Die Diagnose und Behandlung neuromuskulärer Erkrankungen erfordert spezialisiertes Fachwissen und eine umfassende Betreuung. In der Region Heidelberg und Rhein-Neckar stehenPatient:innen mehrere Anlaufstellen zur Verfügung, die eine breite Palette an diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten anbieten.
Neuromuskuläres Zentrum Rhein-Neckar
Ein wichtiger Ansprechpartner ist das Neuromuskuläre Zentrum Rhein-Neckar, das von der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke e.V. (DGM) zertifiziert ist. Dieses Zentrum ist ein Zusammenschluss verschiedener neuromuskulärer Ambulanzen, darunter das Universitätsklinikum Heidelberg, das Klinikum Ludwigshafen, das Städtische Klinikum Karlsruhe und das Diakonissenkrankenhaus Mannheim sowie die Neuropathologie Mainz. Durch diese Kooperation wird eine umfassende Versorgung von Patient:innen mit neuromuskulären Erkrankungen gewährleistet. Auch besteht eine enge Kooperation mit der Sektion für Neuropädiatrie.
Schwerpunkte und Leistungen
Das Neuromuskuläre Zentrum Rhein-Neckar bietet eine umfassende Diagnostik und Therapie bei Erkrankungen des peripheren Nervensystems, der neuromuskulären Übertragung und der Skelettmuskulatur an. Zu den Schwerpunkten gehören:
- Diagnostik neuromuskulärer Erkrankungen: Umfassende Abklärung von Muskeldystrophien, myotonen Dystrophien, mitochondrialen Myopathien oder hereditären Neuropathien.
- Therapie neuromuskulärer Erkrankungen: Entwicklung individueller Therapiepläne in Zusammenarbeit mit niedergelassenen Fachärzt:innen.
- Neuroimmunologie: Diagnostik und Therapie immun-vermittelter neuromuskulärer Erkrankungen.
- Klinische Studien: Beratung über die Möglichkeit zur Teilnahme an klinischen Studien am Standort Mannheim.
- Differentialdiagnostische Mitbeurteilung: Für Patient:innen mit funktionellen neurologischen Störungen.
Neuromuskuläre Ambulanz
Die Neuromuskuläre Ambulanz ist Teil des Neuromuskulären Zentrums Rhein-Neckar. Pro Jahr werden hier mehr als 1.000 Patient:innen gesehen, darunter 500 Neuvorstellungen. Das klinische Spektrum ist breit gefächert und reicht von Polyneuropathien über Motoneuronerkrankungen bis hin zu Erkrankungen der neuromuskulären Endplatte, der Myopathien und Mitochondriopathien.
Diagnostische Verfahren
Zur Diagnostik neuromuskulärer Erkrankungen stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung:
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- Neurophysiologische Diagnostik: Hierzu gehören Neurographien, Elektromyographie (EMG) und repetitive Stimulation.
- Bildgebende Verfahren: Magnetresonanztomografie (MRT) peripherer Nerven und Muskeln.
- Nerven- und Muskelbiopsien: Entnahme und Untersuchung von Gewebeproben.
- Laboruntersuchungen: Differenzialblutbild, Elektrolyte, CK, Nüchternglucose, HbA1c, Immunfixationselektrophorese,GOT, GPT, γGT, Bilirubin.
Dringende Fälle
In dringenden Fällen ist eine Vorstellung in der Hochschulambulanz möglich. Aufgrund der hohen Nachfrage ist jedoch eine vorherige Übermittlung relevanter Arztberichte und Befunde erforderlich.
Interdisziplinäres Centrum für Muskelerkrankungen Heidelberg (ICMH)
Das Interdisziplinäre Centrum für Muskelerkrankungen Heidelberg (ICMH) widmet sich der Versorgung von Patient:innen mit neuromuskulären und entzündlichen Muskelerkrankungen sowie der Abklärung unklarer Muskelbeschwerden. Im Rahmen einer fachübergreifenden Zusammenarbeit (Neurologie, Sportmedizin, Kardiologie, Rheumatologie) wird eine umfassende Betreuung gewährleistet.
Spezialsprechstunde für Motoneuronerkrankungen in Rostock
Das Albrecht-Kossel-Institut Rostock bietet eine Spezialsprechstunde für Patient:innen mit Motoneuronerkrankungen, insbesondere der Amyotrophen Lateralsklerose (ALS). Hier werden modernste Verfahren zur Diagnostik eingesetzt (erweiterte Elektrophysiologie, Neurosonologie, MRT, FDG-PET). Die Behandlung bezieht sich auf Beatmung, Ernährung, Kommunikation, Symptomlinderung und Hilfsmittelversorgung. Ein Schwerpunkt liegt auf sozialmedizinischen Aspekten und der Einbindung der Patient:innen in nationale und internationale Studien.
Forschungsschwerpunkte in Rostock
In Rostock werden zudem verschiedene Forschungsschwerpunkte im Bereich der ALS verfolgt:
- Kognition und Verhalten bei ALS: Untersuchung von Risiko- und Resilienzmechanismen in den extramotorischen kortikalen Netzwerken.
- Pathophysiologie der ALS: Grundlagenwissenschaftliche Untersuchungen zur Übertragung der Erkenntnisse in klinische Therapiestudien.
- ALS-Kontaktgruppe M-V: Unterstützung für Angehörige und Patient:innen durch regelmäßige Treffen und Veranstaltungen.
Kinderneurologie in Heidelberg
Für Kinder mit neuromuskulären Erkrankungen steht in Heidelberg eine spezialisierte Praxis für Kinderneurologie (Neuropädiatrie) zur Verfügung. Hier werden Kinder und Jugendliche mit Erkrankungen des zentralen Nervensystems (Gehirn und Rückenmark) sowie des peripheren Nervensystems und der Muskulatur behandelt. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Entwicklungsdiagnostik.
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Behandlungsspektrum in der Kinderneurologie
Das Behandlungsspektrum umfasst unter anderem:
- Epilepsie
- Fieberkrämpfe
- Akute und chronische Kopfschmerzen
- Früh- und Risikogeborene
- Ticstörungen
- Spastik/Zerebralparese und Bewegungsstörungen
- Neuromuskuläre Erkrankungen
- Hydrozephalus, Hirnfehlbildungen und Spina bifida
- Neurologische Nachbetreuung bei Hirntumoren
- Genetische Syndrome
- Mehrfachbehinderungen
- Störungen der motorischen und geistigen Entwicklung
- Kindergarten- und Schulprobleme
Diagnostische Verfahren in der Kinderneurologie
Zur Diagnostik stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung:
- Detaillierte Anamnese und klinisch-neuropädiatrische Untersuchung
- Elektroenzephalographie (EEG) mit Video
- Neurophysiologische Diagnostik (NLG, EMG, repetitive Stimulation, SSEP, AEP, VEP)
- Entwicklungs- und Intelligenztests
- Genetische Untersuchungen
- Bildgebende Diagnostik
- Stoffwechseldiagnostik
- Verhaltensbeobachtung
Klinik für Neuropädiatrie des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin Heidelberg
Die Klinik für Neuropädiatrie des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin Heidelberg beschäftigt sich klinisch und wissenschaftlich mit neurologischen Erkrankungen des Kindesalters. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf angeborenen Stoffwechselerkrankungen, die im international renommierten Stoffwechsellabor schnell diagnostiziert und gezielt behandelt werden können.
Weitere Schwerpunkte der Klinik für Neuropädiatrie
- Gefäßerkrankungen des Zentralnervensystems: Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit angeborenen und erworbenen Erkrankungen der Gehirngefäße in Zusammenarbeit mit der Klinik für Neuroradiologie.
- Bewegungsstörungen: Interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Kinderorthopädie und Kinderneurochirurgie zur Entwicklung individueller Therapien für Kinder mit Bewegungsstörungen.
- Epilepsiezentrum: Spezialambulanz für Kinder und Jugendliche mit therapieschwierigen Epilepsien und stationärer Bereich mit prächirurgischer Epilepsiediagnostik.
Das Team der Klinik besteht aus Kinderneurologen, Neurochirurgen, Kinderkrankenschwestern, Psychologen, Ergotherapeuten, Physiotherapeuten, Logopäden, Sozialpädagogen, Diätassistenten und Wissenschaftlern, die eine erfolgreiche und patientenorientierte Behandlung von Kindern mit komplexen neurologischen Erkrankungen gewährleisten.
Behandlung neurodegenerativer Erkrankungen
Patient:innen mit neurodegenerativen Erkrankungen wie Parkinson, Alzheimer oder seltenen Bewegungsstörungen (z.B. Hereditäre Spastische Spinalparalyse, Ataxien, Dystonien) können sich ebenfalls an Spezialisten in Heidelberg wenden. Ziel ist es, eine ganzheitliche Behandlung anzubieten, bei der die individuellen Bedürfnisse und die Lebensqualität der Patient:innen im Vordergrund stehen. sind gebeten, sich an die Koordinatorin des Zentrums, Frau Dr. Telefonische Sprechzeiten: Mo - Fr 9:00 - 11:00 Uhr, Di u. HSP-Selbsthilfegruppe Deutschland e.V. Deutsche Heredo-Ataxie-Gesellschaft e. V. Dr. med. Prof. Dr. med. PD Dr. med. PD Dr. Prof. Dr. med. Prof. Dr. med. Dr. med. Dr. med. Prof. Dr. med.
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