Gunter Wolfrum: Ein Kulmbacher Neurologe im Ruhestand

Gunter Wolfrum, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie in Kulmbach, war viele Jahre in seiner Praxis in der Pestalozzistraße tätig. Nun hat er sich am 30. Juni offiziell in den Ruhestand verabschiedet. Dieser Artikel beleuchtet seine Karriere, die Herausforderungen seiner Nachfolge und die aktuelle neurologische Versorgungssituation im Landkreis Kulmbach.

Gunter Wolfrum: Ein Porträt

Dr. Gunter Wolfrum war in Kulmbach als Arzt für Nervenheilkunde tätig. Seine Praxis befand sich in der Pestalozzistr. Er bot seinen Patienten eine umfassende neurologische und psychiatrische Betreuung. Erfahrungsberichte loben seine Freundlichkeit, seine Fähigkeit, sich Zeit für Patienten zu nehmen, und seine ruhige, verständnisvolle Art der Aufklärung und Untersuchung. Ein Patient berichtete, dass Dr. Wolfrum sich gut mit Multipler Sklerose auskannte, was nicht immer selbstverständlich sei.

Allerdings gab es auch kritische Stimmen. Ein Bericht schilderte eine negative Erfahrung im Zusammenhang mit der Behandlung von Demenz, wobei dem Arzt ein unangemessenes Verhalten gegenüber Patienten und Angehörigen vorgeworfen wurde. Es ist wichtig zu beachten, dass dies eine einzelne Erfahrung darstellt und nicht das Gesamtbild der Patientenbetreuung durch Dr. Wolfrum widerspiegeln muss.

Die Suche nach einem Nachfolger

Die Nachfolgefrage für Dr. Wolfrums Praxis gestaltet sich schwierig. "Doktor Wolfrum ist schon seit mehreren Jahren im Rahmen des Medizinischen Versorgungszentrums am Klinikum tätig", erklärte Geschäftsführerin Brigitte Angermann. Er habe bereits vor längerer Zeit seinen Sitz ans Klinikum abgegeben und sei dort angestellter Arzt, auch wenn sich die Praxis nicht im Klinikumkomplex befindet. Die Praxis soll auch weiterhin in der Pestalozzistraße bleiben. "Wir versuchen, die Stelle zeitnah nachzubesetzen." Das gestalte sich allerdings als schwierig, die Suche nach einem Nachfolger für Gunter Wolfrum laufe schon seit längerem.

Aktuelle Versorgungslage im Landkreis Kulmbach

Nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB) ist der Landkreis Kulmbach nach der "Bedarfsplanungsarztgruppe Nervenärzte" theoretisch gut bestückt: Zwei Nervenärzte, ein Neurologe und zwei Psychiater sind im Versorgungsatlas der KVB verzeichnet. Damit habe der Landkreis im Verhältnis dieser Fachärzte/Einwohner sogar einen Versorgungsgrad von 170,5 Prozent und ist damit rein rechnerisch sogar überbesetzt.

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Die Statistik hakt Der Haken ist aber, dass diese Statistik nicht unter den Fachgruppen unterscheidet. Wenn der eine Neurologe nun aufhöre, bedeutet das statistisch, dass immer noch ausreichend Fachärzte vorhanden sind, aber praktisch eine Versorgungslücke entsteht. "Wir sehen das Problem auch", sagt die Pressesprecherin der KVB in München, Birgit Grain.

Hinzu kommt noch: Wenn eine statistische Überversorgung vorliegt, dann dürfen sich im entsprechenden Planungsbereich keine zusätzlichen Fachärzte dieser Gruppe niederlassen. Eine Nachbesetzung sei dagegen möglich, aber: "Es ist nicht so, dass die Stelle dauerhaft offen bleibt. Wird sie nicht besetzt, fällt sie irgendwann weg", so Birgit Grain.

Brigitte Angermann sieht diese Gefahr jedoch nicht: "Wir haben viele junge Ärzte am Klinikum, die auf dem Weg zum Facharzt sind und hoffen, die Stelle aus den eigenen Reihen besetzen zu können."

Die KVB-Pressesprecherin verweist weiterhin darauf, dass auch der kassenärztliche Verband mit dieser - aus den 90er Jahren stammenden - Bedarfsplanung nicht glücklich ist. "Wir haben schon politische Positionspapiere herausgegeben, damit sich was ändert." Eine umfassende, grundlegende Reform der Bedarfsplanung sei zwar angestoßen, aber ein Ergebnis noch völlig offen.

Übergangsweise Versorgung gewährleistet

Dennoch sei die Versorgung der Patienten gewährleistet, wenn auch möglicherweise mit Einschränkungen: "Wenn Patienten einen Termin beim Neurologen benötigen, können sie sich an Christian Kohnhäuser am Klinikum wenden. Allerdings kann es zu längeren Wartezeiten kommen", räumt sie ein. Ziel sei es deshalb, möglichst schnell den Nachfolger zu finden, um dann wieder die volle Stundenzahl gewährleisten zu können. "Wir versuchen aber selbstverständlich, die Terminvergabe so kurz wie möglich zu halten."

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