Die Neurochirurgie in Osnabrück hat sich durch die Integration der ehemaligen Paracelsus-Klinik Osnabrück (PKO) in das Marienhospital Osnabrück (MHO) im Verbund der Niels-Stensen-Kliniken neu aufgestellt. Dieser Schritt, der im Spätherbst 2019 durch den Kauf der PKO durch das MHO eingeleitet wurde, konnte nach der Entscheidung des Krankenhaus-Planungsausschusses des Landes Niedersachsen bezüglich der Versorgungsaufträge final vollzogen werden. Die bisherigen Versorgungsaufträge für die Neurochirurgie, Neurologie und Urologie der PKO wurden auf die Niels-Stensen-Kliniken Marienhospital Osnabrück (MHO) übertragen.
Integration und Neustrukturierung
Die Übertragung der Versorgungsaufträge markiert einen wichtigen Meilenstein für die Mitarbeitenden und Patienten. Mit dem Eintreffen des geänderten Feststellungsbescheids des Ministeriums bilden die Standorte Bischofsstraße und Natruper Holz nun ein Krankenhaus mit zwei Betriebsstätten. Werner Lullmann, Geschäftsführer der Niels-Stensen-Kliniken, betont, dass damit für die Mitarbeitenden am Natruper Holz eine lange Hängepartie beendet wird.
Im Vorfeld dieser Entscheidung fanden zahlreiche Gespräche statt, um den medizinischen und pflegerischen Leistungsumfang der PKO nicht nur zu bewahren, sondern auch weiterzuentwickeln. In Abstimmung mit dem Klinikum Osnabrück wurde eine Vereinbarung zur Bettenzahl getroffen, wonach das MHO 34 neurochirurgische Betten am Standort Natruper Holz und das Klinikum 10 Betten erhält. Dr. Bernd Runde, Geschäftsführer und Personalleiter, bedankte sich bei allen Mitarbeitenden für ihre Unterstützung während der Übergangszeit und sicherte ihnen MHO-Verträge inklusive Zugang zur Altersversorgung der KZVK zu.
Leistungsspektrum der Neurochirurgie
Das Leistungsspektrum der Neurochirurgie im MHO Osnabrück ist breit gefächert und umfasst die Diagnostik, Beratung und Therapie neurochirurgischer Krankheitsbilder. Spezialsprechstunden werden für viele Erkrankungen angeboten, und vor einer Operation wird die Einholung einer Zweitmeinung empfohlen, die kurzfristig und unkompliziert über die Spezialsprechstunde "Zweitmeinungsberatung" eingeholt werden kann.
Die Philosophie der Abteilung beruht auf dem Grundsatz, jedem Patienten die bestmögliche Beratung und differenzierte Diagnostik zukommen zu lassen, um ein individuell optimiertes Therapiekonzept zu erstellen.
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Hirntumorchirurgie
Ein Schwerpunkt liegt auf der Versorgung von Patienten mit Gliomen (Glioblastomen, anaplastischen Gliomen, niedriggradigen Gliomen) und Schädelbasistumoren (z.B. Akustikusneurinomen, Chordomen, Chondromen, Meningeomen). Jeder Fall wird in einem interdisziplinären Tumorboard besprochen, um die bestmögliche Therapie für den Patienten zu gewährleisten. Operationen werden regelhaft durch Anwendung von elektrophysiologischen Methoden überwacht. Bei Tumoren in Sprachregionen des Gehirns können auch Operationen in örtlicher Betäubung notwendig werden („Wachkraniotomie“), um u.a. Sprachregionen überwachen zu können.
Epilepsiechirurgisches Zentrum
In Kooperation mit dem Universitätsklinikum Münster bildet das Klinikum Osnabrück ein fachübergreifendes Epilepsiechirurgisches Zentrum. Primäres Ziel der Epilepsiechirurgie ist die Anfallsfreiheit. Voraussetzung für einen epilepsiechirurgischen Eingriff ist die exakte Lokalisierung der epileptogenen Zone. Durch den Einsatz von modernen Verfahren (wie z.B. Video-EEG-Langzeitaufzeichnung, MRT) ist es oft möglich, die für die Epilepsie verantwortlichen Strukturauffälligkeiten zu identifizieren.
Schädelbasischirurgie
Die Schädelbasis, die an die Unterfläche des Gehirns angrenzt, stellt aufgrund der Durchtrittsstellen für das verlängerte Rückenmark, der Hirnnerven und der hirnversorgenden Blutgefäße eine besondere Herausforderung dar. Je nach Lage und Art der Erkrankung kann der chirurgische Eingriff oft minimal-invasiv endoskopisch durchgeführt werden. Zu den behandelten Tumoren gehören Akustikusneurinome (Schwannome), Meningeome, Chordome und Kraniopharyngeome. Im Bereich Schädelbasischirurgie arbeitet das MHO eng mit der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie zusammen.
Funktionelle Neurochirurgie
Verschiedene Funktionstörungen des Gehirns, z.B. solche, die mit Schmerzen einhergehen (Trigeminusneuralgie), oder durch eine Überreizung von Nerven entstehen (Hemispasmus facialis) sowie Erkrankungen wie der Morbus Parkinson lassen sich in vielen Fällen durch spezielle Operationen behandeln (Janetta-Operation, Hirnschrittmacher).
Polytraumaversorgung
Das MHO ist auf die Versorgung von Polytraumata spezialisiert. Ein Polytrauma liegt vor, wenn gleichzeitig entstandene Verletzungen mehrerer Körperregionen oder Organsysteme vorliegen, wobei bereits eine einzelne Verletzung oder die Kombination mehrerer für den Betroffenen lebensbedrohlich ist. In enger Zusammenarbeit mit der Unfallchirurgie, Anästhesiologie, Radiologie und Intensivmedizin versorgt die Neurochirurgie lebensbedrohliche Verletzungen (wie z.B. Hirnverletzungen) im Traumzentrum am Klinikum Osnabrück.
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Weitere Schwerpunkte
- Wirbelsäulenchirurgie
- Chirurgie der peripheren Nerven
- Vaskuläre Neurochirurgie
Bei Hirngefäßerkrankungen, die aufgrund ihrer Komplexität eine große Expertise erfordern, erfolgt eine enge fachübergreifende Kommunikation mit der Neurologie, Neuroradiologie und Intensivmedizin.
Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL)
Neben den Leistungen, die von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden, bietet das MHO individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) an. Diese Leistungen sind ärztlich empfehlenswert und unterstützen die Patienten in ihrem Bedürfnis nach Gesundheit und Wohlbefinden. Sie sind sinnvolle Ergänzungsleistungen der Vorsorge- und Service-Medizin, die auf die persönlichen Bedürfnisse der Patienten abgestimmt werden. Da IGeL-Leistungen nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) gehören, tragen die Patienten die Kosten selbst.
Patientenerfahrungen und Bewertungen
Das Ärzteteam der neurochirurgischen Abteilung des MHO Osnabrück, einschließlich Prof. Dr. Greiner, erhält positive Rückmeldungen von Patienten. Patienten berichten von einer umfassenden Betreuung, einer verständlichen Aufklärung und einer exzellenten Planung vor und nach der Operation. Die Echtheit der Bewertungen wird durch automatisierte und manuelle Prüfungen sichergestellt, um die Glaubwürdigkeit zu gewährleisten.
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