Bauchspiegelung zur Nervendarstellung: Ein umfassender Überblick

Die Bauchspiegelung, auch Laparoskopie genannt, ist ein minimalinvasives Verfahren, das Ärzten einen direkten Einblick in den Bauchraum ermöglicht. Sie wird sowohl zur Diagnose als auch zur Therapie verschiedener Erkrankungen eingesetzt. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die Bauchspiegelung, ihre Anwendungsbereiche, den Ablauf, Vor- und Nachteile sowie mögliche Komplikationen.

Einführung

Bei unklaren Beschwerdebildern im Bauch- und Beckenraum oder auch in der Abklärung einer ungewollten Kinderlosigkeit ist ein direkter Blick auf die inneren Organe wünschenswert. Die Einführung eines Laparoskops - im Prinzip ein lichtleitender Glasstab mit aufgesetzter Kamera - erlaubt heute direkte Einblicke in das Innere des Menschen, ohne dass die Nachteile einer größeren Operation in Kauf genommen werden müssen. Die Beschreibung der Eingriffe wurde mit größter Sorgfalt zusammengestellt. Es kann sich jedoch nur um einen Überblick handeln, der keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Zur weitergehenden Information dienen das persönliche Arzt-Gespräch bzw. die Webseiten der Leistungserbringer.

Anwendungsbereiche der Bauchspiegelung

Die Bauchspiegelung dient sowohl diagnostischen als auch therapeutischen Zwecken.

Diagnostische Bauchspiegelung

Der Arzt wird immer dann eine diagnostische Bauchspiegelung (Laparoskopie) empfehlen, wenn er mit anderen Untersuchungsmethoden wie Ultraschall oder Computertomogramm den Ursachen ihrer Beschwerden nicht auf die Spur kommt. Dies kann z.B. bei folgenden Fragestellungen der Fall sein:

  • Unklare Unterbauchbeschwerden: Zur Klärung rezidivierender (wiederkehrender) oder chronischer Unterbauchbeschwerden, deren Diagnose durch nicht invasive Methoden wie z. B. Ultraschall nicht möglich ist.
  • Abklärung von Endometriose: Verdacht auf Endometriose - Vorkommen von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter.
  • Überprüfung der Eileiterdurchgängigkeit: Tuben (Eileitern; z.

In manchen Fällen wird der Eingriff auch bei ganz speziellen Fragestellungen vorgenommen. Durch die Bauchspiegelung lassen sich krankhafte Veränderungen, zum Beispiel an Magen, Darm, Leber, Milz und Bauchspeicheldrüse, aber auch an Eierstöcken und Teilen der Gebärmutter meist gut erkennen.

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Zusätzlich kann der Arzt während des Eingriffs Gewebeproben entnehmen, sogenannte Biopsien. Nützlich kann die Bauchspiegelung daher auch bei Tumorerkrankungen im Bauch- und Beckenbereich sein. Mit ihrer Hilfe lässt sich beispielsweise beurteilen, ob und wie die Geschwulst operiert werden kann und ob schon Tumorabsiedelungen (Metastasen) vorliegen. Durch eine feingewebliche Untersuchung des entnommenen Gewebes lässt sich außerdem bestimmen, ob es sich um eine gut- oder bösartige Veränderung handelt. Auch die Funktion bestimmter Organe kann im Rahmen einer Laparoskopie untersucht werden. Beispielsweise lässt sich bei unerfülltem Kinderwunsch und ungewollter Kinderlosigkeit mittels Bauchspiegelung prüfen, ob die Eileiter der Frau durchgängig sind.

Therapeutische Bauchspiegelung

Die Bauchspiegelung wird nicht nur zur Diagnose, sondern auch zur Therapie eingesetzt. Folgende Operationen finden zum Beispiel häufig laparoskopisch (in Schlüsselloch-Operationstechnik) statt:

  • Entfernung der Gallenblase (Cholezystektomie)
  • Blinddarmentfernung (Appendektomie)
  • Leistenbruchoperation
  • Teilentfernung des Dickdarms (Kolonresektion)
  • Magenverkleinerung und Dünndarmausschaltung bei krankhafter Fettsucht (Magenbypass)
  • Unterbindung der Eileiter (Sterilisation)
  • laparoskopische Endometrioseresektion (operative Entfernung von Endometrioseherrn) ist indiziert, wenn Schmerzen dominieren bzw.

Bei diesen Eingriffen stellt heute das laparoskopische Operieren bereits das Standardverfahren dar. Aber auch ausgedehntere Operationen an Magen, Darm, Milz und Bauchspeicheldrüse sowie gynäkologische Eingriffe sind laparoskopisch möglich. In unserer Klinik führen wir den überwiegenden Anteil aller Eingriffe, d.h. auch Operationen krebserkrankter Bauchorgane, in minimalinvasiver Technik mithilfe einer Bauchspiegelung (Laparoskopie) durch.

Ablauf einer Bauchspiegelung

Vorbereitung

Ab 22:00 Uhr sollten Sie am Vorabend des Eingriffs nüchtern bleiben, d.h. nichts essen oder trinken, nicht rauchen und auch kein Kaugummi kauen. Nehmen Sie wegen anderer Erkrankungen regelmäßig Medikamente, sollten Sie den Arzt bzw. Anästhesisten rechtzeitig vorher darüber informieren, da einige Medikamente wie z.B. blutverdünnende Substanzen einige Tage vor dem Eingriff abgesetzt werden sollten.

Durchführung

Die diagnostische Bauchspiegelung (Laparoskopie) wird in der Regel in einer kurzen Vollnarkose Vollnarkose durchgeführt. Für Sie heißt das: bis auf die Narkoseeinleitung bekommen Sie nichts mit, weder wie ihre Bauchwand durchstochen wird noch wie ihr Bauch „aufgepumpt“ wird. Die rein diagnostische Bauchspiegelung (Laparoskopie) dauert im Schnitt 10 bis 30 Minuten.

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So funktioniert die Bauchspiegelung: Eine laparoskopische Operation erfolgt unter Vollnarkose. Der Arzt macht einen etwa 0,5 bis ein Zentimeter großen Schnitt und ein bis zwei Einstiche in die Bauchdecke. Über den Schnitt im Nabel bringt er das Laparoskop in die Bauchhöhle ein. Am Ende dieses röhrenförmigen Instruments befinden sich eine Lichtquelle und eine winzige Kamera. Über einen Bildschirm kann der Arzt nun Aussehen und Lage der Bauch- oder Beckenorgane beurteilen oder auch unter Sichtkontrolle operieren. Die zusätzlichen Einstiche sind notwendig, um feine chirurgische Instrumente wie zum Beispiel Fasszangen, Schere und Sauger in die Bauchhöhle einzuführen. In der Regel bläst der Arzt die Bauchhöhle zusätzlich mit dem Gas Kohlenstoffdioxid auf. Dadurch hebt sich die Bauchdecke von den Eingeweiden ab. Das verschafft dem Operateur die notwendigen Platz- und Sichtverhältnisse, die ein zielgenaues Arbeiten ermöglichen und die Verletzungsgefahr vermindern.

Technischer Ablauf:

  1. Zugang zur Bauchhöhle: Zuerst muss ein Zugang zur inneren Bauchhöhle hergestellt werden. Dazu wird mit einer dickeren Spezialnadel durch die Bauchdecke gestochen. Als Einstichsort wird in der Regel die untere Bauchnabelgrube gewählt, da hier der Abstand zwischen Haut und Bachdecke am geringsten ist. Vor dem Einstich (Punktion) wird sichergestellt, dass keine großen Gefäße oder Organe im Weg liegen und verletzt werden könnten.
  2. Aufpumpen des Bauchraums: Auch nach der erfolgreichen Punktion muss der Operateur sich mit seinem Einblick noch etwas gedulden. Zuerst muss der Bauch ein wenig „aufgepumpt“ werden, damit die eng zusammenliegenden Organe und Darmschlingen dem Arzt nicht die Sicht versperren. Zu diesem Zweck wird an die liegende Kanüle ein keimfreier (steriler) Schlauch angeschlossen und mit einer Gaspumpe (Insufflator) verbunden. Dann wird unter ständiger Druckmessung Kohlendioxid (CO2) in den Bauchraum geleitet. Da der Druck im Bauchraum dabei die ganze Zeit kontrolliert wird, braucht keiner Angst haben zu „platzen“.
  3. Einführung des Trokars und Laparoskops: Für den Eingriff als solchen reicht die Punktionskanüle (Hohlnadel) mit ihrem kleinen Durchmesser noch nicht aus. Sie wird durch eine Plastik- oder Metallhülse (Trokar) ersetzt mit einem Durchmesser von 5 bis 12 mm. Dieser ist mit einem spitzen Ende zur Durchstoßung der Bauchdecken versehen, der dann wieder herausgezogen wird, so dass eine Art Hülse als Zugang zurückbleibt. Ein Ventil sorgt dafür, dass das eingeleitete Gas nicht wieder herausströmt. Erst jetzt wird das Laparoskop eingeführt.
  4. Orientierung und Untersuchung: Zuerst verschafft sich der Operateur durch einen Rundumblick in der gesamten Bauchhöhle die notwendige Orientierung. Dabei werden nicht nur die Beckenorgane beurteilt, sondern auch die Oberbauchorgane wie Magen, Leber und Milz. Findet der Arzt einen verdächtigen Befund, kann er mit einer kleinen Zange Proben entnehmen. Außerdem besteht die Möglichkeit, durch Durchspülen mit Kontrastflüssigkeit die Durchgängigkeit der Eileiter zu überprüfen.
  5. Operative Eingriffe: Auch viele operative Eingriffe an den Beckenorganen können heute laparoskopisch durchgeführt werden. Wir verwenden seit Jahren ein hochauflösendes 3-D-Kamerasystem, welches die Bilder aus der Bauchhöhle und das Operationsgeschehen auf einen großen Monitor für das gesamte Team sichtbar überträgt. Darüber sind wir in der Lage, gewebliche Trennschichten der Organe, Gefäße und Nerven bestmöglich zu identifizieren. Wir können so selbst komplexe Eingriffe blutarm und sehr gewebeschonend durchführen.
  6. Abschluss des Eingriffs: Bei Beendung des Eingriffs wird das Trokar vorsichtig unter Sicht durch die Kamera herausgezogen und der Baucheinschnitt durch wenige Nähte verschlossen.

Nachsorge

Auch bei der ambulanten Bauchspiegelung (Laparoskopie) bleiben Sie nach dem Eingriff noch für einige Stunden unter Beobachtung - so lange bis Sie sich fitt für den Heimweg fühlen. Die Narkose wird relativ schnell nachlassen, so dass sie bald wieder ansprechbar sind. Bis Sie wieder völlig klar im Kopf sind, kann es aber noch etwas länger dauern. Sie dürfen daher am Tag des Eingriffs nicht selbst Auto fahren und sollten sich auch nicht alleine mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf den Weg machen. Lassen Sie sich von Angehörigen oder Freunden abholen oder nehmen Sie ein Taxi nach Hause. Noch mehrere Stunden nach dem Eingriff können sie erschöpft und schläfrig sein. Legen Sie sich also ruhig ins Bett und ruhen sich aus.

Noch in der Praxis wird der Arzt Ihnen etwas über den Operationsverlauf und ggf. den Befund mitteilen können. Mit größeren Schmerzen ist nach einer diagnostischen Bauchspiegelung (Laparoskopie) nicht zu rechnen. Einige Patienten klagen über rechtsseitige Schulterschmerzen. Als Ursache wird eine Nervenreizung vermutet, die durch den erhöhten Druck im Bauchraum mit Verlagerung der Leber entsteht. Bekommen Sie keinen Schreck wenn sich auf Ihrem Bauch ein größeres Pflaster befindet - die Wunde darunter ist wesentlich kleiner. Noch am Tag des Eingriffs, wird Ihr Arzt Ihnen mitteilen, wann Sie zur nächsten Kontrolluntersuchung wiederkommen sollen. In Ihrem eigenen Interesse sollten Sie diesen Termin unbedingt einhalten. Sobald die Untersuchungsergebnisse vorliegen, wird Ihr Arzt den Befund und das weitere Vorgehen mit Ihnen besprechen. Bekommen Sie zu Hause Fieber oder starke Schmerzen oder stellen Sie an der Wunde Rötungen und andere Entzündungszeichen fest, sollten Sie umgehend mit dem Arzt Kontakt aufnehmen.

Vorteile und Nachteile der Bauchspiegelung

Vorteile

Die Bauchspiegelung ist im Vergleich zu einer offenen Bauchoperation für den Patienten schonender. Mithilfe des Laparoskops können Details auf dem Monitor vergrößert dargestellt werden. Auch enge Stellen und Winkel zwischen den Organen lassen sich genau betrachten.

  • Minimalinvasiver Eingriff: Im Unterschied zu einer offenen Operation am Bauch, einer sogenannten Laparotomie, sind für Eingriffe mit dem Laparoskop nur einige kleine Schnitte notwendig, durch welche das Endoskop und die Operationsgeräte in den Bauch eingeführt werden. Man spricht daher auch von Schlüsselloch-Chirurgie.
  • Schnellere Heilung: Die kleineren Schnitte verheilen in der Regel schneller und verursachen weniger Schmerzen.
  • Frühere Mobilisierung: Die Patienten können rascher wieder aufstehen und die Darmtätigkeit kommt früher in Gang, was eine frühzeitige normale Ernährung ermöglicht.
  • Kürzere Krankenhausaufenthaltsdauer: Damit ist nicht nur die Verweildauer im Krankenhaus kürzer, sondern auch die Komplikationsrate geringer.
  • Ambulante Durchführung möglich: Eine Bauchspiegelung ist teilweise auch ambulant möglich, zum Beispiel, wenn es nur um eine Untersuchung, um die Entfernung kleinerer Zysten oder von Endometrioseherden geht.
  • Weniger Spätfolgen: Außerdem gibt es weniger Spätfolgen wie Verwachsungen im Bauchraum oder Narbenbrüche als beim offenen Operieren. Das Risiko der Entstehung von Adhäsionen (Verwachsungen) nach einer Laparoskopie ist um 32 % geringer als nach einer offenen Operation (Rate der Neuaufnahmen nach Laparoskopie: 1,7 %; nach offener Operation: 4,3 %).

Nachteile

Wie jeder chirurgische Eingriff, so birgt auch die Laparoskopie gewisse Risiken.

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  • Verletzungsrisiko: So besteht etwa die Gefahr, dass Gefäße, Nerven oder Organe verletzt werden.
  • Blutungen: Größere Blutungen können dem Operateur die Sicht nehmen und daher schwieriger zu stillen sein als bei einer offenen Operation.
  • Geblähter Bauch: Eine relativ häufige, allerdings harmlose Nachwirkung der Bauchspiegelung ist ein geblähter Bauch infolge des eingeblasenen Gases, das notwendig ist, um dem Arzt bessere Sicht zu verschaffen. Dieser geblähte Bauch kann spannen und nach dem Eingriff Schmerzen bereiten, die aber üblicherweise schnell abklingen.
  • Weitere Komplikationen: Weitere mögliche Komplikationen der Bauchspiegelung sind unter anderem Wundinfektionen, nachträgliche Verwachsungen von Gewebe und die Gefahr der Entstehung von Blutgerinnseln (Thrombosen).

Im Allgemeinen sind derartige Komplikationen jedoch relativ selten und können grundsätzlich auch nach anderen Operationen auftreten; das Risiko ist nach laparoskopischen Eingriffen insgesamt geringer als nach offenen Operationen.

Kontraindikationen

Technisch schwierig oder auch unmöglich kann die Bauchspiegelung (Laparoskopie) bei sehr übergewichtigen Personen sein.

Nicht durchgeführt werden darf der Eingriff bei Verdacht auf bösartige Erkrankungen und bei bestimmten internistischen Vorerkrankungen mit eingeschränkter Herz-Lungen-Funktion. Auch Infektionen im Bauchraum wie die Bauchfellentzündung (Peritonitis) und Störungen der Blutgerinnung (Koagulopathien mit erhöhter Blutungsneigung, z.B. Markumar®-Therapie) können gegen eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) sprechen.

Patienten mit schweren Herz- oder Lungenkrankheiten werden üblicherweise nicht laparoskopisch operiert, da bei ihnen die für laparoskopische Eingriffe notwendige Aufblähung des Bauchraums mit Gas und das dadurch höher tretende Zwerchfell die Beschwerden der Herz- oder Lungenkrankheit verstärken kann. Vorausgegangene Operationen im Bauchraum mit den dadurch bedingten Verwachsungen erschweren die Laparoskopie und zwingen unter Umständen zur Fortführung der Operation als offener Eingriff. Weil aber gerade diese Patienten besonders von minimal-invasiven Eingriffen profitieren, sollte man prüfen, ob eine laparoskopische Operation nicht doch möglich und vertretbar ist.

Auch bei einem Darmverschluss (Ileus), schweren Gerinnungsstörungen sowie bakteriellen Infektionen des Bauchfells (Peritonitis) wird eine offene Operation der Bauchspiegelung vorgezogen.

Komplikationen

Die Bauchspiegelung (Laparoskopie) ist bei der heutigen Technik ein sehr sicherer Eingriff. Trotzdem lassen sich wie bei jedem operativen Eingriff Komplikationen nicht hundertprozentig ausschließen.

Wie nach jedem operativen Eingriff kann es zu einer Thrombose (Bildung eines Blutgerinnsels) kommen, mit der möglichen Folge einer Embolie (Verschluss eines Blutgefäßes) und damit einer Lungenembolie (Lebensgefahr). Durch die Verwendung von elektrischen Geräten (z. B. Elektrokoagulation) kann es zu Kriechströmen kommen, die zu Haut- und Gewebeschäden führen können. Durch die Lagerung auf dem Operationstisch kann es zu Lagerungsschäden (z. B. Druckschäden an Weichteilen oder auch an Nerven, mit der Folge von Empfindungsstörungen kommen; in seltenen Fällen dadurch auch zu Lähmungen des betroffenen Gliedes). Bei Überempfindlichkeit bzw. Allergien (z. B. Infektionen mit der Folge schwerer lebensbedrohlicher Komplikationen im Bereich lebenswichtiger Funktionen (z. B. Herz, Kreislauf, Atmung), bleibende Schäden (z. B. Lähmungen) und lebensbedrohende Komplikationen (z. B.

Bauchspiegelung bei Endometriose

Eine Endometriose kann mit einer Vielzahl von Beschwerden einhergehen. Nicht immer sind diese typisch für die Erkrankung. Entsprechend warten viele Patientinnen mehrere Jahre auf eine Diagnose und leben in dieser Zeit mit starken zyklusabhängigen Schmerzen, die den Alltag einschränken können. Meist sind durch Verwachsungen auch andere Organe von Funktionseinschränkungen betroffen. Dies wirkt sich zudem oftmals negativ auf die Fruchtbarkeit auswirken. Eine individuell angepasste und vor allem frühzeitige Therapie ist für Betroffene wichtig.

Diagnose der Endometriose: MRT & Laparoskopie

Eine Endometriose kann mit Zysten einhergehen. Diese sind mit Blut gefüllt, dass nicht ablaufen kann. Die Frauenärztin oder der Frauenarzt kann Zysten im Ultraschall erkennen. Häufig ist es jedoch schwierig einzuordnen, ob es sich um eine unauffällige Follikelzyste oder eine Endometriosezyste (auch Schokoladenzyste genannt) handelt. Bildet sich die Zyste nicht innerhalb weniger Zyklen zurück, ist eine genauere Abklärung sinnvoll. Doch nicht immer lassen sich Zysten auf dem Ultraschall erkennen und dennoch bestehen typische Symptome.

Hier kommt die MRT ins Spiel. Die Magnetresonanztomographie arbeitet mit einem starken Magnetfeld und kann auf diese Weise den Körper Schicht für Schicht darstellen. Die Untersuchung läuft strahlenfrei und in Rückenlage ab und dauert etwa 20 Minuten. Die Radiolog:innen können auf den Aufnahmen Zysten ebenso wie Endometrioseherde lokalisieren. Die MRT ist für Patientinnen in der Abklärungsphase meist eine angenehmere Behandlung als die direkte Durchführung einer Bauchspiegelung. Zeigen sich auf der MRT keinerlei Veränderungen im Bauchraum, verläuft die Endometriose entweder ohne Entzündungsherde und umfangreiche Zysten oder den Beschwerden liegt eine andere Erkrankung zugrunde. Die MRT kann in der Regel ohne Kontrastmittel durchgeführt werden.

Wurden im Rahmen einer MRT Anzeichen einer Endometriose aufgedeckt, kann die Diagnose durch eine laparoskopische Bauchspiegelung gesichert werden. Dabei handelt es sich um einen chirurgischen Eingriff. Im Rahmen der Operation kann sich der Arzt ein genaues Bild des Bauchraums machen. Entzündungsherde, Verwachsungen und Zysten werden dabei in der Regel direkt entfernt. Auf diese Weise werden die Beschwerden der Patientin häufig gelindert.

Bauchspiegelung bei Bauchspeicheldrüsenkrebs

Bauchspeicheldrüsenkrebs ist eine hoch komplexe Erkrankung, die meist erst erkannt wird, wenn starke Beschwerden bestehen. Die Chancen, einen Tumor entfernen zu können, sind je nach Lage und Genauigkeit der Diagnose unterschiedlich. Wenn der Tumor und dessen Ausbreitung in der Computertomographie kein genaues Bild ergibt, werden viele Betroffene häufig einer Laparotomie, einer Operation im Bauchraum unterzogen, um den Krebs zu lokalisieren. Die Laparoskopie ist ein weiteres Diagnoseverfahren. Dabei wird die Ausbreitung des Krebs sichtbar, selbst wenn sie durch eine Computertomographie nicht gezeigt werden kann. Im Zuge einer Laparoskopie erfolgt ein kleiner Schnitt am Bauch, durch dieses „Schlüsselloch“ wird ein Endoskop eingeführt, das eine genauere Beurteilung der Krebsausbreitung und damit eine Stadienbestimmung ermöglicht.

Verwachsungen im Bauchraum und die Rolle der Bauchspiegelung

Bei Entzündungen im Bauchraum oder auch nach Operationen kann es zu Verklebungen, sogenannten Adhäsionen, kommen. In der Folge ist die Beweglichkeit der Darmschlingen beeinträchtigt.

Diagnose von Verwachsungen

Verwachsungen sind weder im Ultraschall noch bei Röntgenuntersuchungen oder einer Computertomographie (CT) sichtbar. Es können lediglich Folgezustände wie ein Darmverschluss dargestellt werden. Die einzige Möglichkeit, um Verwachsungen nachzuweisen oder auszuschließen, ist ein Blick in die Bauchhöhle über eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) oder einen Bauchschnitt (Laparotomie).

Therapie von Verwachsungen

Wenn Verwachsungen zu Problemen wie Schmerzen oder einem Darmverschluss führen, sollte eine Operation durchgeführt werden. Hierfür stehen zwei Verfahren zur Verfügung:

  • Lösen der Verwachsungen über eine Bauchspiegelung (laparoskopische Adhäsiolyse): Um den Zugangsweg möglichst klein zu halten, führen wir, wann immer möglich, eine Bauchspiegelung (Laparoskopie) durch. Hierbei wird in Vollnarkose über einen kleinen Schnitt am Bauchnabel eine HD-Kamera eingeführt. Über weitere kleine Schnitte werden Arbeitsinstrumente eingebracht. Anschließend werden die Verwachsungen gelöst.
  • Lösen der Verwachsungen mittels Bauchschnitt (Laparotomie und offene Adhäsiolyse): Bei stark ausgeprägten Verwachsungen ist eine Bauchspiegelung nicht möglich. In diesen Fällen eröffnen wir die Bauchhöhle über einen Schnitt in der Mittellinie und lösen dann die Verwachsungen.

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