Astrozytom Grad 2: Vollständige Entfernung und Prognose

Astrozytome sind Hirntumoren, die von den Astrozyten ausgehen, den Stützzellen des Gehirns. Sie gehören zu den häufigsten hirneigenen Tumoren. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) teilt Astrozytome in verschiedene Grade ein, wobei Grad 1 gutartig und Grad 4 sehr bösartig ist. Dieser Artikel konzentriert sich auf Astrozytome vom Grad 2, insbesondere im Hinblick auf die Prognose nach vollständiger operativer Entfernung.

Was ist ein Astrozytom Grad 2?

Ein Astrozytom Grad 2, auch diffuses Astrozytom genannt, ist ein langsam wachsender, gut differenzierter Tumor, der als gering-bösartig bezeichnet wird. Im Vergleich zu Grad-1-Astrozytomen sind die Zellgrenzen zum gesunden Gewebe unschärfer begrenzt. Astrozytome Grad 2 treten vorzugsweise bei jungen Erwachsenen im Alter zwischen 30 und 40 Jahren auf und wachsen hauptsächlich in der weißen Substanz des Gehirns.

Diagnose von Astrozytomen Grad 2

Die Diagnose eines Astrozytoms Grad 2 erfolgt in der Regel durch eine Kombination verschiedener Verfahren:

  • Magnetresonanztomografie (MRT): Die MRT des Schädels ist das wichtigste diagnostische Verfahren. Astrozytome Grad 2 nehmen typischerweise kein Kontrastmittel auf, was bei der Unterscheidung von höhergradigen Tumoren helfen kann.
  • Computertomografie (CT): Wenn eine MRT nicht möglich ist, kann eine CT des Schädels durchgeführt werden.
  • Gewebeentnahme (Biopsie): Die Sicherung der Diagnose erfolgt in der Regel durch eine operative Gewebeentnahme. Die Gewebeprobe wird anschließend im Labor untersucht, um den Grad des Tumors zu bestimmen.

Therapie von Astrozytomen Grad 2

Die Therapie der Wahl für Astrozytome Grad 2 ist die operative Tumorentfernung. Da diese Tumoren jedoch diffus wachsen und keine scharfe Grenze zum angrenzenden Hirngewebe aufweisen, ist eine komplette operative Tumorentfernung oft unmöglich. Eine weitgehende Tumorresektion erscheint jedoch sinnvoll.

Die konventionelle Strahlentherapie reduziert in begrenztem Ausmaß das Risiko eines Rückfalls. Sie wird oft erst bei einem weiteren Tumorwachstum nach der Operation eingesetzt. Wenn der Tumor nach Operation und Strahlentherapie weiteres Wachstum zeigt, kann auch der Versuch einer Chemotherapie unternommen werden.

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Prognose nach vollständiger Tumorentfernung

Die Prognose für Patienten mit einem Astrozytom Grad 2 hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter das Alter des Patienten, der allgemeine Gesundheitszustand und das Ausmaß der Tumorentfernung.

Eine vollständige Tumorentfernung ist das Ziel der Behandlung. Da Astrozytome Grad 2 jedoch diffus wachsen, ist dies oft nicht möglich. Selbst wenn im MRT keine Anzeichen für einen Resttumor vorhanden sind, können sich mikroskopische Tumorzellen im umliegenden Gewebe befinden.

Astrozytome Grad 2 können im Laufe der Zeit in höhergradige Tumoren entarten. Regelmäßige MRT-Kontrollen sind daher wichtig, um ein mögliches Wachstum oder eine Malignisierung frühzeitig zu erkennen.

Faktoren, die die Prognose beeinflussen

Mehrere Faktoren können die Prognose von Patienten mit Astrozytom Grad 2 beeinflussen:

  • Alter: Jüngere Patienten haben tendenziell eine bessere Prognose als ältere Patienten.
  • Allgemeiner Gesundheitszustand: Patienten mit einem guten allgemeinen Gesundheitszustand haben tendenziell eine bessere Prognose.
  • Ausmaß der Tumorentfernung: Eine möglichst vollständige Tumorentfernung ist mit einer besseren Prognose verbunden.
  • Molekulare Marker: Bestimmte molekulare Marker, wie der Methylierungsstatus des MGMT-Promotors und der Allelverlust der Chromosomenabschnitte 1p und 19q (LOH 1p/19q), können Informationen über das Ansprechen auf Chemotherapien und das individuelle Risikoprofil liefern.

Rezidiv und weitere Behandlung

Auch nach einer erfolgreichen Erstbehandlung kann ein Astrozytom Grad 2 wiederkehren (Rezidiv). Die Behandlung eines Rezidivs hängt von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Zeit bis zum Rezidiv, die Lokalisation des Tumors und der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten.

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Zu den möglichen Behandlungen für ein Rezidiv gehören:

  • Operation: Eine erneute Operation kann in Betracht gezogen werden, wenn der Tumor resektabel ist.
  • Strahlentherapie: Eine Strahlentherapie kann eingesetzt werden, um das Wachstum des Tumors zu verlangsamen.
  • Chemotherapie: Eine Chemotherapie kann eingesetzt werden, um den Tumor zu verkleinern oder sein Wachstum zu verlangsamen.
  • Klinische Studien: Die Teilnahme an einer klinischen Studie kann eine Option für Patienten mit einem Rezidiv sein.

Unterstützende Maßnahmen

Neben der spezifischen Behandlung des Tumors können auch unterstützende Maßnahmen helfen, die Lebensqualität der Patienten zu verbessern. Dazu gehören:

  • Schmerzmanagement: Medikamente können eingesetzt werden, um Kopfschmerzen und andere Schmerzen zu lindern.
  • Antiepileptika: Bei Krampfanfällen können Antiepileptika eingesetzt werden.
  • Kortikosteroide: Kortikosteroide können eingesetzt werden, um Hirnödeme zu reduzieren.
  • Psychotherapie: Eine Psychotherapie kann helfen, mit den emotionalen Belastungen der Erkrankung umzugehen.
  • Palliativmedizin: Die Palliativmedizin kann helfen, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern, insbesondere bei fortgeschrittenen Erkrankungen.

Fazit

Die Prognose für Patienten mit einem Astrozytom Grad 2 ist variabel und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Eine vollständige Tumorentfernung ist das Ziel der Behandlung, aber aufgrund des diffusen Wachstums dieser Tumoren ist dies oft nicht möglich. Regelmäßige MRT-Kontrollen sind wichtig, um ein mögliches Wachstum oder eine Malignisierung frühzeitig zu erkennen. Es wird intensiv an neuen Therapiekonzepten geforscht, die das Langzeitüberleben verbessern sollen.

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