Verbrennungen sind thermische Verletzungen, die durch Hitze, Strahlung, Elektrizität oder Chemikalien verursacht werden können. Sie werden nach Schweregrad eingeteilt, wobei Verbrennungen 2. Grades eine häufige und schmerzhafte Art darstellen. Diese Art von Verbrennung betrifft die Epidermis und einen Teil der Dermis und kann zu Brandblasen und Nervenschäden führen, die im Handgelenk zu Nervenschmerzen führen können.
Verbrennungen im Winter: Ein erhöhtes Risiko
Auch wenn kein Feuerwerk stattfindet, erhöht die kalte Jahreszeit das Risiko für Brandverletzungen im Innenbereich. Denn Aktivitäten werden meistens in die eigenen vier Wände verlagert, womit sprichwörtlich das Spiel mit dem Feuer beginnt:
- Wunderkerzen auf engstem Raum
- Heiße Getränke, bzw. Unfälle mit dem Wasserkocher
- Zu heiße oder undichte Wärmflaschen
- Plätzchenbacken mit den Kindern oder der Fondue-Abend mit Freunden
- Kaminfeuer bzw. offene Flammen jeglicher Art
- In Brand geratene Adventskränze oder Weihnachtsbäume
Vermeidung von Verbrennungen dieser Art:
Generell sollten Sie bei der Verwendung heißer Gegenstände, Flüssigkeiten und offenen Flammen vorsichtig sein. Zünden Sie Wunderkerzen nur einzeln an und benutzen Sie diese möglichst im Freien.
Mit Kindern im Haushalt ist besondere Vorsicht geboten. Daher lassen Sie sie wenn möglich nicht unbeaufsichtigt.
Auch wenn sie manchmal im Sommer zum Einsatz kommen, sind sie doch häufiger in der kalten Jahreszeit im Einsatz - die Wärmflaschen. Hier kann es schnell zu Verbrennungen kommen, wenn zu heißes Wasser für die Füllung der Wärmflasche benutzt oder sie ohne die schützende Umhüllung verwendet wird. Auch eine zu lange Nutzung an einer Körperstelle oder ein undichter Verschluss können zu Verbrennungen führen, weswegen man z.B. nicht mit oder auf einer Wärmflasche einschlafen sollte. Dies gilt natürlich auch für Körnerkissen oder ähnliche wärmende Gegenstände, die nicht zu heiß verwendet werden sollten.
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Besonders bei offenen Flammen und in Brand geratenen Gegenständen ist schnelles Handeln erforderlich. Die Art der Brandlöschung ist abhängig von der Ursache. Brennendes Fett oder heißes Wachs, z.B. von Kerzen darf keinesfalls mit Wasser gelöscht werden, da die heißen Flüssigkeiten mit dem kalten Wasser extrem reagieren und es zu explosionsartigen Stichflammen kommen kann. Deswegen ist es ratsam, solche Brände durch Abdecken zu löschen.
Verbrennungen können bereits durch leichten Kontakt entstehen. Sollte es doch dazu kommen, lesen Sie unsere Hinweise zur Behandlung (kleinflächiger) Verbrennungen in diesem Artikel.
Gradeinteilung von Verbrennungen
Traditionellerweise werden Brandwunden im deutschsprachigen Raum entsprechend von Gradeinteilungen klassifiziert.
Thermische Verletzungen werden in Grad 1, 2, und 3 eingeteilt.
Was sind Verbrennungen 2. Grades?
Bei einer Verbrennung 2. Grades werden die Oberhaut (Epidermis) und insbesondere die oberen Schichten der darunterliegenden Lederhaut (Corium, Dermis) durch Hitzeeinwirkung geschädigt. Brandwunden werden typischerweise in vier Schweregrade unterteilt. Je höher der Grad der Verbrennung ist, desto tiefer reicht die Brandwunde. Eine Verbrennung 1. Grades betrifft die oberste Hautschicht (Epidermis). Ein Beispiel hierfür ist der Sonnenbrand. Eine Verbrennung 2. Grades dringt dagegen in tiefere Hautschichten.
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Die Verbrennung vom Grad 2 wird in Abhängigkeit ihrer Tiefe nochmals unterteilt. Eine Verbrennung 2. Grades Typ a betrifft nur die oberen Schichten der Lederhaut (Dermis, Corium). Die Hautanhangsgebilde wie Drüsen bleiben noch intakt. Eine Verbrennung 2. Grades Typ b dehnt sich bis in die tiefen Schichten des Coriums aus.
Zum Vergleich: Tiefergehende Verbrennungen (komplette Dermis) werden als Verbrennung 3. Grades beziehungsweise 4. Grades (bis in das Muskel- oder Knochengewebe) bezeichnet. Der Verbrennungsgrad 2 Typ b wird manchmal auch als Verbrennung 3. Grades beschrieben.
Hautschäden, die durch heiße Flüssigkeiten verursacht werden, bezeichnet man als Verbrühungen. Wie bei der Einteilung klassischer Verbrennungen werden hier entsprechend zerstörte Ober- und Lederhautschichten als eine Verbrühung 2. Grades bezeichnet.
Ursachen für eine Verbrennung 2. Grades
Verbrennungen 2. Grades werden normalerweise durch extreme Hitzeeinwirkungen verursacht. Dabei erhöhen hohe Temperaturen und eine lange Kontaktzeit das Risiko für eine schwere Verbrennung. Häufige Ursachen sind:
- Offenes Feuer oder Explosionen
- Kontakt mit heißen Gegenständen
- Verbrühungen mit kochendem Wasser, Wasserdampf oder heißem Öl
Doch auch bei einem Sonnenbrand, der nicht durch Wärme, sondern UV-Strahlung hervorgerufen wird, kann in schweren Fällen eine Verbrennung 2. Grades mit Brandblasen vorliegen.
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Symptome und Beschwerden einer Verbrennung 2. Grades
Verbrennungen 2. Grades unterscheiden sich von Verbrennungen 1. Grades charakteristischerweise durch das Auftreten von Brandblasen sowie eine zerstörte und aufgerissene Oberhaut. Danach, ob die Lederhaut nur teilweise oder vollständig zerstört wurde, werden zwei Unterformen unterschieden. Bei einer oberflächlicheren Verbrennung des Grades 2a sind die Wundflächen stark gerötet, sie verursacht zudem schwere Schmerzen. Diese Verbrennungen heilen in der Regel innerhalb von zwei Wochen ohne Narben ab, es können allerdings Veränderungen der Hautfarbe zurückbleiben.
Bei Verbrennung des Grades 2b ist die gesamte Lederhaut mit den Blutgefäßen und Hautnerven zerstört. Sie verursachen daher kaum Schmerzen und haben einen hellen bis weißen Wundgrund. Sie benötigen mindestens 3 Wochen um auszuheilen und hinterlassen Narben.
Nervenschmerzen im Handgelenk
Eine Verbrennung 2. Grades am Handgelenk kann zu Nervenschmerzen führen, da die Hitze die Nervenenden in der Haut schädigen kann. Die Schmerzen können sich als brennend, stechend oder pochend anfühlen und können auch mit Taubheitsgefühl oder Kribbeln einhergehen. Die Nervenschmerzen können vorübergehend sein und mit der Heilung der Verbrennung verschwinden, aber in einigen Fällen können sie chronisch werden.
Erste Hilfe Maßnahmen bei Verbrennungen 2. Grades
Bei einer Verbrennung sollten Sie schnell reagieren. Zunächst muss unbedingt die Ursache der Verbrennung bzw. Verbrühung beseitigt werden: Spülen Sie heiße Flüssigkeiten sofort mit klarem Wasser ab und entfernen Sie heiße Gegenstände.
Wenn die Kleidung heiß durchtränkt ist, ziehen Sie sie sofern möglich aus.
Ist der Stoff allerdings durch die Hitze fest mit der Wunde verbunden, darf er erst im Krankenhaus kontrolliert durch einen Arzt entfernt werden.
Brennende Kleidung sollten Sie mit Wasser oder einer Decke löschen.
Bei einer kleinen Verbrennung an den Gliedmaßen sollten Sie die verbrannte Hautstelle umgehend mit lauwarmem Wasser für maximal 10 min kühlen, um die Schmerzen zu lindern und die Ausbreitung der Verbrennung zu reduzieren. Um die Gefahr einer Infektion zu minimieren, behandeln sie offene Brandblasen am besten, in dem sie diese mit einem möglichst sterilen Verband locker abdecken. Da bereits bei Verbrennungen 2. Grades schwere Komplikationen möglich sind, sollten Sie immer einen Arzt aufsuchen, der den Schweregrad der Verletzung besser einschätzen kann und die weitere Behandlung festlegt.
Kühlen, aber richtig
Verbrannte Stellen zu kühlen, lindert den Schmerz. Bei kleinflächigen Verletzungen sollte mit Leitungswasser von etwa 20 Grad gekühlt werden. Fünf bis zehn Minuten sind ausreichend. Verätzungen dagegen können ausgiebig mit sauberem Wasser gespült werden.
Was man vermeiden sollte
- Keine Eiswürfel auflegen.
- Keine Kühlung bei großflächigen Brandverletzungen. Es besteht die Gefahr der Auskühlung.
- Keine Kühlung bei Neugeborenen und Säuglingen. Sie unterkühlen besonders schnell. Hier ist bei größeren Verbrennungen immer der Notarzt angeraten. Bei Kindern nur Arme und Beine kühlen, nicht den Rumpf.
- Keine Hausmittel verwenden. Egal ob rohe Kartoffeln, Mehl, Backpulver, Essig, Öl, Bananenschalen oder Honig - von all dem raten der Deutsche Feuerwehrverband und die Deutsche Gesellschaft für Verbrennungsmedizin ab.
Brandblasen aufstechen oder nicht?
Während verschlossene Blasen bei einer Verbrennung 2. Grades eher ein Schutz und kein zusätzliches Infektionsrisiko darstellen, ist eine eröffnete Brandblase der direkter Weg für Keime ins Gewebe. Öffnen Sie Brandblasen daher niemals selbstständig. Die Wundversorgung sollte nur unter streng sterilen Bedingungen durch einen Arzt erfolgen. Falls notwendig, wird er offene Blasen, abgestorbene Haut und Verunreinigungen sorgfältig abtragen. Als Therapie der Verbrennung zweiten Grades kann der Arzt geschlossene Blasen aufstechen und die Blasenhaut als natürlichen Verband über die Wunde legen.
Brandblasen bilden sich bei Verbrennungen zweiten Grades. Es ist also nicht nur die erste, sondern auch die zweite Hautschicht betroffen. Zwischen den Hautschichten bildet sich Flüssigkeit. Die Flüssigkeit, die zur Kühlung der Wunde unter der Blase dient. Die Blase hat eine Schutzfunktion. Das Heißt: Brandblasen nicht aufstechen. Denn dann können Keime eindringen und die Hautstelle kann sich infizieren und entzünden. Die betroffene Hautpartie kann aber mit einer Mullkompresse abgedeckt werden. Ist die Blase besonders groß und droht durch hohe Spannung einzureißen oder zeigen sich infektionsbedingte Rötungen und Schwellungen, sollte man einen Arzt aufsuchen. Hier kann die Brandblase unter sterilen Bedingungen geöffnet werden. Dann wird die oberste Hautschicht entfernt, das sogenannte Blasendach.
Behandlung von Nervenschmerzen im Handgelenk nach Verbrennung 2. Grades
Die Behandlung von Nervenschmerzen im Handgelenk nach einer Verbrennung 2. Grades zielt darauf ab, die Schmerzen zu lindern, die Heilung zu fördern und die Funktion des Handgelenks wiederherzustellen. Die Behandlung kann Folgendes umfassen:
- Schmerzlinderung: Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen können helfen, die Schmerzen zu lindern. In einigen Fällen kann der Arzt stärkere Schmerzmittel wie Opioide verschreiben.
- Topische Behandlungen: Cremes oder Salben mit Capsaicin oder Lidocain können helfen, die Nervenschmerzen zu lindern.
- Physiotherapie: Physiotherapie kann helfen, die Beweglichkeit des Handgelenks wiederherzustellen und die Muskeln zu stärken.
- Nervenblockaden: In einigen Fällen kann der Arzt eine Nervenblockade durchführen, um die Schmerzen zu lindern.
- Chirurgie: In seltenen Fällen kann eine Operation erforderlich sein, um die Nerven zu entlasten oder zu reparieren.
Nachbehandlung einer Verbrennung 2. Grades
Nach abgeschlossener Wundbehandlung durch ihren Arzt können Sie die verschlossene Wunde bis zur vollständigen Regeneration mit einer heilenden Salbe weiterhin behandeln. Dafür eignet sich die atmungsaktive Bepanthen® Wund- und Heilsalbe mit dem Wirkstoff Dexpanthenol, der die Neubildung von Hautzellen fördert. Dadurch unterstützt sie eine schnelle Heilung auch nach einer Verbrennung.
Weitere Hinweise zur Behandlung
- Kleidung und Schmuck vorsichtig von betroffenen Hautstellen entfernen, weil sie sonst wie ein Hitzespeicher wirken. Falls sich Kleidungstücke nicht lösen, vorsichtig drumherum schneiden.
- Sterile Pflaster oder Verbände - idealerweise metallbeschichtet - sind am besten geeignet die Wunde abzudecken.
- Keine Salben auf frische oder gar offene Brandwunden auftragen. Das kann zu Entzündungen führen und erschwert für die Ärztin oder den Arzt die Beurteilung der Wunde.
Was sind die Folgen einer Verbrennung 2. Grades?
Je tiefer die Verbrennung, desto langwieriger ist der Heilungsverlauf einer Brandwunde. Eine Verbrennung 2. Grades Typ a benötigt in der Regel eine Heilungsdauer von zwei Wochen und hinterlässt kaum Narben. Ärzte sprechen in diesem Fall von einer „Restitutio ad integrum“: Die Haut sieht nach der Heilung genauso aus wie zuvor.
Bei Verbrennungen zweiten Grades lassen sich Narben aber nicht immer verhindern. So gestaltet sich der Heilungsverlauf einer tiefen Verbrennung 2. Grades anders. Heilungsdauer und Aussehen unterscheiden sich deutlich von denen einer leichteren Verbrennung.
Erst nach etwa einem Monat verschließt sich die Brandwunde durch Narbengewebe. In manchen Fällen, beispielsweise bei großflächigen und sehr tiefen Verbrennungen zweiten Grades Typ b, wird das abgestorbene Gewebe chirurgisch entfernt und durch Hauttransplantate ersetzt.
Entsprechend variiert der Zeitraum, in dem man Schmerzen hat und krank ist, beziehungsweise der Zeitraum für die Krankschreibung, je nachdem, ob es sich um eine Verbrennung 2. Grades vom Typ a oder b handelt.
Grundsätzlich ist die genaue Unterscheidung einer Verbrennung 2. Grades von der einer 3. Grades bedeutsam. Da bei einer Verbrennung 3. Grades eine spontane Heilung sehr langwierig ist und große Infektionsrisiken bestehen, wird hier in der Regel operativ vorgegangen und gegebenenfalls Haut transplantiert.
Eine gute Beurteilung des Verbrennungsgrads ist etwa 24 Stunden nach der Verbrennung möglich. Dabei hilft die sogenannte Nadelprobe. Sticht der Arzt mit einer Nadel in die betroffene Region, verspürt der Patient bei einer drittgradigen Verbrennung im Gegensatz zu einer Verbrennung 2. Grades keinen Schmerz.
Langzeitfolgen
Langzeitfolgen entstehen ab Verbrennungsgrad 2 b. Durch die Gewebezerstörung und den Zelltod kann die Haut sich nicht regenerieren, es bilden sich Narben. Sie können chirurgisch behandelt werden. Sogenannte plastisch-rekonstruktive Eingriffe sind bei etwa 13 Prozent aller Verbrennungspatienten nötig, durchschnittlich müssen sie 2 - 4-mal operiert werden.
Vorbeugung von Verbrennungen
Vorbeugung ist der beste Weg, um Verbrennungen zu vermeiden. Hier sind einige Tipps, wie Sie Verbrennungen verhindern können:
- Beaufsichtigen Sie Kinder immer in der Nähe von Hitzequellen.
- Halten Sie heiße Gegenstände und Flüssigkeiten außerhalb der Reichweite von Kindern.
- Verwenden Sie Ofenhandschuhe oder Topflappen, wenn Sie heiße Gegenstände anfassen.
- Testen Sie die Temperatur von Badewasser, bevor Sie ein Kind hineinsetzen.
- Installieren Sie Rauchmelder in Ihrem Haus und überprüfen Sie sie regelmäßig.
- Halten Sie einen Feuerlöscher in Ihrem Haus bereit und wissen Sie, wie man ihn benutzt.
Fazit
Verbrennungen 2. Grades am Handgelenk können schmerzhaft sein und zu Nervenschmerzen führen. Eine schnelle und angemessene Behandlung kann helfen, die Schmerzen zu lindern, die Heilung zu fördern und die Funktion des Handgelenks wiederherzustellen. Vorbeugung ist der beste Weg, um Verbrennungen zu vermeiden.
Statistische Informationen
Von leichteren Verbrennungen sind 600 von 100.000 Einwohnern pro Jahr betroffen. Bei schweren Verbrennungen sind es etwa zwei von 100.000 Einwohnern pro Jahr. Männer sind mit 72,5 Prozent deutlich häufiger betroffen als Frauen (28,5 %). Kinder unter 10 Jahren stellen knapp zehn Prozent der Betroffenen. Im Haushalt sind besonders Kinder bis fünf Jahren gefährdet, vor allem in der Küche. Insgesamt erleiden aber die 20 - 59-Jährigen am häufigsten Verbrennungen (59,5 %).
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