Das Jüdische Krankenhaus Berlin bietet eine umfassende neurologische Versorgung für Patient:innen mit vielfältigen Erkrankungen des Nervensystems. Von der Akutbehandlung bis zur ambulanten Nachsorge steht ein spezialisiertes Team bereit, um Patient:innen individuell und nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zu betreuen.
Schwerpunkte der Neurologischen Klinik
Die neurologische Klinik des Jüdischen Krankenhauses Berlin deckt ein breites Spektrum an Krankheitsbildern ab. Zu den Schwerpunkten gehören:
- Multiple Sklerose (MS) und andere entzündliche Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems (Polyneuritiden)
- Hirninfarkt, Hirnblutungen, TIA und Folgeerkrankungen nach Schlaganfall
- Epilepsie und andere Anfallserkrankungen
- Schwindel, Gleichgewichts- und Gangstörungen
- Bewegungsstörungen (Parkinson-Krankheit, Tremor, Dystonie)
- Gedächtnisstörungen und Demenz
- Neurologische Schlafstörungen
- Erkrankungen des peripheren Nervensystems und der Muskulatur
- Schluckstörungen
- Bandscheibenbedingte Nervenwurzelläsionen und Schmerzsyndrome
- Krebserkrankungen des Gehirns und des Rückenmarks
- Botulinumtoxin-Therapie
Das MS-Zentrum: Expertise und umfassende Betreuung
Ein besonderer Schwerpunkt der Klinik ist das MS-Zentrum, welches eine der größten MS-Spezialambulanzen Deutschlands beinhaltet. Hier werden MS-Betroffene umfassend, individuell und nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen beraten und behandelt.
Leistungen des MS-Zentrums
Das ambulante MS-Zentrum (§116b Ambulanz) bietet ein breites Spektrum an Leistungen:
- Eingehende Beratung zur Diagnose, Prognose und umfassenden Therapieansätzen
- Kontinuierliche Betreuung von MS-Kranken in allen Phasen der Erkrankung
- Diagnostik inkl. bildgebender Verfahren, Lumbalpunktion, elektrophysiologischer Untersuchungen, neuropsychologischer Testverfahren und Labortests
- Klärung oder Sicherung der Diagnose (auch Zweitmeinung), Abgrenzung der Diagnose gegenüber verwandten Diagnosen
- Beratung zu lebenspraktischen Aspekten der Erkrankung (Kinderwunsch, Schwangerschaft, Stillzeit, Lebensweise, Ernährung, Impfung, Einfluss auf das Familien- und Berufsleben)
- Beratung und Behandlung anderer demyelinisierender Erkrankungen des zentralen Nervensystems, wie z.B. einer Neuromyelitis Optica Spektrum Erkrankungen
- Schubtherapie mit hochdosierten Glukokortikosteroiden im ambulanten oder stationären Rahmen, Plasmapherese im stationären Rahmen
- Indikationsstellung und Beratung (auch Zweitmeinung) zur verlaufsmodifizierenden Therapie
- Individuelle Beratung und Therapieentscheidung zu allen zugelassenen Medikamenten
- Neueinstellungen und Therapieumstellungen mit allen zugelassenen verlaufsmodifizierenden Medikamenten der Kategorie I (Glatirameracetat [Copaxone®], Interferon ß-Präparate, Teriflunomid [Aubagio®]; Dimethylfumarat [Tecfidera®])
- Indikationsstellung und Durchführung von Eskalation- und Infusionstherapien (Fingolimod [Gilenya®], Siponimod [Mayzent®], Ozanimod [Zeposia®], Ponesimod [Ponvory®], Cladribin [Mavenclad®], Natalizumab [Tysabri®], Ocrelizumab [Ocrevus®), Ofatumumab [Kesimpta®], Ublituximab [Briumvi®], Alemtuzumab [Lemtrada®], Rituximab off label) idR im ambulanten Setting
- Verschreibung von Medikamenten
- Leitliniengerechte Überwachung der Therapie
Multiple Sklerose: Eine häufige entzündliche Erkrankung
Die Multiple Sklerose (MS) ist die häufigste entzündliche Erkrankung des Nervensystems junger Erwachsener in den westlichen Industrieländern. Nach aktuellen Schätzungen beträgt die Häufigkeit des Auftretens ca. 1:10 000. Die Erkrankung gilt als eine Autoimmunerkrankung, bei der sich wichtige Bestandteile des Immunsystems aktiv gegen das Myelin, die sogenannte „Isolierschicht“ des Zentralen Nervensystems, richten. Die Diagnose der MS kann in einem frühen Stadium durch gründliche Untersuchungen gestellt werden. In den vergangenen 20 Jahren sind eine Vielzahl von neuen wirksamen Medikamenten entwickelt und zur Zulassung gebracht worden, so dass sich die therapeutischen Möglichkeiten um ein Vielfaches verbessert haben. Dabei kann ein frühzeitiger Therapiebeginn das Fortschreiten der Erkrankung und das Auftreten von Behinderungen verzögern.
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Weitere Spezialbereiche und Leistungen
Neben dem MS-Zentrum bietet die Neurologie am Jüdischen Krankenhaus Berlin weitere Spezialbereiche und Leistungen an:
- Privat-Sprechstunde mit Chefarzt PD Dr. med. G. J. Jungehülsing
- Ambulante Sprechstunde für Multiple Sklerose (Spezialambulanz nach § 116 b) und Beratung bei chronisch entzündlichen Polyneuropathien mit Prof. Dr. med. J. Haas und Oberärztin Dr. med. J. Klehmet
- Beratung und Schlaflabor zur Diagnostik und Therapie von Schlafstörungen bei neurologischen Erkrankungen mit Oberarzt Dr. med. D.
- Neurologische Frührehabilitation Phase B: Hier werden Patient:innen mit akuten schweren Schädigungen des zentralen und peripheren Nervensystems behandelt. Die Rehabilitation sollte möglichst früh nach Abschluss der akuten zellulären Veränderungen im Rahmen der Hirnschädigung beginnen. Insbesondere für Schlaganfallpatient:innen ist der Effekt einer frühen, intensiven Therapie in wissenschaftlichen Studien bestätigt. In der Neurologischen Frührehabilitation Phase B am Jüdischen Krankenhaus Berlin werden Patient:innen direkt nach der Akutbehandlung oder nach Überweisung aus einer anderen Akutklinik von einem multiprofessionellen Team bestehend aus spezialisierten Fachärzt:innen, Pflegekräften sowie medizinischem Fachpersonal wie Ergo- und Psychotherapeut:innen, Psycholog:innen, Logopäd:innen und Physiotherapeut:innen, medizinisch-technischem Personal und Mitarbeitende des Sozialdienstes bis zum Ende der Phase B intensiv betreut.
Interdisziplinäre Zusammenarbeit
In die Behandlung neurologischer Erkrankungen sind neben dem ärztlichen Personal und Pflegekräften der Klinik besonders qualifizierte Ergotherapeut:innen, Logopäd:innen und Physiotherapeut:innen eng eingebunden. Die Mitarbeiter:innen des Sozialdienstes begleiten den Übergang unserer Patient:innen von der Klinik zurück in den Alltag.
Diagnostische Möglichkeiten
Zur optimalen Diagnostik stehen ein großer elektrophysiologischer Funktionsbereich und das Neurosonologische Labor zur Verfügung.
Terminvereinbarung und Erreichbarkeit
Patient:innen, die von ihrem Haus- oder Facharzt/ihrer Haus- oder Fachärztin an die Klinik überwiesen werden, können häufig zuerst in einer Beratung die weiteren Schritte ihrer Behandlung mit dem spezialisierten Arzt/der spezialisierten Ärztin besprechen. Auch die Nachsorge nach einem Aufenthalt in der Klinik kann oft ambulant erfolgen. Die Terminvereinbarung erfolgt über das Sekretariat der Neurologie.
Die Akutvorstellung ist täglich von 8:00 - 12:00 Uhr (nur nach vorheriger Anmeldung) möglich.
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Das MS-Zentrum befindet sich auf dem Gelände im Haus B, im ersten Obergeschoss (Ambulantes Behandlungszentrum). Es ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.
Wichtiger Hinweis: Es ist nicht immer möglich, telefonische Anfragen direkt zu bearbeiten. In diesem Fall wird um Verständnis gebeten und darum, das Anliegen, den Namen und die Telefonnummer auf dem Anrufbeantworter der MS-Ambulanz zu hinterlassen.
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