Die Neurologie ist ein medizinisches Fachgebiet, das sich mit der Erkennung, Behandlung und Bewältigung von Erkrankungen des Nervensystems und der Muskulatur befasst. Dabei wird die enge Verbindung zwischen Körper und Geist berücksichtigt. Im Raum Neumünster gibt es verschiedene neurologische Angebote, die unterschiedliche Bewertungen erfahren. Dieser Artikel soll einen Überblick über die neurologische Versorgung in Neumünster und Umgebung geben, wobei insbesondere das Friedrich-Ebert-Krankenhaus (FEK) Neumünster und die dortigen Erfahrungen von Patienten und PJ-Studenten beleuchtet werden.
Das Leistungsspektrum der Neurologie
Die Neurologie umfasst ein breites Spektrum an Erkrankungen. Zu den häufigsten Beschwerden, mit denen sich Neurologen befassen, gehören:
- Lähmungen
- Sensibilitätsstörungen
- Schwindel
- Gangstörungen
- Kopfschmerzen
- Sehstörungen
Diese Beschwerden können sowohl dauerhaft als auch episodisch auftreten und mit psychischen Begleiterscheinungen einhergehen.
Die Neurologie am FEK Neumünster deckt ein breites Spektrum an Erkrankungen ab, darunter:
- Schlaganfallerkrankungen (Hirninfarkte und Blutungen)
- Anfallserkrankungen und Epilepsiesyndrome
- Entzündliche Erkrankungen (Multiple Sklerose und Meningitis)
- Geistige Leistungsstörungen (Delir und Demenz)
- Nervenkompressionen (z. B. bei Rücken- und Bandscheibenerkrankungen)
- Bewegungsstörungen (z. B. Morbus Parkinson oder Tremor)
- Polyneuropathie, Muskelerkrankungen
- Schwindel und Sehstörungen
- Sprach- und Schluckstörungen
- Kopfschmerzen
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Beurteilung von kognitiven Beeinträchtigungen, die bei vielen Akuterkrankungen auftreten (Delir und Demenz). Ein weiterer wichtiger Teil der Expertise kommt der Versorgung schwerstkranker Patienten auf den Intensivstationen zugute.
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Zur Klärung von neurologischen Beschwerden können in der Klinik für Neurologie des FEK alle aussagekräftigen Diagnoseverfahren eingesetzt werden (Ultraschall, Neurophysiologie, Neuroradiologie sowie Liquoranalytik, genetische Diagnostik). Die Klinik orientiert sich hierzu an den fachlichen Standards und Leitlinien der zuständigen Fachgesellschaften, an deren fortlaufender Aktualisierung sie mitwirkt. Nahezu alle wichtigen neurologischen Behandlungsmaßnahmen können eingesetzt werden. Bei Bedarf werden Kollegen der Physio- und Ergotherapie, Logopädie und Ernährungsberatung eng in die Behandlung einbezogen und die Befunde intensiv mit vor- und nachbehandelnden Ärzten kommuniziert. Der Übergang der Behandlung von konservativen Maßnahmen zu operativen Verfahren oder radiologischen Interventionen ist am FEK durch die enge Zusammenarbeit mit Gefäß- und Neurochirurgen, Radiologen, Intensivmedizinern etc. problemlos im Hause möglich. Im Übrigen kooperiert die Klinik mit spezialisierten Einrichtungen.
Das Friedrich-Ebert-Krankenhaus (FEK) Neumünster im Fokus
Das FEK Neumünster ist ein wichtiger Anlaufpunkt für neurologische Patienten in der Region. Die Klinik für Neurologie bietet ein breites Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten. Viele wichtige therapeutische Fortschritte des neurologischen Fachgebiets wie z. B. die Wiederherstellung der Blutzirkulation beim Schlaganfall oder die abgestufte Immuntherapie bei Multiple-Sklerose-Erkrankungen sind hier am FEK implementiert, für die Spezialversorgung verfügt die Klinik über langjährige Kooperationen. Gemeinsam mit erfahrenen neurologischen Pflegekräften werden Patienten und Angehörige in die Abläufe einbezogen, um Selbstwirksamkeit bei der Bewältigung der Krankheit zu erreichen. Die Klinik strebt nach einer hohen Patientenzufriedenheit, nach der sie sich regelmäßig erkundigt.
Spezialsprechstunden und Ambulante Versorgung
In zwei Spezialsprechstunden betreuen die spezialisierten Fachärzte der Klinik viele Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen und neuro-entzündlichen Leiden auf Zuweisung von Hausärzten (§116b). Für Wahlleistungspatienten sind gesonderte ambulante Versorgungsmöglichkeiten durch den Chefarzt vorhanden. Eine gewöhnliche Praxiszulassung für weitere Aufgabengebiete liegt derzeit nicht vor.
Privatärztliche Behandlungen werden für Neurologie, einschließlich Neuropsychiatrie, Neurogeriatrie (Demenzfragestellungen), Kopfschmerzleiden, Neuro-Ophthalmologie angeboten. Ansprechpartner ist hier Prof. Dr. med. Dr. med. Claas Fokke Wermann (Oberarzt). Für neuromuskuläre Erkrankungen erfolgt die Terminvergabe auf Zuweisung von Hausärzten/Fachärzten nach vorheriger Abstimmung mit den Behandlern durch Prof. Dr. med. Julian Bösel und Oberärztin Ulrike Brandt.
Die Klinik kooperiert zudem mit externen Spezialisten wie Prof. Jansen (Neuroradiologie UKSH Kiel), Prof. Fiehler (Neuroradiologie UKE Hamburg), Prof. Heesen (MS-Ambulanz UKE Hamburg) und PD Dr. Leypoldt (Neuroimmunologie UKSH Kiel).
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Patientenbewertungen und Erfahrungen
Die Bewertungen der neurologischen Versorgung im FEK Neumünster fallen gemischt aus. Einige Patienten berichten von sehr positiven Erfahrungen, während andere Kritik äußern.
Positive Erfahrungen
- Professionelle Hilfe: Mehrere Patienten loben die professionelle Hilfe, die sie im FEK erhalten haben. Ein Patient berichtet, dass seinem Bruder dort sehr professionell geholfen werden konnte.
- Freundliches Personal: Das Pflegepersonal wird oft als super lieb und professionell beschrieben.
- Eingehende Untersuchung in der Notaufnahme: Ein Patient berichtet, dass er in der Notaufnahme sehr eingehend untersucht wurde.
- Kompetente Betreuung nach Schlaganfall: Die ärztliche Betreuung in der Notaufnahme nach einem Schlaganfall wird als prompt und die Information der Angehörigen als gut beschrieben. Ärzte und Pflegepersonal werden als kompetent und hilfsbereit wahrgenommen. Dies gilt sowohl für die Intensivstation als auch für die Stroke Unit.
- Gründliche Untersuchung und Weiterleitung: Ein Patient, der zur Überprüfung seiner Ulnarissehnen überwiesen wurde, berichtet von einer umfassenden Betreuung durch Prof. Hansen, der weitere Untersuchungen (MRT) und einen Termin bei einem Rheumatologen veranlasste.
- Menschlichkeit trotz Überlastung: Trotz Überbelegung und großer Herausforderungen des Personals wird die Menschlichkeit im FEK gelobt. Patienten fühlen sich gut betreut und nicht allein gelassen.
- Gute Fachkompetenz und Betreuung: Die Fachkompetenz von Ärzten wie Dr. Baum und die Betreuung durch Prof. Hansen und sein Team werden positiv hervorgehoben.
- Erfolgreiche Behandlung von Schmerzen: Ein Patient berichtet, dass er mit stärksten Schmerzen eingeliefert wurde und das Krankenhaus nach einer Woche gehend verlassen konnte, was für eine qualitative gute Behandlung spricht.
- Schnelle Diagnose und Ursachenfindung: Aufgrund einer plötzlich aufgetretenen Sehstörung wurde ein Patient in der Ambulanz gezielt auf einen möglichen Schlaganfall untersucht. Am Folgetag wurde ein Schlaganfall durch eine sehr intensive Ultraschall-Untersuchung bestätigt und die Ursache (Verletzung einer Gefäß-Innenwand) gefunden.
Negative Erfahrungen
- Mangelnde Besprechung und Information: Ein Patient bemängelt, dass nach umfangreichen Untersuchungen keine vernünftige Besprechung erfolgte und keine tägliche Visite stattfand, da er auf einer anderen Station untergebracht war. Zudem musste er sechs Stunden auf den Entlassungsbericht warten.
- Grenziger Umgang mit Patienten: Ein anderer Patient kritisiert den Umgang mit Patienten als eher grenzwertig, obwohl die medizinische Versorgung als gut eingeschätzt wird.
- Fehlende Wertschätzung und Hoffnung: Die Aussage eines Oberarztes "Ich sehe hier kein Potential mehr" wird als sehr belastend und unangebracht empfunden.
- Behandlungsmaschinerie und Ärztemangel: Ein Patient berichtet von einer gnadenlosen Behandlungsmaschinerie in der Stroke Unit, in der individuelle Befindlichkeiten nicht berücksichtigt werden. Er bemängelt Personal- und Ärztemangel und berichtet, dass sich ein Pfleger bei Benachrichtigung als Neurologe vorstellte.
- Überbelegung und fehlende Hilfe: Die permanente Überbelegung auf der Station wird kritisiert. Ein Patient berichtet, dass sich Mitpatienten um eine bettlägerige Frau kümmern mussten, da das Personal nicht ausreichend präsent war.
- Hygienemängel: Ein Patient berichtet, dass die Putzfrau das komplette Badezimmer mit dem gleichen Putzlappen reinigt (WC angefangen, Waschtisch, Ablagen).
- Lange Wartezeiten auf Termine: Ein Patient berichtet von langen Wartezeiten auf einen Termin bei akuter Problematik.
- Unklare Diagnostik und fehlende Aufklärung: Ein Patient berichtet von einer Nervenstrommessung durch eine Arzthelferin, bei der es Schwierigkeiten gab, geeignete Nerven zu finden. Eine Aufklärung über die Ursachen der Schwierigkeiten erfolgte jedoch nicht. Eine Muskelmessung wurde abgelehnt, obwohl Schmerzen vorhanden waren.
- Unpersönliche Behandlung: Ein Patient fühlte sich von einem Arzt aus dem 19. Jahrhundert behandelt, der einen verwirrten und eingeschüchterten Eindruck hinterließ.
Erfahrungen von PJ-Studenten im FEK Neumünster
Das FEK Neumünster bietet Medizinstudierenden die Möglichkeit, das Praktische Jahr (PJ) in der Neurologie zu absolvieren. Die Erfahrungen der PJ-Studenten sind überwiegend positiv.
Positive Aspekte
- Nettes und engagiertes Team: Das Team wird als super nett, hilfsbereit und engagiert beschrieben. Man fühlt sich willkommen und integriert.
- Gute Betreuung und Ausbildung: Die PJ-Studenten werden gut betreut und in den Stationsalltag eingebunden. Sie können eigene Patienten betreuen, Untersuchungen durchführen und an Visiten teilnehmen.
- Engagierter Chefarzt: Prof. Hansen wird als äußerst engagierter Chefarzt beschrieben, der sich viel Zeit für die Ausbildung der PJ-Studenten nimmt. Er bietet regelmäßigen Unterricht an und bezieht die Studenten in seine Sprechstunde und in interessante Fälle ein.
- Flexible Rotationsmöglichkeiten: Die PJ-Studenten können in verschiedene Bereiche der Neurologie rotieren (Normalstation, Stroke Unit, Notaufnahme) und die Dauer der jeweiligen Rotationen selbst bestimmen.
- Gute Arbeitsbedingungen: Die PJ-Studenten erhalten kostenloses Mittagessen, eine Unterkunft und eine Vergütung.
- Vielseitige Stationsarbeit: Die Stationsarbeit ist sehr divers und bietet einen breiten Einblick in die Krankheitsbilder der Neurologie.
- Selbstständiges Arbeiten in der Notaufnahme: In der Notaufnahme können die PJ-Studenten selbstständig arbeiten, das Untersuchen üben und sich über weitere Diagnostik Gedanken machen.
- Gute Organisation: Die Organisation des PJ im FEK wird als gut beschrieben. Die Studenten erhalten alle notwendigen Zugangsdaten und Schulungen.
Kritikpunkte
- Mittagessen nicht immer super: Das kostenlose Mittagessen wird zwar positiv erwähnt, aber auch kritisiert, da es nicht immer den höchsten Ansprüchen genügt.
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