Alkohol ist in vielen gesellschaftlichen Situationen präsent, sei es auf Geburtstagsfeiern, Firmenveranstaltungen oder beim Abendessen mit Freunden. Oftmals wird der Alkoholkonsum durch Einladungen wie "auf ein Feierabendbier", "zum Sektfrühstück" oder "zum Anstoßen" sogar noch verstärkt. Auch im Alleinsein kann Alkohol zu einem festen Bestandteil des Alltags werden. Aus diesem Grund ist es oft einfacher gesagt als getan, weniger Alkohol zu trinken oder ganz auf ihn zu verzichten.
Klare Entscheidung zur Verhaltensänderung
Ob Sie nun einfach weniger trinken oder ganz auf Alkohol verzichten möchten, der erste Schritt zum Erfolg ist eine klare Entscheidung zur Verhaltensänderung. Steigern Sie Ihre Motivation, indem Sie eine Liste erstellen, warum es sich lohnt, weniger zu trinken. Notieren Sie alles, was Ihnen einfällt. Möchten Sie vielleicht gesünder, fitter oder leistungsfähiger sein? Welchen positiven Einfluss könnte es für Ihre Beziehungen oder Ihren Körper haben, wenn Sie Ihren Alkoholkonsum reduzieren?
Vermeidung von Trinksituationen
Meistens findet der Konsum alkoholischer Getränke in ganz bestimmten, wiederkehrenden Situationen statt. Sie können gezielt Ihren Alkoholkonsum reduzieren, indem Sie solche typischen „Trinksituationen” so gut es geht vermeiden. Am besten planen Sie direkt eine Alternative, bei der Ihnen ein Verzicht auf Alkohol leichter fällt. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Kinoabend statt einem Besuch in Ihrer Lieblingsbar?
Konkrete Ziele setzen
Nicht immer lassen sich die Situationen, in denen Sie normalerweise Alkohol trinken, vermeiden. Damit Sie trotzdem Ihren Alkoholkonsum reduzieren können, hilft es Ihnen, ein genaues Ziel zu setzen, wie viel Sie in einer bestimmten Situation trinken möchten. Formulieren Sie es so konkret wie möglich. Sie können sich z.B. vornehmen „Ich werde am Freitagabend beim Abendessen mit Freunden ein Glas Wein und keinen Schnaps trinken“ oder „Ich werde am Donnerstag beim Billard nur ein Bier trinken“.
Bewusst langsam trinken
Kaum hat man das Glas Wein oder die Flasche Bier geleert, hat man oft schon die nächste in der Hand. Das liegt oft daran, dass ein zuvorkommender Gastgeber einen direkt mit dem nächsten Drink versorgen möchte. Manchmal kann es sich auch einfach komisch anfühlen, ohne ein Getränk in der Hand dazustehen. Indem man sich mehr Zeit lässt und bewusst langsam trinkt, kann man seinen Alkoholkonsum reduzieren, ohne dass es für einen selbst oder den Gastgeber unangenehm ist.
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Alkoholfreie Getränke als Alternative
Nach jedem alkoholischen Getränk ein Glas Wasser oder ein anderes alkoholfreies Getränk zu trinken, ist ebenfalls eine gute Möglichkeit, seinen Alkoholkonsum zu reduzieren. Wenn man dafür sein Weinglas nutzt, verhindert man, dass man parallel schon wieder Wein nachfüllt. Als positiven Nebeneffekt verringert man so nicht nur die Alkoholmenge, sondern beugt auch einem Flüssigkeitsverlust vor.
Ein simpler Trick, mit dem man seinen Alkoholkonsum reduzieren kann, ist, keinen in der Nähe zu haben. Denn die Verfügbarkeit hat einen großen Einfluss auf das Trinkverhalten. Wenn man den Kühlschrank öffnet und einen eine gekühlte Flasche Bier oder Wein erwartet, wird man eher Lust bekommen, sie zu öffnen.
Wasser ist zwar gesund, wirkt jedoch im Vergleich zu farbenfrohen Cocktails oder einer Weinschorle oft weniger attraktiv. Die gute Nachricht ist, dass es auch viele alkoholfreie Alternativen gibt, die geschmacklich und optisch mit alkoholischen Getränken mithalten können. Ob alkoholfreies Bier oder Cocktail, Limonaden oder Saftschorlen: Probieren Sie aus, was Ihnen gut schmeckt.
Unterstützung suchen
Anderen von Ihrem Vorhaben zu erzählen, kann Ihnen dabei helfen, Ihren Alkoholkonsum zu reduzieren. Ihre Familie, Freunde, Partner oder Partnerin können Sie unterstützen, erinnern und Ihnen helfen, Ihre Vorsätze in die Tat umzusetzen.
Die meisten Menschen, die erfolgreich ihren Alkoholkonsum reduzieren, brauchen Zeit und probieren einiges aus, bevor sie ihr Ziel erreichen. Wenn Sie bemerken, dass Sie sich mehr Unterstützung wünschen, könnte ein Online-Kurs "Weniger Alkohol trinken" etwas für Sie sein.
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Die Vorteile eines Lebens ohne Alkohol
Ein Leben ohne Alkohol bedeutet mehr Lebensqualität - für Körper und Geist. Wer auf Alkohol verzichtet, tut seiner Gesundheit etwas Gutes und gewinnt an Freiheit und Wohlbefinden. Ob für ein paar Wochen oder dauerhaft: Schon kleine Veränderungen machen einen großen Unterschied.
Entlastung der Organe: Ohne Alkohol entlasten Sie Ihre Organe. Sie senken Ihren Blutdruck und das generelle Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch Ihrer Leber geht es besser. Denn sie übernimmt den Löwenanteil des Abbaus von Alkohol. Wer regelmäßig viel trinkt, riskiert beispielsweise eine Fettleber, Leberschwellungen oder -entzündungen. Ein geringer Alkoholkonsum oder kompletter Verzicht gibt Ihrer Leber dagegen die Chance, sich zu regenerieren. Zusätzlich verringern Sie mit einem alkoholfreien Lebensstil das Risiko, an Krebs zu erkranken und schützen Ihr Gehirn und zahlreiche weitere Organe vor langfristigen Schäden.
Stärkung des Immunsystems: Ihr Körper kann sich besser gegen Infektionen und Krankheiten wehren. Alkohol schwächt das Immunsystem und macht den Körper anfälliger für virale oder bakterielle Infektionen und Pilzerkrankungen. Nach einer alkoholreichen Nacht kann das Immunsystem Studien zufolge bis zu 24 Stunden lang nicht wie gewohnt arbeiten. Alkohol stört die Bildung wichtiger Eiweiße, die dem Immunsystem das Signal zur Abwehr geben - und bereitet damit Krankheitserregern den Weg. Daher können Sie sich beispielsweise schneller eine Erkältung einfangen, wenn Sie Alkohol getrunken haben.
Ausgeglichenheit und Leistungsfähigkeit: Sie fühlen sich ausgeglichener, leistungsfähiger und starten fitter in den Tag. Alkohol drückt auf Dauer auf die Stimmung. Im schlimmsten Fall kann es zu einer Depression durch Alkohol kommen. Denn Alkohol beeinflusst die chemischen Vorgänge in unserem Gehirn. Erst einmal scheinbar positiv: Alkohol kurbelt die Ausschüttung der Botenstoffe Serotonin und Dopamin an. Probleme erscheinen dadurch vorübergehend kleiner, Sie sind entspannter, weniger gehemmt. Das Risiko: Sie können sich daran gewöhnen.
Besserer Schlaf: Ohne Alkohol schlafen Sie tiefer und erholsamer. Alkohol bringt die verschiedenen Schlafphasen durcheinander. Anstatt zunächst eine sogenannte REM-Schlafphase zu durchlaufen, geht der Körper gleich in den Tiefschlaf über. Doch wenn die Wirkung des Alkohols nachlässt, wird der Tiefschlaf unterbrochen und damit auch die körperliche Regeneration. Gerade in den frühen Morgenstunden schlafen wir nun unruhiger und können uns nicht richtig erholen. Zudem kann es sein, dass wir in einer solchen Nacht nur ein bis zwei anstelle der üblichen sechs bis sieben REM-Schlafphasen durchlaufen. Ausreichend REM-Schlaf aber ist wichtig für unsere Konzentration, unser Gedächtnis und unsere motorischen Fähigkeiten.
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Gewichtsverlust: Alkohol enthält ausschließlich sogenannte leere Kalorien, die dem Körper keine wichtigen Stoffe wie etwa Vitamine oder Spurenelemente liefern, und fördert Heißhunger. Ein Gramm reiner Alkohol enthält sieben Kalorien (kcal). Zum Vergleich: Ein Gramm Fett hat neun kcal, ein Gramm Zucker vier kcal. Zusätzlich drosselt Alkohol auch noch die Fettverbrennung. Ist der Körper mit dem Alkoholabbau beschäftigt, baut er weniger Körperfett ab und speichert mehr davon ein.
Muskelaufbau: Ihr Körper regeneriert schneller und Muskeln bauen sich besser auf. Denn damit Muskeln wachsen, brauchen sie Training, Ruhephasen und eine ausreichende Zufuhr von Nährstoffen. Wachstumshormone sind am Muskelaufbau beteiligt. Studien zeigen, dass Alkohol die Ausschüttung von Wachstumshormonen im Körper senkt und damit das Muskelwachstum drosselt. Außerdem entzieht Alkohol dem Körper Wasser, da er die Wasserausscheidung über die Nieren fördert. Schwitzen Sie zusätzlich, dehydrieren Sie noch mehr. Das erschwert den Abtransport von Schadstoffen, Muskelzellen werden nicht ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Zudem werden Sie müde. Das gilt, wenn Sie am Tag zuvor Alkohol getrunken haben, und erst recht, wenn Sie kurz vor dem Training Alkohol zu sich nehmen. Beim Sport verbraucht der Körper mehr Energie als sonst - und zwar in Form von Glukose, also Blutzucker. Glukose wird von der Leber produziert, die aber wiederum mit dem Abbau des Alkohols beschäftigt ist.
Verbessertes Hautbild: Bei einem Leben ohne Alkohol wirkt die Haut frischer, weil sie besser mit Feuchtigkeit versorgt wird. Alkohol macht Falten und wirkt sich negativ auf das Hautbild aus. Er entzieht dem Körper - und damit auch der Haut - Wasser, wodurch sie sich schlechter regenerieren kann und schneller altert. Außerdem erweitert Alkohol die Blutgefäße. Manche Menschen bekommen deshalb schon nach wenigen Schlucken rote Wangen. Bei ständigem und hohem Alkoholkonsum wirkt die Haut teigig und die Gesichtsröte kann chronisch werden. Das passiert, wenn Blutgefäße durch die ständige Erweiterung schließlich platzen. Die Dauerröte verschwindet auch dann nicht mehr, wenn der Körper den Alkohol abgebaut hat. So kann es unter anderem zu einer ständig dicken und geröteten Nase - der „Schnapsnase“ - kommen. Ein geschwächtes Immunsystem durch Alkohol kann zudem bestehende oder veranlagte Hautkrankheiten wie Grindflechte schwerer bekämpfen. Da Alkoholkonsum die Talgdrüsenfunktion stört, können sich auch Akne und akneähnliche Hauterkrankungen wie Rosacea verschlimmern. Menschen mit Schuppenflechte sollten besonders achtsam mit Alkohol umgehen: Die Entzündungen durch Bakterienbefall können sich bei einem alkoholgeschwächten Immunsystem verschlimmern.
Weitere Tipps für den Alkoholverzicht
- Alkoholfreie Getränke griffbereit halten: Ob Wasser, Saftschorle oder Tee - Alternativen machen den Verzicht einfacher.
- Beim Anstoßen Wasser oder Saft im Sektglas nutzen: So sind Sie bei Feiern dabei, ohne Alkohol zu trinken.
- Alkohol zuhause vermeiden: Kaufen Sie bewusst keinen Alkohol ein, um Versuchungen zu umgehen.
- Unterstützung im Freundeskreis suchen: Sprechen Sie offen über Ihre Entscheidung - gemeinsam fällt es leichter.
- Bewegung und Entspannung als Alternativen nutzen: Sport, Spaziergänge oder Meditation helfen, Stress abzubauen und neue Routinen zu entwickeln.
Was passiert im Körper bei Alkoholkonsum?
Beim Trinken von Alkohol gelangt zunächst ein Teil des Ethanols über die Mundschleimhaut und die Schleimhaut der Speiseröhre direkt in die Blutbahn, ein gutes Viertel wird dann weiter über die Magenschleimhaut aufgenommen und der Rest gerät über den Darm in unser Blut.
Wie viel Alkohol vom Körper aufgenommen werden kann, hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der Außentemperatur, ob Kohlensäure im Getränk ist oder nicht, ob es zusammen mit Zucker konsumiert wird, ob man auf nüchternen Magen trinkt oder nicht. Auch Faktoren wie Alter, Geschlecht, Gewicht und Gesundheitszustand spielen neben vielen anderen Faktoren eine Rolle.
Die Leber leistet erhebliche Arbeit beim Alkoholabbau. Beim Alkoholabbau sind grundsätzlich 3 Schritte notwendig, um das Nervengift wieder aus dem Organismus zu verbannen:
- Schritt: Im ersten Schritt wird der zugeführte Alkohol in Acetaldehyd umgewandelt.
- Schritt: Danach erfolgt eine Umwandlung von Acetaldehyd in Acetat (Essigsäure).
- Schritt: Im letzten Schritt wird das Acetat verstoffwechselt und wieder ausgeschieden.
Während die Leber das wichtigste Organ für den Abbau von Ethanol im Körper ist, sind auch andere Organe am Alkoholabbau beteiligt. Hierzu zählen - neben vielen anderen Organen - vor allem die Nieren, der Darm und die Lunge. Während rund 98,9 % des Alkohols im Körper durch Oxidation umgewandelt und abgebaut werden, werden circa 1,1 % unverändert ausgeschieden. Die Ausscheidung erfolgt dabei über die Nieren (0,3 %), über die Lungen (0,7 %) und über die Haut (0,1 %).
Negative Auswirkungen von Alkoholkonsum
Schon geringe Mengen Alkohol können zu einer Bewusstseinsänderung führen und wirken auf das zentrale und periphere Nervensystem, wodurch sie u. a. folgende Bereiche beeinflussen:
- Entwicklung von Neuropathien
- Unterschiedliche Hormone (z. B. geringerer Testosteronspiegel und verminderte Wachstumshormonproduktion)
- Den Muskelaufbau
- Die Schlafqualität (Verminderung des REM-Schlafs)
- Das Immunsystem (zunehmende Anfälligkeit für Bakterien und Viren)
- Das Herz-Kreislauf-System
- Die Fettverbrennung und den gesamten Energiestoffwechsel des Körpers
Bei Alkoholikern kann es vorkommen, dass der Körper, ggf. durch mangelhafte Ernährung, eine dauerhafte Nervenschädigung, auch Alkohol-Neuropathie genannt, entwickelt.
Alkohol und Muskelkrämpfe
Neben einer falschen Körperhaltung, Überlastung der Muskulatur, Stress und vielen anderen Ursachen von Krämpfen kann auch der Konsum von Alkohol die Krampfneigung fördern und insbesondere Wadenkrämpfe triggern. Der Grund dafür ist, dass durch übermäßigen Alkoholgenuss der Wasser- und Elektrolythaushalt durcheinandergebracht wird.
Grundsätzlich entzieht Alkohol dem Körper Flüssigkeit und Mineralstoffe. Die Folge davon ist, dass die Übertragung der elektrischen Impulse auf die Muskulatur nicht mehr optimal funktioniert und es z. B. zu Wadenkrämpfen kommt.
Langfristig kann es durch erhöhten Alkoholgenuss sogar zu Schädigungen der Nerven und von Organen wie der Leber kommen.
Wadenkrämpfe können ernste Warnzeichen dafür sein, dass etwas mit der Übertragung der Nerven nicht stimmt. Wenn Sie unsicher sind oder Fragen haben, suchen Sie Ihre Ärztin oder Ihren Arzt auf.
Krämpfe nach Alkoholkonsum
Beim Alkoholkonsum wird der Alkohol ins Blut aufgenommen und durch den ganzen Körper transportiert - auch zu den Beinmuskeln. Untersuchungen zeigen, dass starker Alkoholkonsum zu Krämpfen führen kann, indem er strukturelle Veränderungen in der Skelettmuskulatur verursacht.
Alkohol führt dazu, dass sich Milchsäure - die gleiche Anhäufung in den Muskeln, die nach intensiver körperlicher Anstrengung entsteht - im Körper ansammelt, was Muskelkrämpfe und Muskelkater verursachen kann.
Starker Alkoholkonsum hat eine dehydrierende Wirkung. Dies sorgt für niedrige Magnesium- und Kaliumwerte, wodurch der Elektrolyt- und Wasserhaushalt und somit die Muskelfunktion gestört werden können.
Ausgleich des Elektrolythaushalts
Der einfachste Weg, um Krämpfe zu vermeiden, wäre es, auf den Konsum von Alkohol komplett zu verzichten. Wer trotzdem Alkohol konsumieren möchte, der sollte zumindest eine Dehydrierung vermeiden. Trinken Sie Wasser oder andere nicht alkoholische Getränke. Diese Flüssigkeiten helfen den Muskeln sich zusammenzuziehen und zu entspannen, halten die Muskelzellen hydriert, so dass sie weniger reizbar und weniger krampfanfällig sind.
Sind Sie unsicher, ob Sie zu einer dieser Risikogruppen gehören oder Sie nicht genau wissen, wie Sie ganz auf Alkohol verzichten sollen, sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt oder Ihrer Hausärztin. Das gilt auch dann, wenn Sie das Gefühl haben, an einer Alkoholabhängigkeit (auch Alkoholismus genannt) zu leiden. In diesem Fall oder wenn Sie einen Alkoholentzug machen möchten, sind die zuvor genannten Tipps nicht geeignet.
Mineralien zur Verbesserung des Elektrolythaushalts
Mineralstoffe haben eine wichtige Bedeutung für den Körper, denn ohne sie könnte er nicht richtig funktionieren. Sie sind normalerweise bei ausgewogener Ernährung in ausreichendem Maße im Körper vorhanden. Zu ihnen zählen Schwefel, Natrium, Kalium, Magnesium, Calcium, Phosphat und Chlorid.
Ist der Elektrolythaushalt aufgrund von Alkoholkonsum gestört, kann die zusätzliche Einnahme von Mineralien den Körper dabei unterstützen, den Elektrolythaushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen und Krämpfe zu vermeiden.
Magnesium: Magnesium ist für den Energie- und Proteinstoffwechsel verantwortlich. Kohlenhydrat-, Eiweiß- und Fettstoffwechsel werden unter anderem mithilfe eines ausreichend gefüllten Magnesiumdepots reguliert. Wenn Sie regelmäßig grüne Gemüsearten, Bananen, Orangen, Beeren und Hülsenfrüchte essen, ist Ihr Körper in der Regel ausreichend mit Magnesium versorgt.
Calcium: Calcium braucht der Körper für den Aufbau von Zähnen und Knochen und noch für viele weitere Prozesse. Im Blut muss eine bestimmte Calcium-Konzentration bestehen, da der Körper es sich sonst aus den Knochen zieht. Das kann zu Knochenschwund führen. Calcium finden Sie ebenfalls in grünem Gemüse, vor allem in Spinat, Porree, Brokkoli und Grünkohl.
Natrium: Natrium regelt den Wasserhaushalt und den osmotischen Druck im Körper. Außerdem bringt es das Säure-Basen-Verhältnis und die Verdauungssäfte ins Gleichgewicht. Natrium nehmen Sie über Fisch, Fleisch, Getreide und Käse auf.
Schlafposition nach Alkoholgenuss
Grundsätzlich sollte vermieden werden, in einer Position zu schlafen, in der die Füße nach unten zeigen. Besser ist es, auf dem Rücken zu schlafen und ein Kissen unter den Knien zu platzieren.
Alkoholkonsum, Alter und Krampfhäufigkeit
Nach Alkoholkonsum treten insbesondere in den darauffolgenden Nächten häufiger Krämpfe - vor allem Wadenkrämpfe - auf. Ursache hierfür ist, dass Alkohol dem Körper Flüssigkeit und Mineralstoffe entzieht - also dehydrierend wirkt.
Die Krämpfe werden in den meisten Fällen durch einen Mineralstoff- und Flüssigkeitsmangel ausgelöst. Mineralien und Spurenelemente spielen hier eine besonders große Rolle, da sie für die An- und Entspannung der Muskeln benötigt werden.
Bei übermäßigem Konsum von Alkohol kommt es zu einer Störung des Wasser- und Salzhaushalts im Körper und die Muskeln werden nicht mehr ausreichend mit Mineralstoffen versorgt.
Gefährdete Personen
Gemäß einer im Jahr 2018 durchgeführten Studie mit der Zielgruppe Seniorinnen und Senioren über 60 Jahre traten bei den Studienteilnehmerinnen und Studienteilnehmern, die mindestens ein alkoholisches Getränk pro Woche tranken, 6,5-mal häufiger nächtliche Wadenkrämpfe auf als bei denjenigen, die weniger konsumierten. Demnach konnte ein klarer Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und dem Auftreten von Krämpfen nachgewiesen werden, wobei allerdings kein linearer Zusammenhang zwischen der Alkoholmenge und der Häufigkeit der Krämpfe besteht.
Prävention und Behandlung von Krämpfen
Der konsequente Verzicht auf Alkohol kann ein Weg sein, um diese Krämpfe zu vermeiden. Will man aber auf Alkohol nicht gänzlich verzichten, kann bei einem gemäßigten (moderaten) Alkoholkonsum die Krampfneigung gemildert werden.
Vor allem sollte eine mögliche Dehydrierung vermieden werden. Hier hilft ausreichendes Trinken von nicht alkoholischen Getränken. Auch die zusätzliche Versorgung mit Mineralien und Spurenelementen kann für den Körper nach Alkoholgenuss hilfreich sein.
Um allgemein Krämpfe zu vermeiden, bietet sich eine gesunde Lebensführung an. Hierzu gehören, neben ausgewogener Ernährung und Versorgung mit ausreichend Flüssigkeit, auch regelmäßige Bewegung sowie Dehnübungen. Diese helfen, Krämpfen vorzubeugen oder im Falle eines auftretenden Krampfes diesen zu lösen.
Auch die Wahl einer geeigneten Schlafposition, nämlich in Rückenlage und mit einem Kissen unter den Knien, kann hilfreich sein, die Nacht nach Alkoholkonsum krampffrei zu überstehen.
Alkohol und Stressbewältigung
Wer gestresst ist, achtet häufig weniger auf seine Gesundheit und greift schneller auf Suchtmittel zurück. Denn Substanzen wie Alkohol aktivieren das Belohnungssystem des menschlichen Gehirns. Stress kann gesundheitsschädlich sein - das ist bekannt. Weniger bekannt ist, dass daran nicht nur der Stress selbst, sondern auch unsere Reaktion darauf negative Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben kann. So neigen manche Menschen im Umgang mit Stress zu ungesunden Verhaltensweisen beispielsweise trinken sie mehr Alkohol, Energydrinks, greifen häufiger zu (E-)Zigaretten, essen über ihren Hunger und nehmen öfter leistungssteigernde Medikamente ein. Diese Strategien gegen den Stress verheißen zwar kurzfristige Linderung, können langfristig aber großen gesundheitlichen Schaden auch für das Umfeld anrichten.
Alkohol ist gesellschaftlich ebenso verbreitet wie anerkannt. Entsprechend groß ist die Zahl der Menschen, die sich zum Feierabend ein, zwei Gläser Bier genehmigen. Und entsprechend niedrig ist die Hemmschwelle, den Tag mit einer halben Flasche Wein ausklingen zu lassen. Stressverarbeitung kann bei diesen Ritualen und Gewohnheiten eine wichtige Rolle spielen. So belegen Studien, dass Angestellte umso mehr trinken, je höher ihre Arbeitszeit ist. Und das nicht ohne Grund: Tatsächlich reduziert Alkohol die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol und die Erregbarkeit bestimmter Nervenzellen. Das Nervengift dämpft die Emotionen und löst ein Gefühl der Entspannung aus. Doch nach etwa 45 bis 75 Minuten ist dieser Effekt verpufft. Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen empfiehlt deshalb, als Frau nicht mehr als 12 Gramm und als Mann nicht mehr als 24 Gramm Alkohol pro Tag aufzunehmen - und auch das auf keinen Fall täglich. Wer diese Schwelle regelmäßig überschreitet, riskiert Organschäden und eine Abhängigkeit. Zum Vergleich: 12 bzw. 24 Gramm Alkohol entsprechen etwa 0,3 bzw. 0,5 Liter Bier oder 1/8 Liter bzw. 1/4 Liter Wein mit einem durchschnittlichen Alkoholgehalt.
Alternativen zur Stressbewältigung
Wenn Sie regelmäßig auf Strategien wie Alkohol zurückgreifen, um Stress zu verarbeiten, sollten Sie sich nach anderen Möglichkeiten umsehen.
Beobachten und hinterfragen Sie von Zeit zu Zeit Ihr Verhalten:
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