Alzheimer ist eine fortschreitende neurodegenerative Erkrankung, die durch Gedächtnisverlust, kognitive Beeinträchtigungen und Verhaltensänderungen gekennzeichnet ist. Die Krankheit betrifft Millionen von Menschen weltweit und stellt eine erhebliche Belastung für Patienten, Familien und Gesundheitssysteme dar. In Deutschland wird intensiv an der Erforschung von Alzheimer gearbeitet, um die Ursachen der Krankheit besser zu verstehen, neue Diagnose- und Behandlungsmethoden zu entwickeln und die Lebensqualität von Betroffenen zu verbessern.
Auszeichnungen für herausragende Forschung
Die Universitätsgesellschaft Potsdam e.V. verleiht jährlich den Absolventenpreis an Absolventen von Masterstudiengängen, die ein hohes wissenschaftliches Potenzial erkennen lassen und sich in besonderer Weise für eine akademische Weiterqualifikation eignen. Dieser Preis soll begabte Nachwuchsforscher fördern und sie ermutigen, eine Karriere in der Wissenschaft anzustreben.
Preisträger und ihre Forschungsgebiete
2025: Julia Sophie Meßner (Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät) für ihre Masterarbeit zum Thema "Influence of fatty acid quality and sex hormones on neuronal cell metabolism". Ihre Forschung konzentrierte sich auf den Einfluss der Ernährungsweise auf die Gesundheit, insbesondere auf die geschlechtsspezifische Reduktion der Insulinwirkung im Gehirn durch eine ungesunde, hochkalorische, fettreiche Ernährung. Sie untersuchte die Wirkung von Geschlechtshormonen und verschiedenen Fettsäuren auf neuronale Zellen und fand heraus, dass Testosteron die Insulinsensitivität und Zellatmung verringerte und dass der Sättigungsgrad der Fettsäuren einen entscheidenden Einfluss auf den neuronalen Stoffwechsel hat. Ihre Forschungsergebnisse sollen dazu beitragen, neue präklinische Ernährungsinterventionen zu entwickeln, um die metabolische Entgleisung bei adipösen Patienten zu verbessern.
2024: Lars Masanneck (Digital Engineering Fakultät) für seine Masterarbeit zum Thema "Analyzing Trends in the Use of Digital Health Technologies in Clinical Research and Beyond - Evidence from ClinicalTrials.gov and Other Sources". Er analysierte die Entwicklung des Einsatzes von digitalen Gesundheitstechnologien (DHTs) in Studien für chronische neurologische Erkrankungen wie Epilepsie, Multiple Sklerose, Alzheimer und Parkinson. Seine Arbeit unterstreicht das Potenzial von DHTs zur Verbesserung der Datensammlung und der Patientenautonomie in der Neurologieforschung und -versorgung.
2023: Henrik Rose (Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät) für seine Abschlussarbeit zum Thema "Constraining Three-Body Interactions with the Einstein Telescope". Er simulierte und wertete auf innovative Weise realistische Gravitationswellensignale aus und zeigte, dass das Einstein Teleskop es ermöglichen wird, Dreikernwechselwirkungen zu bestimmen.
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2022: Hans Gawendowicz (Digital Engineering Fakultät) für seine Abschlussarbeit zum Thema "On a Social Distancing Network Creation Game". Er entwickelte und analysierte ein neues spieltheoretisches Modell für die Erzeugung von sozialen Netzwerken, das erstmals Aspekte von Social Distancing berücksichtigt.
2021: Bryan Nowack (Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät) für seine Abschlussarbeit zum Thema "Increasing the resolution of heat shock response analysis in roots through the use of fluorescent proteins".
2019: Stephan Haarmann (Digital Engineering Fakultät) für seine Abschlussarbeit zum Thema "Regelkonformität von Geschäftsprozessen unter Berücksichtigung von Entscheidungen".
2018: Carla Bombi Ferrer (Humanwissenschaftliche Fakultät) für ihre Arbeit über "Definiteness in Akan" und Loni Klaus (Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät) für ihre Arbeit mit dem Titel "Investigating the Role of DRG Proteins in Translation".
2017: Lisa Luna (Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät) für ihre Arbeit im Bereich der Sensorik.
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Digital Health Technologien in der Neurologieforschung
Digitale Gesundheitstechnologien (DHTs) wie vernetzte Sensoren bieten ein besonderes Potenzial zur Verbesserung der Datensammlung und der Patientenautonomie in der Neurologieforschung und -versorgung. Lars Masanneck analysierte in seiner Arbeit die Entwicklung des Einsatzes von DHTs in Studien für vier chronische neurologische Erkrankungen: Epilepsie, Multiple Sklerose, Alzheimer und Parkinson.
Die Rolle von Orts- und Gitterzellen bei Alzheimer
Das Umherirren gehört oft zu den ersten Symptomen von Alzheimer. Die Entdeckung der Orts- und Gitterzellen im Gehirn hat unser Verständnis der räumlichen Orientierung revolutioniert. Diese spezialisierten Nervenzellen, die sich im Hippocampus und im entorhinalen Cortex befinden, ermöglichen es uns, innere Landkarten anzulegen und uns in unserer Umwelt zurechtzufinden.
- Ortszellen: Diese Zellen "feuern" nur dann, wenn sich eine Person an einem bestimmten Ort befindet. Sie speichern die angelegten Landkarten und können sie bei Bedarf verändern.
- Gitterzellen: Diese Zellen bilden ein Koordinatensystem, das immer gleich bleibt. Sie teilen den Raum in Waben auf und ermöglichen es, Entfernungen einzuschätzen.
Bei Menschen, bei denen die Orts- und Gitterzellen durch Alzheimer zugrunde gehen, kommt es zu Orientierungslosigkeit und Umherirren.
Initiativen und Projekte zur Förderung der Musik und Gesundheit
Der Deutsche Musikrat (DMR) engagiert sich für die Interessen von 16,9 Millionen musizierenden Menschen in Deutschland und ist weltweit der größte nationale Dachverband der Musikkultur. Er setzt sich dafür ein, dass Musik zum gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie zu Demokratie und Verständigung in Europa und der Welt beiträgt.
Beispiele für Initiativen und Projekte
- Bundesinitiative Musik & Demenz (BIMuD): Diese Initiative setzt sich dafür ein, dass aktives Musizieren und musikalisches Erleben zu einem menschenwürdigen Altern und einer höheren Lebensqualität von Menschen mit Demenz beitragen.
- Abenteuer Neue Musik: Dieses Vermittlungsprojekt des Podium Gegenwart ermöglicht Schulklassen, die Welt der neuen Musik zu entdecken.
- Studie zur Musikfestivallandschaft: Eine bundesweite Studie liefert erstmals repräsentative Daten zu Struktur, Finanzierung und gesellschaftlicher Bedeutung der Musikfestivallandschaft in Deutschland.
- Podcast-Reihe des DMR: In dieser Reihe werden musikalische, gesellschaftliche relevante Themen behandelt und Fragen der Musikszene erörtert.
Weitere Forschungsbereiche und klinische Schwerpunkte
Neben den bereits genannten Bereichen gibt es in Deutschland eine Vielzahl weiterer Forschungsbereiche und klinischer Schwerpunkte im Zusammenhang mit Alzheimer und anderen neurologischen Erkrankungen.
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Beispiele
- Einfluss von Musik und naturwissenschaftlicher Ausbildung auf aggressives Verhalten: Eine Studie untersuchte die Auswirkungen von Musik und naturwissenschaftlicher Ausbildung auf aggressives Verhalten.
- Neuropsychologische Unterstützung bei Charcot-Marie-Tooth Syndrom (CMT): Die Klinische Neuropsychologie kann Betroffenen von CMT wertvolle Unterstützung bieten.
- Depression nach Schlaganfall: Die Behandlung von Depressionen nach einem Schlaganfall ist ein wichtiger Aspekt der Rehabilitation.
- Auswirkungen von COVID-19 auf die psychische Gesundheit von Studierenden: Eine Studie untersuchte die Auswirkungen von Distance Learning während der COVID-19-Pandemie auf die psychische Gesundheit von Studierenden.
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