Die vermeintliche Fachklinik in Bad Füssing wirbt auf ihrer Homepage mit höchsten Tönen und einem tollen Erscheinungsbild. Doch hinter der Fassade verbergen sich offenbar einige Mängel, die Patienten negativ beeinflussen können. Dieser Artikel beleuchtet die Erfahrungen eines Patienten mit Migräne und fasst weitere Kritikpunkte zusammen, um ein umfassendes Bild der Klinik zu zeichnen.
Mangelhafte Eingangsuntersuchung und fehlende Schmerztherapie
Die Eingangsuntersuchung wurde als oberflächlich und unzureichend empfunden. Anstatt eine gründliche Anamnese durchzuführen, beschränkte sie sich auf das Abfragen weniger Symptome und eine kurze Bewegungsprüfung. Wichtige Aspekte wie die Einnahme von Schmerzmitteln in der Vergangenheit, Häufigkeit und Zeitpunkt der Kopfschmerzen wurden nicht berücksichtigt. Eine gezielte Schmerztherapie, die bei Migränepatienten essenziell ist, fand nicht statt. Auch andere Patienten berichteten von ähnlichen Erfahrungen, unabhängig von ihren spezifischen Beschwerden. Es schien, als würden standardisierte Fragen gestellt, ohne auf die individuellen Bedürfnisse einzugehen.
Komplikationen und unzureichende medizinische Betreuung
In der ersten Woche des Aufenthalts entwickelte der Patient eine Nierenbeckenentzündung mit hohem Fieber und Schüttelfrost. Die Reaktion des Klinikpersonals wurde als unzureichend und wenig einfühlsam empfunden. Nach längerer Wartezeit wurde ein Arzt konsultiert, der offenbar Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache hatte. Fiebersenkende Medikamente wurden nicht verabreicht, stattdessen wurde ein Kühlbeutel als Maßnahme empfohlen. Die Temperaturmessung gestaltete sich schwierig, sodass der Patient sich selbst ein Fieberthermometer kaufen musste.
Standardisierte Behandlungen ohne individuelle Anpassung
Die Migränebehandlung beschränkte sich auf Massagen, Krankengymnastik und Wärmepackungen. Eine spezifische Auseinandersetzung mit der Migräne oder eine Anpassung der Therapie an die individuellen Bedürfnisse des Patienten fand nicht statt. Andere Patienten berichteten von ähnlichen Erfahrungen, unabhängig von ihren Beschwerden. Es entstand der Eindruck, dass alle Patienten die gleichen Anwendungen erhielten, was die Sinnhaftigkeit der Behandlung in Frage stellte. Auch die begleitende Betreuung durch Stationsärzte wurde als mangelhaft empfunden. Der Patient verließ die Klinik mit unveränderten Migränebeschwerden.
Weitere negative Erfahrungen und Kritikpunkte
Ein weiterer Fall betraf eine Patientin, die sich im Zimmer das Knie ausrenkte und es unter Schmerzen selbst wieder einrenkte. Nachdem sie aufgrund der Schmerzen ohnmächtig wurde, alarmierte sie die Nachtschwester, die jedoch wenig hilfreich reagierte. Auch der Arzt am nächsten Morgen zeigte wenig Interesse an dem Vorfall. Die Patientin brach daraufhin die Kur ab und erfuhr später, dass sie eine Schiene tragen und operiert werden musste. Ein anderer Vorfall betraf einen älteren Mann, der vor dem Eingang stürzte. Das Klinikpersonal reagierte wenig hilfsbereit und desinteressiert.
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Weitere Kritikpunkte umfassen:
- Essen: Das Essen wurde als akzeptabel, aber nicht herausragend beschrieben. Es gab selten frisches Brot.
- Personal im öffentlichen Bereich: Das Personal im Gastronomiebereich wurde als unzureichend empfunden.
- Therme: Die Therme ist öffentlich zugänglich und daher an heißen Tagen überfüllt. Ruhe und Erholung sind dadurch kaum möglich.
Passauer Wolf: Einblicke in das Gesamtkonzept
Der Passauer Wolf präsentiert sich als Verbund von vier Standorten in Bayern, der Akut- und Reha-Medizin bis hin zur Lebensstil-Medizin anbietet. Jede Klinik hat ihre eigenen Schwerpunkte und Kompetenzen. Es werden auch Privat-Komfort-Angebote sowie Nachsorgeprogramme angeboten. Die Klinik wirbt mit einem starken Teamgeist und der Unterstützung der Patienten auf ihrem Weg zur Genesung.
Angebote und Schwerpunkte der neurologischen Fachklinik
Dr. med. Wolfgang Kalleder ist an mehreren Standorten tätig. Neurologische Erkrankungen können vielfältige Auswirkungen haben, wie Lähmungen, Sprach- oder Schluckstörungen, Sehstörungen, Beeinträchtigungen der Sensibilität sowie Hirnleistungsstörungen. Zur Unterstützung der funktionellen Therapie wird der "Armeo Spring" eingesetzt, ein robotergestütztes Armtraining. In der neuropsychologischen Diagnostik kommt das Wiener Testsystem zum Einsatz. Weitere Therapieangebote umfassen Physio-, Sport-, Wassertherapie, Bewegungsbad und physikalische Therapie. Die Zimmer sind modern und größtenteils behindertengerecht ausgestattet. Für Patienten der Phase C gibt es einen eigenen Speisesaal auf Station.
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