Die Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems, die eine hochspezialisierte neurologische Betreuung erfordert. Neurologen mit MS-Spezialisierung bieten ein umfassendes Leistungsspektrum, das von der Diagnostik über die Therapie bis hin zur Rehabilitation reicht. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte der MS-Spezialisierung in der Neurologie, einschließlich Diagnoseverfahren, Therapieoptionen, Rehabilitation und aktuelle Forschungsansätze.
Was ist Multiple Sklerose?
Die Multiple Sklerose, auch Encephalomyelitis disseminata genannt, ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems. Es finden sich herdförmige Entzündungsstellen (Läsionen) in Gehirn und Rückenmark. Weltweit sind 2,5 Millionen Menschen betroffen, wobei mehr als doppelt so viele Frauen wie Männer erkranken. Die Erkrankung ist durch Verlust der Myelinscheiden der Nervenfasern geprägt. Bis heute ist die Ursache der Erkrankung unbekannt.
Die MS zeigt eine hohe Variabilität in ihrer Ausprägung. Je nach Lage der Läsionen sind vielfältige neurologische Symptome möglich. Auch finden sich verschiedene Verläufe dieser Erkrankung. Sie kann entweder schubförmig oder fortlaufend schlechter verlaufen. Die Diagnose wurde bis vor wenigen Jahren rein anhand klinischer Symptome gestellt. Mittlerweile kommen auch Laborbefunde und MRT Bilder des zentralen Nervensystems als Nachweise hinzu. Aktuell gibt es leider keine Möglichkeit MS zu heilen. Allerdings lässt sich durch immunsuppressive und immunmodulatorische Medikamente der Verlauf positiv beeinflussen.
Ursachen und Symptome
Die Ursache für Multiple Sklerose ist unbekannt. Vermutet wird eine autoreaktive Antwort des Körpers auf ein Antigen, das zu einem falschen Angriff des eigenen Immunsystems gegen die Myelinscheiden der Nervenfasern führt. Als mögliche Antigene werden Virusinfektionen diskutiert; unter anderem das Eppstein-Barr-Virus, der Auslöser des Pfeifferschen Drüsenfiebers, steht unter Verdacht eine Multiple Sklerose auszulösen.
Die Symptome einer MS Erkrankung sind sehr variabel und individuell. In den meisten Fällen beginnt die MS schubförmig mit einem klinischen Symptom. Dieser Zustand wird auch „Klinisch isoliertes Syndrom“ genannt. Das klinisch isolierte Syndrom ist eine Vorstufe der MS. 80% der Betroffenen entwickeln ein weiteres klinisches Syndrom, sodass dann von der Multiplen Sklerose gesprochen wird. 20% der Betroffenen bleibt bis zu 20 Jahre nach dem klinisch isolierten Syndrom von einem zweiten Schub verschont und entwickeln keine MS. Als häufigste Symptome werden von Betroffenen angegeben:
Lesen Sie auch: Leistungen von Neurologe Hartmann
- Sehstörungen
- Gefühlsstörungen
- Dauerhafte Müdigkeit
Die Symptome bilden sich oft innerhalb von Tagen oder Wochen unvollständig oder vollständig zurück. Im weiteren Verlauf der Erkrankung kommt es zu weiteren Schüben mit den gleichen Symptomen oder neu einsetzenden Symptomen wie:
- Motorische Störungen
- Störungen der Blasenentleerung
- Störungen der Sexualfunktion
- Tremor bei Bewegung
- Tagesmüdigkeit
- Depressivität
- Gedächtnisstörungen
- Konzentrationsstörungen
Diagnostik der Multiplen Sklerose
Die Diagnose der MS erfolgt in drei Schritten. Anhand des Anamnese-Gesprächs kann der Arzt bereits den Verdacht auf eine entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems äußern. Anschließend werden durch Laboruntersuchungen und MRT-Bilder andere Erkrankungen, sogenannte Differentialdiagnosen, ausgeschlossen. Als drittes wird die sogenannte „räumliche und zeitliche Dissemination“ festgestellt. Das bedeutet, dass mindestens zwei Läsionen an unterschiedlichen Zeitpunkten oder Orten im Körper stattgefunden haben. Erst dann kann eine Multiple Sklerose diagnostiziert werden.
Diagnostische Verfahren
Zur Diagnostik der MS gehören verschiedene Verfahren:
- Anamnese und neurologische Untersuchung: Erhebung der Krankengeschichte und Beurteilung neurologischer Funktionen.
- Magnetresonanztomographie (MRT): Bildgebung des Gehirns und Rückenmarks zur Darstellung von Läsionen.
- Liquordiagnostik: Untersuchung des Nervenwassers zur Feststellung von Entzündungsmarkern.
- Elektrophysiologische Untersuchungen: Messung der Nervenleitgeschwindigkeit zur Beurteilung der Nervenfunktion (evozierte Potentiale visuell, somatosensorisch und motorisch).
Die MS ist die Erkrankung der „1.000 Gesichter“. Häufig beginnt sie mit Gefühlsstörungen, Seh- und / oder Gleichgewichtsstörungen. Sie kann vieles aufzeigen, was das Nervensystem überhaupt an Symptomen und Funktionsstörungen zu generieren vermag. Aufgrund der Vielgestaltigkeit der Symptome dauert die Diagnosestellung der MS auch heute noch mitunter mehrere Jahre. Alle Untersuchungen führen wir in unserer Klinik durch. Das gilt auch für die ambulante Liquor- (Nervenwasser-) Untersuchung. Wir verwenden für die MS-Diagnostik ausschließlich die McDonald-Kriterien (US-Arbeitsgruppe um den MS-Forscher McDonald) in der jeweils neuesten Revision.
Verlaufsformen der Multiplen Sklerose
Man unterscheidet drei verschiedene Verlaufsformen der Multiplen Sklerose.
Lesen Sie auch: Neurologische Praxis in Meppen
- Die schubförmig remittierende MS beschreibt die Form, bei der Patienten Schübe von klinischen Symptomen erleiden, die sich aber nach Tagen bis Wochen (fast) vollständig zurückbilden. Zwischen den Schüben besteht keine Krankheitszunahme. Sie ist mit 85% aller MS Patienten die häufigste Form.
- Daraus entwickelt sich in mehr als der Hälfte der Patienten eine sekundär progrediente MS. Hier nimmt der die Behinderung immer weiter zu; auch Schübe können zwischendrin vorkommen.
- Dahingegen kommt es bei ca. 15% der Patienten zu einer primär progredienten MS. Diese Form hat die schlechtere Prognose und beschreibt eine immer schlimmere werdende Behinderung ohne Schübe.
Therapie der Multiplen Sklerose
Leider gibt es noch keine Therapie, die die Ursache der Multiplen Sklerose behandelt, da diese noch unbekannt ist. Die Therapie besteht grundsätzlich aus drei Säulen:
- Schubtherapie
- Verlaufsmodifizierende Therapie
- Symptomatische Therapie
Schubtherapie
Bei einem akuten Schub werden über 3-5 Tage hohe Dosen an Cortisol gegeben.
Verlaufsmodifizierende Therapie
Bei der verlaufsmodifizierenden Therapie kommen immunsuppressive und immunmodulierende Medikamente zum Einsatz, um die Schubintervalle zu verlängern und die Krankheitsaktivität zu verringern. Heute haben wir bei der Behandlung der überwiegend jungen MS-Betroffenen mit schubförmiger MS eine große Auswahl an Therapie-Varianten. So verfügen wir über erfreulich viele, hochwirksame Medikamente. Sie werden entweder oral (als Tabletten) oder als subcutane / intramuskuläre Injektion oder Infusion verabreicht. Wir entscheiden uns in einem individualisierten Analyseprozess, in den auch die Wünsche und Präferenzen unserer Patienten eingebunden sind, für eine bestimmte Behandlung. Selbst danach sind wir jederzeit bereit, auf Veränderungen im Krankheitsverlauf angemessen zu reagieren und eine neue Therapie zu gestalten.
Symptomatische Therapie
Um die Symptome zu lindern und die Lebensqualität der Patienten zu verbessern, werden Physiotherapie, Ergotherapie, Psychotherapie u.ä. als unterstützende Maßnahmen eingesetzt.
Rehabilitation bei MS
Das Ziel einer Rehabilitation im Allgemeinen ist die Erhaltung der Leistungsfähigkeit, Selbständigkeit und damit der Teilhabe am sozialen Leben. Bei Multiple Sklerose Patienten stehen die Symptomlinderung von Spastik, Schmerzen sowie Blasen- und Darmproblemen im Vordergrund. Außerdem sollen die Motorik und kognitiven Fähigkeiten der Betroffen aufrechterhalten werden.
Lesen Sie auch: Öffnungszeiten Dr. Huntemann
Die Reha Maßnahmen können entweder ambulant, oder in schweren Fällen auch stationär durchgeführt werden. In speziellen Neuro-Rehakliniken ist das Personal u.a. auf MS-Patienten geschult und kann diese besonders gut fördern.
Spezialisierte MS-Zentren und Ambulanzen
Die Spezialisierung auf Multiple Sklerose (MS) reicht an unserer Klinik bis ins Jahr 1969 zurück. Zur Tradition kommt Innovation: Durch die rasante Entwicklung der MS-Therapie in den letzten 15 Jahren hat sich das Tätigkeitsfeld unseres MS-Schwerpunktzentrums erheblich ausgeweitet. Hier hat unser ehemaliger Chefarzt Dr. Gawlitza (inzwischen im Ruhestand) bereits wertvolle Aufbauarbeit geleistet, und mit unserer neuen Chefärztin Prof. Dr. Stefanie Behnke leisten wir auch heute und in Zukunft eine hochspezialisierte Versorgung auf dem neuesten Stand der Medizin.
Zertifizierte MS-Zentren
Bereits seit 2006 tragen wir das Qualitätssiegel "Anerkanntes MS-Zentrum", das im Zuge der Neuordnung der DMSG-Zertifikate ab dem 01.02.2016 zum "MS-Schwerpunktzentrum" aufgewertet wurde. Um dieses höchstmögliche Zertifikat - das einzige im Saarland - zu erhalten, sind die strengen Richtlinien der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) einzuhalten, die unseren Patienten einen hohen Qualitätsstandard in Diagnose und Therapie garantieren.
Alle modernen und hochwirksamen Therapien werden bei uns auf die Bedürfnisse jedes einzelnen Betroffenen abgestimmt. Ein wichtiger Bestandteil ist dabei auch die enge und gut funktionierende Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Neurologen im Saarland und darüber hinaus.
MS-Ambulanzen und ihre Aufgaben
Seit Anfang 2009 ist im SKH Altscherbitz eine Ambulanz für an Multipler Sklerose erkrankte Patienten angesiedelt. Wir bieten in eigenen Praxisräumen das gesamte Diagnosespektrum zum Ausschluss oder zur Bestätigung der Multiplen Sklerose an und legen großen Wert auf individuelle Therapieentscheidung und fachärztliche Patientenbetreuung. Für die Erstdiagnostik und fortlaufende Behandlung werden fast alle diagnostischen und therapeutischen Verfahren vorgehalten. Es besteht eine enge Kooperation mit den umliegenden MS-Zentren, insbesondere mit der Neuroimmunologischen Ambulanz der Universitätsklinik Leipzig.
Die MS Ambulanz wird geleitet von Prof. Dr. Lutz Harms und PD Dr. Häufige Fragen mit denen sich Patientinnen und Patienten in unserer Sprechstunde vorstellen sind:
- Bei mir wurde der Verdacht auf MS geäußert, welche Untersuchungen sollten nun stattfinden?
- Was bedeutet die Diagnose MS?
- Ist es für mich sinnvoll, jetzt mit einer Therapie zu beginnen?
- Welche Therapiemöglichkeiten für eine Langzeittherapie gibt es?
- Welche Therapie ist die beste für mich?
- Was weiß man heutzutage über den Verlauf von MS?
- Was muss ich für meine Familienplanung wissen?
- Muss ich bei Impfungen besonders vorsichtig sein?
- Welche Symptome können wirkungsvoll behandelt werden?
- Ich habe bereits eine Therapie, kann diese noch optimiert werden?
- Wie weiß ich, dass ich einen Schub habe?
Außerdem sind wir an der Entwicklung und wissenschaftlichen Überprüfung neuer Therapieansätze beteiligt. Gegenwärtig werden in unserer Ambulanz verschiedene neue Medikamente zur Behandlung der MS in klinischen Studien untersucht. Leitung: Frau PD Dr. med.
Neuroimmunologie: Mehr als nur MS
Neuroimmunologie ist mehr als MS. Außer der MS gibt es eine Vielzahl anderer, allerdings viel seltenerer neuroimmunologischer Erkrankungen. Aus der intensiven Beschäftigung mit der MS hat es sich zwangsläufig ergeben, dass in den letzten Jahren viele andere neuroimmunologische Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems in den Fokus unserer Aufmerksamkeit gelangt sind. in Dresden, Essen, Bochum und Hannover. Dies verbessert unsere Kompetenz, entbindet uns jedoch nicht von der eigenen Verantwortung, die wir für die uns anvertrauten Patienten übernehmen.
In den letzten Jahren wurde eine immer differenziertere Behandlung dieser "neuroimmunologischen" Erkrankungen möglich. Um diesem Standard gerecht zu werden, stehen uns alle relevanten Untersuchungstechniken zur Verfügung (Liquor- und allgemeine Labordiagnostik, elektrophysiologische Verfahren etc.). Die Durchführung eingeleiteter Behandlungsmaßnahmen, wie z.B. Hochdosis-Kortisontherapien, Tysabri- und Mitoxantron-Infusionen, kann innerhalb unserer Ambulanz oder stationär erfolgen. Dies bezieht sich auch auf die Behandlung komplexer Probleme im Krankheitsverlauf, z.B. durch spasmolytische Injektionen von Botulinumtoxin (AG Bewegungsstörungen). Eine Terminvereinbarung durch Sie oder Ihren Hausarzt ist unter der rechts genannten Telefonnummer werktags von 08:00 bis 12:00 Uhr möglich. anmeldung-neuro-cbf(at)charite.de
MS-Spezialisten und ihre Rolle
Jede MS Fortbildung, die in Zusammenarbeit mit und nach den Richtlinien des KKNMS durchgeführt wird, muss von einem MS Specialist geleitet werden. Logbuch über eigenständig durchgeführte Behandlung/Betreuung von mind. mind. Der Antragsteller reicht alle erforderlichen Unterlagen (siehe Checkliste „Erstzertifizierung“) und das Antragsformular „Erstzertifizierung“ bei der KKNMS Geschäftsstelle ein. Sie/Er erbringt eine hochqualifizierte Versorgung von MS Patienten auf der Grundlage neuester neuroimmunologischer Erkenntnisse. Sie/Er hat besondere didaktische und wissenschaftliche Erfahrung auf dem Gebiet der Multiplen Sklerose und Neuroimmunologie. Sie/Er ist für die Durchführung von Fortbildungsveranstaltungen verantwortlich, um so Einfluss auf das Niveau der Fortbildungskurse und damit auf das Niveau der MS Versorgung zu nehmen.
Patientenakademien und Selbsthilfe
Bereits im Mai 2009 nahm unsere „Patientenakademie“ ihre Arbeit auf. Unser Ziel ist es, durch eine gut strukturierte Veranstaltungsreihe die Betroffenen und deren Angehörigen bestmöglich aufzuklären und über moderne Therapieverfahren zu informieren. Namhafte Experten berichten jeweils zum aktuellen Stand der Forschung und informieren über neue und ergänzende Therapieverfahren. Dabei sieht sich unsere MS-Patientenakademie in unserer Region als Ergänzung zur Arbeit der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG). Bei einer entsprechenden Registrierung informieren wir Sie über alle Veranstaltungen unserer MS-Akademie.
MS-Qualitätszirkel für ein Mehr an Kompetenz und Verzahnung von Klinik und PraxisSeit 2017 richten wir regelmäßig den ärztlichen Qualitätszirkel MS aus. Dieser ist bewusst unabhängig von der Pharma-Industrie gestaltet und wird jeweils von der Ärztekammer zertifiziert. Der Zuspruch aus dem Kreis der niedergelassenen Ärzte und anderer Kliniken ist erfreulich groß. Dies ermöglicht es uns, die Versorgung und Behandlung der MS-Betroffenen auch in der Fläche substanziell zu verbessern.
MS-Patientenakademie für ein Mehr an InformationBereits im Mai 2009 nahm unsere MS-Patientenakademie ihre Arbeit auf. Unser Ziel ist es, durch interessante Veranstaltungen, für die wir jeweils hochkarätige MS-Experten oder Referenten aus anderen Gebieten wie z.B. des Arbeits- und Behindertenrechts gewinnen konnten, die Betroffenen und deren Angehörigen bestmöglich aufzuklären und zu informieren. Wir möchten mit unserer MS-Patientenakademie die Arbeit der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) ergänzen. Bei der DMSG gibt es zahlreiche Angebote, auch im Selbsthilfebereich, die Sie unter www.dmsg-saar.de finden.
Wir arbeiten sehr eng mit der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) und mit der Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfe im Saarland (KISS) zusammen.
Wohnprojekte für MS-Betroffene
Hervorzuheben und bundesweit einzigartig ist das Wohnprojekt VIWIH (Verbund integratives Wohnen plus individueller Hilfeplan) in Verbindung mit dem DMSG-eigenen ambulanten Pflegedienst für MS-Betroffene, die bereits unter wesentlichen Handicaps leiden.
Aktuelle Forschung und Innovationen
Prof. Dr. Ziemssen lernte die Multiple Sklerose bereits in seiner Kindheit kennen und erlebte damals einen sehr schlechten Verlauf mit. Aus der persönlichen Betroffenheit entstand später ein Interesse an der Krankheit, die schließlich im Studium der Neurologie und dem anschließenden Einstieg in die Arbeitswelt zum Fokus auf die MS wurde.
Obwohl Prof. Dr. Für das MS-Zentrum Dresden verfolgt Prof. Dr. Ziemssen gemeinsam mit seinem Team die Vision von einer komplett individualisierten Therapie, die auf exzellenter Diagnostik basiert. Denn nur wer den Patienten und seinen Gesundheitszustand bzw. die Auswirkungen der MS genau beobachtet und erfasst, wer die Nebenwirkungen von Medikamenten und die Lebensumstände im Blick hat, kann eine bestmögliche Behandlung bieten.
Prof. Dr. Ziemssen nutzt eine Metapher aus dem Sport. Er sieht sich und seine Kollegen als Trainerteam inklusive all der dazugehörigen Spezialisten für die verschiedensten Bereiche. Die Patienten sind die Feldspieler, die Empfehlungen und Hilfestellung bekommen, so gut es geht. Aber entscheiden muss immer noch jeder Patient für sich, was er wie umsetzt von den gegebenen Tipps. Das MS-Zentrum Dresden arbeitet sehr intensiv mit einem Team aus Barcelona zusammen und natürlich weiteren Kliniken und Zentren in Deutschland und weltweit. Außerdem sind natürlich Firmen aus der Wirtschaft, wie Pharma und Medizintechnik wichtig, wobei Abhängigkeiten oder Einmischungen nicht zugelassen werden. Eine ständige Hürde in der täglichen Arbeit stellt die optimale Behandlung der Patienten dar, die immer wieder gerechtfertigt werden muss, da heutzutage ein großer Kostendruck auf Kliniken lastet. Prof. Dr. Ziemssen lässt dabei nicht locker und zeigt den Nutzen der Arbeit seines Teams auf und versucht Geld für Innovationen über zusätzliche Anträge zu erhalten.