Die Nerven, gegründet 2010 in Stuttgart, haben sich in den vergangenen Jahren zu einer der prägnantesten und profiliertesten Rockbands Deutschlands entwickelt. Bekannt für ihren kompromisslosen Punkrock-Sound, der Einflüsse von No Wave und New Wave integriert, besteht das Trio seit 2012 aus Max Rieger (Gesang, Gitarre), Julian Knoth (Gesang, Bass) und Kevin Kuhn (Schlagzeug). Rieger ist zudem als Produzent für andere Künstler tätig, Kuhn ist aktuell in der Band Scharping aktiv. Nach dem Erfolg ihres Albums "Fake" im Jahr 2018 melden sich Die Nerven nun mit einem neuen, selbstbetitelten Album zurück, das am 7. Oktober über Glitterhouse Records erscheint.
Das neue Album: Ein schwarzes Kapitel?
Das fünfte Studioalbum der Band, schlicht "Die Nerven" genannt, wird von der Band selbst augenzwinkernd als ihr "schwarzes Album" bezeichnet, in Anlehnung an Metallicas gleichnamiges Album. Das Cover zeigt einen schwarzen Schäferhund vor düsterem Hintergrund. Die Nerven bleiben ihrem Stil treu, erweitern ihn aber um neue Elemente. So kommen Streicherarrangements und Piano zum Einsatz, während Synthesizer, die auf früheren Alben präsent waren, wieder verschwunden sind. Die Band hat aus 16 fertigen Songs zehn für das Album ausgewählt.
Die Songs wurden live in den Berliner Candy Bomber Studios eingespielt, ohne Klick, gemeinsam und gleichzeitig, was den organischen Charakter der Musik unterstreicht. Die Produktion des Albums wurde von Ingo Kraus geleitet, während Moses Schneider die Take-Auswahl übernahm. Die Nerven haben sich bewusst dafür entschieden, so viel wie möglich selbst zu machen und sich nur für bestimmte Prozesse externe Unterstützung zu holen.
Max Rieger mischte das Album selbst. Die Bandmitglieder erkannten, dass sie am stärksten sind, wenn sie ihre unterschiedlichen Projekte in die Band einbringen können und es keine Hemmungen gibt.
Inhaltliche Tiefe und politische Skepsis
Die Texte der Songs, die bereits vor der Pandemie entstanden sind, thematisieren gesellschaftliche Zwänge und politische Skepsis. Die Single "Europa", die bereits im April im ZDF Magazin Royale von Jan Böhmermann präsentiert wurde, behandelt das behütete Lebensgefühl einer im sicheren Europa aufgewachsenen Generation und die Risse und dunklen Seiten dieser Scheinwelt.
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"Keine Bewegung", die zweite Vorabsingle, behandelt persönliche Unsicherheiten, Unbeständigkeit, unsichtbare Wände und Grenzen angesichts der Schnelllebigkeit der Gesellschaft. Constantin Timm führte Regie beim Musikvideo, in dem Die Nerven bei Wind und Wetter still im Nirgendwo performen, während die Zeit an ihnen vorbeifließt.
Die Nerven frickeln keine bedeutungsschwangere Agenda, sondern pflocken Nadeln aus Zeitgeist in die genannten Landkartenumrisse. Als wispernde Zynismen oder vernichtende Parolen startet die Platte aufbrausend, energiestark.
Die "100 Milliarden Dezibel"-Tour
Um das neue Album live zu präsentieren, touren Die Nerven im Herbst unter dem Titel "100 Milliarden Dezibel" durch Deutschland, Österreich und die Schweiz.
Hier sind einige der bestätigten Tourdaten:
- 13.10, Jena, Kassablanca
- 10., Bielefeld, Forum
- 10., Köln, Gebäude9
- 10., Rostock, MAU Club
- 10., Magdeburg, Moritzhof
- 10., Berlin, Huxleys
- Dresden, Groovestation
- 10., Bremen, Tower
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Die Band legt Wert darauf, die Tour nicht zu groß werden zu lassen und weiterhin in einem Kleinbus unterwegs zu sein. Sie wollen weiterhin in einem Kleinbus unterwegs sein. Die Routenführung ist okay. Wir fahren keine unnötigen Kilometer. Der Exzess hält sich wirklich in Grenzen.
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Die Nerven: Mehr als nur eine Band
Die Nerven sind mehr als nur eine Band; sie sind ein Kollektiv, das Popkultur mitgestaltet. Ihre Musik ist ein Spiegelbild der Gesellschaft, der Zeitgeist wird wachgerüttelt. Sie scheuen sich nicht, unbequeme Themen anzusprechen und Konventionen zu brechen. Die Band will gar nicht ins System passen, sondern sticheln - typisch Punks eben.
Die Nerven haben sich bewusst dafür entschieden, nicht an dem schnelllebigen Musikgeschäft teilzunehmen und sich stattdessen auf ihre Arbeit zu konzentrieren. Pausen tun gut. Es wird dann einfach vergessen, dass Absenz auch wichtig ist.
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