Nerven Torkeln Infusion: Ursachen, Symptome und Behandlung

Alkohol ist ein weit verbreitetes Genussmittel, das oft mit sozialen Anlässen verbunden wird. Doch ein übermäßiger Konsum kann schnell zu unerwünschten Folgen führen, von leichten Beschwerden bis hin zu einer schweren Alkoholvergiftung. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten einer Alkoholvergiftung, um ein besseres Verständnis für die Risiken und notwendigen Maßnahmen zu schaffen.

Was ist eine Alkoholvergiftung?

Umgangssprachlich wird als Alkohol der berauschende Bestandteil alkoholischer Getränke bezeichnet. Genau genommen handelt es sich beim Trinkalkohol um Ethanol, eine bestimmte Form des Alkohols. Eine Alkoholvergiftung, auch Alkoholintoxikation genannt, entsteht durch die übermäßige Aufnahme von Ethanol, dem berauschenden Bestandteil alkoholischer Getränke. Der Körper kann eine bestimmte Menge Alkohol abbauen, aber wenn mehr Alkohol konsumiert wird, als er verarbeiten kann, reichert sich der Alkohol im Blut an. Dies führt zu einer Beeinträchtigung der Gehirnfunktionen und kann schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben.

Ursachen einer Alkoholvergiftung

Eine Alkoholvergiftung entsteht, wenn der Körper in kurzer Zeit mehr Ethanol aufnimmt, als er abbauen kann. Der Alkohol reichert sich im Blut an, wodurch die Blutalkoholkonzentration (BAK) rasch steigt. Wie stark eine Person auf Alkohol reagiert, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab:

  • Körpergewicht: Menschen mit einem geringeren Körpergewicht haben ein geringeres Blutvolumen, wodurch Alkohol schneller seine Wirkung zeigt.
  • Geschlecht: Frauen haben einen geringeren Anteil an Körperflüssigkeit als Männer, was zu einer höheren Blutalkoholkonzentration bei gleicher Alkoholmenge führt.
  • Alter: Kinder und Jugendliche sind besonders anfällig für Alkoholvergiftungen, da ihr Körpergewicht geringer ist und ihre Organe noch nicht vollständig entwickelt sind.
  • Leberfunktion: Die Leber ist für den Abbau von Alkohol verantwortlich. Eine eingeschränkte Leberfunktion kann den Abbau verlangsamen und das Risiko einer Vergiftung erhöhen.
  • Individuelle Toleranz: Regelmäßiger Alkoholkonsum kann zu einem Gewöhnungseffekt führen, sodass größere Mengen Alkohol benötigt werden, um eine Wirkung zu spüren. Dies bedeutet jedoch nicht, dass die Menge an Alkohol im Blut geringer ist.
  • Nahrungsaufnahme: Alkohol auf nüchternen Magen zeigt eine schnellere und deutlichere Wirkung als nach einer Mahlzeit.
  • Medikamente: Manche Medikamente können die Wirkung des Alkohols verändern oder umgekehrt.

Symptome einer Alkoholvergiftung

Die Symptome einer Alkoholvergiftung variieren je nach Blutalkoholkonzentration und individuellem Zustand der Person. Der Übergang von einem leichten Rausch zu einer Alkoholvergiftung ist fließend.

Stadien der Alkoholvergiftung

Die Medizin teilt die Alkoholvergiftung in verschiedene Stadien ein:

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  • Stadium 1 (Exzitation): 0,2 bis 2 Promille. Gekennzeichnet durch Enthemmung, Rededrang, motorische Unruhe und erste Gleichgewichtsstörungen. Bereits ab 0,3 Promille kommt es zu einer Beeinträchtigung insbesondere der kognitiven Fähigkeiten. Das hat beispielsweise zur Folge: verminderte Aufmerksamkeit, mangelndes Konzentrationsvermögen, verlängerte Reaktionszeit, verringerte Sehfähigkeit. Zusätzlich nimmt die Risikobereitschaft zu.
  • Stadium 2 (Hypnose): 2 bis 2,5 Promille. Es treten ausgeprägte Koordinationsstörungen, verwaschene Sprache, Gedächtnislücken (Amnesien) und häufig auch Übelkeit oder Erbrechen auf.
  • Stadium 3 (Narkose): 2,5 bis 4 Promille. Bewusstseinstrübung bis hin zur Bewusstlosigkeit.
  • Stadium 4 (Asphyxie): Mehr als 4 Promille. Ein lebensbedrohlicher Zustand mit möglichem Atemstillstand, Kreislaufversagen und Unterkühlung. Die Pupillen sind sehr weit und reagieren nicht mehr auf Lichtreize.

Symptome im Detail

Mit steigendem Alkoholgehalt im Blut treten immer mehr körperliche und psychische Veränderungen auf:

  • Ab 0,1 Promille: Gelöste Stimmung, zunehmende Redseligkeit.
  • Ab 0,3 Promille: Verminderte Aufmerksamkeit, mangelndes Konzentrationsvermögen, verlängerte Reaktionszeit, verringerte Sehfähigkeit, erhöhte Risikobereitschaft.
  • Ab 0,8 Promille: Verstärkte Selbstüberschätzung, Tunnelblick, enthemmtes Verhalten, leicht undeutliche Sprache, Gleichgewichts- und Gangstörungen.
  • Ab 1 Promille: Stärkere Gleichgewichts- und Gangstörungen wie Torkeln oder Schwanken, deutliche Sprachstörungen wie Lallen oder Nuscheln, gesteigerte Enthemmung und Aggressionsbereitschaft, weiter verminderte Sehfähigkeit und eingeschränktes räumliches Sehen.
  • Ab 2 Promille: Häufiges Erbrechen, Verwirrtheit bis hin zum Filmriss, kaum Reaktionsvermögen, starke Gleichgewichtsstörungen, geringe Muskelspannung.
  • Ab 3 Promille: Oft Bewusstlosigkeit, Gefahr der Unterkühlung, schwache Atmung, keine Reflexe, kein Schmerzempfinden, unkontrollierter Stuhl- und Urinabgang.
  • Ab 4 Promille: Sehr weite Pupillen, die nicht mehr auf Lichtreize reagieren.

Diagnose einer Alkoholvergiftung

Die Diagnose einer Alkoholvergiftung basiert auf einer Kombination aus Befragung, körperlicher Untersuchung und technischen Messverfahren.

  1. Anamnese: Wenn der Patient ansprechbar ist, wird er zu Trinkmenge, Zeitraum und Begleitsymptomen befragt. Ist das nicht möglich, werden anwesende Personen befragt.
  2. Körperliche Untersuchung: Beurteilung des Bewusstseinszustands, der Atmung, des Kreislaufs und der Reflexe. Es wird auch auf Anzeichen von Verletzungen oder anderen Erkrankungen geachtet.
  3. Blutalkoholbestimmung: Zur Bestimmung des Blutalkoholspiegels kommen zwei Verfahren infrage: Atemalkoholtest (schnell, orientierend) oder Alkoholbestimmung im Blut (genau, medizinisch und rechtlich relevant). Zusätzlich können weitere Blutwerte erhoben werden (z. B. Blutzucker, Elektrolyte, Leberwerte).
  4. Weitere Diagnostik: Wenn Anzeichen auf Stürze, Kopfverletzungen oder Traumata bestehen, erfolgt eine weiterführende Diagnostik, z. B. CT oder MRT.

Behandlung einer Alkoholvergiftung

Die Behandlung einer Alkoholvergiftung richtet sich nach dem Schweregrad der Vergiftung und den auftretenden Symptomen. Ziel ist es, den Körper zu stabilisieren, Komplikationen zu verhindern und gegebenenfalls medizinisch nachzubetreuen.

Erste Hilfe Maßnahmen

Bei Verdacht auf eine Alkoholvergiftung sind folgende Maßnahmen wichtig:

  • Nicht alleine lassen: Die betroffene Person sollte nicht alleine gelassen werden.
  • Krankenwagen rufen: Im Zweifelsfall lieber einmal zu viel den Notruf 112 wählen.
  • Warmhalten: Da Alkohol die Blutgefäße erweitert, können Betrunkene schnell auskühlen. Eine Decke oder Jacke kann die Unterkühlung verhindern.
  • Atemwege freihalten: Bei Bewusstlosigkeit oder nur noch sehr schwachem Puls muss sofort die Atmung geprüft werden. Bei Atemstillstand ist eine Mund-zu-Mund-Beatmung erforderlich, bei Herzstillstand eine Herzmassage.
  • Stabile Seitenlage: Bei normaler Atmung sollte die Person in die stabile Seitenlage gebracht werden. Damit Erbrochenes gut abfließen kann, sollte der Kopf möglichst so gelagert werden, dass der Mund der tiefste Punkt ist.

Medizinische Behandlung

Im Krankenhaus richtet sich die Behandlung nach den auftretenden Symptomen:

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  • Überwachung der Vitalfunktionen: Atmung, Herzschlag und Kreislauf werden überwacht.
  • Flüssigkeitszufuhr: Oftmals wird dem Körper Flüssigkeit über eine Infusion zugeführt.
  • Magenspülung: Wenn der letzte Alkoholkonsum noch nicht lange zurückliegt, kann der Magen ausgepumpt werden, um eine weitere Alkoholaufnahme ins Blut zu unterbinden.
  • Behandlung von Komplikationen: Bei Atemstillstand werden Betroffene intubiert und künstlich beatmet, in extremen Fällen wird eine Dialyse zur Entgiftung und Wiederherstellung der Nierenfunktion vorgenommen.

Behandlung leichter Vergiftungen

Leichte Vergiftungen gehen meist mit Übelkeit, Schwindel oder Kopfschmerzen einher. Eine ärztliche Behandlung ist in der Regel nicht erforderlich.

  • Bei Kopfschmerzen: Schmerzmittel wie Ibuprofen.
  • Bei zunehmender Bewusstseinstrübung, Erbrechen oder Kreislaufschwäche: Ärztliche Überwachung notwendig.
  • Beschleunigte Entgiftung: Eine beschleunigte Entgiftung ist nicht möglich, da der Körper Alkohol mit der Zeit abbaut.

Behandlung schwerer Vergiftungen

Bei Bewusstlosigkeit, Atemdepression oder Lebensgefahr ist eine sofortige intensivmedizinische Behandlung erforderlich. Ziel ist die Stabilisierung der Vitalfunktionen.

Nachwirkungen einer Alkoholvergiftung

Die Nachwirkungen einer Alkoholvergiftung am nächsten Tag sind häufig unangenehm, verschwinden jedoch meist von alleine wieder. Zu den häufigsten Symptomen zählen:

  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Schwindel
  • Zittern

Dieser Zustand wird umgangssprachlich auch als Kater, Katzenjammer oder Hangover bezeichnet. Was jetzt gegen die Symptome hilft, ist individuell unterschiedlich.

Langzeitfolgen einer Alkoholvergiftung

Normalerweise verursacht eine Alkoholvergiftung keine bleibenden Schäden. Sie heilt nach ein paar Tagen aus. Aber es ist zu bedenken, dass eine wiederholte und schwere Alkoholvergiftung Schäden an verschiedenen Organen verursachen kann, vor allem an Gehirn, Nieren, Leber und Herz. Zudem erhöht sich bei regelmäßigem Alkoholkonsum die Gefahr der krankhaften Abhängigkeit. Bei anhaltendem Konsum drohen außerdem Krebserkrankungen sowie Schäden für Herz-Kreislauf-System, Psyche und Gehirn. Steht die Intoxikation im Zusammenhang mit einer chronischen Alkoholabhängigkeit sollten Betroffene anschließend eine Therapie in einer Entzugsklinik absolvieren.

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Prävention einer Alkoholvergiftung

Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) empfiehlt zum Wohle der körperlichen Gesundheit, komplett auf Alkohol zu verzichten. Wer eine Alkoholvergiftung verhindern möchte, sollte Alkohol nur in geringen Mengen genießen. Jugendliche sollten über die Gefahren einer Alkoholvergiftung aufgeklärt werden, um einen bewussten Umgang mit Alkohol zu fördern. Wer langsam trinkt, alkoholische Getränke mit Zucker und Kohlensäure meidet und zwischen den Getränken ausreichend Wasser zu sich nimmt, wird deutlich langsamer betrunken und behält im Idealfall den Überblick über seinen Alkoholkonsum und den richtigen Zeitpunkt zum Aufhören. Eine fetthaltige Mahlzeit vor dem Alkoholkonsum verzögert nur die Aufnahme von Alkohol ins Blut, der Promillewert am Ende ist jedoch derselbe.

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