Meningitis-Impfung: Kosten, Empfehlungen und wichtige Informationen

Meningokokken sind Bakterien, die weltweit vorkommen und zur Art Neisseria meningitidis gehören. In etwa 70 % der Fälle verursachen sie eine Entzündung der Hirnhaut (Meningitis). Jedes Jahr erkranken in Deutschland etwa vier von 1 Million Menschen an einer solchen Infektion, meist ausgelöst durch die Serogruppen B und C. Kinder unter fünf Jahren sind besonders gefährdet. Dieser Artikel beleuchtet die Bedeutung der Meningokokken-Impfung, die verschiedenen Serotypen, Kostenübernahme und gibt Antworten auf häufige Fragen.

Was sind Meningokokken und welche Risiken bestehen?

Meningokokken sind bakterielle Erreger, die eine Hirnhautentzündung (Meningokokkenmeningitis) auslösen können. Die Übertragung erfolgt meist von Mensch zu Mensch über Tröpfcheninfektion. Obwohl die durch Meningokokken ausgelösten Erkrankungen mit Antibiotika therapierbar sind, ist eine vorbeugende Impfung ratsam, da eine Meningokokkenmeningitis einen schweren Verlauf nehmen kann.

Die Symptome einer Meningokokkenmeningitis treten in der Regel zwei bis zehn Tage (meist drei bis vier Tage) nach der Infektion auf. Zu den Hauptsymptomen gehören Nackensteifigkeit, Fieber, Schüttelfrost, Übelkeit, Erbrechen, Muskelschmerzen, Krämpfe und Bewusstseinsstörungen.

In schweren Fällen kann es zu punktförmigen Hauteinblutungen, Sepsis und Kreislaufkollaps kommen, die innerhalb weniger Stunden zum Tod führen können. Überlebende schwerer Verläufe können bleibende Schäden davontragen, wie z.B. die Amputation von Gliedmaßen.

Welche Meningokokken-Typen gibt es?

Meningokokken kommen weltweit vor, allerdings in verschiedenen Serotypen (A, B, C, E, H, I, K, L, W, X, Y und Z). In Deutschland sind dank der konsequenten Impfung von Kleinkindern Meningokokken nicht mehr stark verbreitet. Allerdings können sie aus dem europäischen Ausland oder durch Reisen aus Afrika, Indien und Nepal eingeschleppt werden.

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Die häufigsten Serogruppen, die in Deutschland Erkrankungen verursachen, sind B und C. Es gibt jedoch auch andere Typen, die insbesondere bei Kindern unter fünf Jahren selten vorkommen. Viele Kinder erkranken im Alter von ein oder zwei Jahren.

Impfempfehlungen der STIKO

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt ab dem Alter von 2 Monaten die Impfung gegen Meningokokken B. Versäumte Impfungen gegen Meningokokken B sollen bis zum 5. Geburtstag nachgeholt werden. Zudem wird allen Kindern bis 2 Jahren eine Impfung gegen Meningokokken C empfohlen. Diese Grundimmunisierung sollte bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden.

Eine Impfung gegen andere Typen von Meningokokken kann sinnvoll sein, insbesondere bei Grunderkrankungen wie Immunschwäche oder für Kontaktpersonen von Erkrankten. Eine generelle Standardempfehlung gibt es derzeit nicht. Es ist ratsam, sich von einem Arzt beraten zu lassen.

Seit dem 18. Januar 2024 empfiehlt die STIKO die Impfung gegen Meningokokken B für alle Säuglinge und Kleinkinder. Für einen frühen Schutz werden drei Impfstoffdosen im Alter von zwei, vier und zwölf Monaten empfohlen. Auch Nachholimpfungen bis zum fünften Lebensjahr sind von dieser Empfehlung umfasst.

Kostenübernahme der Meningokokken-Impfung

Ab Mai 2024 können die Kosten für die Impfungen gegen Meningokokken B und C in den meisten Bundesländern direkt über die Versichertenkarte abgerechnet werden. Es ist ratsam, sich bei der eigenen Krankenkasse über die genauen Bedingungen der Kostenübernahme zu informieren.

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Viele Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Meningokokken-Erstimpfung als Teil ihres Leistungskatalogs vollständig. Da es verschiedene Meningokokken-Serotypen gibt, kann eine Meningokokken-Reiseschutzimpfung dennoch sinnvoll sein.

Die KNAPPSCHAFT übernimmt ab sofort die Kosten der Impfung gegen Meningokokken B. Die AOK Sachsen-Anhalt übernimmt die Kosten für die Grundimmunisierung und Nachholimpfung gegen Meningokokken B bei Babys und Kleinkindern. Darüber hinaus zahlen sie einen Zuschuss von maximal dreimal 100 Euro für die Meningokokken-B-Impfung bei Kindern bis zum vollendeten 18. Lebensjahr.

Meningokokken-Reiseimpfungen

Meningokokken-Reiseimpfungen sind bei Reisen in viele afrikanische Länder und einige Länder in Asien sinnvoll. Bei Pilgerreisen nach Mekka sind sie sogar vorgeschrieben. Viele Krankenkassen übernehmen die Kosten für diese Impfungen. Es ist ratsam, sich vor Reiseantritt bei der Krankenkasse über die Kostenübernahme zu informieren.

Mögliche Nebenwirkungen der Impfung

Wie bei jeder Impfung können auch bei der Meningokokken-Impfung Nebenwirkungen auftreten. Dazu gehören Reaktionen an der Einstichstelle wie Rötung, Schwellung, Hämatome oder Verhärtungen. Auch Fieber, Schüttelfrost, Unwohlsein, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall können auftreten. Sehr selten kommt es zu Muskelkrämpfen, Sehstörungen, Schwindel und Ohnmacht. Bei Überempfindlichkeit gegen Inhaltsstoffe des Impfstoffs darf nicht geimpft werden.

Impfschema und Ablauf

Die Impfungen gegen Meningokokken B sollten idealerweise im Alter von zwei, vier und zwölf Monaten stattfinden. Wenn ein Kind bereits früher eine Kindertagesstätte besucht, kann die Impfung ab neun Monaten erfolgen.

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Bei Kindern im Alter von zwei bis fünf Monaten sind drei Impfstoffdosen zur Grundimmunisierung notwendig. In allen anderen Altersgruppen werden zwei Impfstoffdosen empfohlen. Bei Kindern, die in den ersten zwei Lebensjahren geimpft wurden, ist zusätzlich eine Auffrischungsimpfung erforderlich.

Weitere wichtige Informationen

  • Rotaviren-Impfung: Fast alle Kinder bekommen Rotaviren, die für mehr als 70 Prozent aller schweren Durchfallerkrankungen weltweit verantwortlich sind. Die Kinderimpfungen gegen Rotaviren bestehen aus zwei oder drei Einzeldosen und müssen spätestens bis zur 32. Lebenswoche abgeschlossen sein.
  • HPV-Impfung: Mädchen können sich bei ihrem Arzt gegen Gebärmutterhalskrebs (Humane Papillomviren - HPV) impfen lassen. Die STIKO empfiehlt die HPV-Impfung auch für Jungen im Alter zwischen neun und vierzehn Jahren, um vor HPV-bedingten Erkrankungen zu schützen.
  • U10-Untersuchung: Wenn Ihr Kind in die Grundschule kommt, steht auch die U10-Untersuchung an. Einige Krankenkassen übernehmen die Kosten für die U10, U11 und J2 Untersuchung.

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