Rückenschmerzen sind ein weit verbreitetes Problem, das viele Menschen betrifft. In manchen Fällen können Nervenschmerzen die Ursache für diese Beschwerden sein. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte von Nervenschmerzen im Rücken, einschließlich möglicher Ursachen, Behandlungsmöglichkeiten und der Rolle von Vitaminen.
Ursachen von Nervenschmerzen im Rücken
Nervenschmerzen, auch neuropathische Schmerzen genannt, entstehen durch Schädigungen oder Funktionsstörungen des Nervensystems. Es gibt periphere Nervenschmerzen, die außerhalb des zentralen Nervensystems (Gehirn und Rückenmark) auftreten, und zentrale Nervenschmerzen, die im Bereich des Rückenmarks und Gehirns lokalisiert sind.
Häufige Ursachen für Nervenschmerzen im Rücken sind:
- Bandscheibenvorfall: Ein Bandscheibenvorfall tritt auf, wenn sich eine Bandscheibe zwischen den Wirbelkörpern verschiebt und Druck auf einen Nerv ausübt. Dies kann Schmerzen, Taubheitsgefühle und Kribbeln verursachen, die bis in die Beine ausstrahlen können. Ein Bandscheibenvorfall kann durch ständiges Sitzen, Bewegungsmangel, Übergewicht oder falsches Heben verursacht werden.
- Diabetische Neuropathie: Bei Menschen mit Diabetes können hohe Blutzuckerwerte langfristig die Nerven schädigen. Dies führt häufig zu Nervenschmerzen in den Füßen, die sich als Kribbeln, Brennen oder Taubheit äußern.
- Postzosterische Neuralgie: Nach einer Gürtelrose (Herpes Zoster) können Nervenschmerzen in dem betroffenen Hautbereich zurückbleiben.
- Wirbelsäulensyndrome: Degenerative Veränderungen der Wirbelkörper, traumatische Belastungen, Verletzungen und Skeletterkrankungen wie Osteoporose können zu schmerzhaften entzündlichen Prozessen in der Wirbelsäule führen.
- Weitere Ursachen: Chemische, physiologische oder genetische Ursachen können spontane Nervenaktivitäten auslösen und ein Ungleichgewicht der Nervensignale hervorrufen.
Manchmal kann auch ein Bandscheibenvorfall dahinterstecken, bei länger anhaltenden Rückenschmerzen ist es daher sinnvoll, den Arzt aufzusuchen. Auch wenn die Rückenschmerzen in andere Bereiche abstrahlen, lässt man die Ursache besser abklären. Symptome eines Bandscheibenvorfalls können auch Taubheitsgefühle oder ein Kribbeln sein, auch wenn sich die Schmerzen zum Beispiel beim Husten oder Niesen verstärken, kann dies mit einem Bandscheibenvorfall in Verbindung stehen.
Umgekehrt kann ein Bandscheibenvorfall auch ohne Schmerzen verlaufen. Grundsätzlich heilt er bei vielen Betroffenen innerhalb von einigen Wochen ohne weitere Komplikationen von alleine wieder ab. Es ist jedoch auch möglich, dass der Vorfall im Anschluss Druck auf einen Nerv ausübt und dann für weitere Schmerzen sorgt.
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Zu einem Bandscheibenvorfall kommt es dann, wenn eine der Bandscheiben, die zwischen den einzelnen Wirbelkörpern liegen, sich verschiebt und dabei, wie die Bezeichnung vermuten lässt, nach vorne fällt.
Das Risiko für einen Bandscheibenvorfall steigt zwar mit zunehmendem Alter, doch auch bei jüngeren Menschen kann er auftreten. Risikofaktoren sind zum Beispiel ständiges Sitzen und ein Bewegungsmangel, Übergewicht, aber auch schweres Heben, vor allem, wenn das Heben falsch ausgeführt wird.
Zwar können Bandscheibenvorfälle jeden Bereich der Wirbelsäule betreffen, die häufigste Variante ist jedoch ein Vorfall in der Lendenwirbelsäule, also im unteren Drittel der Wirbelsäule. Dementsprechend drückt die Mehrheit der Bandscheibenvorfälle, wenn es überhaupt zu Druck auf einen Nerv kommt, auf den Ischiasnerv. Die Folge sind Schmerzen in den Beinen, die bis in den Fuß strahlen können.
Halten solche Schmerzen zu lange an, können sie schließlich chronisch werden. Deswegen ist es wichtig, die Nervenschmerzen zu stoppen. Im Zuge eines Bandscheibenvorfalls sollte man sich grundsätzlich weiterhin bewegen und nicht zu viel Ruhe halten, damit die Muskulatur nicht zu sehr abbaut und in der Folge andere Beschwerden auftreten. Kurzfristig kann aber die sogenannte Stufenlagerung oder auch Entlastungshaltung helfen. Dabei liegt man auf dem Rücken und legt die Beine so hoch, dass sich zwischen Ober- und Unterschenkel ein Winkel von 90 Grad bildet. Diese Lagerung kann den betroffenen Nerv für den ersten Moment entlasten.
Symptome von Nervenschmerzen
Die Symptome von Nervenschmerzen können vielfältig sein und werden oft als sehr unangenehm empfunden. Zu den typischen Symptomen gehören:
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- Brennende, stechende oder einschießende Schmerzen: Diese Schmerzen können plötzlich auftreten und sich wie ein elektrischer Schlag anfühlen.
- Kribbeln und Taubheitsgefühle: Betroffene berichten oft von einem Kribbeln oder Taubheitsgefühl in den betroffenen Bereichen.
- Allodynie: Bereits leichte Berührungen können starke Schmerzen auslösen.
- Ausstrahlungsschmerzen: Die Schmerzen können in andere Körperteile ausstrahlen, z.B. in Arme oder Beine.
- Schlafstörungen und Konzentrationsstörungen: Aufgrund der Intensität der Schmerzen können Schlafstörungen und Konzentrationsstörungen auftreten.
Das Gehirn ist in Alarmbereitschaft - ununterbrochen kommen Schmerzsignale aus dem Nervensystem an! Auf Hochtouren werden diese Informationen nun verarbeitet: Blitzartig einschießende starke Schmerzen, die mit einem brennenden und stechenden Gefühl einhergehen sind dabei die Folgen für uns Menschen. Nicht selten kommt es dann zu Ausstrahlungsschmerzen in den Armen, Taubheitsgefühlen in den Fingern und Schwierigkeiten mit der Feinmotorik… Aber was ist da eigentlich in unserem Körper genau los? Sogenannte Neuropathische Schmerzen, die häufiger als Nervenschmerzen bezeichnet werden, treten oft sehr plötzlich und in Form von wiederkehrenden Anfällen auf. Nervenschmerzen können verschiedene Ursachen haben und sind dafür bekannt sehr intensiv und stechend zu sein. Die von Nervenschmerzen betroffenen Patienten klagen über vielfältige Symptome, welche in der Regel aber alle als sehr unangenehm empfunden werden. Zu den sogenannten Plus-Symptomen gehören unter anderem kribbeln, brennen und stechen. Hauptsächlich treten diese Merkmale am Kopf, Rumpf, Hals und an den Extremitäten auf. Eine häufig auftretende Form von Nervenschmerzen ist die sogenannte Allodynie, welche dafür bekannt ist, dass schon bei sanften Berührungen starke Schmerzen empfunden werden. Wissenswert: Nervenschmerzen führen aufgrund ihrer Intensität bei den Betroffenen oft zu weiteren Beschwerden, wie Schlafstörungen und Konzentrationsstörungen.
Diagnose von Nervenschmerzen
Wenn der Verdacht auf Nervenschmerzen besteht, sollte ein erfahrener Schmerzmediziner aufgesucht werden. Dieser wird zunächst in einem Gespräch mit dem Patienten klären, ob es ein Ereignis wie einen Unfall oder ähnliches gab, welcher die Nervenschmerzen erklären könnte. Außerdem wird er sich über die einzelnen Symptome informieren, um einschätzen zu können, welche Art von Therapie Linderung verspricht. Zusätzlich zu dem auch als Anamnese bekannten Gespräch sollte eine neurologische Untersuchung folgen. Bei dieser werden durch mechanische und thermische Reize die Funktion der Schmerzfasern untersucht. Erkrankungen des Nerven durch Mangel an Vitaminen haben eine besondere Bedeutung und werden oft spät erkannt. Ein Vitaminmangel kann sich schon zu Beginn der Erkrankung negativ auswirken. Beim Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) führen bereits leichte Blutzuckererhöhungen zu Veränderungen der kleinen Nervenfasern. Wir bieten eine anerkannte spezielle Meßmethode der kleinen Nervenfasern an.
Behandlungsmöglichkeiten von Nervenschmerzen im Rücken
Die Behandlung von Nervenschmerzen im Rücken zielt darauf ab, die Schmerzen zu lindern, die Lebensqualität zu verbessern und die zugrunde liegende Ursache zu behandeln. Es gibt verschiedene Behandlungsansätze, die je nach Ursache und Schweregrad der Schmerzen eingesetzt werden können:
- Schmerzmittel: Bei Nervenschmerzen nach einem Bandscheibenvorfall gibt es auch die Möglichkeit, eine Therapie mit Schmerzmitteln zu starten. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, die mit dem behandelnden Arzt individuell abgeklärt werden. Auch bei frei verkäuflichen Schmerzmitteln ist es wichtig, dass sie nicht in zu hoher Dosierung oder über längere Zeit eingenommen werden. NSAR werden aufgrund ihrer Wirkung zur allgemeinen Schmerzbehandlung eingesetzt, insbesondere bei unspezifischen Rückenschmerzen, Schmerzen des Bewegungsapparates, Kopf- und Zahnschmerzen. Viele dieser Arzneimittel sind in der Apotheke rezeptfrei erhältlich, sodass sie im Rahmen der Selbstmedikation ohne ärztliche Rücksprache eingenommen werden können. Und das werden sie oft. Allein in Deutschland leiden 23 Millionen Menschen unter chronischen Schmerzen.[2] Aber mit dauerhafter Einnahme steigt auch das Risiko für Nebenwirkungen. Dies sind vor allem Magen- und Darmprobleme, Leberschäden und Blutdruckerhöhung. Darüber hinaus werden NSAR mit der Verschlechterung von Asthma in Verbindung gebracht. Die Behandlung von Nervenschmerzen mit Medikamenten ist sehr anspruchsvoll, da klassische Schmerzmittel häufig wenig gegen die Nervenschmerzen ausrichten können.
- Weitere konservative Behandlungen: Um Ischiasbeschwerden zu lindern, die als Folge eines Bandscheibenvorfalls auftreten, gibt es neben Schmerzmitteln noch weitere Formen der Behandlung. Dazu zählen beispielsweise Massage und Akupunktur. Auch die Anwendung von Wärme und Kälte in Form von heißen Bädern, Infrarot-Bestrahlung oder kalten Umschlägen kann unter Umständen zielführend sein. Wärme gilt in erster Linie als hilfreich, wenn Muskeln verspannt sind, Kälte wird gegen die Reizungen der Nerven eingesetzt. Eine weitere Form der Behandlung ist die Ultraschalltherapie, die dazu dienen soll, das Gewebe zu lockern. Häufig werden Bandscheibenvorfälle auch mithilfe von Ergotherapie behandelt. Die Rückenmuskeln zu stärken und die Wirbelsäule damit zu schützen, heilt nicht nur den Bandscheibenvorfall als solchen. Ist die Bandscheibe wieder an Ort und Stelle und nicht mehr verschoben, entlastet auch das die schmerzenden Nerven, da der Druck dann wieder wegfällt.
- Physiotherapie und Ergotherapie: Eine Physiotherapie kann bei akuten Nervenschmerzen eine positive Wirkung haben und dazu beitragen Nervenschmerzen nachhaltig zu lindern. Dies gilt auch für eine Ergotherapie.
- Psychologische Unterstützung: Des Weiteren kann einigen Patienten mit Nervenschmerzen auch durch psychologische Unterstützung geholfen werden. Insbesondere wenn diese darauf abzielt die Schmerzakzeptanz zu verbessern.
- Invasive Therapie: Die Invasive Therapie hingegen ist nur dann empfehlenswert, wenn andere Therapien gegen Nervenschmerzen nicht erfolgreich waren.
- Operation: Eine besonders gefährliche Form des Bandscheibenvorfalls ist das Kauda-Syndrom, das schnellstmöglich operiert werden muss. Dazu kommt es, wenn eine Bandscheibe im unteren Rückenbereich so weit verschoben ist, dass die Nerven im unteren Teil des Rückenmarks gequetscht werden. Neben einem Taubheitsgefühl der Haut kommt hier dazu, dass der Betroffene die Entleerung von Blase und Darm nicht mehr richtig oder auch gar nicht mehr kontrollieren kann.
Die Rolle von Vitaminen bei Nervenschmerzen
Vitamine, insbesondere B-Vitamine und Vitamin D, spielen eine wichtige Rolle für die Gesundheit der Nerven und können bei der Behandlung von Nervenschmerzen unterstützend wirken.
B-Vitamine
Die drei neurotropen Vitamine B1, B6 und B12 werden ergänzend in der Schmerztherapie eingesetzt. Studien zeigen, dass ein Vitamin B-Komplex die Wirkung von Schmerzmitteln verstärken und dazu beitragen kann, ihre Dosis zu reduzieren, so dass das Risiko für unerwünschte Nebenwirkungen gesenkt wird. Patienten mit neuropathischen Schmerzen haben einen erhöhten Bedarf an B-Vitaminen.
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Schon seit 1938 ist bekannt, dass Vitamin B1 schmerzhemmend wirkt. Gerade Patienten mit neuropathischen Schmerzen haben einen erhöhten Bedarf an B-Vitaminen. Sind die Nerven geschädigt, steigt der Bedarf an B-Vitaminen, um die Reparaturmechanismen der Nerven anzukurbeln. Patienten, die unter chronischen Schmerzen leiden, sind oft auch psychisch belastet und stehen unter Dauerstress.
Vitamin B1 ist bei Diabetikern häufig vermindert. Die Schädigungen der Nerven (diabetische Polyneuropathie) zeigen sich mit Taubheit und Schmerzen an den Füßen. Die Schmerzen entsprechen dem neuropathischen Schmerztyp, der oft besonders schlecht auf klassische Schmerzmittel anspricht. Neben der Schmerztherapie ist eine vorbeugende Behandlung zur Verhinderung weiterer Nervenschäden sinnvoll.
Vitamin B12 ist mit anderen B Vitaminen grundlegend für die Erneuerung (Regneration) von geschädigten Nerven. Insbesondere geschädigte Nerven haben einen erhöhten Vitamin B und Folsäurebedarf.
Ein Mangel an B-Vitaminen, zum Beispiel durch die Einnahme bestimmter Medikamente, kann die Nerven schädigen oder ihre Funktion beeinträchtigen sowie zu Taubheitsgefühlen und Kribbeln führen.
- Vitamin B1 (Thiamin): Vitamin B1 ist wichtig für den Energiestoffwechsel der Nervenzellen und kann bei diabetischer Neuropathie helfen. Ein Vitamin-B1-Mangel kann Nervenschädigungen verursachen oder verstärken. Gute Lieferanten sind Erbsen, Haferflocken, Sonnenblumenkerne und Vollkornbrot. Außerdem ist Vitamin B1 empfindlich gegenüber Wärme, Luft und Wasser, sodass die Lebensmittel möglichst schonend zubereitet werden sollten.
- Vitamin B6 (Pyridoxin): Vitamin B6 ist an vielen Stoffwechselprozessen im Nervensystem beteiligt. Bei Vitamin B6 gibt es in der Regel keinen Mangel, da es sich in vielen Lebensmitteln, vor allem in Fleisch und in grünem Gemüse, findet.
- Vitamin B12 (Cobalamin): Vitamin B12 ist wichtig für die Bildung der Myelinscheide, die die Nervenfasern umgibt und schützt. Ein Mangel an Vitamin B12 kann zu Nervenschäden und neuropathischen Schmerzen führen. Diabetiker haben nicht nur ein erhöhtes Risiko für einen Mangel an Vitamin B1, sondern auch für Vitamin B12. Denn aktuellen Erkenntnissen zufolge kann eine Behandlung mit Metformin einen Vitamin-B12-Mangel hervorrufen. Dieser kann wiederum eine Neuropathie verursachen oder verschlimmern. Der Mangel kann sich noch verstärken, wenn Patienten gleichzeitig einen Säureblocker einnehmen. „Patienten mit Metformintherapie müssen regelmäßig auf ihren Vitamin-B12-Status hin untersucht werden“, forderte daher Stracke.
Für die Akut-Therapie von Vitamin B-Mangelzuständen bietet sich eine Injektionstherapie mit den Vitaminen B1 (Vitamin B1 Hevert), B6 (Vitamin B6 Hevert) und B12 (Vitamin B12 forte Hevert Injekt) an. Soll eine Intensivtherapie zum Beispiel über 5 Wochen erfolgen, wird 2x wöchentlich 1 Ampulle empfohlen.
Als zusätzliche Behandlungsoption des oxitativen Stress der Nervenzellen ist das Antioxidans Alpha-Liponsäure, das seit vielen Jahren in der Behandlung der diabetischen Polyneuropathie eingesetzt wird. Eine gute nichtmedikamentöse Behandlungsmöglichkeit der neuropathischen Schmerzen der Füße ist die von uns durchgeführte Elektroakupunktur. Wir bieten eine seit langem erprobte Vitaminkur über 10 Wochen an, sprechen Sie uns an.
Vitamin D
Über Vitamin D, das eigentlich eine Vorstufe eines Hormons ist, wurde in den letzten Jahren viel geforscht. Mittlerweile hat jeder davon gehört, dass diesem Nährstoff für unseren Organismus eine bedeutende Rolle zukommt. Geht das nun sogar so weit, dass es einen Zusammenhang zwischen Rückenschmerzen und einem Vitamin-D-Mangel gibt? Durchaus, wie Dr. So wirkt es sich vorteilhaft auf das Herz-Kreislauf-System aus, es reduziert den Blutdruck und schützt vor Herzinfarkt und Schlaganfall. In nahezu allen Organen und Geweben des menschlichen Körpers existieren Vitamin-D-Rezeptoren. Diese sind auf eine gute Versorgung mit dem Nährstoff angewiesen, erst dann können sie ihrer Aufgabe nachkommen. Fehlt dem Organismus aber in ausreichendem Maß Vitamin D, so ist dies nicht eindeutig zu spüren, die Auswirkungen sind eher schleichend und offenbaren sich häufig erst nach vielen Jahren.
- Vitamin D spielt eine zentrale Rolle im Knochenstoffwechsel. Bei einem Vitamin-D-Mangel kann zu wenig Kalzium aus dem Darm aufgenommen und in den Knochen eingelagert werden. Bei Kindern kann dies zu Rachitis führen. Bei Erwachsenen werden die Knochen porös und verlieren an Stabilität und Dichte. In der Folge entwickelt sich eine Osteoporose, an der in Deutschland mindestens 30 Prozent aller Frauen nach den Wechseljahren erkranken und bereits jeder fünfte Mann über 50 betroffen ist.
- Unsere Muskelzellen müssen ebenfalls gut mit Vitamin D versorgt sein, denn nur mit Hilfe dieses Nährstoffes können sie zuverlässig reagieren und sich kräftig ausbilden. Wer also häufig unter Rückenschmerzen leidet, zuweilen umknickt oder sogar hin und wieder stürzt, sollte in Betracht ziehen, dass dies auch ein Hinweis auf einen zu geringen Vitamin-D-Spiegel sein kann. In Deutschland weisen knapp 80% der Bevölkerung einen Vitamin-D-Mangel auf. In unseren Breitengraden ist die UVB-Strahlung, die die Vitamin-D-Produktion in der Haut des Menschen aktiviert, äußerst gering. Nur wenige Lebensmittel enthalten reichlich Vitamin D, z.B. Als Richtwert gilt: Bei wem der Wert unter 30 Nanogramm je Milliliter liegt, der sollte zu seiner Gesunderhaltung ein Vitamin-D-Präparat einnehmen. Richtig dosiert eingenommen, sind Beschwerden durch Vitamin-D-Tabletten unwahrscheinlich. Im Rückenzentrum Am Michel konnte bei zahlreichen Patienten beobachtet werden, wie durch eine Kombination aus verbessertem Vitamin-D-Spiegel sowie einer Steigerung der körperlichen Aktivität und der daraus resultierenden mechanischen Beanspruchung der Knochen, die Knochenmasse und -festigkeit sowie die Muskulatur wieder deutlich zunahm.
Neben der Wirkung von Vitamin D auf den Knochen hat sich längst auch die Relevanz dieses Biofaktors für das Nervensystem gezeigt. Wie Uwe Gröber, Apotheker und Leiter der Akademie für Mikronährstoffmedizin in Essen, erklärte, ist eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D (40-60 ng/ml bzw. 75-150 nmol/l) für die Entwicklung und Funktionsfähigkeit des Nervensystems in allen Lebensphasen bedeutend. In seiner hormonaktiven Form, dem 1,25(OH)2D, wirkt das Vitamin im Nervensystem über die Wechselwirkungen mit Vitamin-D-Rezeptoren als Neurosteroid und beeinflusst unter anderem die Bildung von neurotrophen Faktoren wie dem Nervenwachstumsfaktor BDNF (Brain Derived Neurotophic Factor). Neurotrophe Faktoren kontrollieren Nervenzellen und sind an der Signalübertragung beteiligt. Auch das Schmerzempfinden wird vom Nervensystem und zudem vom Immunsystem mitreguliert. „Vitamin D wirkt Entzündungsprozessen entgegen und verringert die Schmerzempfindlichkeit“, betonte Gröber. Daher sollte auch in der Behandlung von chronischen Schmerzen wie der diabetischen Polyneuropathie an Vitamin D gedacht und auf eine ausreichende Versorgung geachtet werden.
Magnesium
Vitamin D und Magnesium - ein starkes Duo für stabile Knochen Schmerzen im Rücken können ebenso bei der Osteoporose auftreten, selbst wenn sie sich zunächst schleichend und symptomlos entwickelt. Schon lange bekannt und gut dokumentiert ist die Wirkung von Vitamin D auf den Knochen. Neuere Studien zeigen, dass besonders die Kombination von Vitamin D und Magnesium für die Knochenfestigkeit von Bedeutung ist“, berichtete Prof. Dr. med. Kisters, Chefarzt an der Medizinischen Klinik I am St. Anna-Hospital in Herne. Die Osteoblastenaktivität wird durch Gabe der beiden Biofaktoren signifikant gesteigert, die Osteoklastenaktivität hingegen gebremst. Dabei kommt es zu Wechselwirkungen zwischen den beiden Biofaktoren: Zum einen fördert Vitamin D die Resorption von Magnesium im Dünndarm. Auf der anderen Seite ist der Mineralstoff für die Aktivierung von Vitamin D erforderlich. „Die Kombination von Magnesium und Vitamin D ist daher eine sinnvolle Therapieoption bei Osteoporose“, resümierte Kisters.
Wie Kisters weiter ausführte, belegen neuere Untersuchungen, dass es durch einen Mangel der beiden Biofaktoren nicht nur zu negativen Effekten auf den Knochenstoffwechseln kommt, sondern bei Patienten mit Hypertonie und Diabetes auch zu einem Anstieg der Sekretion von proinflammatorischen Zytokinen wie Interleukin-1. Dies führe zu Entzündungsprozessen der Gefäße und zur Arteriosklerosebildung Der Ausgleich dieses Defizits trage daher auch zum Gefäßschutz bei.
Keltican® forte
Keltican® forte unterstützt die körpereigene Regeneration der peripheren Nerven. Es enthält Vitamin B12 und Folsäure, zusätzlich mit dem Nervenbaustein Uridinmonophosphat (UMP). Es ist gut verträglich und wird in der Regel einmal täglich als Kapsel eingenommen.
- Uridinmonophosphat (UMP): UMP ist ein wichtiger Baustein für die Bildung neuer Zellkomponenten und wird bei Reparatur- und Regenerationsprozessen von Nerven in erhöhter Menge benötigt.
- Vitamin B12: Das wichtige Vitamin ist an vielen Stoffwechselreaktionen beteiligt. Eine ausreichende Einnahme trägt zur normalen Funktion des Nervensystems und einer effektiven Nervenregeneration bei.
Weitere Maßnahmen zur Linderung von Nervenschmerzen
Neben den genannten Behandlungsmöglichkeiten und der Einnahme von Vitaminen gibt es weitere Maßnahmen, die zur Linderung von Nervenschmerzen beitragen können:
- Bewegung: Ausreichend bewegen. Am besten eine Sportart wählen, die Spaß macht, und auch im Alltag körperlich immer aktiv sein.
- Fußpflege bei Diabetes: Öfter ein Fußbad nehmen und die Füße anschließend eincremen, um Verhornungen vorzubeugen. Schuhe nur nachmittags kaufen, sodass sie groß genug sind und nicht drücken. Kontrollieren Sie als Diabetiker täglich Ihre Füße auf kleinere Verletzungen. Sie werden bei Nervenschäden oft nicht bemerkt und können schnell zu Komplikationen führen. In Ihrer Apotheke erhalten Sie Fußcremes speziell für Diabetiker. Nutzen Sie zur Fußpflege nur Instrumente, die die Haut nicht verletzen, und gehen Sie zur medizinischen Fußpflege.
- Vermeidung von Nervengiften: Auch auf Nervengifte wie Alkohol und Nikotin sollte möglichst verzichtet werden.
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