Neurologe in Bremerhaven: Ein umfassender Überblick über Parkinson, Behandlungsmethoden und Patientenerfahrungen

Die Neurologie ist ein wichtiges Feld der Medizin, das sich mit der Diagnose und Behandlung von Erkrankungen des Nervensystems befasst. In Bremerhaven gibt es verschiedene Neurologen, die sich auf unterschiedliche Bereiche spezialisiert haben. Einer von ihnen ist Prof. Dr. med. Per Odin, ein anerkannter Experte auf dem Gebiet der Parkinson-Krankheit. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über Parkinson, innovative Behandlungsmethoden und die Erfahrungen von Patienten mit der neurologischen Versorgung in Bremerhaven.

Parkinson-Krankheit: Ursachen, Symptome und Diagnose

Parkinson ist eine neurodegenerative Erkrankung, die vor allem ältere Menschen betrifft. Laut der Techniker Krankenkasse (TK) ist etwa ein Prozent der Menschen über 60 Jahre betroffen. Die Ursachen der Parkinson-Krankheit sind noch nicht vollständig geklärt. Es gibt jedoch verschiedene Risikofaktoren, die das Risiko einer Erkrankung erhöhen können.

Risikofaktoren und Entstehung

Prof. Dr. Per Odin erklärt, dass möglicherweise genetische Risikofaktoren vorliegen, die einen kleineren Teil aller Parkinson-Fälle rein genetisch erklären können. Es gibt auch Hinweise darauf, dass die Krankheit an einer oder mehreren Stellen im Nervensystem entstehen und sich dann von Zelle zu Zelle auf große Teile oder das gesamte Nervensystem ausbreiten kann. Dabei können sowohl das periphere als auch das zentrale Nervensystem (Gehirn und Rückenmark) betroffen sein.

Es wird vermutet, dass das Nervensystem des Magen-Darm-Trakts und die Nasenschleimhaut Ausgangspunkte der Erkrankung sein könnten. Dies legt den Verdacht nahe, dass etwas von außen kommt und den Prozess dort auslöst, wie beispielsweise Bakterien oder Viren.

Formen der Parkinson-Krankheit

Die häufigste Form der Parkinson-Krankheit ist die idiopathische Parkinson-Krankheit, die etwa 90 Prozent aller Fälle ausmacht. Bei dieser Form zeigen Medikamente oft eine sehr gute Wirkung. Der Verlauf ist relativ langsam, und die Patienten erreichen eine weitgehend normale Lebenserwartung und Lebensqualität.

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Neben der idiopathischen Parkinson-Krankheit gibt es auch atypische Parkinson-Erkrankungen wie Multiple Systematrophie (MSA), progressive supranukleäre Parese (PSP) und kortikobasale Degeneration (CBD). Diese machen zusammen etwa zehn Prozent aller Parkinson-Patienten aus. Bei der atypischen Parkinson-Krankheit sind die Medikamente weniger wirksam, und die Krankheit schreitet schneller voran. Die durchschnittliche Überlebenszeit beträgt nur sechs bis acht Jahre.

Darüber hinaus gibt es eine Reihe anderer Erkrankungen und Behandlungen, die Parkinson-ähnliche Symptome hervorrufen können. Dies tritt beispielsweise bei Menschen mit vielen Mikroinfarkten im Gehirn auf, bei Patienten, die mit bestimmten Medikamenten (vor allem Psychopharmaka) behandelt werden, manchmal auch bei Hirntumoren und bei Patienten, die viele Schläge auf den Kopf erlitten haben.

Therapie und innovative Behandlungsmethoden

Die Therapie der Parkinson-Krankheit zielt darauf ab, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern. Sobald die Diagnose gestellt ist, wird in der Regel mit der Behandlung mit Medikamenten begonnen, meist in Form von Tabletten oder Pflastern.

Medikamentöse Behandlung

Das Medikament mit der größten Wirkung gegen Parkinson ist L-Dopa, das den im Gehirn fehlenden Neurotransmitter Dopamin ersetzt. Oftmals wird die Zugabe weiterer Medikamente, wie Dopaminagonisten, COMT-Hemmer und MAO-B-Hemmer, gewählt, um eine gleichmäßigere und bessere Wirkung der Medikamente zu erzielen.

In den ersten Jahren wirkt die Behandlung oft sehr gut, danach lässt die Wirkung jedoch häufig nach. Es kann zu Schwankungen in der Wirkung kommen, mit wiederkehrenden Perioden, in denen die Behandlung weniger gut anschlägt (sogenannte "Off"), und auch Perioden übermäßiger Wirkung, die sich als Hypermobilität äußern (sogenannte "Dyskinesien"). In solchen Fällen muss der Neurologe die Medikamente anpassen.

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Avanzierte Therapien

Wenn eine Anpassung der Tabletten nicht ausreicht, können sogenannte avanzierten Therapien relevant werden. Dabei handelt es sich um die Abgabe von L-Dopa mit tragbaren Pumpen (Duodopa, Lecigon, das in den Darm eingepumpt wird, oder Produodopa, wo L-Dopa in die Haut eingepumpt wird) oder des Dopaminagonisten Apomorphin, der mit tragbaren Pumpen in die Haut gepumpt wird.

Eine weitere Möglichkeit ist die Behandlung mit Tiefenhirnstimulation, bei der dünne Elektroden in spezielle Regionen tief im Gehirn eingeführt werden, wo ein hochfrequenter schwacher Strom die Parkinson-Symptome lindern kann. Auch die Behandlung mit fokussiertem Ultraschall kann eine Option sein, bei der durch das Brennen eines kleinen Lochs in spezielle Hirnregionen die Symptome gebessert werden können, ohne dass eine Operation erforderlich ist.

Mit all diesen Methoden haben Patienten auch in späteren Krankheitsstadien gute Chancen, die Symptome und die Lebensqualität zu verbessern.

Behandlung nicht-motorischer Symptome

Neben der Behandlung der motorischen Symptome ist es auch wichtig, die nicht-motorischen Symptome zu erkennen und zu behandeln. Dazu können unter anderem Magen-Darm-Probleme, urologische Probleme, Depressionen, Halluzinationen, Gedächtnisstörungen, Schlafstörungen und Schmerzen gehören. Diese Symptome erfordern möglicherweise besondere Aufmerksamkeit und spezifische Therapie.

Ratschläge für ein erfülltes Leben mit Parkinson

Prof. Dr. Odin rät Patienten, weiterhin ein möglichst normales Leben zu führen. Aktivität ist gut, und das gilt sowohl für körperliche, geistige als auch soziale Aktivität. Die große Veränderung besteht darin, dass man Medikamente gegen die Krankheit einnehmen muss. Diese Medikamente werden lebenslang genommen und müssen dem Fortschreiten der Krankheit angepasst werden, in Zusammenarbeit mit einem Neurologen.

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Es wird empfohlen, zwei bis vier Besuche bei einem auf Parkinson spezialisierten Neurologen pro Jahr zu vereinbaren und vorzugsweise auch den Kontakt zu einer Parkinson-Nurse und einem Physiotherapeuten, in einigen Phasen auch zu einem Ergotherapeuten und Logopäden, zu suchen. Die meisten Menschen finden es positiv, sich in Patientenverbänden, wie der Deutschen Parkinsonvereinigung (DPV), zu engagieren.

Aktuelle Forschung und zukünftige Therapieformen

Es gibt eine enorme Menge an Forschung zu Parkinson. Viele Projekte zielen darauf ab, zu verstehen, wie die Krankheit im Nervensystem entsteht und sich ausbreitet. Andere Projekte zielen auf eine frühere und genauere Diagnostik ab und suchen nach sogenannten Biomarkern in Blut, Rückenmarksflüssigkeit, aber auch anderen Gewebeproben. Darüber hinaus kommen verschiedene nuklearmedizinische Untersuchungsmethoden zum Einsatz.

Zudem wird viel geforscht, um die Parkinson-Symptome noch wirksamer behandeln zu können. Man befasst sich auch mit Methoden wie zum Beispiel Gentherapie und stammzellbasierter Zelltransplantation. Das ultimative Ziel ist natürlich, den Krankheitsprozess zu verlangsamen oder zu stoppen.

Erfahrungen mit der neurologischen Versorgung in Bremerhaven

Die Erfahrungen von Patienten mit der neurologischen Versorgung in Bremerhaven sind vielfältig. Einige Patienten berichten von positiven Erfahrungen, während andere Kritik äußern.

Positive Erfahrungen

Viele Patienten loben die professionelle und schnelle Aufnahme und Behandlung im Klinikum Bremerhaven, Reinkenheide gGmbH. Besonders hervorgehoben werden die gute Versorgung und Behandlung auf der Stroke Unit sowie die kompetente Betreuung durch Ärzte und Pflegepersonal. Auch die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft des Personals werden oft gelobt.

Einige Patienten berichten von sehr guten Erfahrungen mit der diagnostischen Liquorpunktion in der Tagesklinik Neurologie. Das Personal sei super freundlich und gehe auf alle Fragen und Bedürfnisse ein. Auch die Ärzte seien sehr einfühlsam und nehmen sich viel Zeit für Fragen und Erklärungen.

Kritikpunkte

Es gibt jedoch auch Patienten, die negative Erfahrungen gemacht haben. Einige kritisieren lange Wartezeiten in der Notaufnahme, insbesondere bei Verdacht auf Schlaganfall. Auch die Kompetenz einiger Ärzte wird in Frage gestellt.

Einige Patienten berichten von mangelnder Aufklärung über Nebenwirkungen von Untersuchungen und Behandlungen. Auch die mangelnde Ernstnahme von Beschwerden und die fehlende Koordination zwischen den Ärzten werden kritisiert.

Erfahrungen im Klinikum Bremen-Nord

Ein Bericht über die Stimmung auf der Klinik für Neurologie und Klinische Neurophysiologie im Klinikum Bremen-Nord unter der Leitung von Prof. Dr. Per Odin beschreibt eine positive Atmosphäre mit viel Kollegialität und Zusammenhalt unter den Ärzten. Allerdings wird auch erwähnt, dass die Assistenzärzte sehr viel zu tun haben und ihnen kaum Zeit bleibt, sich mit den komplexen Krankheitsbildern der Patienten wirklich zu beschäftigen.

Kritisiert wird, dass manchmal nur neurologische Standarduntersuchungen abgespult werden, ohne vorher eine fundierte Verdachtsdiagnose zu stellen. Auch wird bemängelt, dass Patienten manchmal ohne wirkliche Diagnose entlassen werden und hinter dem Rücken der Patienten schlecht über sie geredet wird.

Positiv hervorgehoben wird hingegen die Arbeit von Fr. Dr. Dietrich, die sich sehr persönlich, fachkompetent und eingehend um ihre Patienten kümmert.

Prof. Dr. med. Per Odin: Ein Experte für Parkinson und neurologische Erkrankungen

Prof. Dr. med. Per Odin ist ein anerkannter Neurologe und Experte auf dem Gebiet der Parkinson-Krankheit. Er ist Leiter der Parkinson Ambulanz am Klinikum Bremen-Nord und verfügt über langjährige Erfahrung in der Diagnose und Behandlung von neurologischen Erkrankungen.

Werdegang und Qualifikationen

Prof. Dr. Odin hat an der Universität Hamburg und der HAW Bremerhaven gelehrt und ist Mitglied der Ethikkommission des Landes Bremen. Er ist DEGUM-Ausbilder (Stufe 2) für Neurologische Ultraschalldiagnostik und Ausrichter der skills-labs bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie.

Forschung und klinische Studien

Prof. Dr. Odin hat zahlreiche klinische Studien als Principal Investigator geleitet, darunter ANNEXA-I, ANNEXA-4, Axiomatic-SSP und Respect-ESUS. Seine Forschungsschwerpunkte liegen auf der Parkinson-Krankheit und anderen neurologischen Bewegungsstörungen.

Sprechstunden und Leistungen

Prof. Dr. Odin empfängt Patient:innen in der Hammersbecker Str. in Bremerhaven. Es wird empfohlen, direkt Kontakt aufzunehmen, um Informationen zu verfügbaren Terminen und akzeptierten Versicherungsarten zu erhalten.

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