dieser Schleimbeutel schützt die Sehne des Musculus iliopsoas.
- Verkürzung des Musculus iliopsoas: Eine Verkürzung des Musculus iliopsoas kann zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führen.
- Muskelfaserriss im Musculus iliopsoas: Ein Muskelfaserriss im Musculus iliopsoas ist eine häufige Sportverletzung, z. B. bei Sportlern.
- Iliopsoas-Abszess: Ein Iliopsoas-Abszess ist eine seltene, jedoch ernstzunehmende Eiteransammlung im oder um den Hüftbeugemuskel (Musculus iliopsoas). Er entsteht oft durch Entzündungen benachbarter Organe (z. B. Morbus Crohn, Divertikulitis).
Was passiert, wenn der Musculus Iliopsoas ausfällt?
Ein vollständiger Ausfall des Musculus iliopsoas ist selten, kann aber zu erheblichen Problemen führen:
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- Eingeschränkte Hüftbeugung: Das Anheben des Beines wird erschwert oder unmöglich.
- Stabilitätsprobleme: Der Muskel trägt zur Stabilisierung der Lendenwirbelsäule bei. Ein Ausfall des Musculus iliopsoas kann zu Instabilität führen.
Ein Ausfall des Musculus iliopsoas resultiert häufig aus einer Nervenschädigung, etwa des Oberschenkelnervs (Nervus femoralis), der diesen Muskel versorgt.
Übungen für die Krankheiten des Musculus Iliopsoas
Je nach Art der Erkrankung gibt es verschiedene Übungen, die helfen können:
- Übungen bei verkürztem Musculus iliopsoas: Dehnübungen können helfen, die Flexibilität des Muskels zu verbessern.
- Übungen bei geschwächtem oder überlastetem Musculus iliopsoas: Ist der Muskel geschwächt oder überlastet, liegt der Fokus auf Kräftigung und Stabilisation.
Wie dehnt man den Musculus Iliopsoas am besten?
Es gibt verschiedene effektive Methoden, um den Musculus iliopsoas zu dehnen. Die einfachste und zugleich wirkungsvollste Übung ist der Ausfallschritt.
Der Nervus cutaneus femoris lateralis und seine Bedeutung
Der Nervus cutaneus femoris lateralis ist ein sensibler Nerv, der die Haut des vorderen und seitlichen Oberschenkels versorgt. Eine Schädigung dieses Nervs, oft durch Einklemmung im Bereich des Leistenbandes (Meralgia paraesthetica), kann zu Kribbeln, brennenden Schmerzen, Missempfindungen und Taubheit führen.
Piriformis-Syndrom: Eine wichtige Differentialdiagnose
Das Piriformis-Syndrom entsteht durch eine Reizung oder Kompression des Ischiasnervs im Bereich des Musculus piriformis. Typische Symptome sind Schmerzen im Gesäß, Ausstrahlung ins Bein, Kribbeln oder Taubheitsgefühle. Ursachen sind meist Überlastung, Fehlhaltungen, Muskelverhärtungen oder Verletzungen im Becken-/Hüftbereich. Physiotherapie, Dehnübungen und Kräftigung der Hüft- und Gesäßmuskulatur sind zentrale Bausteine der Behandlung.
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Hüftschmerzen: Ursachen und Diagnose
Hüftschmerzen können vielfältige Ursachen haben, darunter Verschleißerscheinungen am Gelenk (Hüftarthrose), Verletzungen, Entzündungen oder Nerveneinklemmungen. Die Diagnose erfordert eine sorgfältige Anamnese, körperliche Untersuchung und gegebenenfalls bildgebende Verfahren wie Röntgen, Ultraschall oder MRT.
Triggerpunkte und Myogelosen im Musculus Iliopsoas
Myogelosen und Triggerpunkte sind kleinste Knötchen in der Muskulatur, die das Nervensystem stören und zu Schmerzen führen können. Fast jeder Mensch hat Triggerpunkte. Werden diese Beschwerden durch Triggerpunkte ausgelöst, dann können Sie sie mit einer Triggerpunkt-Selbstmassage lindern bis lösen. Die Selbstmassage kann die erneute Entstehung von Triggerpunkten im Iliopsoas und allen anderen Muskeln nicht verhindern. Mit den richtigen Kräftigungsübungen werden all diese Muskeln stärker und belastbarer. Das heißt, dass sie nicht mehr so schnell überlasten.
Selbstmassage des Musculus Iliopsoas
Den Iliopsoas zu ertasten, ist keine leichte Aufgabe. Nehmen Sie sich hierfür also Zeit. Im Premium Schmerzfrei-Kurs erhalten Sie sehr ausführliche Videos zum Ertasten des gesamten Iliopsoas. Das wird Ihnen das Aufspüren des Muskels deutlich erleichtern.
- Legen Sie sich auf den Boden und stellen Sie beide Füße auf.
- Nun lassen Sie diese zu der Seite fallen, die Sie nicht bearbeiten wollen.
- Jetzt fahren Sie mit Ihren Fingern ca.
- Drücken Sie jetzt sehr langsam und vorsichtig in die Bauchgegend, so tief wie es Ihnen möglich ist - einige Zentimeter.
- Am tiefsten Punkt angekommen, bewegen Sie Ihre Finger wieder 2 cm nach innen.
- Jetzt bewegen Sie Ihre Finger etwas zur Seite und unten, bis Sie auf Ihren vorderen Darmbeinstachel treffen.
- Verwenden Sie entweder präzise Massagestriche oder die Druck-Bewegungstechnik. Je nachdem wie schmerzlich er ist, massieren Sie diesen sehr langsam 5 - 15 Mal.
- Drücken Sie in den Muskel und beugen, sowie strecken Sie Ihre Hüfte dann einige Male.
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