Nervenschmerzen beim Pferd: Ursachen, Behandlung und Management

Das Wobbler-Syndrom, auch zervikale vertebrale stenotische Myelopathie (CVSM) genannt, ist eine neurologische Erkrankung, die bei Pferden zu Koordinationsstörungen und Ataxie führt. Sie entsteht durch eine Kompression des Rückenmarks in der Halswirbelsäule. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten von Nervenschmerzen und dem Wobbler-Syndrom beim Pferd, um Pferdebesitzern und Tierärzten ein umfassendes Verständnis dieser komplexen Erkrankung zu ermöglichen.

Was ist das Wobbler-Syndrom?

Das Wobbler-Syndrom ist ein Überbegriff für verschiedene Störungen der Halswirbelsäule, die zu einer Einengung des Wirbelkanals führen. Der korrekte medizinische Fachbegriff lautet zervikale vertebrale stenotische Myelopathie (CVSM). „Zervikal“ bezieht sich auf die Halswirbelsäule, „vertebral“ auf die Wirbel, „stenotisch“ bedeutet verengt und „Myelopathie“ beschreibt eine Erkrankung des Rückenmarks.

Man kann sich das Rückenmark wie eine zentrale Datenautobahn vorstellen. Wird diese Autobahn an einer Stelle durch knöcherne Zubildungen oder instabile Wirbel eingeengt, kommt es zu einem „Datenstau“. Die Nervenimpulse, die für die Koordination der Gliedmaßen zuständig sind, werden verlangsamt, gestört oder blockiert.

Formen der CVSM

Man unterscheidet hauptsächlich zwei Formen der CVSM:

  • Typ 1: Tritt bei jungen, schnell wachsenden Pferden im Alter von etwa 8 bis 15 Monaten auf und wird oft durch eine Fehlbildung oder Fehlausrichtung der Wirbel verursacht. Hierbei handelt es sich um eine dynamische Kompression, die sich bei bestimmten Halsbewegungen, wie dem Beugen, verschlimmert.
  • Typ 2: Betrifft ältere Pferde und wird meist durch arthrotische Veränderungen an den Halswirbelgelenken verursacht.

Ursachen des Wobbler-Syndroms

Die Entstehung des Wobbler-Syndroms ist multifaktoriell, was bedeutet, dass meist mehrere Faktoren zusammenspielen.

Lesen Sie auch: Hüft-TEP und Nervenschmerzen

  • Genetische Veranlagung: Besonders bei schnellwüchsigen Rassen wie Vollblütern oder Warmblütern wird eine genetische Veranlagung vermutet. Das Wobbler-Syndrom tritt vorrangig bei Vollblütern (Araber), Quarter Horses und großen Warmblütern auf.
  • Schnelles Wachstum: Ein zu schnelles Wachstum kann dazu führen, dass die knöchernen Strukturen der Wirbel nicht harmonisch mit dem Nervensystem reifen, was zu Instabilitäten und Verengungen im Wirbelkanal führt. Bei jungen Pferden mit schnellen und massiven Wachstumsschüben besteht das Risiko, dass sich der Nervenkanal in der Wirbelsäule verengt.
  • Übermäßige Fütterung: Eine übermäßige Fütterung mit einem hohen Energie- und Proteinanteil bei jungen Pferden kann das Risiko erhöhen, da sie das schnelle Wachstum zusätzlich fördert.
  • Mineralstoffungleichgewicht: Ein Ungleichgewicht von Mineralstoffen wie Kupfer und Zink kann ebenfalls eine Rolle spielen.
  • Trauma: Das Wobbler-Syndrom kann durch eine Wirbelsäulenverletzung infolge eines Unfalls oder Sturzes entstehen. Zu schnelles Wachstum: Bei jungen Pferden mit schnellen und massiven Wachstumsschüben besteht das Risiko, dass sich der Nervenkanal in der Wirbelsäule verengt. Das betrifft vor allem große Rassen. Durch Trauma verursachte Wachstumsstörungen: Es kann auch sein, dass ein Trauma bei jungen Pferden Wachstumsstörungen hervorruft.
  • Bandscheibenvorfall: Bandscheibenvorfälle, die eine Schädigung des Rückenmarks zur Folge haben, können ebenfalls eine mögliche Ursache für das Wobbler-Syndrom sein.
  • Arthrose: Das Wobbler-Syndrom kann auch durch arthrotische Veränderungen an den Halswirbelgelenken entstehen, etwa dann, wenn die Gelenke aufgrund der Erkrankung anschwellen und die Nervenbahnen gequetscht werden.
  • Myeloenzephalopathie: Dabei handelt es sich um eine Erkrankung des Rückenmarks und umgehender Häute, die einen Rückgang der Nervenfasern zur Folge hat. Neben genetischen Faktoren können Fehl- und Mangelernährung während der Trächtigkeit (Unter- wie Übergewicht) Auswirkungen darauf haben, ob sich das Wobbler-Syndrom bei Pferden ausbildet. Ungünstig sind Kombinationen mehrerer Faktoren.
  • Fehl- und Mangelernährung: Eine unzureichende oder übermäßige Nährstoffzufuhr während der Trächtigkeit beeinträchtigt die gesunde Entwicklung des Fohlens. Unterernährung, Übergewicht oder ein unausgewogenes Calcium-Phosphor-Verhältnis erhöhen das Risiko des Wobbler Syndroms.
  • Infektionen: Infektionen zählen ebenfalls zu den Auslösern des Wobbler-Syndroms beim Pferd. Myeloenzephalopathie: Eine weitere Erkrankung, bei der das Rückenmark angegriffen wird und Nervenfasern zurückgehen, ist die Myeloenzephalopathie. Sie entsteht sowohl aufgrund genetischer Veranlagung als auch durch Parasiten.

Symptome des Wobbler-Syndroms

Die Symptome des Wobbler-Syndroms können schleichend beginnen und sich über Monate verschlimmern. Eine frühzeitige Erkennung ist entscheidend, um den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen und schwere Stürze zu vermeiden.

  • Ataxie: Das auffälligste Symptom ist die Ataxie, eine Störung der Bewegungskoordination. Das Pferd wirkt unsicher auf den Beinen, fast als wäre es betrunken. Dies zeigt sich besonders in engen Wendungen, beim Rückwärtsrichten oder auf unebenem Boden. Zeigt ein Pferd Unsicherheiten in der Bewegung und Gleichgewichtsstörungen, liegt die Ursache häufig im sogenannten Wobbler-Syndrom.
  • Verändertes Gangbild: Betroffene Pferde neigen dazu, mit den Hufen über den Boden zu schleifen, was zu einer unnatürlichen Abnutzung der Hufspitzen führt. Sie stolpern häufiger ohne ersichtlichen Grund und zeigen einen schwankenden, unregelmäßigen Gang. Wenn ein Pferd häufig stolpert, vorne klamm läuft, einen Wendeschmerz zeigt und/oder in den Ecken taktunrein geht, kann dies ein Hinweis auf eine Hufrollenentzündung sein.
  • Neurologische Ausfälle: Die neurologischen Ausfälle sind in der Regel an der Hinterhand stärker ausgeprägt als an der Vorderhand. Dies liegt daran, dass die Nervenbahnen, die die Hintergliedmaßen steuern, an der Außenseite des Rückenmarks verlaufen und somit bei einer Kompression früher und stärker betroffen sind.
  • Spektrum der Symptome: Das Spektrum der Symptome ist breit. In milden Fällen zeigt das Pferd nur leichte Unsicherheiten, die nur einem geschulten Auge auffallen. In schweren Fällen kann die Ataxie so ausgeprägt sein, dass das Pferd kaum noch stehen kann und eine hohe Sturzgefahr besteht.
  • Schmerzen: Ja, das Wobbler-Syndrom kann schmerzhaft sein. Die Kompression der Nervenwurzeln und die daraus resultierenden Entzündungen können zu Nackenschmerzen führen. Das Pferd zeigt dies oft durch eine steife Halshaltung oder Widerwillen beim Beugen des Halses.
  • Weitere Anzeichen: Dein Pferd stolpert plötzlich häufiger - nicht nur auf unwegsamem Boden, sondern auch in der Halle oder auf festem Untergrund. Sein Bewegungsablauf wirkt unsicher, taumelnd oder auffällig schwankend - besonders in Wendungen oder beim Rückwärtsrichten. Es gelingt ihm immer weniger, seine Gliedmaßen gezielt zu setzen - das ist ein deutliches Zeichen dafür, dass die Bewegungskoordination gestört ist. Plötzliche Stürze ohne erkennbare Ursache sind ein ernstes Warnsignal. Ein häufiges und auffälliges Anzeichen für Ataxie beim Pferd: Plötzliche Koordinationsverluste, bei denen die Hinterhand regelrecht wegsackt - oftmals ohne Vorwarnung.

Diagnose des Wobbler-Syndroms

Die Diagnose beginnt immer mit einer ausführlichen neurologischen Untersuchung. Der Tierarzt testet die Reflexe, die Koordination und das Gleichgewicht des Pferdes durch spezifische Tests. Dazu gehören enge Wendungen, das Gehen auf einer leichten Anhöhe, plötzliches Anhalten und Rückwärtsrichten. Bei Verdacht auf eine spinale Ataxie ist zur Diagnostik immer ein Röntgenbild der Halswirbelsäule des Pferdes anzufertigen.

  • Klinische Untersuchung: Der Tierarzt wird das Pferd sorgfältig untersuchen und auf Anzeichen von Ataxie, Schwäche oder Schmerzen achten.
  • Neurologische Untersuchung: Der Tierarzt wird eine Reihe von Tests durchführen, um festzustellen, ob das Pferd neurologische Probleme hat.
  • Bildgebende Verfahren: Standard-Röntgenaufnahmen der Halswirbelsäule können knöcherne Veränderungen oder Instabilitäten sichtbar machen. Um die Halswirbelsäule in ihrer gesamten Länge sowie in gebeugter und gestreckter Position abzubilden, sind in der Regel mehrere Aufnahmen notwendig. Für eine definitive Diagnose ist jedoch oft eine Myelographie erforderlich. Röntgenaufnahmen, CT-Scans oder MRT-Scans der Halswirbelsäule können helfen, die Ursache der Kompression des Rückenmarks zu identifizieren.
  • Myelographie: Dies ist ein spezielles bildgebendes Verfahren, bei dem ein Kontrastmittel in den Raum um das Rückenmark injiziert wird, um eine bessere Darstellung der Wirbel und des Rückenmarks zu ermöglichen. Für eine zuverlässige Diagnose ist die Verabreichung eines Kontrastmittels vor der Röntgenaufnahme wichtig.
  • Ausschluss anderer Ursachen: Es ist wichtig, andere mögliche Ursachen für die Symptome auszuschließen, wie z.B. Hufrollenentzündung oder Hahnentritt.

Behandlung des Wobbler-Syndroms

Die Behandlung eines Pferdes mit Wobbler-Syndrom zielt darauf ab, die Symptome zu lindern, das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen und die Lebensqualität zu verbessern. Die Behandlung des equinen Wobbler-Syndrom erfordert meist einen ganzheitlichen Therapieansatz, der individuell auf das betroffene Pferd abgestimmt wird. Es gibt keine Standardbehandlung. Die Therapie orientiert sich immer an der jeweiligen Ursache der spinalen Ataxie.

  • Konservative Behandlung: Bei milden Fällen oder wenn eine Operation nicht infrage kommt, konzentriert sich die Behandlung auf konservative Maßnahmen. Zu den konservativen Maßnahmen zählen unter anderem Bewegungstherapie, Medikamente, Rotlicht- und Infrarotbestrahlung, Wärme, Massagen und Vibrationstherapien.

    • Anpassung der Fütterung: Insbesondere bei jungen Pferden, um das Wachstum zu verlangsamen.
    • Entzündungshemmende Medikamente: Können helfen, Schwellungen zu reduzieren. Abschwellende und entzündungshemmende Medikamente sorgen dafür, dass der Druck auf den Wirbelkanal verringert und Entzündungsherde eingedämmt werden. Das verschafft dem Pferd zunächst einmal Linderung. Allerdings muss man wissen, dass Medikamente nicht die Ursache beseitigen, sondern lediglich Symptome mildern.
    • Bewegungstherapie: Physio- und Bewegungstherapie können dem Pferd dabei helfen, seine Bewegungsabläufe zu verbessern und mehr Kontrolle über seinen Körper zurückzugewinnen. Unterstützen können Rotlicht- und Infrarotbestrahlung, Vibrationstherapie sowie Massagen, Taping und Bandagen. Mithilfe gezielter Physiotherapie- und Bewegungseinheiten verbessern betroffene Pferde ihre Koordination und gewinnen mehr Kontrolle über ihren Körper zurück.
    • Massagen und Wärme: Bei der Behandlung der spinalen Ataxie kommen auch Massagen, Vibrationstherapie sowie Wärmebehandlungen, zum Beispiel durch Rotlicht- oder Infrarotbestrahlung, zum Einsatz. Die Maßnahmen wirken entspannend auf die Muskulatur und fördern die Durchblutung.
    • Diuretika: Bei Prellungen oder Blutergüssen im Bereich der Wirbelsäule kommen teilweise auch Diuretika zum Einsatz. Diuretika sind Medikamente, die die Ausscheidung von überschüssigem Wasser und Salzen aus dem Körper unterstützen.
    • Antibiotika: In Einzelfällen, wenn eine bakterielle Infektion vermutet wird, ist der gezielte Einsatz von Antibiotika angeraten.
    • Ernährung: Mit der richtigen Fütterung kann man vom Wobbler-Syndrom betroffene Pferde bei der Regeneration unterstützen. Dazu gehört zunächst einmal eine ausreichende Versorgung mit Heu. Das Pferd sollte die Möglichkeit haben, auf die Weide zu gehen. Ebenfalls hilfreich kann die Zugabe von B-Vitaminen sein, da diese zum Erhalt eines normalen Nervensystems beitragen können. Mineralstoffe wie Magnesium und Mangan sollten ebenfalls nicht fehlen. Auch über die Ernährung lässt sich die Symptomatik des Wobbler-Syndroms positiv beeinflussen. Die Basis bildet eine ausreichende Versorgung mit hochwertigem Heu und regelmäßiger Weidegang.
    • K-Laser-Therapie: Die moderne Hochleistungs-Lasertherapie kann ins Spiel kommen. Der K-Laser ist ein medizinisches Gerät, das auf dem Prinzip der Photobiomodulation basiert. Das energiereiche Laserlicht dringt tief in das Gewebe ein und entfaltet dort seine Wirkung. Es regt die Mikrozirkulation an, was zu einer besseren Sauerstoff- und Nährstoffversorgung führt. Gleichzeitig wird der Abtransport von Entzündungsmediatoren gefördert. Ein entscheidender Vorteil der K-Laser-Therapie ist ihre biostimulierende Wirkung auf zellulärer Ebene. Die Lichtenergie wird von den Mitochondrien, den Kraftwerken der Zellen, absorbiert. Dies steigert die Produktion von ATP, der zellulären Energie. Eine erhöhte Energieverfügbarkeit beschleunigt Reparatur- und Regenerationsprozesse. Bei neurologischen Schäden kann dies die Regeneration von Nervenzellen unterstützen und die Signalübertragung verbessern. Die Anzahl der Behandlungen hängt stark vom individuellen Fall ab. Üblicherweise wird mit einer initialen Serie von mehreren Behandlungen in kurzen Abständen (z. B. 2-3 Mal pro Woche) begonnen, um die Entzündung und die akuten Symptome zu bekämpfen. Anschließend können die Intervalle je nach Ansprechen des Pferdes verlängert werden, um den Zustand zu erhalten.
  • Chirurgische Behandlung: In schweren Fällen, besonders bei jungen Pferden mit einer klaren, lokalisierten Kompression, kann eine Operation eine Option sein. Ziel des Eingriffs ist es, die betroffenen Wirbel zu stabilisieren und so den Druck vom Rückenmark zu nehmen. Solche Operationen sind komplex, kostspielig und mit Risiken verbunden. In einigen Fällen konnten durch neue chirurgische Techniken, wie den Einsatz von Titanplatten, gute Ergebnisse erzielt werden. Eine dauerhafte Symptomlosigkeit kann nur durch einen chirurgischen Eingriff erreicht werden. Ziel der Operation ist es, das Rückenmark dauerhaft zu entlasten. Dabei gibt es zwei gängige Verfahren: Entweder wird ein Teil der Einengung im Wirbelkanal entfernt, um mehr Platz für das Rückenmark zu schaffen, oder die betroffenen Wirbel werden durch Schrauben oder Platten stabilisiert.

    Lesen Sie auch: Nervenschaden nach Zahnbehandlung: Symptome und Therapie

  • Rehabilitation: Für eine dauerhafte Rehabilitation kommt man um eine Operation nicht herum.

Prognose und Management

Die Prognose für ein Pferd mit Wobbler-Syndrom ist vorsichtig zu stellen. Eine vollständige Heilung ist selten, aber mit dem richtigen Management können viele Pferde ein lebenswertes Leben als Beistellpferd oder auf der Koppel führen. Die Heilungschancen hängen von mehreren Faktoren ab: dem Alter des Pferdes bei der Diagnose, der Dauer und dem Schweregrad der Symptome sowie der genauen Ursache und Lokalisation der Kompression.

  • Realistische Erwartungen: Es ist wichtig, realistische Erwartungen zu schaffen. Die K-Laser-Therapie ist kein Wundermittel und kann die anatomische Ursache des Wobbler-Syndroms - die knöcherne Verengung - nicht beheben. Sie ist eine rein unterstützende Maßnahme zur Linderung der sekundären Probleme wie Entzündung, Schwellung und Schmerz. Sie ist am effektivsten als Teil eines multimodalen Therapiekonzepts, das von einem Tierarzt und Physiotherapeuten begleitet wird.
  • Langfristiges Management: Das Management eines Wobbler-Pferdes erfordert langfristige Anpassungen. Die Haltung sollte so sicher wie möglich gestaltet sein, idealerweise in einer kleinen, stabilen Herde auf ebenen, rutschfesten Weiden. Stress und riskante Situationen müssen vermieden werden. Ein Pferd mit Wobbler-Syndrom benötigt eine lebenslange, aufmerksame Betreuung. Regelmäßige Kontrollen durch den Tierarzt, eine angepasste Hufbearbeitung, Physiotherapie und unterstützende Therapien wie die K-Laser-Behandlung sind Säulen eines erfolgreichen Managements. Der Fokus liegt darauf, dem Pferd ein schmerzfreies und sicheres Leben zu ermöglichen.
  • Reiten: In den meisten Fällen ist vom Reiten eines Pferdes mit diagnostiziertem Wobbler-Syndrom abzuraten. Die neurologischen Defizite erhöhen das Risiko von Stürzen erheblich, was sowohl für das Pferd als auch für den Reiter eine große Gefahr darstellt. Vom Reiten solltest du bei einem Pferd mit Ataxie absehen. Zeigt eine Therapie keinen Erfolg, kann das Reiten gefährlich sein. Das Tier besitzt nur eine begrenzte Kontrolle über seine Bewegungsabläufe, zudem können sich die Beschwerden weiter verschlimmern.
  • Alternativen: Manuelle Therapien und Bewegungsprogramme können durchaus eine Verbesserung bewirken, wobei eine Operation für den dauerhaften Erfolg meist der bessere Weg ist.

Prävention

Zur Vorbeugung des Wobbler Syndroms ist es wichtig, Pferde mit diagnostiziertem Wobbler-Syndrom oder engen Wirbelkanälen konsequent von der Zucht auszuschließen.

  • Zuchtauswahl: Zur Vorbeugung des Wobbler Syndroms ist es wichtig, Pferde mit diagnostiziertem Wobbler-Syndrom oder engen Wirbelkanälen konsequent von der Zucht auszuschließen.
  • Früherkennung: Bei schnell wachsenden Fohlen wird eine frühzeitige Untersuchung empfohlen, inklusive bildgebender Verfahren zur Überwachung des Wirbelkanals.
  • Nährstoffversorgung: Ein ausgewogenes Nährstoffverhältnis und die gezielte Zufuhr von Vitamin E unterstützen die neurologische Gesundheit und die Entwicklung des Bewegungsapparates.
  • Fütterungskontrolle: Zu den präventiven Maßnahmen gehört die Reduzierung von Futtermitteln mit hohem Protein- und Stickstoffgehalt.
  • Bewegungsmanagement: Um eine gesunde körperliche Entwicklung zu fördern, ist es wichtig, Pferden ausreichend Pausen und Erholungsphasen von sportlichen Veranstaltungen oder intensivem Training zu ermöglichen.

Lesen Sie auch: Medikamentenfreie Schmerzlinderung bei Nervenschmerzen

tags: #nervenschmerzen #im #bein #beim #pferd