Neurologische FIP bei Katzen: Symptome, Behandlung und aktuelle Entwicklungen

Die Feline Infektiöse Peritonitis (FIP) galt lange Zeit als eine der gefürchtetsten und unheilbarsten Krankheiten bei Katzen. Betroffene Tiere starben meist innerhalb kurzer Zeit oder wurden nach der Diagnose schnell euthanasiert. Doch ein neues Medikament hat nicht nur Hoffnung gebracht, sondern zeigt bereits beeindruckende Erfolge bei der Behandlung dieser schweren Krankheit. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die neurologische Form der FIP, ihre Symptome, Diagnose und die neuesten Behandlungsansätze.

Was ist FIP überhaupt?

Die Feline Infektiöse Peritonitis ist eine Infektionskrankheit bei Katzen, die durch ein mutiertes Felines Coronavirus verursacht wird. Dieses Virus hat nichts mit dem SARS-CoV-2-Virus zu tun und verursacht in der Regel als Felines-Enterales-Coronavirus (FECV) nur eine milde Darminfektion mit Durchfall und/oder Erbrechen. In seltenen Fällen kann dieses Virus jedoch in die gefährliche Form des Felinen Infektiösen Peritonitis Virus (FIPV) mutieren.

Warum es bei manchen Katzen zu dieser Mutation kommt und bei anderen nicht, ist noch nicht abschließend geklärt. Ein geschwächtes Immunsystem und Stress jeglicher Art begünstigen jedoch die FIP-Erkrankung. Zudem erkranken insbesondere jüngere Tiere häufiger. Schätzungsweise tragen 20 bis 45 Prozent der Hauskatzen das Feline Coronavirus in sich und scheiden es mit dem Kot in die Umgebung aus.

Wie wird das Virus übertragen?

Das Feline Coronavirus (FCoV) wird zumeist direkt von Tier zu Tier oder über infizierten Kot übertragen. Auch eine Übertragung vom Muttertier auf die Welpen während der Trächtigkeit ist möglich. Ob ein bereits infiziertes Tier jedoch auch die mutierte und gefährliche FIP entwickelt, lässt sich nicht vorhersagen.

Symptome der FIP

FIP kann mit sehr vielfältigen Symptomen auftreten, was die Diagnose oft erschwert. Als erste Anzeichen treten häufig unspezifisch Fieber, Fressunlust und Gewichtsabnahme auf. Später folgen oft Atemnot und Lethargie bis hin zu Apathie. Klassisch wird zwischen der "feuchten" und der "trockenen" FIP unterschieden, allerdings zeigen die meisten Katzen Mischformen aus beiden Komponenten.

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Feuchte FIP

Die feuchte FIP stellt die "klassische" Variante dar und ist durch Flüssigkeitsansammlungen in der Bauch- und/oder Brusthöhle gekennzeichnet (Aszites bzw. Pleuraerguss). Diese Flüssigkeit ist gelblich-dickflüssig und eiweißreich und kann bei der Diagnose hilfreich sein. Der zunehmende Druck aufs Zwerchfell kann zu Atemnot führen.

Trockene FIP und neurologische Symptome

Die trockene FIP tritt in Form von knotigen Veränderungen an inneren Organen auf und kann je nach Lokalisation mit unspezifischen bis sehr spezifischen Symptomen einhergehen. Häufig treten Gelbsucht und Blutarmut auf. Die trockene FIP wird manchmal auch als neurologische FIP bezeichnet, da sie mit Störungen des Zentralnervensystems einhergehen kann. Bei der okulären Form der trockenen FIP sind Veränderungen in den Augen typisch, wie z.B. Blut- oder Fibrinansammlungen in der vorderen Augenkammer, Uveitis und Hornhautveränderungen.

Neurologische Symptome im Detail

Bei der neurologischen Form der FIP stehen Krämpfe, Anfälle, Lähmungen und Orientierungslosigkeit im Vordergrund. Entzündungsprozesse im Gehirn können Koordinationsstörungen, Blindheit und Lähmungen verursachen. Ganz typisch sind Kopfzittern und Bewusstseinsstörungen.

Unbehandelt ist die FIP fast immer tödlich! Die feuchte Verlaufsform führt auch bei einer intensiven symptomatischen Therapie nach durchschnittlich neun Tagen zum Tod.

Weitere Symptome

Betroffene Katzen zeigen oft schwere Allgemeinsymptome wie Teilnahmslosigkeit (Apathie) und Futterverweigerung. Gelbsucht deutet darauf hin, dass der Gallenfarbstoff (Bilirubin) im Blut angereichert ist. Dies ist oft der Fall, wenn eine Leberschädigung durch FIP vorliegt oder der Transport des Bilirubins zur Leber verzögert ist.

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Diagnose der neurologischen FIP

Die Diagnose der FIP ist leider nicht immer einfach und eindeutig. Eine umfangreiche Anamnese (Klärung des Alters, der Haltung, Vorgeschichte) und klinische Symptome können erste Hinweise auf eine FIP geben. Dabei werden Formen mit ausgeprägten spezifischen Symptomen wie z.B. die okuläre FIP mit Fibrin- und Blutansammlungen in der vorderen Augenkammer oder einer schweren Bauchwassersucht häufiger erkannt als Katzen mit nur sehr unspezifischen Symptomen wie Fieber und Fressunlust.

Diagnostischer Weg

  1. Flüssigkeitsuntersuchung: Bei Tieren mit einer Flüssigkeitsansammlung in Brust- oder Bauchhöhle kann eine Punktion und Untersuchung der Flüssigkeit schnell die Diagnose einer FIP bringen.
  2. Blutuntersuchungen: Blutuntersuchungen zeigen häufig eine Blutarmut, erhöhte Entzündungs- und Leberwerte, ein erhöhtes Globulin (spezifisches Eiweiß) und einen erniedrigten Albumin-Globulin-Quotienten.
  3. Katzen-Virologie: Zusätzlich sollte bei FIP-verdächtigen Tieren immer auch eine Katzen-Virologie mit FIP, FIV und FeLV angefordert werden. Das Feline-Immundefizienz-Virus (FIV) sowie das Feline-Leukämievirus (FeLV) sollten stets differentialdiagnostisch ausgeschlossen werden bzw. können auch in Kombination mit dem FIP-Virus auftreten.
  4. Coronavirus-Antikörper: Eine Katze mit FIP weist deutlich erhöhte Antikörper gegen das Feline Coronavirus auf.
    • ACHTUNG: Auch Katzen mit der weniger gefährlichen unmutierten Form des Felinen-Enteralen-Coronavirus können bei einer erst kürzlich stattgefunden Infektion hohe Antikörper aufweisen, ohne die mutierte FIP-Variante zu haben. Diese Antikörper können also nicht zwischen der Grundform und der mutierten Form unterscheiden.
  5. Weitere Tests: Testverfahren wie ELISA oder PCR, die im Blut oder Kot Erbmaterial der Viren oder Antikörper nachweisen, sind von anderen Viruserkrankungen bekannt. Bei FIP ist der Nachweis durch Antikörpertests jedoch nicht aussagekräftig, da der Test nicht zwischen zurückliegender Impfung oder Infektion unterscheiden kann. Ein PCR-Test mit Blut oder Erguss weist das Vorhandensein von Viren nach, kann aber nicht zwischen mutierten und nicht mutierten Erregern unterscheiden. Lediglich ein ganz spezieller Antigentest in den Makrophagen des Ergusses oder Gewebes kann mutierte, sich vermehrende Coronaviren nachweisen.
  6. Bildgebende Verfahren: Organische Veränderungen, wie sie beispielsweise im Ultraschall sichtbar werden, in Kombination mit dem Ausschluss anderer Ursachen und einem positiven Corona-Blutergebnis ermöglichen die entsprechende Schlussfolgerung.
  7. Immunhistochemie (IHC): Der genaueste Test ist die Immunhistochemie (IHC), bei der eine Gewebeprobe (z. B. aus befallenen Organen) auf FIP-Viren untersucht wird.

Differentialdiagnosen

FIP kann ähnliche Symptome wie andere Krankheiten haben. Dazu gehören:

  • FIV (Felines Immundefizienz-Virus)
  • FeLV (Felines Leukämievirus)
  • Toxoplasmose
  • Andere Infektionen
  • Tumore

Behandlung der neurologischen FIP

Jahrzehntelang galt die FIP als unheilbar, und die meisten Katzen wurden mit Diagnosestellung direkt euthanasiert oder starben innerhalb weniger Wochen bis Monate. Es gab bereits viele klinische Studien mit verschiedenen Medikamenten zur Behandlung der FIP.

GS-441524: Ein Hoffnungsschimmer

Seit 2018 wird die Wirksamkeit eines neuen Medikamentes namens "GS-441524" in der Literatur erwähnt und zeigte bereits bei etlichen FIP-erkrankten Katzen eine deutliche klinische Besserung mit Heilung der FIP. GS-441524 ist ein Nukleosidanalogon, das die Vermehrung des Virus blockiert.

Leider ist bisher kein Medikament mit dem Nukleosid-Analogon in Deutschland zugelassen und durfte deshalb lange Zeit nicht legal bezogen oder von Tierärzten legal angewendet werden. Aus diesem Grund hat sich ein privates Netzwerk gebildet, welches das Medikament aus dem Ausland (größtenteils China) bezieht, um Katzen in Deutschland die notwendige Therapie zu ermöglichen. Dies war nur durch die ehrenamtliche Arbeit von vielen Freiwilligen möglich.

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Doch der illegale Bezug über den Schwarzmarkt war und ist stets mit gewissen Risiken verbunden. Der Wirkstoff ist oft nicht in der angegebenen Menge enthalten, und Besitzer können durch Betrug auf den Kosten sitzen bleiben. Anfangs wurde das Medikament oft unter die Haut injiziert, was aufgrund der sauren Zusammensetzung zu starken Schmerzen der Katze bis hin zu Abszessen und Hautnekrosen geführt hat. Die subkutane Injektion von GS gilt deshalb mittlerweile als tierschutzwidrig.

Die Behandlung sollte deshalb nur noch oral oder in Ausnahmefällen intravenös erfolgen. Die intravenöse Gabe ist momentan allerdings nur in der LMU in München im Rahmen einer klinischen Studie zu FIP unter Frau Prof. Hartmann möglich.

Legaler Bezug über Apotheke in Paris

Glücklicherweise gibt es seit November 2024 eine Apotheke in Paris, die Suspensionen oder Pasten zur oralen Einnahme mit dem Wirkstoff GS-441524 auf Rezept herstellt und europaweit verschickt. Dafür stellt die behandelnde Tierarztpraxis ein Rezept aus, und die Besitzer können sich auf der Seite der Apotheke als Kunden registrieren und das Rezept einlösen. Das Medikament wird dann angefertigt und versendet und kommt i.d.R. innerhalb von 24-48 Stunden bei den Besitzern an. Zur besseren Akzeptanz kann zwischen verschiedenen Geschmacksrichtungen gewählt werden.

Da der Import des Medikamentes nur nach Rezept im Einzelfall erlaubt ist, kann das Medikament leider nicht in Tierarztpraxen bevorratet werden.

Wichtige Links für den Bestellprozess

  • Bestellportal für GS für Tierbesitzer: (Hier Link einfügen)

Die Behandlungszeit mit GS liegt inzwischen meist bei 84 Tagen (12 Wochen), kann in schweren Fällen aber auch bis zu 84 Tage betragen. Die Heilungschancen betragen je nach Studie ca. 90%.

Remdesivir als Alternative

Remdesivir ist ein zugelassenes Medikament gegen COVID-19 und wirkt ähnlich wie GS-441524. Es wird in manchen Ländern (z. B. Australien) als Alternative eingesetzt, ist aber in Deutschland nicht zugelassen.

Symptomatische Therapie

Zusätzlich zu dem Medikament mit GS benötigen fast alle Katzen auch weitere symptomatische Therapie, wie Medikamente gegen Übelkeit, gegen Schmerzen, zur Entzündungshemmung, Leberschutz usw. Viele Katzen benötigen sogar eine intensivmedizinische Behandlung mit stationärer Unterbringung und Infusion. Eine Immunsuppression ist eine Unterdrückung des körpereigenen Immunsystems, meist durch Cortison. Sie wirkt den Entzündungsreaktionen entgegen.

Kosten der Behandlung

Die Kosten hängen vom Körpergewicht und Schwere der Erkrankung ab und liegen etwa zwischen 800€ und 1500€ für das Medikament mit GS. Zusätzlich kommen Kosten für Diagnostik, regelmäßige Blutkontrollen und die weiterführende notwendige Therapie hinzu und liegen deshalb insgesamt oft über 3000€. Viele Tierkrankenversicherungen übernehmen allerdings mittlerweile die Kosten für das GS aus der Apotheke in Paris.

Wann mit der Therapie beginnen?

Da die Therapie selber bisher keine bekannten Nebenwirkungen hat, FIP sehr schnell tödlich enden kann und die endgültige Diagnosefindung häufig langwierig ist, wird empfohlen, bereits bei einem fundierten Verdacht mit der Therapie zu starten. Es sollten vor Therapiebeginn allerdings immer Proben zur Diagnostik mit PCR entnommen werden, z.B. aus Bauchhöhlenflüssigkeit, Lymphknoten oder dem Kammerwasser.

Es wird einer nicht an FIP erkrankten Katze nicht schaden, vorübergehend mit dem Medikament behandelt zu werden, allerdings kann eine rechtzeitige Behandlung einer FIP-erkrankten Katze das Leben retten. Sollte die PCR nach Therapiebeginn doch negativ auf das FIP-Virus ausfallen, sollte die Therapie mit GS beendet und nach einer anderen Ursache für die Symptome der Katze gesucht werden. Zudem sollte das Medikament nicht missbräuchlich und unnötigerweise eingesetzt werden, da sonst die Gefahr der Resistenzbildung besteht, welche unbedingt vermieden werden muss.

Unterstützung während der Behandlung

Während der Behandlung ist es wichtig, die Katze bestmöglich zu unterstützen, um ihre Genesung zu fördern.

  • Ernährung: Katzen mit FIP haben oft wenig Appetit und verlieren an Gewicht. Empfehlenswert ist hochwertiges Eiweiß (z. B. Huhn, Fisch) und leicht verdauliches Futter in kleinen, häufigen Portionen.
  • Stress vermeiden: Katzen mit FIP reagieren empfindlich auf Stress. Es ist wichtig, eine ruhige Umgebung zu schaffen und Stressfaktoren zu minimieren.
  • Medikamentengabe erleichtern: Die Tabletten können zerkleinert und mit etwas Futter oder Leckerlis vermischt werden.
  • Regelmäßige Tierarztbesuche: Regelmäßige Kontrollen beim Tierarzt sind wichtig, um den Therapieverlauf zu überwachen und gegebenenfalls Anpassungen vorzunehmen.
  • Optimale Ernährung für FIP-Katzen: Hochwertige Proteine zur Unterstützung der Muskelregeneration. Omega-3-Fettsäuren (z. B. Fischöl) zur Reduzierung von Entzündungen.

Prävention

Theoretisch gibt es eine Impfung gegen FIP, allerdings weist diese keine gesicherte Wirksamkeit auf, weshalb sie aktuell nicht empfohlen wird.

Allgemeine Maßnahmen

  • Hygiene: Generell sollte man auf Hygiene im Katzenumfeld achten, insbesondere in Mehrkatzenhaushalten.
  • Gruppenhaltung: In größeren Zuchten oder Tierheimen sollten Tiere möglichst in kleineren, festen Gruppen gehalten und nicht untereinander durchgetauscht werden.
  • Stressreduktion: Auch die Reduktion von Stress ist angeraten.
  • Keine Trennung von Artgenossen: Wenn man eine FIP-positive Katze hat, muss und sollte man bereits andere im Haushalt lebende Katzen nicht von ihr trennen, da sie sich zum einen mit hoher Wahrscheinlichkeit schon mit der Grundform des Felinen-Enteralen-Coronavirus angesteckt haben und die Trennung von regelmäßigen Sozialpartnern für die FIP-erkrankte Katze massiven Stress und damit eine schlechtere Prognose bedeuten kann.
  • Neue Katze: Wenn man bereits eine FIP-Katze hat, sollte man sich allerdings am besten keine neue Katze OHNE Antikörper gegen das Feline-Coronavirus anschaffen, um diese nicht unnötig zu gefährden.
  • Virusminimierung: Saubere Katzentoiletten sind wichtig - regelmäßiges Entfernen von Kot (mind. 1x täglich). In Mehrkatzenhaushalten sollten getrennte Toiletten vorhanden sein - je weniger Katzen sich eine Toilette teilen, desto besser. Die Desinfektion von Fressnäpfen & Trinkbrunnen ist ebenfalls wichtig - mind. 2x pro Woche.

Da der Kot die Hauptübertragungsquelle ist, gelten genügend Katzentoiletten und mehrfaches tägliches Reinigen als oberste Devise.

Leben mit FIP: Tipps für Katzenbesitzer

Eine FIP-Diagnose kann für Katzenhalter zunächst ein Schock sein. Es ist wichtig, sich umfassend zu informieren und die bestmögliche Behandlung für die Katze zu suchen.

  • Austausch mit anderen Betroffenen: Der Austausch mit anderen Katzenbesitzern, die Erfahrungen mit FIP haben, kann sehr hilfreich sein. Es gibt zahlreiche Online-Foren und Selbsthilfegruppen, in denen man sich austauschen und Unterstützung finden kann.
  • Unterstützung durch den Tierarzt: Ein guter Tierarzt ist ein wichtiger Ansprechpartner und Begleiter während der Behandlung. Er kann bei Fragen und Problemen helfen und die Therapie optimal an die Bedürfnisse der Katze anpassen.

Fazit

Die neurologische FIP ist eine ernste Erkrankung, die jedoch dank moderner Behandlungsmethoden nicht mehr das Todesurteil sein muss, das sie einst war. Insbesondere der Wirkstoff GS-441524 hat die Behandlungsmöglichkeiten revolutioniert und ermöglicht vielen Katzen ein gesundes und langes Leben. Wichtig ist eine frühzeitige Diagnose und eine konsequente Therapie in enger Zusammenarbeit mit dem Tierarzt.

Wichtige Hinweise

  • Die Therapie von FIP mit GS-441524 ist in Deutschland derzeit nicht offiziell zugelassen. Sie ist nur unter bestimmten Bedingungen im sogenannten Off-Label-Use möglich - und darf ausschließlich in enger Abstimmung mit erfahrenen Tierärzt:innen erfolgen.
  • Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und ersetzt nicht den Besuch beim Tierarzt. Wenn Deine Katze Symptome zeigt, ist es wichtig, dass Du eine tierärztliche Praxis aufsuchst.

Häufige Fragen zu FIP

Was ist FIP bei Katzen?

FIP steht für „Feline Infektiöse Peritonitis“. Es handelt sich um eine Entzündungserkrankung, die durch eine Mutation des Felinen Coronavirus (FCoV) entsteht. Die Krankheit betrifft häufig das Bauchfell, Organe oder das Nervensystem und verläuft unbehandelt meist tödlich. Es gibt zwei Formen: die feuchte FIP (mit Flüssigkeitsansammlungen) und die trockene FIP (mit Organ- oder Nervenschäden). Mischformen sind ebenfalls möglich.

Wie steckt sich meine Katze mit FIP an?

Katzen können sich mit dem Felinen Coronavirus (FCoV) durch Kontakt mit dem Kot, Speichel oder gemeinsam genutzten Oberflächen infizierter Artgenossen anstecken. FCoV ist deshalb weit verbreitet - insbesondere in Mehrkatzenhaushalten. Die Infektion verläuft in der Regel harmlos. Erst wenn das Virus im Körper einer infizierten Katze mutiert, kann es zur FIP (Feline Infektiöse Peritonitis) kommen. Diese mutierte Form ist jedoch nicht ansteckend.

Ist FIP auf Menschen übertragbar?

Nein. FIP betrifft ausschließlich Katzen. Der auslösende Erreger gehört zu einer anderen Virusgruppe als das Coronavirus beim Menschen. Auch andere Haustiere wie Hunde oder Kaninchen können sich nicht anstecken. Du kannst Deine Katze trotz FIP bedenkenlos streicheln und versorgen.

Ist FIP auf Hunde übertragbar?

Nein. FIP wird durch ein spezielles Katzen-Coronavirus verursacht (FCoV), das ausschließlich Katzen befällt. Hunde sind nicht gefährdet - ebenso wenig wie andere Tiere oder Menschen.

Ist FIP für andere Katzen ansteckend?

Die Krankheit selbst nicht - aber das ursprüngliche Coronavirus (FCoV) schon. Es wird meist über Kot verbreitet. In seltenen Fällen mutiert es im Körper einer anderen Katze und löst dort FIP aus. Gute Hygiene und Stressvermeidung sind wichtige Schutzmaßnahmen im Mehrkatzenhaushalt.

Wie lange hat eine Katze FIP?

Ohne Behandlung verläuft FIP meist innerhalb weniger Wochen tödlich. Bei einer frühzeitigen, gut begleiteten Therapie - z. B. mit GS-441524 - können viele Katzen jedoch vollständig genesen und ein normales Leben führen. Nach Abschluss der Behandlung folgt eine Beobachtungsphase von etwa 12 Wochen, um mögliche Rückfälle früh zu erkennen.

Wie unterscheidet sich die feuchte von der trockenen Form von FIP?

Die feuchte Form führt zu Flüssigkeitsansammlungen im Bauch oder Brustraum - oft mit Atemnot oder einem geschwollenen Bauch. Die trockene Form äußert sich durch Entzündungen in Organen, Augen oder im Nervensystem - mit Symptomen wie Krampfanfällen, Sehstörungen oder Gangproblemen. Viele Verläufe sind gemischt oder wandeln sich im Verlauf.

Kann FIP bei Katzen geheilt werden?

Eine Heilung ist möglich - vor allem dank des Wirkstoffs GS-441524, der in Studien bei über 80 % der Katzen erfolgreich war. Voraussetzung: eine rechtzeitige Diagnose, eine exakt dosierte Therapie über 12 Wochen und tierärztliche Begleitung. Selbstmedikation kann die Erfolgschancen gefährden.

Wie kann ich meine Katze vor FIP schützen?

FIP lässt sich nicht vollständig verhindern - aber Du kannst das Risiko deutlich senken:

  • Hygiene im Haushalt
  • Saubere Katzentoiletten
  • Ruhe, Rückzugsorte und wenig Stress
  • Hochwertiges Futter und regelmäßige Tierarztbesuche

Diese Maßnahmen stärken das Immunsystem - und das ist der beste Schutz gegen FIP.

Wie muss meine Katze mit FIP ernährt werden?

Während der Therapie ist leicht verdauliches, proteinreiches Futter ideal. Kleine, häufige Portionen helfen der Verdauung. Wichtig sind auch: viel Flüssigkeit, Ruhe, hochwertige Nährstoffe und eventuell Ergänzungen wie Vitamin B12 oder Taurin - bitte immer in Rücksprache mit Deiner Tierärztin oder Deinem Tierarzt.

Wie lange dauert es, bis FIP nach der Ansteckung sichtbar wird?

Es kann Wochen oder sogar Monate dauern, bis sich aus einer FCoV-Infektion eine FIP entwickelt - wenn überhaupt. Manche Katzen bleiben lebenslang symptomfrei. Wenn das Virus jedoch mutiert, treten erste Anzeichen wie Fieber oder Appetitverlust meist innerhalb weniger Tage auf. Deshalb ist Früherkennung entscheidend.

Sind bestimmte Katzenrassen anfälliger für FIP?

Ja, laut Studien sind bestimmte Rassen häufiger betroffen - etwa Bengalen, Abessinier, Birmakatzen, Ragdolls oder Himalayas. Auch Zuchtlinien mit geringer genetischer Vielfalt oder Tiere unter starkem Stress gelten als besonders anfällig. Dennoch kann FIP jede Katze treffen - unabhängig von Rasse oder Haltung.

Wie lange kann eine Katze mit FIP leben?

Ohne Behandlung oft nur wenige Wochen. Mit einer frühzeitig gestarteten antiviralen Therapie können viele Katzen vollständig genesen und viele Jahre gesund weiterleben. Entscheidend ist, dass die Behandlung konsequent durchgeführt und medizinisch begleitet wird.

Gibt es eine Impfung gegen FIP für Katzen?

Es gibt zwar eine FIP-Impfung, sie wird aber nicht allgemein empfohlen. Sie wirkt nur bei Katzen, die noch nie Kontakt mit dem Coronavirus (FCoV) hatten - und das ist selten. Fachleute raten stattdessen zu Hygiene, Stressvermeidung und Stärkung des Immunsystems als wichtigste Vorsorgemaßnahmen.

Welche Behandlungsmethoden gibt es für Katzen mit FIP?

Die effektivste Methode ist aktuell die antivirale Therapie mit GS-441524 über 12 Wochen. Sie muss exakt dosiert und tierärztlich begleitet werden. Selbstversuche oder Therapieabbrüche verschlechtern die Prognose.

Wann sollte ich mit meiner Katze bei FIP-Verdacht zum Tierarzt?

Sofort - besonders, wenn Du Fieber, Appetitverlust, geschwollenen Bauch oder neurologische Auffälligkeiten bemerkst. Eine frühzeitige Diagnose kann entscheidend sein. Gerade bei jungen oder älteren Katzen solltest Du bei unklaren Symptomen nicht zögern.

Wie hängt FIP mit Bauchfellentzündung bei Katzen zusammen?

FIP ist eine Form der Bauchfellentzündung - das zeigt schon der Name: „Peritonitis“ bedeutet Bauchfellentzündung. Vor allem bei der feuchten Form kommt es zu Entzündungen und Flüssigkeit im Bauchraum. Bei der trockenen Form sind meist Organe, Nerven oder Augen betroffen.

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