Tanzen ist weit mehr als nur eine Freizeitbeschäftigung. Es ist ein globales, kulturübergreifendes Phänomen mit uralten Wurzeln - und gleichzeitig hochmodern, individuell und wirksam. Die Frage „Warum tanzen Menschen?“ berührt anthropologische, neurobiologische, psychologische und soziale Dimensionen.
Einleitung
Die Auswirkungen des Tanzens auf das menschliche Nervensystem sind vielfältig und tiefgreifend. Von der Freisetzung von Glückshormonen bis hin zur Stärkung sozialer Bindungen bietet das Tanzen eine einzigartige Möglichkeit, Körper und Geist in Einklang zu bringen. Dieser Artikel beleuchtet die komplexen Mechanismen, die beim Tanzen im Nervensystem ablaufen, und untersucht die positiven Auswirkungen auf Stressabbau, kognitive Funktionen und soziale Interaktion.
Tanz als Stressabbau
Es gilt als medizinisch gesichert, dass körperliche Aktivität Stressabbau fördert. Tanz ist nicht nur Freizeitbeschäftigung, sondern die kulturell bedeutsame Aktivität hilft nachweislich dabei, Stress abzubauen, die Resilienz zu stärken und das Wohlbefinden zu verbessern. Erkenntnisse aus der neurobiologischen Forschung zeigen, dass Musik, soziale Kontakte und (anstrengende) körperliche Aktivität die Spiegel von Dopamin, Oxytocin und β-Endorphin erhöhen, was sich positiv auf die Stressregulation und das Wohlbefinden auswirkt. Musik kann zudem auch helfen, Ängstlichkeit, Nervosität, Unruhe und Kummer zu lindern.
Dr. Jonathan Skinner von der University of Roehampton in London und seine dänischen und niederländischen Kollegen untersuchten die Rolle des Tanzens in der Stressregulation. Zudem wertete das Team auch entsprechende Erkenntnisse zu Musik, Rhythmus und sozialer Interaktion aus, die wichtige Komponenten des Tanzens sind. Das Forscherteam fand starke wissenschaftliche Belege für die positiv stressregulierende Wirkung von Musik, sozialer Interaktion und Bewegung. Diese zeigen, dass Tanzen den Stressabbau fördert und die Widerstandskraft gegen Stress stärkt.
Dr. Skinner resümiert: „Es ist faszinierend, dass etwas so Unterhaltsames wie Tanzen tiefgreifende Auswirkungen auf unsere psychische Gesundheit haben kann. Die Übersichtsarbeit ist die erste, die Perspektiven aus verschiedenen Disziplinen zu den stressregulierenden Wirkungen des Tanzes zusammenführt. Sie zeigt, dass Tanz ein großes Potenzial hat, die Stressbewältigung und die Resilienz auf mehreren Ebenen zu fördern. Gleichzeitig hat das Forscherteam festgestellt, dass die vorhandenen Erkenntnisse häufig noch durch eine enge Fokussierung auf Merkmale wie die Intensität der Bewegung eingeschränkt sind.
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Musik als Schlüsselkomponente
Allein die Musik hat auf den Körper gleich eine doppelte Wirkung. So konnten Wissenschaftler vom University College London in Studien zeigen, dass Musikhören die Produktion von Antikörpern ankurbelt und so das Immunsystem stärkt. Forscher der Universität Oldenburg ließen Probanden Tango tanzen - eine Gruppe mit, die andere ohne Musik. Das Ergebnis: Bei denjenigen, die zu den Tangoklängen tanzten, war die Konzentration des Stresshormons Cortisol im Blut deutlich niedriger.
Tanzen ist effektiver Stressabbau, der Spaß macht, und jedem als Mittel zur Verfügung steht: Nur etwa 1,5 Prozent der Bevölkerung haben eine angeborene Störung, die sogenannte Amusie. Sie können Rhythmen nicht richtig einordnen oder in Bewegungen umwandeln. „Der Rest kann tanzen“, sagt Dr. Christensen. Ob Standard, Zumba oder Freestyle: Wer tanze, der begebe sich auf eine Art „Waldspaziergang für das Hirn“.
Kognitive Funktionen und Tanz
Tanzen ist kognitive Schwerstarbeit: Raumwahrnehmung, Taktgefühl, motorisches Lernen, Gedächtnisleistung und Koordination greifen ineinander. Tanzen trainiert die Geschicklichkeit, Beweglichkeit und das Koordinationsvermögen. Und macht aus tanzbegeisterten Kids in der Regel konzentrationsstarke Erwachsene, die sich häufig besonders gut in andere einfühlen können. Auf diesen neu angelegten Autobahnen in unserem Kopf sind Neurotransmitter unterwegs, spezielle Botenstoffe, die unter anderem das Gedächtnis stärken und für eine bessere Konzentrationsfähigkeit sorgen. Der Tango gilt dabei mit seinen anspruchsvollen Schrittfolgen als ein Therapietanz mit weitreichender Wirkung, die auch durch Studien belegt ist. „Gerade das Rückwärtsgehen dabei schickt starke Impulse ans Gehirn“, sagt Professorin Dr. Sabine C. Koch. So seien Parkinson und Demenz Erkrankungen, bei denen Tanzen nachweislich das Fortschreiten verlangsamen oder bestehende Fähigkeiten erhalten könne. Als einen der Wirkfaktoren vermutet Professorin Koch den symbolischen Ausdruck. Außerdem ist das Tanzen eine große Lernhilfe: Von klein auf kann rhythmische Bewegung der Schlüssel für ein besseres mathematisches Verständnis sein. Entwicklungspsychologin Elizabeth Spelke von der US-Universität Harvard fand heraus, dass Tanzpraxis bei Schulkindern räumliches Denken fördert. Kinder, die gern und oft tanzten, schnitten in Geometrie-Tests besser ab als Kinder, die selten oder nie getanzt hatten.
Neuronale Mechanismen
Im Gehirn ermöglichen verschiedene Typen von Synapsen eine effiziente Kommunikation auf der Basis elektro-chemischer Botschaften. Wie genau aber das synaptische Kommunikationsnetzwerk das neuronale Ballett bestimmt, ist weitgehend unbekannt. „In einem Experiment zur Erforschung dieser Frage kann aus der unglaublich großen Anzahl beteiligter Neurone immer nur ein sehr kleiner Teil gleichzeitig beobachtet werden, aus rein technischen Gründen“, erläutert Jovanović. „Eine einflussreiche Theorie des Lernens besagt, dass es zunächst nur auf die beiden Neurone ankommt, die über eine konkrete Synapse kommunizieren“, erklärt Rotter. „Zwingt sie die Aktivierung des Netzwerks zu einem bestimmen Tanzschritt, dann verstärkt sich die Synapse. Geraten sie durch den Einfluss des Netzwerks aus dem Takt, dann schwächt sich die Synapse ab.“ Um herauszufinden, welche Rolle in diesem Zusammenhang so genannte Korrelationen dritter Ordnung spielen, haben die Forscher ein mathematisches Modell, den Hawkes-Prozess, angewandt. Damit ist es ihnen gelungen, die relative Bedeutung neuronaler Dreiecksbeziehungen zu berechnen.
Synchronisierung im Gehirn
Prozesse der Synchronisierung umgeben uns alltäglich, jedoch sind deren zugrunde liegende Mechanismen bis dato nicht ausreichend entschlüsselt. In ihrer Forschung an komplexen Systemen gelang es einem Team von Informatikern und Mathematikern der University of Sydney und des Max-Planck-Instituts für Mathematik in den Naturwissenschaften eine Methode zu entwickeln, die beschreibt, was für viele von uns selbstverständlich ist - wie leicht oder schwer es sein kann, aus dem Takt zu geraten. Das Phänomen der Synchronisierung begegnet uns in unserem Alltag ständig und überall. Es verbirgt sich beispielsweise im Klatschen und Tanzen, im Blinken von Glühwürmchen und im Zusammenspiel unserer Neuronen und Herzzellen. Jedoch gelang es Wissenschaftlern bis dato nicht, diese Vorgänge vollständig zu verstehen.
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Associate Professor Joseph Lizier, Experte für komplexe Systeme an der Universität Sydney, sagt: "Wir alle kennen das Gefühl, in einer Menschenmenge im Rhythmus zu tanzen - oder auch das unangenehme Gefühl, wenn Menschen beim Klatschen zur Musik aus dem Takt geraten. In der Natur laufen ähnliche Prozesse ab, und es ist wichtig, dass wir besser verstehen, wie es funktioniert, in und aus dem Takt zu kommen. Prozesse der Synchronisierung können sowohl positive als auch negative Auswirkungen haben. „Ein Beispiel für einen positiven Aspekt der Synchronisierung eines Systems ist unser Herzschlag, bei dem alle Zellen unseres Herzens in einem gemeinsamen Takt schlagen anstatt zu flimmern.
Joseph Lizier und Kollegen vom Max-Planck-Institut in Leipzig haben neue Forschungsergebnisse zur Synchronisation veröffentlicht. Die Forscher liefern eine mathematische Erklärung, wie die Netzwerkstruktur selbst, die die Verknüpfung einer Reihe einzelner Elemente darstellt, synchronisierende Aktivitäten ihrer individuellen Elemente steuern kann. Dies ist ein wichtiger Einblick in die Funktionsweise dieser Systeme, da in den meisten realen Systemen kein individuelles Element alle anderen kontrollieren kann. Ebenso wenig hat ein einzelnes Element direkten Einblick in alle anderen und kann auf sie reagieren: Sie stehen nur über ein Netzwerk miteinander in Verbindung.
Joseph Lizier sagt dazu: "Unsere Ergebnisse eröffnen neue Möglichkeiten für das Design von Netzwerkstrukturen oder für das Eingreifen in Netzwerke - zum Beispiel, wenn es darum geht, Stromnetze für die Energiewende zu stabilisieren oder die Synchronisation bestimmter Nervenzellen im Gehirn zu unterbinden, die zu Epilepsie führen kann". Um zu verstehen, wie diese Systeme funktionieren, untersuchten die Wissenschaftler sogenannte "Wanderungen" durch ein komplexes Netzwerk. Dabei handelt es sich um eine Folge von aufeinanderfolgenden Sprüngen zwischen den einzelnen Elementen oder Knoten des Netzwerks.
Lizier erklärt: "Unsere Mathematik untersucht paarweise Wanderungen: Sie beginnen an einem Knoten und gehen zwei Pfade mit zufälligen Sprüngen zwischen den Knoten für eine bestimmte Anzahl von Schritten. Die beiden Pfade können am selben Knoten enden (konvergente Pfade) oder an verschiedenen Knoten (divergente Pfade). “Unsere wichtigste Erkenntnis ist, dass die Synchronisierung in einem Netzwerk umso schlechter ist, je mehr konvergente Pfade es aufweist". Für das Gehirn, wo Synchronisation unerwünscht ist, weil sie Epilepsie verursachen kann, ist dies eine gute Nachricht. Die modulare Struktur des Gehirns bedeutet, dass es einen hohen Anteil an konvergenten Prozessen hat, die es auf natürliche Weise vor der Entstehung von Anfällen schützen."Wir können sogar eine Analogie zu sozialen Medien mit ihrem Echokammer-Phänomen herstellen", sagt Mitautor Professor Jürgen Jost, dessen Forschungsgruppe sich außerdem mit der Dynamik sozialer Netzwerke beschäftigt.
Soziale Interaktion und Tanz
Tanzen erlaubt das unmittelbare Ausdrücken innerer Zustände, fernab von Sprache. Tanzen in Gruppen oder Paaren fördert soziale Integration, stärkt das Vertrauen und baut kulturelle sowie altersbedingte Barrieren ab. Denn Tanzen kann soziale Brücken bauen, Freundschaften, Liebe - und sogar Frieden - stiften. „Es eröffnet nämlich eine andere Kommunikationsebene“, erläutert Dr. Julia F. Christensen. Genau sind die Mechanismen wissenschaftlich noch nicht verstanden, aber man geht davon aus, dass die synchronen Bewegungen es den Tanzpartnern erleichtern, in die Rolle des anderen zu schlüpfen und so ein besseres Verständnis füreinander zu entwickeln. Dr. Christensen: „Wenn der eine die Bewegungen des anderen spiegelt, so zeigen Studien, nimmt er den anderen als Teil seiner selbst auf.“ Es erwächst praktisch eine Einheit. „Mit Tanz kann das ausgedrückt werden, was sich mit Worten nicht sagen lässt.“
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Spiegelneuronen und Empathie
Schon seit längerem ist bekannt, das spezielle Schaltkreise im Gehirn, die sogenannten Spiegelneuronen, auf Emotionen und Bewegungen Anderer reagieren. Unwillkürlich entstehen in diesen Gehirnbereichen ähnliche Aktivitätsmuster, wie bei dem gerade beobachteten Gegenüber. Unklar war aber bisher, inwieweit auch komplexe Bewegungsmuster wie das Tanzen solche Spiegelungen auslösen können. Nach Angaben der Forscher zeigen ihre Ergebnisse, dass selbst die reine Beobachtung des Tanzens das Spiegelsystem aktiviert und eine Art Trainingseffekt im Gehirn bewirkt. „Selbst Ballettzuschauer, die selbst nie die auf der Bühne gezeigten Bewegungen ausgeführt haben, zeigen Veränderungen in der Gehirnaktivität, wenn sie bereits häufiger solche Aufführungen besucht haben“, schreiben Corinne Jola von der University of Surrey und ihre Kollegen.
Motorische Areale im Gehirn von Ballettfreunden reagieren beim Zuschauen einer Tanzvorführung besonders sensibel. Aber vielleicht genügt es manchmal sogar schon, einfach genau zuzuschauen. Denn wie Forscher seit Längerem vermuten, werden dieselben Hirnareale sowohl beim Ausführen als auch beim bloßen Beobachten einer Handlung aktiv. Corinne Jola von der University of Surrey und ihr Team wählten gezielt Probanden aus, die für Tanzdarbietungen schwärmten, selbst aber noch nie getanzt hatten. Mindestens fünf Mal im Jahr gingen die 20 Versuchsteilnehmer entweder ins Ballett oder sahen sich traditionelle indische Tänze an. Die Kontrollgruppe bildeten Teilnehmer ohne entsprechende Interessen.
Im Experiment präsentierten zwei professionelle Tänzerinnen den Probanden zunächst fünf Minuten lang klassisches Ballett, anschließend indischen "Bharatanatyam". Gleichzeitig mit den Vorführungen stimulierten die Forscher die Neurone des primären motorischen Kortex mittels Magnetfeldern und maßen dabei die Spannungsänderungen in Hand- und Armmuskulatur - so genannte motorisch evozierte Potenziale (MEP). Beim klassischen Tanz spielen vor allem die Arme eine wichtige Rolle, während indische Tänzerinnen ihre Finger gestenreich einsetzen.
Bei der klassischen Tanzvorführung ahmten die Ballettliebhaber die Bewegungen der Tänzerin quasi auf neuronaler Eben nach. Beim indischen Tanz dagegen blieb dieser Effekt aus. Tatsächlich wiesen die erfahrenen Ballettzuschauer größere Amplituden in den MEPs der Armmuskulatur auf, wenn sie die vertraute Ballettdarbietung sahen. Demnach schien allein das Zuschauen die motorischen Hirnareale zu aktivieren - die Probanden ahmten die Bewegungen quasi innerlich nach. Die Liebhaber indischer Tänze zeigten allerdings entgegen der Erwartungen der Forscher keine erhöhten MEPs in der Fingermuskulatur. Die gestenreichen Bewegungen könnten möglicherweise zu kompliziert für die Nachahmung sein. Derartig verstärkte Muskelreaktionen hatten Forscher bisher nur bei Menschen registriert, die Bewegungen beobachteten, die sie auch selbst gut beherrschten. Doch auch regelmäßiges Zuschauen kann offenbar den gleichen Effekt haben.
Tanz als Therapie
Tanzen ist nicht nur ein Vergnügen, sondern auch eine wirksame Therapieform. Tanztherapie kann die Lebensqualität verbessern, insbesondere bei Erkrankungen wie Parkinson und Demenz. So seien Parkinson und Demenz Erkrankungen, bei denen Tanzen nachweislich das Fortschreiten verlangsamen oder bestehende Fähigkeiten erhalten könne. Als einen der Wirkfaktoren vermutet Professorin Koch den symbolischen Ausdruck.
Der Tango gilt dabei mit seinen anspruchsvollen Schrittfolgen als ein Therapietanz mit weitreichender Wirkung, die auch durch Studien belegt ist. „Gerade das Rückwärtsgehen dabei schickt starke Impulse ans Gehirn“, sagt Professorin Dr. Sabine C. Koch.
Die Bedeutung des Rhythmus
Wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge reagiert bereits das Gehirn von Neugeborenen auf plötzliche Taktunterbrechungen in der Musik, sie haben also schon ein Rhythmusgefühl. Die Fähigkeit, einem Rhythmus zu folgen, ist jedem in die Wiege gelegt. Ob klassische Ballett-Ausbildung, Tanzkreis im Kindergarten oder Hip-Hop im Jugendalter auf einem Konzert, spielt dabei laut Forschern übrigens keine Rolle.
Die Lust am Tempo
Viele kennen das Kribbeln im Bauch vom Achterbahnfahren. Dabei wird unser sympathisches Nervensystem angeregt, Puls und Atem beschleunigen sich, Dopamin, Endorphine und Adrenalin werden freigesetzt. Die Lust am Tempo ist fest in uns verankert: Forschende haben sogar "Speedzellen" im Gehirn entdeckt, die speziell auf Geschwindigkeit reagieren. Die Studie des norwegischen Ehepaars Edvard und May-Britt Moser, das bereits für einen ähnlichen Fund den Medizin-Nobelpreis erhielt, erschien damals im Fachblatt "Nature“. Bestimmte Neuronen in einer Nachbarregion des Hippocampus, der mit Orientierung und Gedächtnis in Verbindung steht, feuerten umso mehr, je schneller die Tiere mit ihrem Fred-Feuerstein-Auto unterwegs waren. Die visuelle Wahrnehmung schien dabei keine Rolle zu spielen - im Dunkeln passierte das Gleiche im Nagerhirn.
Praktische Tipps für den Tanzeinstieg
Wer die Abfolge von Schritten korrekt und am liebsten perfekt umsetzen will, setzt sich selbst schnell zu sehr unter Druck. Besser ist es, einfach der Musik zuzuhören und sie zu genießen. Welche Instrumente spielen gerade? Worum geht es im Text? Es hilft auch, einen einfachen Grundschritt auszuführen, sich im Takt zu wiegen oder mit den Händen den Rhythmus zu klopfen. Lassen Sie sich von den Klängen treiben, ohne viel darüber nachzudenken. Tanzen ist umso gesünder, je mehr Spaß es macht. Sorgen Sie sich also nicht darum, ob Ihre Schritte technisch perfekt sind. Denken Sie daran, dass der Tanzsinn angeboren ist - er mag sich verstecken, aber er ist da. Hobbytanzen ist eine tolle Art, um das Stresshormon Cortisol abzubauen. Wird aber eine Art Wettbewerbstanzen daraus, geht dieser gute Effekt nicht nur verloren, der Cortisolspiegel im Blut steigt sogar an. Neues müssen wir erst erlernen, das gilt für komplexe Bewegungsabläufe ganz besonders. Das ist so beim Autofahren - und auch bei Tänzen wie Salsa, Swing und Tango. Unser Gehirn verfügt aber über Neuroplastizität - das heißt, es kann ein Leben lang lernen. Das braucht aber Zeit.
Tanzen trotz Einschränkungen
Es gibt spezielle Kurse wie TanzFit, die auf individuelle Bedürfnisse achten. Auch als Single kann man jederzeit mit dem Tanzen beginnen. Auch wenn man schon ewig nicht mehr tanzen war, ist ein Wiedereinstieg jederzeit möglich.
Die WHO-Studie: Ein Weckruf
Die WHO-Studie bringt Klarheit - und klingt wie ein Weckruf. Fast 1,8 Milliarden Erwachsene bewegen sich zu wenig. Und: Die Zahl steigt weiter. Herzprobleme, Depressionen, Diabetes - viele Krankheiten, die uns belasten, haben denselben Ursprung: Bewegungsmangel. Die WHO macht deutlich: Wir brauchen mehr Bewegung. Jetzt. Mit nur einer Stunde Tanzen pro Woche tut man seinem Körper mehr Gutes als mit jedem Fitnessabo, das man nie nutzt.
Tanzen als sozialer Faktor
Tanzen wirkt wie ein Kurzurlaub fürs Nervensystem. Stressbedingte Erkrankungen steigen. Der Körper fährt hoch, aber wir finden keinen Ausgleich. Tanzen senkt den Cortisol-Spiegel, hebt die Stimmung, verbindet uns mit anderen. Es ist soziale Bewegung - und das macht den Unterschied.
Die Formel für ein längeres Leben
Der Alternsforscher Sven Voelpel hat eine Formel aufgestellt, durch die sich der Alterungsprozess verlangsamen lassen soll.
Forschung mit Tänzern
In dem Experiment verband das Team um Félix Bigand und Giacomo Novembre 80 Tänzerinnen und Tänzern teilweise die Augen, um die Rolle der visuellen Wahrnehmung zu messen. Außerdem ließen sie die Studienteilnehmer nicht nur zu Musik, sondern auch ohne Musik tanzen. Die Forscher fanden heraus, dass das Visuelle eine besonders wichtige Rolle spielte.
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