Der Sommer steht vor der Tür, und mit ihm die Sommerferien. Doch neben der Urlaubsplanung und dem Genuss der warmen Jahreszeit gibt es auch gesundheitliche Aspekte, die Beachtung verdienen. Dieser Artikel beleuchtet verschiedene Gesundheitsthemen, von der Bedeutung des Magnesiumspiegels bei koronarer Herzkrankheit über die ganzheitliche Betrachtung von Schilddrüsenerkrankungen bis hin zu den potenziellen Risiken einer unkritischen Einnahme von Säureblockern. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Ansatz von Datis Kharrazian, einem Therapeuten, der endokrinologische und neurologische Fragestellungen in den Mittelpunkt seiner Arbeit stellt.
Die koronare Herzkrankheit und die Bedeutung von Magnesium
Die koronare Herzkrankheit (KHK) ist in Deutschland die Todesursache Nummer eins, noch vor Krebserkrankungen. Sie betrifft die Herzkranzgefäße, die das Herz mit Blut versorgen. Durch entzündliche Ablagerungen und Kalkeinlagerungen (Arteriosklerose) verengen sich diese Gefäße, wodurch das Herz nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Im schlimmsten Fall kann es zu einem Herzinfarkt oder plötzlichen Herztod kommen.
Magnesium (Mg) spielt eine wesentliche Rolle für die Funktion des Herzens und des Nervensystems. Eine aktuelle Studie hat gezeigt, dass erniedrigte Magnesiumwerte mit einer erhöhten Sterblichkeit bei KHK und einem erhöhten Risiko für plötzlichen Herztod einhergehen. Daher ist es ratsam, den Magnesiumspiegel im Auge zu behalten.
Schilddrüsenerkrankungen: Mehr als nur TSH
Die Schilddrüse ist eine Hormondrüse, die den Stoffwechsel steuert und Einfluss auf den Menstruationszyklus und die Fertilität hat. Störungen der Schilddrüsenfunktion können vielfältige Symptome verursachen und werden oft spät oder gar nicht erkannt. Die übliche Routineuntersuchung beschränkt sich meist auf die Bestimmung des TSH-Wertes. Dies greift jedoch zu kurz, da auch strukturelle Veränderungen wie Zysten oder Knoten die Funktion der Schilddrüse beeinträchtigen können.
Umfassende Diagnostik für eine treffsichere Diagnose
Eine umfassende Schilddrüsenabklärung sollte neben umfangreicheren Blutuntersuchungen auch eine Ultraschalluntersuchung umfassen, um Knoten und Zysten darzustellen. Mittels Elastografie kann die Elastizität des Gewebes gemessen werden, was zusätzliche Informationen liefert. Bei Verdacht auf heiße Knoten ist eine Szintigrafie die Methode der Wahl, um die Hormonproduktion in den verschiedenen Bereichen der Schilddrüse darzustellen. Bei Hinweisen auf Tumorwachstum kann eine Feinnadelbiopsie zur Gewebeentnahme durchgeführt werden.
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Autoimmun-Thyreoiditis Hashimoto: Ein ganzheitlicher Ansatz
Die Hashimoto-Thyreoiditis ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem das Schilddrüsengewebe angreift und zerstört. Die Schulmedizin geht von einer Störung des Immunsystems aus. Die ganzheitliche Medizin sieht jedoch neben Belastungen mit Fremdmaterial (z.B. Amalgam, Kunststoffe, Toxine) auch Infekte mit intrazellulären Erregern als mögliche Ursache. Die Behandlung dieser Infekte und die Entfernung von Fremdmaterialien können den Prozess stoppen oder zumindest bessern.
Der Ansatz von Datis Kharrazian: Ernährung und Neurologie im Fokus
Datis Kharrazian ist ein Therapeut und Dozent, der sich auf endokrinologische und neurologische Fragestellungen spezialisiert hat. Er beschreibt 22 Muster von Schilddrüsenfunktionsstörungen, die sich mit den üblichen schulmedizinischen Laboruntersuchungen nicht offenbaren. Sein Therapieansatz umfasst eine Umstellung der Ernährung sowie die Gabe von Heilpflanzen und Nahrungsergänzungen. So sollen beispielsweise Hashimoto-Patienten von einer glutenfreien Ernährung profitieren.
Säureblocker: Nutzen und Risiken
Aufstoßen, Sodbrennen und Völlegefühl - diese Symptome werden oft mit Säureblockern behandelt, die in niedriger Dosierung rezeptfrei erhältlich sind. Sie hemmen die Säureproduktion im Magen, was zwar die Symptome lindert, aber auch die Verdauung beeinträchtigen kann.
Die Funktion der Magensäure
Die Magensäure ist wichtig für die Verdauung, da sie die Verdauungsenzyme aktiviert. Protonenpumpenhemmer verhindern die Freisetzung der Säure in den Magen, wodurch die Verdauung gestört wird. Bei längerer Einnahme von Schmerzmitteln werden Säureblocker oft begleitend verordnet, um Magengeschwüre zu verhindern. Dies führt jedoch dazu, dass bei vielen Patienten die Verdauung unnötig gestört wird.
Mögliche Folgen der Säureblocker-Einnahme
Sodbrennen entsteht, wenn Magensäure in die Speiseröhre zurückfließt. Säureblocker unterdrücken die Symptome, beheben aber nicht die Ursache. Bereits in der Vergangenheit wurde auf die Gefahren der Säureblocker hingewiesen. Es ist wichtig, die Risiken und Nutzen der Einnahme von Säureblockern abzuwägen und alternative Behandlungsmethoden in Betracht zu ziehen.
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Fallbeispiel: Empfindungsstörungen und Schilddrüse
Eine Patientin berichtet von Empfindungsstörungen in Armen und Fingern, Kribbeln im Gesicht sowie Taubheit und Schwächegefühl. Neurologische Untersuchungen und Blutwerte waren unauffällig. Die Patientin hat Hashimoto und einen niedrigen FT4-Wert. Nach Erhöhung der L-Thyroxin-Dosis verschlimmerten sich die Symptome.
Mögliche Ursachen und Therapieansätze
In diesem Fall kommen verschiedene Ursachen in Frage. Ein möglicher B12-Mangel sollte ausgeschlossen werden. Auch eine Small Fibre Neuropathy (SFN) könnte vorliegen. Es ist wichtig, die Schilddrüseneinstellung zu überprüfen und gegebenenfalls das L-Thyroxin-Präparat zu wechseln. Eine ganzheitliche Betrachtung der Symptome und die Berücksichtigung des Ansatzes von Datis Kharrazian könnten weitere Therapieansätze eröffnen.
Weitere Gesundheitstipps für den Sommer
Neben den genannten Themen gibt es weitere Aspekte, die im Sommer wichtig sind. Insekten können Krankheiten übertragen, daher ist es wichtig, sich vor Stichen und Bissen zu schützen. Langärmelige Kleidung und Insektenschutzmittel können helfen. Nach Aufenthalten im Unterholz sollte man sich auf Zecken absuchen. Stiche und Bisse können mit einem Stichheiler behandelt werden.
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