Neurologe Brand Soest: Entwicklungen und Perspektiven

Die Neurologie ist ein anspruchsvolles Feld der modernen Medizin, das sich mit Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems befasst. Von Schlaganfällen und Epilepsien bis hin zu neurodegenerativen Erkrankungen erfordert dieses Fachgebiet medizinisches Fachwissen, diagnostisches Gespür und interdisziplinäres Arbeiten. Im Kreis Soest und Umgebung gibt es verschiedene Entwicklungen im Bereich der Neurologie, die sowohl die Patientenversorgung als auch die Karriereperspektiven für Neurologen betreffen.

Personalwechsel und neue Verantwortlichkeiten

Ein Beispiel für diese Entwicklungen ist das Augustahospital Anholt, das seit April einen neuen Ärztlichen Direktor hat: Dr. Marius Humpert. Zuvor leitete er als Chefarzt die Neurologische Klinik 2 mit Schwerpunkt M. Parkinson. Er tritt die Nachfolge von Prof. Dr. Humpert, der aus Soest stammt, studierte Humanmedizin an der Westfälischen-Wilhelms-Universität Münster und absolvierte seinen Facharzt für Neurologie in den Kliniken Maria-Hilf GmbH in Mönchengladbach. Im Laufe seiner Karriere erlangte er die Zusatzqualifikationen Geriatrie sowie Physikalische Therapie und Balneologie.

Im Jahr 2015 kam Dr. Humpert zur Weiterentwicklung des Parkinsonbereichs nach Anholt, zunächst als Oberarzt mit dem Schwerpunkt Morbus Parkinson. Nach erfolgreicher Zertifizierung zur Parkinson-Spezialklinik übernahm er im Oktober 2016 die Leitung und den Ausbau des Parkinson-Departments. Im Jahr 2020 erfolgte seine Ernennung zum Chefarzt der Neurologischen Klinik 2.

"Wir freuen uns sehr, dass Dr. Humpert als neurologischer Allrounder die Aufgabe des Ärztlichen Direktors und die damit verbundene Verantwortung übernommen hat", sagte der kaufmännische Direktor Sebastian Lasczok. Er fügte hinzu, dass es ein Vorteil sei, dass Dr. Humpert den Fachbereich der Neurologie kontinuierlich weiterentwickelt hat, um den Patienten die bestmögliche Behandlung zu gewährleisten. Aufgrund seiner exzellenten Leistungen ernannte der Aufsichtsrat der Alexianer Misericordia GmbH Dr. Humpert zum Ärztlichen Direktor.

Übergang in den Ruhestand und Nachfolge in Belecke

Auch im Bereich der niedergelassenen Neurologen gibt es Veränderungen. Klaus Gorsboth beendete seine Tätigkeit als Nervenarzt in seiner Praxis an der Bahnhofstraße 10 in Belecke zum 31. Dezember. Sein Nachfolger, Dr. Michael Grundmann, nahm seine Arbeit am 2. Januar 2013 in den gleichen Räumen auf.

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Dr. Gorsboth ging nach 28 1/2 Jahren mit 70 Jahren als niedergelassener Nervenarzt in den Ruhestand. Er betonte, dass er seine 1300 bis 1400 Patienten nicht im Stich lassen wollte und froh war, mit Dr. Grundmann einen geeigneten Nachfolger gefunden zu haben. Die Vermittlung erfolgte über Dr. Lehmenkühler in Soest, mit dem Dr. Gorsboth zusammen mit Dr. Saßmannshausen in Bad Berleburg in einer überörtlichen Gemeinschaftspraxis zusammengeschlossen ist.

Dr. Grundmann, ein gebürtiger Erwitter, studierte in Marburg und arbeitete an der dortigen Uniklinik. Durch seine Frau, die aus der Soester Börde stammt, kehrte er in die Region zurück und arbeitete in Hamm am Marienkrankenhaus sowie in der LWL-Tagesklinik in Soest. Er ist Facharzt für Neurologie und Facharzt für Nervenheilkunde.

"Wir haben uns angesehen und verstanden. Es gab nichts, was störte", beschrieb Dr. Gorsboth den ersten Eindruck von seinem Nachfolger. Er betonte die hohe Qualifikation von Dr. Grundmann. Dieser nutzte die zweimonatige Übergangsphase, um sich einzuarbeiten und die Patienten kennenzulernen. Auch die drei medizinischen Fachangestellten von Dr. Gorsboth setzten ihre Tätigkeit für Dr. Grundmann fort.

Berufliche Perspektiven für Neurologen

Der Fachbereich Neurologie bietet vielfältige und spannende Perspektiven, sowohl in Kliniken als auch in Praxen oder Reha-Zentren. Für approbierte Neurologen gibt es ein breites Spektrum an attraktiven Stellen mit Entwicklungspotenzial. Digitale Stellenportale bieten eine Übersicht über aktuelle Jobangebote, von der Assistenzarztstelle bis hin zur Chefarztposition.

Kritik an wirtschaftlichen Zwängen im Gesundheitswesen

Im Zusammenhang mit der medizinischen Versorgung wird auch die Kritik an wirtschaftlichen Zwängen im Gesundheitswesen thematisiert. Unter dem Motto "Mensch vor Profit! Rettet die Medizin" haben mehr als 2800 Ärztinnen und Ärzte einen Appell unterzeichnet, der auf die negativen Auswirkungen von Gewinnorientierung auf die Patientenversorgung aufmerksam macht.

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Der Appell wurde von Medizinern unterschiedlicher Karrierestufen unterzeichnet, von Jungärzten bis hin zu Präsidenten von Ärzteorganisationen. Sie alle eint die Erkenntnis, dass es so nicht weitergehen darf. Auch viele Nichtärzte, wie Diplom-Psychologen, Pflegekräfte und Krankenhausseelsorger, unterstützten die Initiative.

Die Unterzeichner beobachten, wie wirtschaftliche Zwänge ärztliche Entscheidungen beeinflussen, und fordern eine Veränderung der Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen.

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