Neurologe Borna Thomée: Ein umfassender Überblick

Dieser Artikel bietet einen detaillierten Einblick in das Feld der Neurologie, beleuchtet durch die Arbeit von Forschern und Ärzten wie Borna Thomée. Er behandelt verschiedene neurologische Erkrankungen, Forschungsergebnisse und Behandlungsansätze.

Einleitung

Die Neurologie ist ein medizinisches Fachgebiet, das sich mit der Diagnose und Behandlung von Erkrankungen des Nervensystems befasst. Dies umfasst das Gehirn, das Rückenmark, die peripheren Nerven und die Muskeln. Neurologische Erkrankungen können vielfältige Ursachen haben, darunter genetische Faktoren, Infektionen, Verletzungen und degenerative Prozesse. Die Forschung in der Neurologie zielt darauf ab, die Ursachen dieser Erkrankungen besser zu verstehen, neue Diagnosemethoden zu entwickeln und wirksamere Behandlungen zu finden.

Forschungsschwerpunkte in der Neurologie

Die neurologische Forschung umfasst ein breites Spektrum an Themen, von der Grundlagenforschung bis hin zu klinischen Studien. Einige der wichtigsten Forschungsbereiche sind:

  • Neurodegenerative Erkrankungen: Hierzu gehören Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson und Amyotrophe Lateralsklerose (ALS). Die Forschung konzentriert sich auf die Identifizierung von Risikofaktoren, die Entwicklung von Biomarkern für die Früherkennung und die Erprobung neuer Therapieansätze.
  • Schlaganfall: Die Forschung zielt darauf ab, die Mechanismen des Schlaganfalls besser zu verstehen, die Akutversorgung zu verbessern und die Rehabilitation von Schlaganfallpatienten zu optimieren.
  • Multiple Sklerose (MS): Die Forschung konzentriert sich auf die Entwicklung neuer Medikamente zur Verlangsamung des Krankheitsverlaufs, zur Linderung von Symptomen und zur Verbesserung der Lebensqualität von MS-Patienten.
  • Epilepsie: Die Forschung zielt darauf ab, die Ursachen von Epilepsie besser zu verstehen, neue Antiepileptika zu entwickeln und alternative Behandlungsmethoden wie die tiefe Hirnstimulation zu erforschen.
  • Kopfschmerzen: Die Forschung konzentriert sich auf die Identifizierung von Auslösern für Kopfschmerzen, die Entwicklung neuer Medikamente zur Vorbeugung und Behandlung von Kopfschmerzen und die Erforschung nicht-medikamentöser Therapieansätze.
  • Psychische Erkrankungen: Die Neurologie spielt eine zunehmend wichtige Rolle bei der Erforschung psychischer Erkrankungen wie Depressionen, Schizophrenie und Angststörungen. Die Forschung zielt darauf ab, die neuronalen Grundlagen dieser Erkrankungen besser zu verstehen und neue Behandlungsansätze zu entwickeln.

Fallstudie: Borna Disease Virus 1 (BoDV-1)

Ein besonders interessantes Beispiel für neurologische Forschung ist die Untersuchung des Borna Disease Virus 1 (BoDV-1). BoDV-1 ist ein Zoonosevirus, das von der Buntfarbigen Feldmaus (Crocidura leucodon) als natürlichem Reservoir übertragen wird. Das Virus ist seit langem dafür bekannt, bei Tieren die Borna-Krankheit (BD) zu verursachen, eine nicht-eitrige Meningomyelo-Enzephalitis, die hauptsächlich Pferde und Schafe in Endemiegebieten betrifft.

Seit 2018 wurde das zoonotische Potenzial von BoDV-1 durch mindestens 17 natürlich erworbene sporadische oder transplantationsbedingte Fälle von menschlicher Enzephalitis mit 16 Todesfällen nachgewiesen. Alle sporadischen menschlichen BoDV-1-Fälle traten im Bundesland Bayern in Süddeutschland auf.

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Ein Fallbericht aus Brandenburg

Ein Fall aus dem Jahr 2017 in Brandenburg, Deutschland, verdeutlicht die Bedeutung der BoDV-1-Forschung. Ein 59-jähriger Landwirt entwickelte Kopfschmerzen, Unwohlsein und Müdigkeit. Innerhalb weniger Tage traten Übelkeit, psychomotorische Verlangsamung, Apathie und vorübergehende sensorische Aphasie auf. Er wurde mit Ataxie und Dyspnoe in ein örtliches Krankenhaus eingeliefert.

MRT-Aufnahmen des Schädels und eine Lumbalpunktion (LP) waren bei der Aufnahme unauffällig. Nachdem er hohes Fieber, Paraplegie und Koma entwickelt hatte, wurde er zur invasiven Beatmung auf die Intensivstation verlegt. Aufgrund einer pneumogenen Sepsis erhielt der Patient Breitbandantibiotika, Antimykotika und Aciclovir. Breitband-Pathogentests aus Blut und Liquor waren negativ, und eine Wiederholung der MRT etwa 3 Wochen nach Beginn blieb unauffällig. Eine erneute LP zeigte jedoch einige Tage später eine lympho-monozytäre Pleozytose (109 Zellen/μl; normal < 4) mit deutlicher Liquorerhöhung (1951 mg/L; normal < 450) und Laktatanstieg (5,49 mmol/L; normal < 2,4).

Aufgrund positiver CRMP5/CV2- und Hu (ANNA-1)-Serumautoantikörper wurde von einer paraneoplastischen limbischen Enzephalitis ausgegangen, und der Patient erhielt zusätzlich hochdosierte Kortikosteroide. Vier Wochen nach Symptombeginn (3 Wochen nach der Einweisung ins Krankenhaus) wurde der Hirntod diagnostiziert und die Lebenserhaltung eingestellt.

Retrospektive Untersuchung

Eine retrospektive Untersuchung des Falls wurde drei Jahre nach dem Tod durchgeführt, ausgelöst durch Medienberichte über zoonotische BoDV-1-Infektionen und durch kürzlich gemeldete BoDV-1-Infektionen bei Alpakas auf einem Bauernhof in der Nähe des Wohnortes des Patienten. Weder Serum noch Liquor des Patienten standen für serologische Untersuchungen zur Verfügung. Archivierte Formalin-fixierte, Paraffin-eingebettete (FFPE) Gehirn- und periphere Organproben des Patienten wurden jedoch von den Pathologen zur Verfügung gestellt, die die Autopsie im Jahr 2017 durchgeführt hatten.

BoDV-1-spezifische Real-time Reverse Transkription Polymerasekettenreaktionen (RT-qPCRs) aus allen FFPE-Hirnproben (verschiedene zerebrokortikale Regionen, Basalganglien, Hippocampus, Kleinhirn und Hirnstamm) waren nach RNA-Extraktion positiv. Periphere Organe (Nieren, Herz, Lunge, Milz und Leber) waren negativ. Die phylogenetische Analyse der BoDV-1-Sequenz ordnete das Virus dem regionalen BoDV-1-Cluster 3 zu.

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Immunhistologische Untersuchungen auf BoDV-1-P-Protein in FFPE-Hirnproben zeigten eine positive Immunfärbung von Neuronen und Astrozyten mit intranukleären Einschlüssen. In-situ-Hybridisierung zeigte überwiegend nukleäre Signale für virale genomische RNA und mRNA, wobei nur wenige Zellen auch zytoplasmatische virale mRNA-Signale zeigten.

Mögliche Expositionswege

Die Angehörigen des Patienten wurden detailliert über den Hof und mögliche Expositionen des Patienten befragt. Der Hof des Patienten, bestehend aus einem Wohnhaus und drei Scheunen, befindet sich im Nordwesten Brandenburgs am Rande eines Weilers. Bis 2015 wurden auf dem Hof kleine Anzahlen von Pferden, Schweinen, Gänsen, Rindern, Ziegen, Enten, Kaninchen und Hühnern gehalten. Der Landwirt hatte Kontakt zum Hund des Nachbarn und hielt sieben Freigängerkatzen. Die Katzen brachten regelmäßig tote kleine Säugetiere zum Wohnhaus. Waschbären und Igel wurden durch zurückgelassenes Katzenfutter angelockt; unbekannte Tiere gelangten an Müllsäcke, die in einer Scheune gelagert wurden. Zum Zeitpunkt des Todes des Landwirts wurden etwa 100 Schafe in einer Scheune und auf angrenzenden Feldern gehalten. Heu für die Schafe wurde von einem benachbarten Bauernhof gekauft und in der Scheune gelagert.

Der Landwirt hatte die Region seit Jahren nicht verlassen. Seine routinemäßige Arbeit bestand aus der Versorgung der Tiere, Gebäude und des Geländes, jedoch nicht aus Gartenarbeit. Tote Tiere wurden ohne Handschuhe gehandhabt. Im Spätsommer 2016, 6 Monate vor Symptombeginn, hatte der Landwirt zusammen mit seiner Partnerin und deren Sohn mehrere Wochen lang die staubige Schafscheune gereinigt. Die Partnerin des Patienten und ihr Sohn hatten gelegentlich auf dem Hof geholfen, aber nie dauerhaft auf dem Gelände gelebt.

Implikationen des Falles

Dieser Fall unterstreicht die Notwendigkeit einer rechtzeitigen Information von Ärzten, insbesondere Neurologen, über neu identifizierte BoDV-1-Risikogebiete. Schwere und/oder tödliche Fälle von Meningoenzephalitis sollten den Verdacht auf eine Bornavirus-Ätiologie lenken. Tests von akuten Fällen und retrospektiv von Todesfällen sollten in allen Gebieten durchgeführt werden, in denen BD bei Tieren vorkommt.

Weitere Forschungsarbeiten und Publikationen

Die neurologische Forschung ist ein dynamisches Feld, das ständig neue Erkenntnisse liefert. Die Publikationsliste von Forschern wie Borna Thomée zeigt die Vielfalt der Themen und die Bedeutung der kontinuierlichen Forschung in diesem Bereich. Einige der genannten Publikationen umfassen:

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  • Auswirkungen von Luftverschmutzung auf Schlaganfall: Studien untersuchen die kurzfristigen Auswirkungen von Feinstaub auf Schlaganfallereignisse und die Rolle von Wetterbedingungen und Hitzewellen auf das Schlaganfallrisiko.
  • Erkennung von Affekten durch EEG-Signale: Forschung zur Nutzung künstlicher neuronaler Netze zur Affekterkennung auf Basis von EEG-Signalen.
  • Behandlung von Hyperhidrose mit Botox: Entwicklung, Einblicke und Auswirkungen der Behandlung von Hyperhidrose mit Botox (OnabotulinumtoxinA).
  • Zusammenhang zwischen Müdigkeit und Zytokinprofilen bei Schlaganfallpatienten: Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Müdigkeit und Zytokinprofilen bei Patienten mit ischämischem Schlaganfall.
  • Genetische Faktoren und neurologische Erkrankungen: Studien zur Rolle genetischer Faktoren bei der Entstehung von Krankheiten wie Amyotropher Lateralsklerose (ALS) und Multipler Sklerose (MS).

Klinische Bedeutung und Behandlungsansätze

Die Erkenntnisse aus der neurologischen Forschung haben direkte Auswirkungen auf die klinische Praxis. Neue Diagnosemethoden ermöglichen eine frühere und genauere Diagnose von neurologischen Erkrankungen. Neue Medikamente und Therapieansätze verbessern die Behandlungsergebnisse und die Lebensqualität von Patienten mit neurologischen Erkrankungen. Einige Beispiele für klinisch relevante Fortschritte sind:

  • Immuntherapie bei neurologischen Erkrankungen: Die Entwicklung von Immuntherapien hat die Behandlung von Erkrankungen wie Multipler Sklerose und Myasthenia gravis revolutioniert.
  • Tiefe Hirnstimulation (THS): THS ist eine wirksame Behandlungsmethode für Bewegungsstörungen wie Parkinson und Dystonie.
  • Endovaskuläre Therapie bei Schlaganfall: Die endovaskuläre Therapie hat die Akutversorgung des Schlaganfalls verbessert und die Überlebensrate und das funktionelle Ergebnis von Schlaganfallpatienten verbessert.
  • Gentherapie bei neurologischen Erkrankungen: Die Gentherapie bietet neue Hoffnung für die Behandlung von genetisch bedingten neurologischen Erkrankungen.

Psychiatrische Tagesklinik für junge Erwachsene

Ein weiterer wichtiger Aspekt der neurologischen Versorgung ist die Integration von psychischen Gesundheitsdiensten. Das Sächsische Krankenhaus (SKH) Altscherbitz hat beispielsweise eine neue Psychiatrische Tagesklinik für junge Erwachsene mit 22 Plätzen am Standort in Schkeuditz (Haus 5) eröffnet. Damit ergänzt die Klinik für Psychiatrie und Neurologie ihr bisher rein stationäres Angebot für die Zielgruppe der jungen Menschen im Alter zwischen 18 und 25 Jahren.

Die tagesklinische Therapie ist für Patienten gedacht, die so stabil sind, dass sie keiner vollstationären Behandlung bedürfen. Die teilstationäre Behandlung begleitet die Betroffenen zurück in ein aktives Leben. So bleiben die jungen Erwachsenen innerhalb ihrer sozialen Bindungen und nehmen weiterhin am gesellschaftlichen Leben teil. Behandelt werden sie nach einem festen Therapieplan. Abends, nachts und am Wochenende sind sie zu Hause.

Mögliche Krankheitsbilder sind Depressionen, Ängste, Somatisierungsstörungen, Zwänge, Essstörungen, Persönlichkeitsentwicklungsstörungen, Psychosen. In der psychiatrischen Tagesklinik für junge Erwachsene wurde für diese Lebensthemen und Probleme eine Gruppe eingerichtet. Die Patienten profitieren hier besonders von der altershomogenen Gruppenzusammensetzung, innerhalb der sie ihre psychischen Kompetenzen wie Selbstbewusstsein, Emotionswahrnehmung und -ausdruck, kommunikative Fähigkeiten und Stressbewältigungsfähigkeiten weiterentwickeln und ausbauen können.

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