Nervenzelle: Konzentration, Funktion und Bedeutung von Calciumionen

Einleitung

Calciumionen (Ca2+) spielen eine entscheidende Rolle in zahlreichen zellulären Prozessen, insbesondere in Nervenzellen. Ihre Konzentration innerhalb und außerhalb der Zelle beeinflusst maßgeblich die Signalübertragung, die synaptische Plastizität und somit die gesamte neuronale Funktion. Dieser Artikel beleuchtet die vielfältigen Funktionen von Calciumionen in Nervenzellen und deren Bedeutung für das Verständnis komplexer neurologischer Prozesse.

Calcium-Signale: Definition und Grundlagen

Calcium-Signale sind biochemische Signale, die durch Änderungen der Konzentration von Calcium-Ionen innerhalb einer Zelle oder im Zwischenzellraum entstehen. Sie sind entscheidend für die Kommunikation zwischen und innerhalb von Zellen und beeinflussen viele physiologische Prozesse. Calcium-Ionen (Ca2+) dienen als sekundäre Botenstoffe und ermöglichen die schnelle Übertragung und Verstärkung von Signalen im Zellinneren.

Beispiele für Calcium-Signale

Ein klassisches Beispiel für ein Calcium-Signal ist die Muskelkontraktion. Wenn ein Nervensignal einen Muskel erreicht, werden Calcium-Ionen freigesetzt, die die Muskelproteine zur Kontraktion anregen. Ein weiteres Beispiel ist die Synapsenübertragung im Nervensystem. Wenn ein Nervensignal eine Synapse erreicht, kann die Freisetzung von Calcium-Ionen die Ausschüttung von Neurotransmittern bewirken, die dann das Signal an die nächste Zelle weiterleiten. Ein drittes Beispiel ist die Reizleitung im Herz, wo Calcium-Signale dafür sorgen, dass das Herz in einem stetigen Rhythmus schlägt.

Mechanismen und Funktionen von Calcium-Signalen

Calcium-Signale funktionieren, indem Calcium-Ionen (Ca2+) in die Zelle einströmen oder innerhalb der Zelle freigesetzt werden. Dies geschieht häufig über spezialisierte Calciumkanäle in der Zellmembran oder organellen-spezifische Kanäle, wie im Endoplasmatischen Retikulum (ER). Der Eintritt oder die Freisetzung von Calcium führt zu einer temporären Erhöhung der intrazellulären Calciumkonzentration, was eine Vielzahl von Zellreaktionen aktiviert:

  • Aktivierung von Enzymen
  • Änderung der Zellform
  • Exozytose von Vesikeln

Diese Calcium-induzierten Prozesse sind oft Teil von Signalwegen, die helfen, extrazelluläre Signale in spezifische zelluläre Antworten umzuwandeln. Ein Beispiel für die Funktion von Calcium-Signalen ist der Prozess der Muskelentladung, bei dem Calcium-Ionen die Kontraktion smuskulärer Fasern steuern. Ebenso in Nervenzellen, um elektrische Signale entlang der Axonmembran zu übertragen.

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Ein faszinierender Aspekt von Calcium-Signalen ist die sogenannte Calcium-Oszillation, bei der die Calciumkonzentration rhythmisch ansteigt und abfällt. Dies kann Minuten bis Stunden andauern und wird oft verwendet, um die Dauer einer zellulären Antwort signifikant zu verlängern, ohne dass es zu einer kontinuierlichen hohen Calciumkonzentration kommt. Diese Oszillationen sind besonders wichtig in der Embryogenese und bei der Aktivierung von Immunzellen.

Wichtige Funktionen von Calcium-Signalen

Calcium-Signale sind aufgrund ihrer breiten Funktionalität entscheidend für viele lebenswichtige Prozesse. Zu den wichtigsten Funktionen gehören:

  • Regulierung der Muskelkontraktion: Calcium-Ionen ermöglichen die Interaktion von Aktin und Myosin, den Hauptbestandteilen von Muskelfasern.
  • Neuronale Kommunikation: Calcium-Signale sind entscheidend bei der Freisetzung von Neurotransmittern an Synapsen.
  • Regulierung des Zellzyklus: Calcium reguliert Prozesse wie die Zellteilung und die Differenzierung.
  • Signaltransduktion: z.B. bei der Aktivierung von T-Zellen in der adaptiven Immunantwort.

Die Calcium-induzierte Kalziumfreisetzung (CICR) ist ein Mechanismus, bei dem der Eintritt von Calcium in die Zelle die Freisetzung von zusätzlichem Calcium aus internen Speichern wie dem ER auslöst.

Rolle von Calcium-Signalen im Nervensystem

Calcium-Signale sind von großer Bedeutung für die Funktion von Neuronen. Sie beeinflussen sowohl die Übertragung von Informationen als auch die Plastizität des Gehirns.

Aufgaben von Calcium-Signalen in Neuronen

Calcium-Signale übernehmen im Nervensystem zahlreiche Aufgaben. Neuronen nutzen Calcium-Ionen sowohl zur Signalübertragung als auch zur Regulierung zellulärer Prozesse. Calcium gelangt durch spannungsabhängige Calciumkanäle in die Zelle, wenn ein Aktionspotenzial die Zelle erreicht.

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Sobald Calcium in das Neuron eintritt, initiiert es viele wichtige Funktionen:

  • Freisetzung von Neurotransmittern an den Synapsen
  • Modulation von Ionenkanälen
  • Aktivierung von Genen für synaptische Plastizität
  • Regulierung des neuronalen Zytoskeletts

Diese Funktionen sind entscheidend für die synaptische Übertragung sowie für die Langzeitpotenzierung, welche die Grundlage für Lernen und Gedächtnis bildet. Synaptische Plastizität beschreibt die Fähigkeit von Synapsen, ihre Stärke als Antwort auf anhaltende Veränderungen in der neuronalen Aktivität zu modifizieren.

Ein Beispiel für die Rolle von Calcium im Nervensystem ist die synaptische Stärkung durch die Einbeziehung neuer synaptischer Verbindungen, ein Prozess, der von der Erhöhung der intrazellulären Calciumkonzentration abhängt.

Ein tiefgehenderer Aspekt der Calcium-Signale ist ihre Beteiligung an der Aktivierung des Transkriptionsfaktors CREB (cAMP response element-binding protein). Calcium-Signale beeinflussen CREB, indem sie spezifische Kinasen aktivieren, die CREB phosphorylieren und somit die Genexpression verändern. Diese Veränderungen sind entscheidend für die neuronale Plastizität und das Langzeitgedächtnis.

Calcium wirkt auch als Puffer für die Reduzierung von Schäden durch zelluläre Erregung, indem es die Zellaktivität dämpft.

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Auswirkungen von Calcium-Signalen auf neuronale Aktivität

Calcium-Signale beeinflussen die neuronale Aktivität auf vielfältige Weise und sind entscheidend für das Verständnis der neuronalen Funktion. Durch die Regulation der Calciumkonzentrationen innerhalb von Neuronen wird die Effizienz der Aktionspotentialausbreitung verändert.

Die Hauptauswirkungen sind:

  • Steigerung der neuronalen Feuerfrequenz durch Aktivierung spannungsabhängiger Ionenkanäle
  • Regulierung der Freisetzung von Vesikeln an chemischen Synapsen
  • Modulation der neuronalen Erregbarkeit durch Veränderungen im Calciumgehalt
  • Beeinflussung der Ca2+-abhängigen Proteinkinasen, die Signaltransduktionswege steuern

Durch diese Mechanismen tragen Calcium-Signale zur Verschaltung und Verarbeitung von Informationen im Gehirn bei.

Ein praktisches Beispiel zeigt sich in der Neurotransmitterfreisetzung: Eine Erhöhung des Calciumspiegels an der synaptischen Endigung führt zur Exozytose der Neurotransmittervesikel, wodurch das Signal an das nächste Neuron weitergeleitet wird.

Die Calciumantwort als neuronaler Informationsspeicher

Wissenschaftler der Charité - Universitätsmedizin Berlin haben auf der Ebene einzelner Nervenzellen einen Mechanismus identifiziert, der bei der Gedächtnisbildung eine Rolle spielen könnte. Sie stellten fest, dass rückwärts wandernde elektrische Impulse einen Rezeptor im Innern der Zelle aktivieren und so die Calciumantwort in ausgewählten Bereichen einer Nervenzelle langfristig verändern. Forschungsergebnisse der vergangenen Jahrzehnte zeigen immer deutlicher, dass Gedächtnisinhalte in Form von dauerhaften Veränderungen in der Art und Weise, wie Nervenzellen miteinander kommunizieren und in der Stärke ihrer Verbindungen zueinander kodiert sind. Lernen evoziert in den Zellen ein spezifisches Muster elektrischer Aktivität, welches das Antwortverhalten auf eingehende Signale, die Expression von Genen und die Morphologie der Zelle über den Lernvorgang hinaus beeinflusst.

Die Wissenschaftler zeigen in ihrer Studie, dass rückwärts in den Dendritenbaum wandernde Aktionspotentiale langfristige Veränderungen in der Calciumantwort von Spines bewirken. Spines, oder Dornfortsätze, sind kleine, für die Kommunikation zwischen Nervenzellen wichtige Fortsätze der Nervenfasern. Trifft ein rückwärts wanderndes Aktionspotential auf einen solchen Spine, verändert sich kurzfristig die Calciumkonzentration innerhalb des Spines, da Calciumionen durch sich öffnende Ionenkanäle von außen hineinströmen. Zusätzlich wird ein intrazellulärer Rezeptor aktiviert, der Ryanodin-Rezeptor, der die Freisetzung von in der Zelle gespeichertem Calcium auslöst. Dies führt zu einer langfristigen Veränderung der durch elektrische Impulse hervorgerufenen Calciumantwort im Inneren des Spines.

Synaptische Vesikel und Calcium

Nervenzellen sind miteinander durch Synapsen verbunden, an denen Signale in Form von Botenstoffen übertragen werden. Unser Nervensystem besteht aus etwa 100 Milliarden Nervenzellen, die untereinander vernetzt sind und dadurch zu komplexen Rechenleistungen in der Lage sind. Die Nervenzellen besitzen eine Antennenregion, die durch den Zellkörper und deren Fortsätze (Dendriten) gebildet wird. Die Signale werden dann verrechnet und durch ein „Kabel“, das Axon, in Form von elektrischen Impulsen weitergeleitet. In der Senderregion verzweigt sich das Axon und bildet Kontaktstellen aus, die Synapsen, an denen die Signale auf andere Nervenzellen übertragen werden. Dort werden die aus dem Axon eintreffenden elektrischen Impulse in chemische Signale umgewandelt. Die Information fließt dabei nur in einer Richtung: Eine Zelle redet, die andere hört zu.

Die präsynaptischen Nervenenden enthalten die als Neurotransmitter bezeichneten Signalmoleküle, die in kleinen membranumschlossenen Vesikeln gespeichert sind. Jedes Nervenende im zentralen Nervensystem enthält durchschnittlich mehrere 100 synaptische Vesikel. Wenn ein elektrisches Signal im Nervenende eintrifft, werden Calcium-Kanäle in der Plasmamembran aktiviert, durch die Calcium-Ionen vom Außenraum in das Innere der Synapse strömen. Sie treffen auf eine molekulare Maschine, die sich zwischen der Membran der Vesikel und der Plasmamembran befindet und die durch die hereinströmenden Calcium-Ionen aktiviert wird. Diese Maschine bewirkt, dass die Membran der Vesikel, die sich in der Startposition befinden, mit der Plasmamembran verschmilzt.

Auf der anderen Seite des synaptischen Spaltes treffen die Botenstoffe auf Andockstellen in der Membran des Empfänger-Neurons, die die elektrischen Eigenschaften dieser Membran regulieren. Dadurch ändert sich der Membranwiderstand. Die Empfängerzelle kann die Spannungsänderung, die dadurch entsteht, in einem rasanten Tempo verarbeiten Zwischen dem Eintreffen des Impulses bis zur Spannungsänderung auf der anderen Seite des synaptischen Spalts vergeht nur etwa eine tausendstel Sekunde. Damit stellt die synaptische Übertragung einen der schnellsten biologischen Vorgänge dar.

Die synaptische Vesikel werden anschließend im Nervenende über einige Zwischenschritte wieder recycelt und neu mit Botenstoffen befüllt. Für die Fusion selber sind SNARE-Proteine verantwortlich - kleine Proteinmoleküle, die in der Plasmamembran wie in der Vesikelmembran sitzen. Kommen die Membranen nahe aneinander, lagern sich die dieser Proteine aneinander, wobei sie sich in Richtung der Membran wie Taue miteinander verdrillen. Bei dieser Zusammenlagerung wird Energie freigesetzt, die für das Verschmelzen der Membranen benutzt wird. Um zu verstehen, wie diese Zusammenlagerung die Verschmelzung der Membranen bewirkt, wurden die SNARE-Proteine in künstliche Membranen eingebaut, an denen man die Fusion mit hochauflösenden Methoden, darunter der Kryo-Elektronenmikroskopie, untersuchen konnte. Dabei wurden erstmalig Zwischenstufen der Fusionsreaktion identifiziert. Fortschritte sind ebenfalls bei der Frage erzielt worden, wie die einströmenden Calcium-Ionen die Fusionsmaschine aktivieren.

Ultraschnelle Kalziumpumpen

Jedes Mal, wenn ein Muskel kontrahiert wird oder im Gehirn ein Gedanke entsteht, ist Calcium daran beteiligt, den Prozess in Gang zu setzen. Ist die Signalübertragung abgeschlossen, muss das Calcium schnell wieder aus der Zelle entfernt werden, um sie für den nächsten Impuls bereit zu machen. Dies geschieht hauptsächlich durch Plasmamembran-Calcium-Pumpen, die mit einer mehr als 100-mal höheren Transportgeschwindigkeit arbeiten als bislang angenommen.

Die Konzentration von Calcium-Ionen entscheidet über die Freisetzung der Vesikel. Calcium steuert so die exakte Weiterleitung des Signals - genau zum richtigen Zeitpunkt.

Funktionsweise der Plasmamembran-Calcium-ATPasen (PMCAs)

Wissenschaftler haben gezeigt, dass die Calcium-Pumpen in der Plasmamembran zum größten Teil für das schnelle Abpumpen von Calcium-Ionen aus dem Zellinneren verantwortlich sind. Diese sogenannten Plasmamembran-Calcium-ATPasen (kurz „PMCA“) arbeiten nicht etwa, wie lange geglaubt, mit 100 Hertz, also mit 100 Zyklen pro Sekunde, sondern im hohen Kilohertz-Bereich: Das heißt, sie pumpen 10.000 oder mehr Calcium-Ionen pro Sekunde aus der Zelle heraus und arbeiten damit mehr als 100-mal schneller als bisher angenommen. So sind sie in der Lage, die Calcium-Konzentrationen im Zellinneren präzise und schnell zu regulieren.

Die PMCA-Pumpen wirken mit dem Membranlipid PtdIns(4,5)P2 zusammen. Die so entstehenden sogenannten PMCA2-Neuroplastin-Komplexe erlauben unter anderem die schnelle Bindung und Abgabe der Calcium-Ionen und ermöglichen so die außergewöhnlich hohe Pumpleistung. Ohne diese Lipidbindung verlangsamt sich der Transport massiv.

Die motorische Endplatte

Die motorische Endplatte ist die Verbindungsstelle zwischen einer motorischen Nervenzelle und einer Muskelzelle. Wenn ein Aktionspotenzial das Endknöpfchen der motorischen Endplatte erreicht, öffnen sich spannungsgesteuerte Calciumkanäle, durch die Calciumionen in das Endknöpfchen eindringen. Die Calciumionen-Konzentration im Außenmedium der Synapse ist mit 2 mmol/l bedeutend höher als im Zellinnern mit 0,0002 mmol/l (Verhältnis 10.000:1), die Ionen strömen also mit dem Konzentrationsgradienten in die Zelle hinein.

In der motorischen Endplatte übernimmt Acetylcholin die Rolle des Neurotransmitters. Setzt sich nun ein Neurotransmitter-Molekül in diese Rezeptorregion, so öffnet sich der Natriumkanal. Durch einen so geöffneten Natriumkanal können sowohl Natrium-Ionen wie auch Kalium-Ionen in die postsynaptische Zelle eindringen. Kalium-Ionen strömen aus der Zelle aus. Normalerweise ist die postsynaptische Membran einer Synapse negativ geladen, so dass in der Regel Natrium-Ionen in die Zelle strömen, sobald die Neurotransmitter freigesetzt werden. Dieser Natrium-Einstrom führt dann zu einer Depolarisierung des postsynaptischen Membran. Der Einstrom von Na+-Ionen sorgt recht schnell für Aktionspotenziale in der Muskelzelle, was dann die Freisetzung von Calcium-Ionen aus zelleigenen Calcium-Speichern zur Folge hat.

Die Calcium-Ionen, die in das Endknöpfchen geströmt sind, müssen am Ende des Prozesses wieder unter ATP-Verbrauch hinaus gepumpt werden.

Optogenetische Werkzeuge zur Steuerung von Serotoninrezeptoren

Mit einem neuen optogenetischen Werkzeug ist es Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gelungen, die Signale von Serotoninrezeptoren in Nervenzellen zu steuern, nachzuahmen und sichtbar zu machen. Sie modifizierten einen lichtempfindlichen Membranrezeptor aus dem Auge namens Melanopsin. Anschließend konnte dieser durch Licht an- und ausgeschaltet werden und über Fluoreszenz anzeigen, ob bestimmte Signalwege in der Zelle aktiviert worden waren. Der Sensor war des Weiteren so designt, dass er gezielt an die Stellen der Nervenzellen wanderte, die empfänglich für den Botenstoff Serotonin sind.

Ist ein solcher Signalweg aktiviert, steigt die Konzentration von Calcium-Ionen in der Zelle. Die Wissenschaftler verschmolzen das Melanopsin mit einem Calcium-Indikator-Protein, welches umso stärker grün fluoresziert, je höher die Calcium-Konzentration in der Zelle ist. Dann erweiterten die Biologen ihren Sensor - den Calcium-Melanopsin-lokal-Sensor, kurz Camello - noch um zwei weitere Funktionen. Sie bauten ein zweites Fluoreszenzprotein ein, das dauerhaft rot leuchtet. Anhand des roten Leuchtens konnten sie den Sensor in den Zellen lokalisieren, und zwar unabhängig davon, ob ein Signalweg angeschaltet war oder nicht. Zuletzt fügten die Forscher ein Fragment eines Serotoninrezeptors zu Camello hinzu. Das sorgte dafür, dass der Sensor genau in die Bereiche der Zelle transportiert wurde, wo natürlicherweise Serotoninrezeptoren vorkommen.

Klinische Bedeutung und Ausblick

Die gewonnenen Einblicke in die entscheidenden Funktionsmechanismen ultraschneller Calcium-Pumpen eröffnen neue Perspektiven für das Verständnis neuronaler Erkrankungen. Eine Vielzahl neurodegenerativer Erkrankungen, wie die Alzheimer-Krankheit, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes, werden mit Störungen des intrazellulären Calcium-Spiegels in Verbindung gebracht. Insofern könnten die Forschungsergebnisse neue Angriffspunkte für Wirkstoffe schaffen, die gezielt in Calcium-regulierte Signalwege eingreifen.

Defizite in der Calcium-Signalisierung können zu Muskelkrämpfen oder schwereren muskulären Erkrankungen führen. Störungen des Kalziumspiegels können auch erblich bedingte Taubheit begünstigen.

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