Maxim Pille und Migräne: Ein umfassender Leitfaden

Die Frage, ob die Einnahme der Maxim Pille und das Auftreten von Migräne in Zusammenhang stehen, ist komplex und vielschichtig. Es gibt keine einfache Ja- oder Nein-Antwort, da verschiedene Faktoren eine Rolle spielen, darunter die Art der Migräne, das Alter der Frau, weitere Risikofaktoren und die spezifische Zusammensetzung der Pille.

Migräne und hormonelle Verhütung: Ein Überblick

Migräne ist mehr als nur Kopfschmerz. Sie umfasst eine Kopfschmerzphase, die oft von Übelkeit, Brechreiz und extremer Empfindlichkeit gegenüber Licht und Geräuschen begleitet wird. Bei manchen Menschen treten sogenannte Auren auf, die Störungen des Geruchs- oder Sehsinns oder Empfindungsstörungen verursachen können.

Hormonelle Schwankungen, insbesondere des Östrogenspiegels, können Migräneattacken auslösen. Dies erklärt, warum Frauen häufiger von Migräne betroffen sind als Männer und warum es eine spezielle Form der Migräne gibt, die sogenannte menstruelle Migräne.

Die Pille und ihre Auswirkungen auf Migräne

Die Antibabypille enthält in der Regel eine Kombination aus Östrogen und Gestagen. Diese Hormone unterdrücken den Eisprung und verhindern so eine Schwangerschaft. Allerdings können sie auch den Hormonhaushalt beeinflussen und somit Auswirkungen auf Migräne haben.

Früher wurde die Pille oft zur Migräneprophylaxe eingesetzt, da man davon ausging, dass der Hormonumschwung vor der Regelblutung Migräneattacken auslöst. Heute weiß man, dass die Sache komplizierter ist.

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Migräne ohne Aura

Bei Migräne ohne Aura kann die Pille tatsächlich hilfreich sein, um weitere Attacken abzuschwächen oder sogar zu verhindern. Wichtig ist dabei, Dosierung und Einnahmefrequenz zu beachten. Kombinationspillen, die sowohl Östrogen als auch Gestagen enthalten, können eingenommen werden, sollten aber möglichst niedrig dosiert sein und über einen längeren Zeitraum (bis zu 6 Monate) ohne Pillenpause eingenommen werden, um den Hormonabfall zu vermeiden.

Migräne mit Aura

Bei Migräne mit Aura wird die Pille kritischer betrachtet. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät Frauen mit Migräne mit Aura jeden Alters von der Pilleneinnahme ab, da sie das Schlaganfallrisiko erhöhen kann. Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) relativiert dies jedoch und weist darauf hin, dass das absolute Schlaganfallrisiko für junge Frauen mit Migräne mit Aura nur leicht erhöht sei, abhängig von der Aktivität der Migräne.

Zusätzliche Risikofaktoren

Das Schlaganfallrisiko steigt, wenn zur Migräne mit Aura weitere Risikofaktoren wie Rauchen hinzukommen. Die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft empfiehlt Aura-Migränikerinnen, die Kombination von Rauchen und Antibabypille zu vermeiden, da sich das Schlaganfallrisiko dadurch um das Zehnfache erhöhe.

Die Maxim Pille im Detail

Die Mikropille Maxim® gehört zu den hormonellen Verhütungsmethoden und enthält eine niedrig dosierte Kombination aus Östrogen und Gestagen. Sie kann sowohl positive als auch negative Nebenwirkungen haben, die jedoch nicht jede Anwenderin betreffen müssen.

Mögliche Nebenwirkungen der Maxim®-Pille

Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören Kopf- und Brustschmerzen, Brustbeschwerden und Brustspannen. Auch Entzündungen der Scheide, Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit und depressive Verstimmungen können auftreten. Einige Frauen berichten von Gewichtszunahme durch Wassereinlagerungen oder Heißhungerattacken.

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Positive Nebenwirkungen der Maxim®-Pille

Die Maxim®-Pille kann auch positive Nebenwirkungen haben. Sie kann bei Frauen mit einer verstärkten Wirkung von männlichen Hormonen eine Besserung der Akne bewirken und das Prämenstruelle Syndrom (PMS) lindern.

Alternativen zur Pille bei Migräne

Wenn die Pille als Auslöser für Migräneattacken in Frage kommt oder aufgrund anderer Risikofaktoren nicht geeignet ist, gibt es verschiedene alternative Verhütungsmethoden:

  • Hormonfreie Verhütung: Kupfer- oder Gold-Spiralen, Kondome, Diaphragma oder natürliche Verhütungsmethoden wie die Natürliche Familienplanung (NFP).
  • Gestagen-Pillen (Minipille): Diese enthalten kein Östrogen und werden ohne Pause eingenommen, wodurch der Hormonspiegel konstant bleibt.
  • Hormonstäbchen: Dieses wird in den Arm eingesetzt und schützt drei Jahre vor einer Schwangerschaft.
  • NuvaRing: Ein Vaginalring, der Hormone abgibt.

Die Pille durchnehmen: Eine Option?

Die Pille durchzunehmen bedeutet, sie ohne die übliche siebentägige Pause einzunehmen. Dies kann für Frauen mit menstruationsabhängiger Migräne von Vorteil sein, da der Hormonspiegel konstant bleibt und der Abfall des Östrogenspiegels vermieden wird.

Vorteile der durchgehenden Einnahme

  • Weniger Menstruationsbeschwerden wie Migräne, PMS, Bauchkrämpfe oder Stimmungsschwankungen.
  • Vorteilhaft bei zyklusabhängigen Erkrankungen wie Endometriose oder dem PCO-Syndrom.
  • Höherer Empfängnisschutz, da der Eisprung nachhaltiger unterdrückt wird und Einnahmefehler weniger Einfluss haben.
  • Mehr Flexibilität im Alltag, da die Blutung ausbleibt.

Nachteile der durchgehenden Einnahme

  • Zwischenblutungen, insbesondere zu Beginn der Dauereinnahme.
  • Das Ausbleiben der Abbruchblutung in der Pillenpause, wenn man sie doch wieder einlegt.

Geeignete Pillen für die durchgehende Einnahme

Grundsätzlich kommen für die durchgehende Einnahme niedrig dosierte Einphasenpräparate (Mikropillen) infrage, bei denen jedes Dragee die gleiche Menge Hormone enthält.

Wichtiger Hinweis

Bevor Sie sich entscheiden, die Antibabypille durchzunehmen, sprechen Sie unbedingt mit Ihrer Frauenärztin / Ihrem Frauenarzt. Nicht jedes Pillenpräparat ist für den Langzyklus geeignet.

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Was tun bei Migräne unter der Pille?

Wenn Sie unter der Einnahme der Pille unter Migräne leiden, sollten Sie folgende Schritte unternehmen:

  1. Führen Sie ein Kopfschmerztagebuch: Dokumentieren Sie Ihre Migräneattacken, um mögliche Triggerfaktoren zu identifizieren.
  2. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt: Besprechen Sie Ihre Beschwerden mit Ihrem Arzt und lassen Sie sich beraten, welche Verhütungsmethode für Sie am besten geeignet ist.
  3. Setzen Sie die Pille gegebenenfalls ab: Wenn die Pille als Auslöser für Ihre Migräne in Frage kommt, kann es sinnvoll sein, sie eine Zeit lang abzusetzen, um zu sehen, ob sich Ihre Beschwerden verbessern.
  4. Achten Sie auf einen gesunden Lebensstil: Vermeiden Sie Stress, Schlafmangel und unregelmäßige Mahlzeiten, da diese Faktoren Migräneattacken auslösen können.
  5. Probieren Sie alternative Therapien aus: Entspannungstechniken, Akupunktur oder eine Ernährungsumstellung können helfen, Migräneattacken zu reduzieren.

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