Glioblastom, Lungenentzündung und onkologische Notfälle: Ein umfassender Überblick

Dank des medizinischen Fortschritts steigt die Lebenserwartung von Krebspatienten kontinuierlich. Neue Therapien wie die Immunonkologie sowie erweiterte Behandlungsmöglichkeiten selbst für fortgeschrittene Krankheitsstadien führen dazu, dass Patienten mit onkologischen Erkrankungen zunehmend länger und besser überleben. Es bleibt nicht aus, dass bei den oft über lange Zeit behandelten Krebspatienten auch plötzliche Notfälle auftreten. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über onkologische Notfälle, insbesondere im Zusammenhang mit Glioblastomen und Lungenentzündungen, und beleuchtet die Bedeutung frühzeitiger Erkennung und angemessener Behandlung.

Einleitung

Onkologische Notfälle und Komplikationen erfordern ein professionelles Management. Essentiell sind grundlegende Kenntnisse zur Vermeidung dieser Probleme. Wichtig ist, dass Sie Notfallsituationen rasch erkennen, den zuständigen Arzt oder die zuständige Ärztin unverzüglich informieren und schnell und richtig handeln. Seien Sie jederzeit aufmerksam, behalten Sie Ihre Patient:innen gut im Blick und nehmen Sie auch kleine Veränderungen wahr. Achten Sie zudem auf eine einwandfreie Hygiene im Umgang mit Patient:innen, vor allem bei der Wundversorgung und im Umgang mit Fremdmaterial, wie bei der Katheterpflege.

Glioblastom: Eine aggressive Hirntumorerkrankung

Glioblastome gehören zu den häufigen und aggressivsten Hirntumorerkrankungen. Es handelt sich um eine Variante der Gliome, die ihren Ursprung im Stützgewebe des Gehirns haben. Da es sich bei dem Glioblastom um einen diffus infiltrierenden Tumor mit sehr aggressivem Wachstum handelt, kann häufig keine günstige Prognose gestellt werden. Gleichwohl spielt die frühe Erkennung für die Behandlung eine wichtige Rolle. Hinsichtlich des Auftretens liegt der Häufigkeitsgipfel in der Altersgruppe zwischen 45 und 60 Jahren.

Risikofaktoren und Symptome

Zu den Risikofaktoren, welche die Entstehung der Glioblastome begünstigen, gehört das Auftreten verschiedener Mutationen bzw. Erbkrankheiten. So besteht jeweils ein Zusammenhang zum Lynch-Syndrom und dem Li-Fraumeni-Syndrom, der Neurofibromatose und der Exposition gegenüber Strahlung.

Aufgrund seines schnellen Wachstums kann sich das Glioblastom innerhalb eines kurzen Zeitraums entwickeln. Typischerweise sind die Tumore ursprünglich im Bereich der Schläfe bzw. der Stirn lokalisiert und infiltrieren von hier aus verschiedene Gewebeschichten des Gehirns. Die Verbreitung mittels Metastasen erfolgt häufig nur innerhalb des ZNS-Gewebes (zentrales Nervensystem).

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Die Symptome der Glioblastome können vielfältig sein und reichen vom Ausfall motorischer Funktionen über Krampfanfälle und Veränderungen der Persönlichkeit bis hin zu Bewusstseinseintrübungen. Da sowohl das Wachstum als auch die Bildung von Ödemen einen erhöhten Hirndruck aufbauen, können körperliche Krankheitszeichen wie Übelkeit oder Erbrechen hinzukommen. Selbst Symptome, welche einen Schlaganfall vermuten lassen, sind beim Wachstum des Tumors möglich.

Diagnose und Behandlung

Beim Vorliegen des Verdachts auf ein Glioblastom werden bildgebende Verfahren zur Sicherung der Diagnose eingesetzt. Dabei nimmt die Gadolinium-verstärkte Magnetresonanztomographie (MRT) eine wichtige Position ein. Unter anderem können sich ein Ödem und eine ringförmige, irreguläre Kontrastmittelaufnahme in den MRT-Bildern darstellen. Mittels spezieller MRT-Sequenzen, welche beispielsweise den Durchfluss (Perfusion) bestimmen, lassen sich weitere Informationen zum Wachstum, der Abgrenzung des Tumors und dessen Infiltration in umliegendes Gewebe gewinnen.

Des Weiteren kann die MRT in Kombination einer PET eingesetzt werden, um eine Verlaufsprognose im Zusammenhang mit der Radiochemotherapie zu ermöglichen. Studien zeigen, dass bestimmte Verteilungsmuster der Radiotracer in dieser Untersuchung auf ein höheres Risiko für Rezidive (Wiederauftreten des Tumors) hindeuten.

Aufgrund des aggressiven Wachstums muss nach der Diagnose umgehend mit der Behandlung begonnen werden. Dabei steht derzeit eine Kombination aus Resektion (chirurgischer Entfernung) und Radiochemotherapie im Vordergrund, wobei begleitend zur Strahlentherapie Temozolomid als Therapeutikum eingesetzt wird.

Therapieansätze und Lebensqualität

Neben Operation sowie Strahlen- und Chemotherapie gehört die TTFields-Therapie zu den Standardbehandlungen beim Glioblastom und Astrozytom Grad 4 bei Erwachsenen. Es handelt sich bei der TTFields-Therapie um eine lokale, nicht-invasive Behandlung, die zu Hause durchgeführt wird.

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Immuntherapien (Antikörper etc.): Diese Behandlungsformen können im Rahmen kontrollierter Studien in neuroonkologischen Zentren eingesetzt werden, mit dem Ziel, die Prognose und damit das Überleben zu verbessern. Diese Therapien können auch im Rezidiv, nach Ausschöpfung aller „Standardtherapien“, eine Rolle spielen. „Unspezifische“ Immuntherapien, die meist auch nicht von der Krankenkasse übernommen werden, sollten kritisch hinterfragt werden. Oft sind diese beim Einsatz bei Patienten mit einem Glioblastom nicht hilfreich, erwecken aber falsche Hoffnungen; dies sollten Sie unbedingt mit Ihren betreuenden Ärzten diskutieren!

Bei einem erneuten Tumorwachstum (Rezidiv) gibt es kein komplett standardisiertes Vorgehen. Oft gibt es verschiedene zu diskutierende Optionen. Dies hängt von der Tumorlokalisation, Größe und Ausdehnung, dem Zustand der Patienten, der Verträglichkeit bisheriger Therapien und dem grundsätzlichen Patientenwunsch ab.

Eine Rehabilitation kann stationär oder ambulant sinnvoll sein, insbesondere wenn es darum geht, Symptome und Funktionen wie die muskuläre Beweglichkeit oder die Sprache zu verbessern. Erfahrungsgemäß ist es jedoch bei Hirntumorpatienten besonders wichtig, die familiäre und psychische Situation zu bedenken und diejenigen, die gern in ihrer häuslichen und familiären Umgebung sein möchten, nicht um jeden Preis in eine stationäre Rehabilitation ohne ihr Umfeld zu schicken. Oft ist eine Stabilisierung der Situation zu Hause erst einmal wichtiger. Darüber hinaus ist auch immer die Frage zu stellen, wo welches Defizit sinnvoll beübt und behandelt werden kann.

Patienten, die an einem bösartigen Hirntumor leiden, erleben die Diagnose in der Regel als einen massiven Einschnitt in ihr Leben und als eine sehr starke Belastung. Häufig sind Verunsicherung, Angst und Ärger oder auch eine beeinträchtigte Stimmungslage die Folge. Hinzu kommen mehr oder minder stark ausgeprägte Einbußen der geistigen Funktionen, wie Konzentration und Gedächtnis. All diese Folgen führen oft zu einer Beeinträchtigung der Lebensqualität. Aber es sind nicht nur die Patienten selbst betroffen, häufig sind auch die Familienangehörigen belastet.

Lungenentzündung bei Krebspatienten

Eine Lungenentzündung stellt eine ernstzunehmende Komplikation bei Krebspatienten dar, insbesondere bei solchen mit Glioblastomen. Die Ursachen hierfür sind vielfältig:

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  • Immunsuppression: Chemotherapie, Strahlentherapie und die Krebserkrankung selbst können das Immunsystem schwächen und die Anfälligkeit für Infektionen erhöhen.
  • Aspiration: Schluckbeschwerden, die häufig bei Glioblastompatienten auftreten, können zu einer Aspiration von Speichel oder Nahrung in die Lunge führen, was eine Lungenentzündung begünstigt.
  • Bettlägerigkeit: Längere Bettlägerigkeit, insbesondere nach Operationen oder bei fortgeschrittener Erkrankung, kann die Lungenfunktion beeinträchtigen und das Risiko einer Lungenentzündung erhöhen.
  • Tumorbedingte Kompression: Tumore im Brustbereich können die Lunge komprimieren und die Atmung erschweren, was die Entstehung einer Lungenentzündung begünstigt.

Symptome und Diagnose

Die Symptome einer Lungenentzündung können bei Krebspatienten variieren, umfassen jedoch häufig:

  • Husten (mit oder ohne Auswurf)
  • Fieber
  • Atemnot
  • Brustschmerzen
  • Allgemeines Krankheitsgefühl

Die Diagnose einer Lungenentzündung erfolgt in der Regel durch eine körperliche Untersuchung, eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs und gegebenenfalls eine Blutuntersuchung.

Behandlung

Die Behandlung einer Lungenentzündung bei Krebspatienten umfasst in der Regel:

  • Antibiotika: Zur Bekämpfung der bakteriellen Infektion.
  • Sauerstofftherapie: Zur Unterstützung der Atmung.
  • Atemphysiotherapie: Zur Verbesserung der Lungenfunktion.
  • Schmerzmittel: Zur Linderung von Brustschmerzen.
  • Unterstützende Maßnahmen: Wie ausreichende Flüssigkeitszufuhr und Ruhe.

Onkologische Notfälle: Ein Überblick

Neben Lungenentzündungen können bei Krebspatienten eine Reihe weiterer onkologischer Notfälle auftreten, die eine sofortige medizinische Intervention erfordern.

Metabolische Notfälle

  • Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion (SIADH): Dieses Syndrom wird durch eine Hormonstörung verursacht und tritt bei einigen Tumorerkrankungen auf. Es wird zu viel antidiuretisches Hormon (ADH) in den Blutkreislauf abgegeben, dies verursacht einen Wasserüberschuss und eine Verdünnung der Natriumkonzentration (Hyponatriämie). Manche Tumore produzieren das Hormon ADH selbst, eine vermehrte Freisetzung aus der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) kann jedoch auch als Nebenwirkung von Medikamenten (Chemotherapeutika, Psychopharmaka) auftreten, ebenso können Infektionen des Gehirns oder der Lunge diesen Effekt haben. Notwendig ist eine ärztliche Behandlung der Ursache der Hormonstörung sowie die Wiederherstellung des normalen Verhältnisses von Wasser und Natrium. Dies kann durch Beschränkung der Wasseraufnahme und/oder der zusätzlichen Gabe von Natrium oder durch bestimmte Medikamente erreicht werden. Aufmerksam die Patient:innen im Blick haben, auch kleine Veränderungen wahrnehmen und die behandelnden Ärzt:innen informieren. Liegt ein niedriger Natriumspiegel vor, besteht oft gleichzeitig ein erniedrigter Kaliumspiegel. Wird Kalium verabreicht, steigt gleichzeitig auch der Natriumspiegel.
  • Hyperkalzämie: Unter einer Hyperkalzämie versteht man einen erhöhten Kalziumspiegel im Blut. Bei etwa einem Viertel der onkologischen Patient:innen ist der Kalziumspiegel zu hoch, vor allem bei Patient:innen mit Knochenmetastasen von Tumoren, die kalziumfreisetzende Hormone bilden. Die Ausprägung der Symptome hängt von der Kalziumkonzentration ab. Ein leicht erhöhtes Kalzium wird oft nicht bemerkt, bei höheren Werten kommt es dann zu Müdigkeit und gesteigertem Durstgefühl sowie vermehrter Harnausscheidung mit Austrocknung und Nierenversagen. Mit verschiedenen Maßnahmen kann der Arzt die Kalziumausscheidung erhöhen und die Freisetzung aus dem Knochen bzw. die Kalziumaufnahme aus der Nahrung hemmen. Achten Sie auf eine ausreichende Trinkmenge und steuern Sie bei erhöhten Flüssigkeitsverlusten frühzeitig dagegen. Beobachten Sie Ihre Patient:innen genau und hinterfragen Sie auch kleine Veränderungen. Verständigen Sie die behandelnden Ärzt:innen. Von einer „hyperkalzämischen Krise“ spricht man ab einem Serumkalzium vom > 3,5 mmol/l. Ab diesem Wert treten eine vermehrte Harnmenge, Austrocknung, Erbrechen, Fieber bis hin zu einem Koma auf.
  • Diabetische Ketoazidose (DKA): bei Unterbrechung einer laufenden Insulintherapie bei Typ-1-Diabetikern (u. a. bei plötzlich erhöhtem Insulinbedarf, z. B. Zur Diagnose führen ein erhöhter Blutzuckerspiegel sowie ein zwei- bis dreifach positiver Ketonkörpernachweis im Urin (Teststreifen).

Hämatologische Notfälle

  • Leukostase: Unter einer Leukostase versteht man sinngemäß das „Festkleben“ (Adhäsion) von Leukozyten an den Gefäßwänden bei deutlich erhöhten Leukozytenwerten. Durch viele unreife, weiße Blutkörperchen (Leukozyten), eine schlechtere Fließfähigkeit des Blutes und eine vermehrte Anhaftung an der Gefäßwand kommt es zu einer Verstopfung der Blutgefäße. In der Folge werden Organe und Gewebe schlechter durchblutet und können nicht mehr richtig funktionieren. Die Diagnosekriterien der Leukostase sind nicht klar definiert. Neben den erhöhten Leukozytenzahlen liegen meist neurologische Auffälligkeiten in Kombination mit Atemproblemen vor. Um diese Störung zu behandeln, muss die Anzahl der weißen Blutzellen vermindert werden. Der Arzt verabreicht hierzu Medikamente, er führt eine Blutwäsche (Leukapherese) durch und behandelt die Grunderkrankung (Leukämie). Typisch sind neurologische Beschwerden wie Schwindel, Verwirrung, Tinnitus, eingeschränktes Sehvermögen und Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma. Insbesondere bei myeloblastischer Erkrankung (z.B. Im Verdachtsfall informieren Sie die behandelnden Ärzt:innen.
  • Tumorlyse: Es handelt sich um einen spontanen oder durch die Chemotherapie verursachten Zerfall von Tumorzellen mit massenhaftem Austritt von Zellbestandteilen ins Blut. Diese Elektrolytstörungen und die Ablagerung von Harnsäure in den Nieren (Uratnephropathie) können ein akutes Nierenversagen auslösen. Um eine Tumorlyse zu vermeiden, beginnen Ärzt:innen die Chemotherapie in niedriger Dosierung. Liegt bereits ein Tumorlysesyndrom vor verabreichen Ärzt:innen den Patient:innen reichlich Flüssigkeit und Medikamente, die die Ausscheidung von Flüssigkeit und Mineralstoffen fördern (Diuretika). Es gibt keine spezifischen Anzeichen für eine Tumorlyse. Informieren Sie unverzüglich die Ärzt:innen, wenn Sie bei Ihren Patient:innen den Verdacht auf ein Tumorlysesyndrom haben.
  • Disseminierte intravasale Gerinnung (DIC): Bei der disseminierten intravasalen Gerinnung, abgekürzt DIC, aktivieren Botenstoffe des Tumors das Gerinnungssystem. Es kommt zu einer überschießenden Blutgerinnung, viele kleine Blutgerinnsel entstehen. Diese verstopfen die Blutgefäße in Organen wie z.B. Die überschießende Blutgerinnung geht mit einem übermäßigen Verbrauch an Gerinnungsfaktoren einher, sodass diese dann weitgehend aus dem Blut verschwinden. Als Folge kann bei der Erkrankung nicht nur eine vermehrte Blutgerinnung, sondern wegen eines Mangels an Gerinnungsfaktoren gleichzeitig eine Blutungsneigung bestehen („Verbrauchskoagulopathie“). Bei der akuten Form verschlechtert sich der Zustand des Patienten rasch innerhalb weniger Stunden mit schwerwiegenden Funktionsstörungen der Organe und Blutungen. Bei der akuten Form zeigen sich typische Einblutungen am ganzen Körper, vor allem an Haut und Verdauungstrakt, Nierenversagen und Atemnot. Die chronische Form ist gekennzeichnet durch einen Verlauf mit wenigen Symptomen bzw. mit Symptomen, die durch Gefäßverschlüsse (Darmvenenthrombose, Beinvenenthrombose, Lungenembolie, u. Als Basismaßnahme erfolgt die Behandlung der Grunderkrankung, ansonsten kann das Krankheitsbild nicht beeinflusst werden. Es erfolgen unterstützende Maßnahmen wie die Gabe von Flüssigkeit und Mineralstoffen. Eine gute Sauerstoffversorgung ist wichtig, wenn nötig auch mit maschineller Unterstützung. Das Nierenversagen kann mit einer Dialyse überbrückt werden. Bei der akuten Form verschlechtert sich der Allgemeinzustand der Patient:innen sehr schnell. Es entwickelt sich Atemnot, die Urinmenge ist deutlich vermindert oder es wird gar kein Urin mehr ausgeschieden und am ganzen Körper kommt es zu Einblutungen. Bei der chronischen Form stehen Symptome der Blutgerinnselbildung (thromboembolische Ereignisse) im Vordergrund (s. Patient:innen mit Tumoren des Verdauungstrakts, z. Im Verdachtsfall informieren Sie umgehend die behandelnden Ärzt:innen. Die disseminierte intravasale Gerinnung ist eine sehr schwere Erkrankung.
  • Thrombosen und Embolien: Unter einer Thrombose versteht man ein Blutgerinnsel im Gefäßsystem. Ursächlich dafür sind Veränderungen der Gefäßwand, der Fließgeschwindigkeit oder der Blutzusammensetzung (Virchow-Trias). Bei vielen onkologischen Patient:innen liegen komplexe Gerinnungsstörungen vor. Blutungskomplikationen sind eher selten, häufig treten Thrombosen und Embolien auf. Manche Tumorarten gehen mit einer vermehrten Gerinnungsneigung einher, in anderen Fällen werden Blutgefäße durch Tumorknoten von außen eingedrückt und durch den gestörten Blutfluss kommt es zur Bildung eines Gerinnsels (z. B. Eine Thrombose zeigt sich bei etwa der Hälfte der Patient:innen durch eine Schwellung, bläuliche Verfärbung, Schmerzhaftigkeit und Überwärmung der Extremität. Bei Verdacht muss eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) des Venensystems durchgeführt werden. Bei einer Beinvenenthrombose und Brustschmerzen oder Atemnot muss an eine Lungenembolie gedacht werden. Hierbei handelt es sich um einen lebensbedrohlichen Notfall durch Verschluss einer Lungenarterie durch ein Gerinnsel. Zur Behandlung von Thrombosen und Lungenembolien verabreichen Ärzt:innen Heparin, das das Blutgerinnsel wieder auflöst oder eine Größenzunahme des Gerinnsels verhindert. Patient:innen mit einer Beinvenenthrombose müssen in der Regel nicht immobilisiert und auch nicht stationär behandelt werden. Achten Sie auf klinische Hinweise einer Thrombose (Schwellung, Verfärbung, Schmerzhaftigkeit und Überwärmung der Extremität) oder Lungenembolie (Atemnot, Schmerzen in der Brust, Hustenreiz). Mobilisieren Sie Ihre Patient:innen regelmäßig durch Motivation der Patient:innen in Abhängigkeit von ihrem Allgemeinzustand, die Mahlzeiten am Tisch einzunehmen, kurze Spaziergänge über die Station zu unternehmen oder selbstständig Körperpflege zu betreiben. Achten Sie auf eine ausreichende Trinkmenge.

Kardiovaskuläre Notfälle

  • Obere Einflussstauung: Damit wird der gestörte Rückfluss des venösen Blutes vom Kopf und den oberen Extremitäten zum Herzen bezeichnet, ein anderer Begriff dafür ist oberes Vena-cava-Syndrom. Eine Ursache dafür ist das Eindrücken der oberen Hohlvene durch Tumor von außen oder das Einwachsen von Tumoren. Es zeigen sich gestaute Hals- und Armvenen sowie Umgehungskreisläufe über den Brustkorb. Es kommt zu Schwellungen der oberen Körperhälfte, vor allem des Gesichtes. Die meisten Patienten leiden unter Atemnot und Husten sowie Schluckbeschwerden. Im Verlauf kommen neurologische Symptome dazu wie Kopfschmerzen und Bewusstseinsstörungen bis zum Koma. Im Liegen sind die Symptome verstärkt. Die Diagnose sollte rasch mit einer Computertomographie (CT) gesichert werden, ggf. Je nach Tumorart hilft eine Bestrahlung oder eine rasche Chemotherapie. Achten Sie auf Schwellungen der oberen Körperhälfte, vor allem des Gesichts, der Arme und Hände sowie auf gestaute Venen insbesondere am Hals, sowie Umgehungskreisläufe auf dem Brustkorb. Achten Sie auf gestaute Halsvenen, Druckgefühl im Bereich von Kopf und Hals sowie Blauverfärbung der Haut durch Blutarmut bzw.

Infektiologische Notfälle

  • Neutropenie/neutropenisches Fieber: Man spricht bei einer Anzahl der neutrophilen Granulozyten, einer Form weißer Blutzellen, <1500/µl von einer Neutropenie, ab weniger als 500/µl handelt es sich um eine schwere Neutropenie. Die neutrophilen Granulozyten sind ein Bestandteil des Immunsystems, daher besteht bei Neutropenie ein erhöhtes Infektionsrisiko. Als Ursache gelten hämatologische Erkrankungen oder deren Therapien sowie der Befall des Knochenmarks durch Infektionen oder Tumoren. Zusätzlich zur Untersuchung des Blutbildes gehört die Abklärung von möglichen Infektionen durch eine sorgfältige körperliche Untersuchung sowie Aufnahmen von Brust- und Bauchraum. Die rasche Einleitung einer antibiotischen Therapie durch die Ärzt:innen ist für den weiteren Verlauf sehr wichtig, da unbehandelte Infektionen bei Patient:innen mit Immunschwäche innerhalb weniger Stunden zum Tod führen können. Hat sich der Allgemeinzustand der Patient:innen rasch verschlechtert? Im Verdachtsfall informieren Sie umgehend die behandelnden Ärzt:innen. Gibt es einen Hinweis auf die Infektionsquelle? Beurteilen Sie den Zustand der Patient:innen regelmäßig und berichten Sie über Verschlechterungen, auch wenn diese gering sind. Bei immungeschwächten Patient:innen ist die allgemeine Hygiene sehr wichtig. Der Kontakt mit möglichen „Infektionsquellen“ sollte vermieden werden.
  • Sepsis/septischer Schock: Bei einer Sepsis handelt es sich um eine Infektion mit einer Beeinträchtigung des gesamten Organismus. Eine schwere Sepsis beinhaltet Organstörungen.

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