Ein Druckgefühl im Nasenbereich, Kopfschmerzen und eine eingeschränkte Nasenatmung können auf eine Entzündung der Nasennebenhöhlen hindeuten, oft begleitet von körperlicher Abgeschlagenheit. Doch wie unterscheidet sich eine solche Entzündung von einer einfachen Erkältung? Und welche Rolle spielen Allergien? Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von gelbem Schleim aus der Nase, um Ihnen zu helfen, die Beschwerden zu lindern und die Infektion schnell wieder loszuwerden.
Was ist eine Nasennebenhöhlenentzündung?
Die Nasennebenhöhlen sind vier paarweise angeordnete Hohlräume im Schädelknochen, die durch enge Kanäle miteinander verbunden sind. Sie befinden sich im Augen- und Nasenbereich nahe der Stirn, dem Keilbein, dem Kiefer und dem Siebbein und sind nach den Knochen benannt, in deren Nähe sie sich befinden:
- Die Siebbeinzellen zwischen den Augen.
- Die Kieferhöhlen unterhalb der Augen.
- Die Keilbeinhöhlen hinter den Augen.
- Die Stirnhöhlen oberhalb der Augen.
Die Nebenhöhlen sind mit den Nasenhöhlen verbunden und mit einer Schleimhaut ausgekleidet. Diese produziert dünnen Schleim - auch Sekret genannt - der durch die Kanäle aus der Nase abfließt und dazu beiträgt, die Nase sauber und frei von Bakterien zu halten. Normalerweise sind die Nasennebenhöhlen mit Luft gefüllt - sie können aber auch verstopfen und sich mit dem produzierten Sekret füllen. In diesem Fall können sich Bakterien ansiedeln und einen Infekt verursachen, die als Nasennebenhöhlenentzündung, Sinusitis bzw. Rhinosinusitis bekannt ist.
Bei einer Entzündung der Nasenschleimhäute ist das Nasengewebe fast immer geschwollen, wodurch die Nebenhöhlen blockiert werden und Sekrete nicht mehr wie gewohnt ablaufen können. Obwohl die Entzündung von der Stirnhöhle bis zur Keilbeinhöhle alle Nebenhöhlen betreffen kann, ist die Kieferhöhle als größte Nasennebenhöhle am häufigsten und die Keilbeinhöhle am seltensten infiziert.
Arten von Nebenhöhlenentzündungen
Es gibt verschiedene Arten von Nebenhöhlenentzündungen, die sich in ihrer Dauer und Häufigkeit unterscheiden:
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- Akute bakterielle Sinusitis: Plötzliche Erkältungssymptome wie eine laufende oder verstopfte Nase oder ein Druckgefühl im Bereich der Nase. Die Beschwerden klingen innerhalb von 10 Tagen ab.
- Subakute Sinusitis: Die Symptome halten vier bis zwölf Wochen an.
- Wiederkehrende akute Sinusitis: Die Beschwerden treten innerhalb eines Jahres viermal oder öfter wieder auf und dauern jedes Mal weniger als zwei Wochen an.
- Chronische Sinusitis: Symptome wie eine verstopfte Nase, Ausfluss, Schmerzen und ein Druckgefühl im Gesicht und verminderter Geruchssinn bestehen über einen Zeitraum von mindestens 12 Wochen.
Erkältung, Allergie oder Nasennebenhöhlenentzündung?
Es ist nicht immer einfach, zwischen einer Erkältung, einer Allergie und einer Nasennebenhöhlenentzündung zu unterscheiden. Nicht selten zieht eine Erkältung auch die Nebenhöhlen mit in Leidenschaft und löst eine Nebenhöhlenentzündung aus.
Eine Erkältung baut sich typischerweise schrittweise auf, erreicht ihren Höhepunkt und verschwindet dann langsam wieder. Zu den Symptomen zählen Abgeschlagenheit, Schnupfen, Husten, Niesen und Halsschmerzen. Je nach Schweregrad kann auch Fieber auftreten.
Eine Nasenallergie ist eine Entzündung der Nase, die auf reizende Partikel (Staub, Pollen und Hautschuppen) zurückzuführen ist. Zu den Symptomen einer Allergie gehören Niesen, juckende Nase und Augen, verstopfte und laufende Nase und Schleim im Rachen.
Eine Nebenhöhlenentzündung und Allergiesymptome können zeitgleich mit einer Erkältung auftreten.
Die Symptome einer Nasennebenhöhlenentzündung
Die Symptome einer Nasennebenhöhlenentzündung können vielfältig sein:
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- Druckgefühl und Schmerzen im Gesicht: Entzündungen und Schwellungen führen zu einer Verdrängung des Nasensekrets in das Blut und sorgen für einen Druckabfall innerhalb der Nasenhöhlen. Ein dumpfer Schmerz tritt zumeist an der Stirn, auf beiden Seiten der Nase, im Oberkiefer und in den Zähnen sowie zwischen den Augen auf. Das Gesicht kann sich aufgrund des aufgestauten Drucks auch empfindlich anfühlen, in der Regel am Nasenrücken oder unter den Augen, aber auch auf der Stirn und den Wangen.
- Laufende Nase: Der Nasenausfluss ist trüb, grün, gelb oder gar eitrig, kommt aus den infizierten Nasennebenhöhlen und fließt in die Nasengänge ab.
- Verstopfte Nase: Eine Entzündung der Nasennebenhöhlen verursacht häufig eine Schwellung der Nebenhöhlen und Nasengänge und kann zu einer verstopften Nase führen. Das Atmen durch die Nase wird deutlich erschwert und auch Ihr Geschmacks- und Geruchssinn kann davon beeinträchtigt werden.
- Sinus-Kopfschmerzen: Anhaltendes Druckgefühl und Schwellungen in den Nasennebenhöhlen können zu Kopfschmerzen führen. Da sich über Nacht Sekret angesammelt hat, sind Sinuskopfschmerzen morgens oft am schlimmsten und können sich verschlimmern, wenn sich der Luftdruck in Ihrer Umgebung plötzlich ändert oder wenn Sie die Position Ihres Kopfes wechseln.
- Husten: Wenn der Ausfluss aus den Nasennebenhöhlen in den hinteren Teil des Rachens abfließt, kann dies zu Reizungen des Halses führen. Ein hartnäckiger und lästiger Husten, der sich beim Schlafengehen oder morgens nach dem Aufstehen verschlimmern kann, ist oftmals die Folge. Um den Hustenreiz zu mindern, ist das Schlafen mit erhöhtem Kopf zu empfehlen.
- Halsschmerzen und heisere Stimme: Angesammelter Schleim kann zu einem rauen und schmerzenden Hals führen. Die Halsschmerzen beginnen meist zunächst mit einem Kitzeln im Hals. Mit voranschreitender Zeit kann der Schleim den Rachen jedoch reizen und entzünden, was zu schmerzhaften Halsschmerzen und einer heiseren Stimme führt. Häufiges Husten und Räuspern kann eine heisere Stimme verschlimmern.
- Fieber: Eine seltene Begleiterscheinung einer Sinusitis ist Fieber. Fieber ist ein Zeichen dafür, dass der Körper Viren oder eine Infektion verursacht durch Bakterien oder Pilze bekämpft. Bei einer Entzündung der Nebenhöhlen ist das Fieber jedoch meistens mit 38 und 39,4 °C nicht allzu hoch.
- Schlechter Atem (Halitosis): Der Schleim, der von den infizierten Nebenhöhlen produziert wird, kann schlecht riechen und den Rachen hinunter in den Mund tropfen. Viel Wasser trinken und häufiges Spülen des Mundes, Spülen der Nebenhöhlen oder Bürsten der Zunge können helfen, dieses Symptom zu verringern.
Ursachen einer Nebenhöhlenentzündung
Eine Nasennebenhöhlenentzündung wird üblicherweise durch virale oder bakterielle Atemwegsinfekte oder aber durch Pilze verursacht, die die Nasennebenhöhlen anschwellen lassen und diese blockieren. Sie kann grundsätzlich jeden treffen, dennoch haben Menschen mit Nasenallergien, Nasenpolypen, Asthma und abnormalen Nasenstrukturen wie großen Nasenmuscheln ein höheres Risiko, an einer Nebenhöhlenentzündung zu erkranken:
- Erkältungen: Der häufigste Auslöser für eine Nebenhöhlenentzündung ist ein durch Viren verursachter Infekt. Gelegentlich tritt eine Entzündung der Nebenhöhlen auch im Zusammenhang mit einer Infektion mit Bakterien auf. Eine Erkältung beginnt zunächst mit einer laufenden Nase und führt zu einer Anschwellung der Schleimhäute. Diese kann sich auf die Nebenhöhlen ausweiten und den Abfluss des Nasensekrets erschweren. Bakterien können sich ansammeln und zur Entzündung führen.
- Allergien: Wer unter nasalen und saisonalen Allergien sowie Allergien gegen Schimmelpilze leidet, hat ein erhöhtes Risiko an einer Entzündung der Nebenhöhlen zu erkranken.
- Polypen: Nasenpolypen sind Wucherungen der Schleimhaut, die die Luftzufuhr durch das betroffene Nasenloch deutlich einschränkt. Üblicherweise bilden sich Nasenpolypen in beide Nasenlöchern gleichzeitig und führen zu einer erhöhten Absonderung von Schleim.
- Nasenscheidewandverkrümmung: Die Nasenscheidewand ist eine Knorpellinie, die Ihre Nase in zwei Hälften trennt. Eine verkrümmte Nasenscheidewand bedeutet, dass sie auf einer Seite der Nase näher am Nasengang liegt als auf der anderen Seite. Das betroffene Nasenloch verstopft leichter und begünstigt die Entstehung einer Entzündung.
- Vorerkrankungen oder Medikamente: Leiden Sie unter bestimmten Vorerkrankungen wie beispielsweise Asthma, Diabetes, Krebs oder AIDS ist Ihr Immunsystem geschwächt und anfälliger für die Erkrankung an einer Sinusitis. Nicht selten stellen auch Medikamente ein Risiko für eine Entzündung der Nasenhöhlen dar.
- Rauchen: Das Inhalieren von Zigarettenrauch reizt die Schleimhäute und macht sie somit anfälliger für Infekte.
Was bedeutet gelber Schleim?
Normalerweise ist Nasenschleim farblos. Nimmt das Nasensekret eine gelbe Farbe an, steckt meist eine harmlose Erkältung dahinter. Manchmal handelt es sich aber auch um eine ernsthafte Erkrankung.
Im Zuge einer Erkältung beginnt die Nase zu laufen, um Krankheitserreger auszuschwemmen. Der zunächst klare Nasenschleim verfärbt sich innerhalb weniger Tage erst weiß, dann gelb. Die gelbe Farbe ist Zeichen einer normalen Immunreaktion und entsteht durch abgestorbene Abwehrzellen und abgetötete Erreger.
Verändert sich die Farbe des Schleims von farblos zu gelb oder gelb-grünlich, vermuten viele dahinter eine bakterielle Infektion oder gleich eine Nasennebenhöhlenentzündung. Das muss aber nicht sein: Kommt es zu einer Infektion der Atemwege mit Viren oder Bakterien, wird besonders viel und zunächst flüssiger Schleim produziert, um die Keime loszuwerden. Das Sekret soll die Keime sozusagen wegspülen. Gelingt das nicht ausreichend, werden Immunzellen, also Abwehrzellen des Körpers, aktiv, um Viren und Bakterien anzugreifen. Immunzellen sind also der Grund dafür, warum der Schleim bei Schnupfen zäh wird und seine Farbe verändert, hin zu grün oder gelb-grün. Nur auf Basis der Schleimfarbe sollte also keine bakterielle Infektion diagnostiziert werden.
8 Tipps: So werden Sie die Nebenhöhlenentzündung schnell wieder los
Unabhängig von der Ursache für Ihre verstopfte Nase gibt es einfache Möglichkeiten, den Heilungsprozess zu beschleunigen:
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- Benutzen Sie einen Luftbefeuchter: Das Einatmen feuchter Luft beruhigt gereiztes Gewebe und geschwollene Blutgefäße in Nase und Nebenhöhlen. Ein Luftbefeuchter ist also eine einfache Möglichkeit, die Schmerzen in den Nebenhöhlen zu lindern und die verstopfte Nase zeitweise zu befreien.
- Heiß duschen: Auch beim Duschen steigt die Luftfeuchtigkeit an. Der Wasserdampf hilft dabei, den Schleim in der Nase zu lösen und die Entzündung der Nasenschleimhaut zu reduzieren. So kann die Nasenatmung für eine Weile wieder normalisiert werden.
- Inhalieren: Auch die Inhalation von heißem Wasserdampf wirkt schleimlösend. Über einem Kochtopf oder aber mit Hilfe eines Inhalators können Sie heißen Wasserdampf einatmen und diesen bei Bedarf mit ätherischen Ölen anreichern.
- Viel trinken: Sobald Sie eine Erkältung vermuten oder erste Grippesymptome verspüren, ist es wichtig, viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Eine optimale Flüssigkeitszufuhr trägt dazu bei, den Schleim in Ihren Nasengängen zu lösen, das Sekret aus der Nase zu verdrängen und den Druck in Ihren Nasennebenhöhlen zu verringern. Wenn Sie außerdem unter Halsschmerzen leiden, können auch warme Flüssigkeiten wie Tee helfen, die Beschwerden im Hals zu lindern.
- Kochsalzspray: Die Verwendung eines Nasensprays oder Nasentropfen mit Kochsalzlösung kann die Feuchtigkeit in Ihren Nasenlöchern und Nasennebenhöhlen erhöhen. Auch abschwellende Nasensprays können kurzfristig Abhilfe verschaffen, sollten jedoch nicht ohne vorherige ärztliche Absprache eingenommen werden.
- Nasendusche: Auch wenn eine Nasendusche nicht unbedingt beliebt ist, eine Nasenspülung jedoch eine sehr effektive Maßnahme zur Bekämpfung von Krankheitserregern und kann maßgeblich zur Linderung Ihrer Beschwerden beitragen. Die Nasendusche ist ein Behälter, mit dem verstopfte Nasenhöhlen mit einer salzhaltigen Flüssigkeit gereinigt werden, indem Schleim und Sekret aus den Nasengängen gespült werden.
- Warme Kompresse: Eine warme Kompresse kann ebenfalls dabei helfen, die Beschwerden der Nasenverstopfung zu lindern. Durch das Auflegen von warmen Handtüchern oder Kalt-Warm-Kompressen auf den Nasen- und Stirnbereich, öffnen sich die Nasengänge von außen und erleichtern den Abfluss von Nasensekret. Auch Gesichtsschmerzen können mit Kompressen abgemildert werden.
- Alternative Therapien: Um die Beschwerden Ihrer Sinusitis einzudämmen und Sie kurzzeitig von unangenehmem Druckgefühl zu befreien können Akupressur, Akupunktur oder Gesichtsmassage zur Entspannung hilfreich sein.
Medikamente zur Behandlung von Nebenhöhlenentzündungen
Obwohl Sie mit Hausmitteln bereits für eine Linderung der Symptome sorgen können, tragen rezeptfreie Medikamente oftmals ergänzend zum schnellen Abklang der Beschwerden bei.
- EMSER Sinusitis Spray forte: Das Spray verstärkt den Abfluss von Sekret, ermöglicht Ihnen wieder frei zu atmen und befeuchtet die Schleimhäute.
- NASENSPRAY-ratiopharm Erwachsene kons.frei: Das abschwellend wirkende Nasenspray hilft dabei, die Schwellung der Schleimhäute zu reduzieren und ermöglicht Ihnen somit eine freie Nasenatmung. Bitte beachten Sie, dass abschwellende Medikamente bereits ab einer Anwendungszeit von wenigen Tagen zu einem Austrocknen und einer dauerhaften Beschädigung der Schleimhäute führen können.
- Sinupret extract: Ein pflanzliches Medikament in Tablettenform zur Behandlung von Nasennebenhöhlenentzündungen. Sinupret extract wirkt schleimlösend und sorgt für freie Nasenhöhlen.
Hinweis: Wenn sich die Symptome der Nebenhöhlenentzündung nach 10 Tagen nicht bessern, kann Ihr Arzt oder Ihre Ärztin möglicherweise Antibiotika oder verschreibungspflichtige intranasale Steroidsprays verschreiben. Langfristige (chronische) Nebenhöhlenentzündungen können behandelt werden, indem man sich auf die zugrunde liegende Erkrankung konzentriert.
Wann sollte man zum Arzt gehen?
Normalerweise klingt ein erkältungsbedingter Schnupfen innerhalb von sieben bis zehn Tagen ohne Komplikationen ab. Kommt es in der Folge zu einer Entzündung der Nebenhöhlen oder Stirnhöhlen, kann der Heilungsprozess sich ein wenig verlängern. In solchen Fällen kann eine Behandlung mit Medikamenten durch Ärzt*innen erforderlich sein.
Folgende Symptome sprechen für eine bakterielle Infektion und sollten ärztlich abgeklärt werden:
- Fieber ab 38 Grad Celsius
- Erhöhter Puls
- Starke Schmerzen zum Beispiel in den Nebenhöhlen
- Abgeschlagenheit
Vorbeugung: Wie lässt sich gelber Nasenschleim verhindern?
Wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung einer Erkältung mit gelbem Schleim in der Nase ist die Stärkung der Immunabwehr. Ausreichend Schlaf, regelmäßige Bewegung an der frischen Luft, Wechselduschen und eine ausgewogene Ernährung leisten einen wichtigen Beitrag dazu. Auch gründliches Händewaschen und die Vermeidung von Kontakten mit bereits erkrankten Personen reduzieren das Risiko, an einer Erkältung zu erkranken. Wer Schnupfen hat, sollte Taschentücher nach dem Gebrauch entsorgen.