Ein Taubheitsgefühl oder Schmerzen im Gesicht können beunruhigend sein und vielfältige Ursachen haben. Es ist wichtig, die Symptome ernst zu nehmen und ärztlichen Rat einzuholen, um die genaue Ursache festzustellen und eine angemessene Behandlung zu erhalten. Dieser Artikel beleuchtet verschiedene Ursachen für Nervenschmerzen und Taubheitsgefühle im Gesicht und bietet einen Überblick über mögliche Behandlungsansätze.
Mögliche Ursachen für Taubheitsgefühle im Gesicht
Ein Taubheitsgefühl in der linken Gesichtshälfte kann verschiedene Ursachen haben. Manchmal sind es harmlose Gründe wie eine vorübergehende Druckstelle. Es kann aber auch ein Hinweis auf ernstere Bedingungen sein. Hier sind einige mögliche Ursachen:
- Bell-Lähmung (Fazialisparese): Eine häufige Ursache ist die sogenannte Bell’sche Lähmung, eine vorübergehende Schwäche oder Lähmung der Gesichtsmuskeln. Stress und Infektionen können hier eine Rolle spielen. Die Fazialisparese bildet sich innerhalb weniger Stunden aus, manchmal wachen Patienten damit sogar am Morgen auf.
- Schlaganfall: Ein Schlaganfall kann Symptome wie Gesichtstaubheit auslösen, besonders wenn sie plötzlich auftritt. Das ist ein Notfall, bei dem jede Sekunde zählt.
- Multiple Sklerose (MS) oder Tumor: Andere medizinische Zustände wie Multiple Sklerose oder ein Tumor im Gehirn können ebenfalls hinter einem Taubheitsgefühl stecken.
- Verspannungen oder Nerveneinklemmungen: Manchmal sind es aber auch einfach Verspannungen oder Nerveneinklemmungen, die solche Sensationen hervorrufen.
- Probleme mit der Halswirbelsäule (HWS): Wenn die Nerven, die durch die HWS laufen, eingeklemmt oder gereizt werden, könnte das zu Taubheitsgefühlen oder Kribbeln führen. Das kann verschiedene Ursachen haben, wie zum Beispiel Verspannungen, Fehlhaltungen oder degenerative Veränderungen wie einen Bandscheibenvorfall.
- Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD): CMD bezieht sich auf Probleme mit der Kiefergelenkfunktion und den umliegenden Muskeln und kann eine Ursache für Taubheitsgefühl in der linken Gesichtshälfte sein.
- Virale Infektionen: Manche Viren, wie zum Beispiel das Herpes-Simplex-Virus, können Nerven in Ihrem Gesicht beeinflussen.
- Nervenstörung: Wenn Sie Tinnitus haben und gleichzeitig ein Taubheitsgefühl in Ihrer linken Gesichtshälfte verspüren, könnte das ein Hinweis auf eine Nervenstörung sein. Manchmal sind diese Symptome Anzeichen für eine ernstere Erkrankung wie zum Beispiel eine Mittelohrentzündung oder sogar eine neurologische Bedingung wie Multiple Sklerose.
Symptome der Fazialisparese
Die Beschwerden sind davon abhängig, an welchen Stellen der Nerv geschädigt ist. Mediziner teilen die Schwere der Erkrankung darüber hinaus in sechs Stufen. In Stufe I wirkt das Gesicht in Ruhe sowie Bewegung normal und unauffällig.
Bei der peripheren Gesichtslähmung sind alle Äste im Gesicht betroffen: Der Patient kann die Stirn nicht mehr runzeln, das Auge auf der betroffenen Seite kann nie völlig geschlossen werden. Bei dem Versuch dreht sich der Augapfel nach oben (Bell-Phänomen). Im Gegensatz hierzu kann bei einer zentralen Fazialisparese die Stirn gerunzelt und das betroffene Auge meist noch vollständig geschlossen werden. Beiden Typen ist der hängende Mundwinkel auf einer Seite, der sich beim Sprechen nicht bewegt, gemeinsam. Dadurch wird die Aussprache undeutlicher und Speichel rinnt aus diesem Mundwinkel. Es können ein trockener Mund sowie ein trockenes Auge, Probleme beim Essen und mit dem Schmecken sowie Schluckstörungen hinzukommen.
Atypischer Gesichtsschmerz
Für den atypischen Gesichtsschmerz ist ein schwer lokalisierbarer, mittelstarker Dauerschmerz charakteristisch, welcher die vorgegebene sensible Versorgung nicht respektiert. Die Patienten beschreiben ihn als bohrend, brennend, stechend und drückend oder pulsierend. Er kann oberflächlich oder in der Tiefe empfunden werden. Anfangs sind die Schmerzen auf eine umschriebene Region des Gesichts begrenzt. Typischerweise sind Auge, Nase, Wange und/oder Schläfe betroffen. Später können sich die Beschwerden auf Ober- und Unterkiefer sowie auf größere Regionen des Gesichts bis hin zum Hals und Nacken ausdehnen. Bei den meisten Patienten ist der Schmerz einseitig, er kann aber im Krankheitsverlauf die Seite wechseln. Die Betroffenen haben nachts eher weniger starke Beschwerden, so dass sie nur selten davon aufwachen. Tagsüber sind die Schmerzen aber kontinuierlich vorhanden - entweder mit gleichbleibender oder wechselnder Intensität. Als Begleitsymptome berichten die Betroffenen über Empfindungsstörungen im Gesichtsbereich wie z.B. Schwellungsgefühl, Prickeln, Überwärmung oder Taubheitsgefühl. Oft haben Patienten mit einem idiopathischen Gesichtsschmerz einen langen Leidensweg hinter sich. Auf der Suche nach der Schmerzursache wurden unter Umständen gesunde Zähne gezogen, Zahnwurzeln behandelt, Nebenhöhlen oder Kiefergelenke operiert. Diese therapeutischen Maßnahmen haben im schlimmsten Fall die Beschwerden nur noch verstärkt. Andauernde Schmerzen können die Lebensqualität der Betroffenen stark einschränken und Depressionen auslösen.
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Kribbeln im Gesicht
Kribbeln im Gesicht ist meist unangenehm und eine störende subjektive Empfindung, die unterschiedliche Ursachen haben kann. Die häufigste Ursache für Kribbeln der Kopfhaut, Kribbeln im Nacken oder im Gesicht sowie für ein Taubheitsgefühl im Gesicht ist eine Schädigung der peripheren Nerven. Sie kann auch eine Spätfolge von Alkoholismus oder Diabetes sein. Betroffene empfinden Kribbeln im Gesicht wie Ameisenläufe oder das Berühren einer Brennnessel. Dieses Empfinden ist nicht nur störend, sondern sehr unangenehm, und kann das Befinden nachhaltig negativ beeinflussen. Kribbeln kann bei sanften Berührungsreizen oder auch spontan auftreten bis hin zu einem Taubheitsgefühl im Gesicht oder sogar Schmerzen im Gesicht. Manche Patient*innen beschreiben es auch als Prickeln, als Brennen, als pelziges Gefühl oder als elektrisierende Schmerzen.
Weitere Ursachen für Kribbeln im Gesicht können sein:
- Schnupfen: Bei allergischem Schnupfen oder mit Beginn eines Erkältungsschnupfens können Jucken und Kribbeln im Gesicht sowie in der Nase auftreten. Das gilt auch für den sogenannten vasomotorischen Schnupfen, der durch Stress, heiße Getränke oder Alkohol bedingt ist.
- Lippenherpes: Auch eine Herpesinfektion kann zu Kribbeln und Schmerzen im Gesicht führen. Lippenherpes kündigt sich bereits durch diese Symptome an, noch bevor die ersten Bläschen überhaupt zu sehen sind.
- Epilepsie: Es gibt verschiedene Formen von Epilepsie. Abhängig von ihrer Form kann es sich um einfach-lokale oder um komplex-lokale Anfälle handeln, die mit einer Bewusstseinseintrübung einhergehen können.
- Kontaktallergie: Beim Kribbeln im Gesicht kann es sich auch um eine Kontaktallergie handeln. Zeichen dafür sind ein Brennen, Kribbeln, Rötungen oder ein Taubheitsgefühl in Teilen des Mundes oder im gesamten Mundraum. Kontaktallergien können zum Beispiel durch Zahnpasta, Medikamente oder durch Lebensmittelfarbstoffe entstehen.
- Stress: Stress führt regelmäßig zur Verspannung von Muskeln und auch zu Nervenverspannungen, die nicht nur ein unangenehmes Gefühl, sondern auch Kribbeln im Bereich des Kopfes oder Gesichts auslösen können.
- Nährstoffmangel: Bei Kribbeln im Gesicht ist immer auch an einen Magnesiummangel zu denken, der einhergehen kann mit Muskelkrämpfen und Herz-Rhythmus-Störungen. Auch bei einem Mangel an Folsäure, Vitamin B und Eisen kann es zu einem Kribbeln im Gesicht kommen.
- Kaliumüberschuss: Ein Kaliumüberschuss im Blut kann ebenfalls zu Missempfindungen führen.
- Unfall: Infolge eines Unfalls können Nerven eingeklemmt werden. Auch eine Gehirnerschütterung kann ein Kribbeln im Kopf auslösen, das mit Orientierungsproblemen und Schwindel einhergehen kann.
- Neurologische Erkrankungen: Neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Parkinson oder eine Gürtelrose können ebenfalls ein Kribbeln an unterschiedlichen Körperstellen auslösen.
- Tumore oder hormonelle Störungen: Durchaus möglich, aber sehr selten, sind hormonelle Störungen oder Tumore, die ein Kribbeln bedingen.
Es muss nicht immer einen Grund für das Kribbeln im Gesicht geben. Möglich ist auch eine Kombination aus mehreren Ursachen. Einen Arzt sollten Sie auf jeden Fall aufsuchen, wenn das Kribbeln im Gesicht, auf der Kopfhaut oder im Nacken ohne erkennbaren Grund auftritt und mit Schmerzen im Gesicht verbunden ist. Halten diese Symptome an, kehren sie häufig wieder oder verschlimmern sich, ist das ebenfalls ein Grund, zeitnah zum Arzt zu gehen. Wenn Schmerzen, Kribbeln oder Taubheitsgefühle in den Mund, die Zähne oder das Gesicht ausstrahlen, kann die Ursache dafür auch in einer CMD begründet liegen. Das gilt gleichermaßen, wenn es zu einem Taubheitsgefühl im Gesicht oder zu Schwellungen im Gesicht kommt.
Trigeminusneuralgie
Bei der Trigeminusneuralgie schießen blitzartig Schmerzen in eine Gesichtshälfte ein. Manchmal passiert das ohne äußeren Anlass und kann so schmerzhaft und überraschend sein, dass die Betroffenen für Sekunden wie gelähmt sind. Oft gibt es aber auch auslösende Faktoren („Trigger“).
Patienten berichten von folgenden Symptomen, die einzeln oder in Kombination auftreten können:
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- Schwere blitzartige Schmerzen, die sich wie ein Elektroschock anfühlen
- Spontane starke Schmerzen, die durch Berührung des Gesichtes oder Kauen und Sprechen ausgelöst werden
- Serien hintereinander einschießender, starker Schmerzen, die wenige Sekunden bis Minuten anhalten
- Episoden schwerer Schmerzattacken über Wochen oder Monate, die sich mit Perioden abwechseln, in denen Betroffene keine Schmerzen haben
- Ein andauerndes, brennendes Gefühl kann bereits vor dem eigentlichen Auftreten des Gesichtsschmerzes vorhanden sein
- Schmerzen in der Region, die vom Trigeminusnerv versorgt werden, beispielsweise Augen, Wange, Lippen, Kiefer, Zähne, Zahnfleisch
Während bei der klassischen Trigeminusneuralgie zwischen den bis zu 100 Schmerzattacken am Tag in der Regel Beschwerdefreiheit besteht, sind bei Patient:innen mit der symptomatischen Form die Schmerzen meist dauerhaft. Denkbar sind zudem auch Gefühlstörungen oder motorische Ausfälle im Versorgungsbereich des Nervus trigeminus. Nicht zuletzt ist der Augenast bei der symptomatischen Form häufiger betroffen, als bei der klassischen Form.
Die Symptome der klassischen Trigeminusneuralgie entstehen wahrscheinlich durch elektrische Ladungsübersprünge zwischen dem Blutgefäß, welches eng am Nervus trigeminus (fünfte Hirnnerv) anliegt, und dem Nerv selbst. Nicht immer sind es ausschließlich blitzartig einschießende, sekundenlang anhaltende Schmerzen, die dadurch ausgelöst werden.
Während die symptomatische Trigeminusneuralgie meist durch eine Grunderkrankung ausgelöst wird, gibt es bei der klassischen Form sogenannte Triggerreize. Diese beziehen sich nicht auf die Ursache der Erkrankung selbst, sondern auf den Auslöser der jeweiligen Schmerzattacke. Die Trigger können bei der Trigeminusneuralgie sehr unterschiedlich sein. Oft rufen ganz alltägliche Dinge den Schmerz hervor. Dazu gehören:
- Berühren des Gesichtes
- Lächeln beziehungsweise Lachen
- Kauen beziehungsweise Essen kalter oder heißer Speisen
- Trinken
- Zähneputzen
- Waschen des Gesichtes
- Sprechen
- Auftragen von Make-up
- Rasieren
- Zugluft
Unabhängig von Triggerreizen können die stechenden Schmerzen auch spontan auftreten, das heißt ohne Anlass. Sie strahlen meist in eines, selten in mehrere der drei Territorien der Gesichtshälfte aus, die durch die Äste des Nervus trigeminus versorgt werden. Am häufigsten ist der Gesichtsbereich betroffen, der vom Unterkieferast versorgt wird, seltener der Bereich des Oberkieferastes und in sehr seltenen Fällen der Bereich des Augenastes.
Sensibilitätsstörungen
Missempfindungen wie Kribbeln und Taubheitsgefühle können in den Beinen, aber auch an anderen Körperstellen auftreten. Dazu gehören Arme, Hände, Finger, Füße, Zehen und das Gesicht. Mitunter kommen die Missempfindungen am Kopf, am Rumpf, an den Lippen und im Mund vor.
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Häufig resultieren die Missempfindungen aus Problemen mit den peripheren Nerven - den ganz kleinen Nerven in Händen oder Füßen, die weit entfernt (peripher) von den zentralen Nerven in Gehirn oder Rückenmark liegen. Kribbeln und Taubheitsgefühle können ihren Ursprung auch direkt im zentralen Nervensystem haben. Manchmal sind sie psychisch bedingt.
Kribbeln ist ein unangenehmes, meist schmerzloses Gefühl auf der Körperoberfläche. In der Haut befinden sich Nervenzellen, die Sinnesreize wie Berührung oder Druck von außen aufnehmen und über die Nervenbahnen zum Gehirn weiterleiten. Dort wird der Reiz verarbeitet und man nimmt die Empfindung wahr.
Bei Kribbeln als Krankheitszeichen sind diese Nerven aktiv, ohne dass ein äußerer Reiz erkennbar ist. Es kommt also zu einer „falschen“ Nervenaktivität. Manche Menschen beschreiben das Kribbeln als Ziehen, Stechen oder Ameisenlaufen. Es kann sich brennend oder elektrisierend anfühlen.
Taubheitsgefühle weisen darauf hin, dass die Nerven zu wenig aktiv sind. Mitunter sind die Nerven in den betroffenen Bereichen geschädigt und haben ihre eigentliche Funktion eingebüßt - was das Empfinden mindert. Wichtig: Plötzliche Taubheitsgefühle und Lähmungen auf einer Körperseite können auf einen Schlaganfall hinweisen. Bei einem Verdacht ist umgehend der Notruf unter 112 zu wählen.
Im Folgenden ist eine Auswahl an Erkrankungen und Störungen gelistet, die mit Kribbeln und Taubheitsgefühlen einhergehen können:
- Erkrankungen der Nerven: Polyneuropathie, Restless-Legs-Syndrom (RLS), Multiple Sklerose (MS), Parkinson-Krankheit, Migräne, Guillain-Barré-Syndrom (GBS), Bandscheibenvorfall, Karpaltunnelsyndrom, Ulnartunnel- und Ulnarrinnensyndrom, Leistentunnelsyndrom.
- Durchblutungsstörungen: Schlaganfall, Periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK), Raynaud-Syndrom.
- Psychische Störungen: Angst-/Panikattacken und Angststörungen (Phobien), Hyperventilationssyndrom, Somatoforme Störungen.
- Medikamente und Umweltgifte: Vergiftungen, Nebenwirkungen von Medikamenten.
Fazialisparese
Ein Mundwinkel hängt, ein Auge schließt nicht: Das sind typische Symptome für Fazialisparese. Schwillt der Nervus facialis an - etwa durch eine Infektion mit Bakterien oder Viren - kann es schnell zu einer Schädigung des Nervs und Funktionsstörungen kommen, die sich dann im Gesicht in Form einer Gesichtslähmung spiegeln. Der Nervus facialis ist eigentlich ein Nervenpaar - je ein Strang für die linke und rechte Hälfte des Gesichts. Wie die Äste eines Baums verzweigen sich die Arme des Nervs dann jeweils auf einer Gesichtshälfte.
Am bekanntesten ist die Fazialisparese als Symptom für einen Schlaganfall im Gehirn. Aber: Es gibt auch andere Ursachen. Die Fazialislähmung kann zum Beispiel auch durch Krankheiten, Infektionen oder Verletzungen hervorgerufen werden. Die Namen beziehen sich auf die Lage des auslösenden Problems. Peripher bedeutet "am Rand gelegen" und meint in diesem Zusammenhang den Gesichtsnerv, der vom Gehirn bis ins Gesicht führt. Die periphere Fazialisparese ist mit rund 60 Prozent der Fälle die häufigere Form. Ursache für die Schädigung des Gesichtsnervs oder einen Teil des Nervs kann dabei ein Unfall oder eine Schwellung aufgrund einer Infektion mit Bakterien oder Viren sein. Auch am Gesichtsnerv liegende Tumore oder eine Mittelohrentzündung können periphere Fazialisparesen auslösen.
Die Faszialislähmung tritt meist im mittleren Lebensalter auf. Männer und Frauen sind etwa gleich häufig betroffen. Ein bekannter Risikofaktor für die Entwicklung der Gesichtslähmung ist Diabetes: Schlecht eingestellte Zuckerwerte schädigen generell die Nerven und können auch den Gesichtsnerv betreffen. Ein höheres Risiko für eine Fazialisparese haben auch Schwangere, wobei hier die Ursache unbekannt ist. Letztlich können auch psychische Faktoren wie extremer Stress oder banale Umgebungsfaktoren - wie Zugluft im Gesicht - eine Entzündung des Nervus facialis auslösen: Gesichtslähmungen treten statistisch häufiger nach Wetterumschwüngen auf. Die Beschwerden treten in der Regel innerhalb von wenigen Stunden auf und erreichen nach ein bis zwei Tagen ihren Höhepunkt.
Diagnose
Wenn Sie ein Taubheitsgefühl in der linken Gesichtshälfte bemerken, ist es wichtig, auf weitere Symptome zu achten. Sollte die Taubheit plötzlich auftreten oder von anderen Beschwerden wie Sprachschwierigkeiten, Sehproblemen oder Schwäche in den Gliedmaßen begleitet werden, könnte das ein Anzeichen für einen Schlaganfall sein. In diesem Fall sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen. Auch wenn das Taubheitsgefühl über einen längeren Zeitraum bestehen bleibt oder immer wiederkehrt, ist es ratsam, ärztlichen Rat einzuholen, um die Ursache abzuklären. Manchmal kann es auf Nervenprobleme oder eine Migräne hinweisen.
Die Diagnose der Fazialisparese ist vor allem Ursachenforschung. Mithilfe einer Magnetresonanztomografie (MRT) oder Computertomografie (CT) untersucht der Arzt oder die Ärztin, ob der Auslöser im Gehirn liegt. Im nächsten Schritt wird Blut abgenommen oder eine Lumbalpunktion zur Gewinnung von Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit durchgeführt. Auch eine Mittelohrentzündung kann den Nervus facialis in Mitleidenschaft ziehen, daher kann für die Diagnose eine Zusammenarbeit zwischen HNO-Arzt und Neurologen sehr hilfreich sein. In vielen Fällen ist aber keine direkte Ursache der Fazialisparese bekannt.
Um die genauen Ursachen herauszufinden, ist zunächst ein ausführliches persönliches Gespräch wichtig. Nimmt man Reize auf der Haut nicht mehr richtig wahr, etwa einen Piks mit der Nadel, sind meist die kleinen Nervenenden geschädigt. Mit Blut-Tests lassen sich weitere Hinweise auf die möglichen Ursachen finden. Gemessen werden zum Beispiel: der Blutzuckerspiegel, die Menge bestimmter Vitamine und Mineralstoffe, Entzündungswerte. Je nach Verdachtsdiagnose kommen weitere Untersuchungen infrage.
Behandlung
Die Behandlungsmöglichkeiten variieren entsprechend der Ursache. Ein Besuch beim Arzt kann Klarheit schaffen. Mögliche Behandlungsansätze umfassen Medikamente, Physiotherapie oder spezielle Gesichtsübungen. Auch Entspannungstechniken und Akupunktur können helfen, je nachdem, was die Taubheit auslöst.
In vielen Fällen ist aber keine direkte Ursache der Fazialisparese bekannt. Dann wird meist für einen Zeitraum von 14 Tagen mit Kortison behandelt, das generell Entzündungen im Körper bekämpft. Mittels Infusionen verabreichen Arzt oder Ärztin auch manchmal durchblutungsfördernde Medikamente. Bei Vitamin-B12-Mangel wird mit Präparaten aus dem Vitamin-B-Komplex behandelt. Hierbei werden insbesondere Vitamin B12 aber auch Vitamin B6 und B1 eingesetzt. Da bei den meisten Patienten und Patientinnen mit peripherer Fazialisparese eine Schädigung der Lidschluss-Funktion besteht, muss das Auge besonders gepflegt werden, damit sich die Hornhaut nicht entzündet. Das geschieht mit künstlicher Tränenflüssigkeit und Augensalbe. Nachts tragen Patienten einen sogenannten Uhrglasverband (eine Art durchsichtige Augenklappe im Pflasterformat), um vor Austrocknung zu schützen.
Eine Trigeminusneuralgie wird in erster Linie mit Medikamenten, sogenannten Antikonvulsiva, behandelt. Diese, zur Behandlung der Epilepsie eingesetzten Arzneimittel vermindern die Nervenaktivität und „beruhigen“ so den Schmerz. Auch einige weitere Arzneimittel können erfolgreich eingesetzt werden.
Operationsverfahren bei Trigeminusneuralgie:
- Operation nach Jannetta: Im Bereich des Gefäß-Nerven-Austritts aus dem Hirnstamm wird ein Teflonpolster zwischen Gefäß und Nerv eingelegt, um den Nerven zu schützen. Dieser Eingriff hat eine sehr gute Ansprechrate. Der Effekt tritt unmittelbar nach der Operation ein.
- Thermokoagulation (Erhitzung) oder Ballonkompression im Bereich des Nervenknotens (Ganglion trigeminale): Auch diese Verfahren sind gut wirksam. Häufig kommen die Beschwerden nach einigen Jahren aber wieder. Der Effekt tritt unmittelbar nach der Operation ein.
- Gammaknifebehandlung (Bestrahlung) des Nerven: Durch diese Behandlung wird häufig erst nach einigen Monaten ein Effekt erzielt, es wird jedoch keine Operation notwendig.
Alle Eingriffe haben gewisse Risiken (z.B. Entstehung einer Taubheit im Gesicht), und die Erfolgsaussichten hängen sehr von der Erfahrung des Operateurs ab.
Zur Behandlung des atypischen Gesichtsschmerzes kann beispielsweise ein zur Schmerzbehandlung niedrig dosiertes trizyklisches Antidepressivum gegeben werden. Unterstützend können Massage, Kälte- oder Wärmeanwendungen im Gesicht sowie andere manuelle Verfahren hilfreich sein. Eine zusätzlich bestehende Depression oder Angststörung sollte gezielt medikamentös oder psychotherapeutisch behandelt werden. Sinnvoll ist die Kombination aus medikamentöser Therapie, Entspannungsverfahren (z.B. progressive Muskelrelaxation nach Jacobson) und Ausdauersport sowie eine gezielte psychotherapeutische Mitbetreuung bei hohen psychosozialen Belastungen.
Als Therapie für CMD wird u.a. eine Aufbissschiene empfohlen, die das Gelenk entlastet und über eine Änderung der Position der Strukturen beim Zubeißen bzw. in der Ruheposition die erlernten Bewegungsmuster (Zähneknirschen und -pressen) entkoppeln soll. Auch Physiotherapie (Krankengymnastik) bewirkt bei muskulären Beschwerden sehr häufig eine Besserung, ebenso wie Eigenmassage der Kaumuskulatur durch den Patienten. Wichtig ist dabei, dass gezielte Eigenübungen erlernt werden, die dann täglich vom Betroffenen selbst durchgeführt werden. Empfehlenswert sind auch das Erlernen der progressiven Muskelentspannung nach Jacobson sowie ein gezielter Umgang mit Stress. Bei besonderen Belastungsfaktoren ist die Inanspruchnahme einer psychologischen Beratung, ggf. auch eine psychotherapeutische Betreuung, sinnvoll. Zusätzlich können vom Arzt trizyklische Antidepressiva in niedriger Dosierung verordnet werden, die als Nebeneffekt etwas entspannen, aber auch müde machen.
Vorbeugung
Ein Taubheitsgefühl in der linken Gesichtshälfte kann verschiedene Ursachen haben. Um dem vorzubeugen, sollten Sie ein paar Tipps beachten. Achten Sie zunächst auf eine ausgewogene Ernährung, die reich an Vitaminen und Mineralstoffen ist. Stress kann auch zu Taubheitsgefühlen führen. Regelmäßige Bewegung fördert die Durchblutung und kann somit ebenfalls vorbeugend wirken. Wenn Sie rauchen, denken Sie über einen Rauchstopp nach. Achten Sie auf Ihre Haltung und nehmen Sie regelmäßig Pausen, um Ihre Nackenmuskulatur zu entspannen.
Heilungschancen bei Fazialisparese
Die Heilungschancen für eine idiopathische Gesichtslähmung sind gut. Bei etwa 80 Prozent der Betroffenen verschwinden die Symptome einer Gesichtslähmung nach wenigen Wochen wieder vollständig. Bei etwa 90% der Patienten heilt die Lähmung unter entsprechender Therapie nach 4 bis 10 Wochen bzw. Bei einer traumatischen Fazialisparese ist die Prognose abhängig vom Grad der Schädigung bei Therapiebeginn. In etwa 10% der Fälle bleibt die Mimik dauerhaft entstellt und kann eine plastische Operation erforderlich machen.
In manchen Fällen bleiben Restsymptome durch die Schädigung. Dazu gehören unwillkürliche Zuckungen der mimischen Muskulatur oder unbeabsichtigte Mitbewegungen der Mimik - zum Beispiel wenn der Mund gespitzt wird, schließt sich auch das Augenlid. Solche Synkinesien kann man mit Botulinum-Toxin behandeln, das in die entsprechende Muskulatur gespritzt wird, um die unwillkürlichen Bewegungen zu verhindern. In wenigen Fällen hat eine Fazialisparese Langzeitfolgen. Ist die Gesichtslähmung chronisch (dauerhafte Schädigung der Nerven) und beispielsweise der Lidschluss des Auges eines Patienten gestört, gibt es die Möglichkeit der Therapie mit rekonstruktiver, plastischer Operation. Ein offenstehendes Unterlid kann beispielsweise mit einer besonderen Operationstechnik (Canthoplastik) behandelt werden. Eine entsprechende OP am Oberlid, bei der das Sichtfeld korrigiert wird, heißt Blepharoplastik.
Wann zum Arzt?
Wenn Sie Symptome einer Trigeminusneuralgie verspüren, sollten Sie Ihre hausärztliche Praxis aufsuchen. Einen Arzt sollten Sie auf jeden Fall aufsuchen, wenn das Kribbeln im Gesicht, auf der Kopfhaut oder im Nacken ohne erkennbaren Grund auftritt und mit Schmerzen im Gesicht verbunden ist. Halten diese Symptome an, kehren sie häufig wieder oder verschlimmern sich, ist das ebenfalls ein Grund, zeitnah zum Arzt zu gehen.
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