Die Neuropathie des Fußes, insbesondere im Zusammenhang mit dem Charcot-Fuß und der Fußheberschwäche, stellt eine erhebliche Herausforderung für Betroffene und medizinisches Fachpersonal dar. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte dieser Erkrankungen, von den Ursachen und Symptomen bis hin zu den Behandlungsmöglichkeiten, wobei ein besonderer Fokus auf den Einsatz von Orthesen gelegt wird.
Charcot-Fuß: Ursachen, Symptome und Behandlung
Die Charcot-Arthropathie ist eine plötzlich auftretende Erweichung der Fußknochen bei Patienten mit signifikantem Nervenschaden (Polyneuropathie). Aufgrund einer erheblichen Schwäche brechen spontan die Fußknochen. Patienten verspüren oft keinen Schmerz, was zu groben Fehlstellungen führt. Das Fußgewölbe bricht zusammen, und der Fuß nimmt eine Schaukelform an. Die knöchernen Vorsprünge führen aufgrund des fehlenden Eigenschutzes (Polyneuropathie) zu offenen Wunden an der Fußsohle. Der Charcot-Fuß ist ein schwerwiegendes Leiden, das zu schweren Fußfehlstellungen, Behinderungen und sogar Beinamputationen führen kann. Eine frühzeitige Diagnose und rechtzeitige Therapie sind daher von entscheidender Bedeutung.
Ursachen und Symptome
Die Charcot-Arthropathie entsteht als Folge einer Polyneuropathie, bei der dem Patienten die Fähigkeit fehlt, Schmerzen oder Temperaturunterschiede zu spüren. Bei einer weit fortgeschrittenen Polyneuropathie besteht ein vollständiger Gefühlverlust in den Füßen. Aufgrund des fehlenden Gefühls an der Fußsohle kann sich der Patient nicht selbst schützen, wenn es zur Fehlbelastung kommt. Symptome des Charcot-Fußes können nach einem plötzlichen Trauma oder schon nach einem geringfügigen repetitiven Trauma (wie einem langen Spaziergang) auftreten. Zu einem plötzlichen Trauma gehört das Fallenlassen von Gegenständen auf den Fuß, eine Verstauchung oder ein Bruch des Fußes. Die Symptome ähneln oft denen einer Infektion.
Diagnose und Behandlung
Eine frühzeitige Diagnose ist für eine erfolgreiche Behandlung äußerst wichtig. Um zu einer Diagnose zu gelangen, untersucht der Arzt den Fuß und das Sprunggelenk und fragt nach Ereignissen, die möglicherweise vor den Symptomen aufgetreten sind. Röntgenaufnahmen sind für die Diagnose unerlässlich. Die Behandlung umfasst in der Regel Ruhigstellung, orthopädische Schuhe und gegebenenfalls eine Operation.
Ruhigstellung
Da die Fußknochen im Frühstadium von Charcot zerbrechlich sind, müssen sie geschützt werden, damit Brüche sich nicht verschieben und die weichen Knochen sich selbst reparieren können. Es ist eine vollständige Entlastung des Fußes erforderlich, um ein weiteres Zusammenfallen des Fußes zu verhindern. Während dieser Zeit wird das Bein in einem Vollkontaktgips (Total contact cast, TCC) ruhiggestellt. Der Patient mobilisiert sich im Rollstuhl. Es kann mehrere Monate dauern, bis die Knochen verheilt sind. Wenn der Fuß längere Zeit ruhiggestellt werden soll, kann man eine Orthese nach Maß anfertigen lassen. Diese wird aus Carbon angefertigt und perfekt am Fuß angepasst. Die Herstellung ist zeitaufwendig und sehr kostenintensiv. Viele Orthopädietechniker verlangen im Voraus eine Bestätigung der Kostenübernahme von der Krankenkasse.
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Orthopädische Maßschuhe
Nach Abheilen der Knochen sind ggf. Schuhe mit speziellen Zurichtungen erforderlich, damit der Patient wieder zu seinen täglichen Aktivitäten zurückkehren kann.
Aktivitätsanpassung
Ggf. ist eine Anpassung des Aktivitätsniveaus erforderlich, um Traumata an beiden Füßen zu vermeiden. Bei Patienten mit einem Charcot-Fuß ist es wahrscheinlich, dass das Leiden auch am anderen Fuß entsteht. Daher müssen Maßnahmen zum Schutz beider Füße durchgeführt werden.
Chirurgie
In einigen Fällen kann eine Operation erforderlich sein. Der Fußchirurg bestimmt den für den Patienten am besten geeigneten chirurgischen Eingriff auf der Grundlage des Schweregrads der Deformität und des körperlichen Zustands des Patienten. Besonderer Aufmerksamkeit bedarf vor diesen Operationen die Durchblutung des Beines. Durchblutungsstörungen führen zu erheblichen postoperativen Komplikationen. Diese sollten unbedingt präoperativ ausgeschlossen bzw. therapiert werden. Bei früh erkannter Verrenkung der Fußgelenke kann man die Gelenkkongruenz wiederherstellen und eine Versteifungsoperation durchführen. Dies erlaubt die Erhaltung der Fußform und eine deutlich einfachere und sichere Schuhversorgung. Durch eine stabile Versteifung wird ein Rückfall der Fehlstellung verhindert. Bei Patienten mit veralteten, schon rigiden Fehlstellungen sowie bei Patienten, bei denen keine Operation (z.B. Durch eine kleine Inzision am Fußaußenrand können Exostosen an der Fußsohle entfernen und dadurch eine flache knöcherne Fußunterfläche erreichen. Mit einer speziellen Fräse wird durch kleine Schnitte ein Teil des Knochens durchtrennt und fragmentiert. Die kleinen Teile können durch winzige Schnitte entfernt werden.
Vorbeugung
Der Patient selbst kann zur Vorbeugung eines Charcot-Fußes und den daraus entstehenden Komplikationen durch folgende Maßnahmen beitragen: Der Blutzuckerspiegel bei Diabetes-Patienten sollte stets gut eingestellt sein.
Fußheberschwäche: Ursachen, Symptome und Behandlung
Die Fußheberschwäche (auch Peroneusparese oder Fußheberparese genannt) liegt vor, wenn eine Schädigung des Peroneusnerves (Nervus peroneus communis) vorliegt, der das Anheben des Fußes steuert. Dadurch können Betroffene den Fuß entweder nicht mehr oder nur noch unzureichend anheben. Am häufigsten entsteht die Fußheberschwäche in Folge eines Schlaganfalls (mit halbseitiger Lähmung), eines Bandscheibenvorfalls oder Schädel-Hirn-Traumas. Für Patienten mit einer Fußheberschwäche ist das Gehen kein Vorgang mehr, der automatisch abläuft. Der Fuß kann nicht mehr natürlich abgerollt werden ("Fallfuß"). Die Patienten setzen entweder mit der kompletten Fußsohle, der Fußaußenkante, oder nur mit dem Vorfuß auf. Im Falle einer spastischen Lähmung kann es außerdem zu einem Verkrampfen oder Krallen der Zehen kommen.
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Symptome
Da der Fuß herabhängt, wird zudem beim Gehen das Bein bzw. die Hüfte höher angehoben, um ein Stolpern zu vermeiden (auch "Steppergang" genannt). Auch das Vorschwingen des Beines ist mit der Fußheberschwäche nicht mehr wie im normalen Gehvorgang möglich. Stattdessen erfolgt das Vorschwingen des Beines durch eine kreisförmige Hüftbewegung nach vorne ( Zirkumduktion). Eben weil der Fuß bei einer Fußheberschwäche nach unten hängt, besteht zusätzlich eine hohe Verletzungs- bzw. Sturzgefahr. Selbst kleine Unebenheiten im Boden oder niedrige Treppenstufen können so zum großen Hindernis und zur gefährlichen Stolperfalle werden. Unbehandelt kann die durch die Fußheberschwäche ausgelöste Gangstörung und Fehlhaltung schnell zu weiteren Beschwerden führen wie Hüft-, Becken-, Knie-, oder Rückenschmerzen.
Behandlung
Mit den richtigen Hilfsmitteln können Sie dem jedoch effektiv entgegensteuern - und so wieder aktiv werden und Freude an der Bewegung finden. Es gibt verschiedene Hilfsmittel zur Behandlung der Fußheberschwäche, darunter textile Fußheberorthesen, dynamische Fußheberorthesen aus Carbon und die funktionelle Elektrostimulation (FES).
Textile Fußheberorthesen und Bandagen
Diese eignen sich vor allem für eine leichte Ausprägung der Fußheberschwäche. Die textile Fußheberorthese bzw. Fußheber-Bandage unterstützt den Fuß optimal, so dass ein Umknicken verhindert werden kann. Außerdem kann sie dazu beitragen, wieder einen gesunden Gangstil zu entwickeln. Die Beweglichkeit des Fußes und Sprunggelenks wird mit Hilfe der textilen Fußorthese bzw.
Dynamische Fußheberorthesen aus Carbon
Bei leichter bis mittlerer Ausprägung der Fußheberschwäche empfehlen sich dynamische Fußheberorthesen aus Carbon: Die Orthesen können die Fußhebung optimal unterstützen. Sie fördern ein natürliches Gangbild sowie physiologisches Abrollverhalten. Die Fußheber-Orthesen gibt es in verschiedenen Ausführungen von flexibel bis hart, so dass sie individuell auf Ihre Bedürfnisse angepasst werden können. Der wichtigste Vorteil einer dynamischen Fußheberorthese aus Carbon liegt in ihrer enormen Leichtigkeit, wodurch ein hoher Tragekomfort zustande kommt. Durch ihr geringes Gewicht ist eine solche Orthese auch zum Sport treiben geeignet. Die Fußheber-Orthesen aus Carbon werden überwiegend bei Fußheberschwächen angepasst, wenn die Krankheit eine Regeneration ausschließt. Diese Orthesen können zum Teil über mehrere Jahre getragen werden und sollten in regelmäßigen Abständen gewartet werden.
Funktionelle Elektrostimulation (FES)
Bei der funktionellen Elektrostimulation (FES) kommen elektrische Impulse gegen die Fußheberschwäche zum Einsatz. Diese Form der Behandlung zeigt bei der Fußheberschwäche in zahlreichen Fällen eine enorme Wirkung. Bei der funktionellen Elektrostimulation handelt es sich um eine hochmoderne Technik, die im Bereich der Neurorehabilitation zum Einsatz kommt. Zum einen soll sie ein Wiedererlernen ermöglichen: Durch die wiederholte künstliche Nervenstimulation soll das zentrale Nervensystem darauf trainiert werden, die Muskeln wieder selbstständig anzusteuern.
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Weitere unterstützende Maßnahmen
Je nach Krankheitsbild kann es ergänzend zur funktionellen Elektrostimulation hilfreich sein auf andere Hilfsmittel wie Orthesen oder Bandagen zurückzugreifen. Die passenden Hilfsmittel können Ihnen bei einer Fußheberschwäche also eine enorme Erleichterung beim Gehen und Anheben des Fußes verschaffen. Es gilt jedoch, wie bei jedem orthopädischen Hilfsmittel, dass das Hilfsmittel unbedingt individuell auf Sie und Ihr Krankheitsbild abgestimmt sein sollte. Wichtig ist, dass die Passform des Hilfsmittels individuell auf Sie abgestimmt ist - nur mit der richtigen Passform erzielen Sie die bestmögliche Wirkung! Ist die Fußheberschwäche durch eine neurologische Erkrankung bedingt, können spezielle sensomotorische Einlagen dazu beitragen, die verlorengegangenen Funktionen der Nerven wieder zu stimulieren. Zusätzlich können solche Einlagen die Muskelspannung beim Gehen regulieren und dadurch die Ganghaltung und Balance verbessern. Wird das Knie durch eine Lähmung oder eine Fehlhaltung in Folge der Fußheberschwäche überstreckt und stark belastet, ist das Tragen einer entlastenden Kniebandage empfehlenswert. Physiotherapie stellt einen bedeutenden Therapie-Bestandteil bei Fußheberschwäche dar. Durch kontinuierliches Training der Fußmuskulatur - und der Bauchmuskulatur - stellt sie die nötige Kraft zum Gehen her. Zusätzlich können die Muskeln und Nerven im Fuß durch spezielle Übungen gestärkt werden. Sie helfen Ihnen dabei, wieder mobil zu werden und aktiv am Leben teilnehmen zu können. Zusätzlich helfen sie dabei, ein möglichst natürliches Gangbild wiederherzustellen und dadurch Fehlhaltungen und Folgeerscheinungen im Hüft-, Becken-, Knie-, und Rückenbereich zu minimieren. Außerdem stellen sie eine optimale Unterstützung dar und bringen den Fuß wieder in eine gerade Position, sodass er kein Stolperrisiko mehr darstellt. So stellen Sie Ihre Gangsicherheit bestmöglich wieder her und minimieren das Sturzrisiko.
Die Rolle von Orthesen bei Fußneuropathie
Orthesen spielen eine zentrale Rolle bei der Behandlung von Fußneuropathie, insbesondere bei der Stabilisierung, Entlastung und Korrektur des Fußes. Sie können nach Verletzungen, bei neurologischen Erkrankungen oder bei Fehlstellungen eingesetzt werden.
Wirkungen von Fußorthesen
- Stabilisierung: Die Orthese stabilisiert den Fuß und/oder das Sprunggelenk, indem sie die Beweglichkeit einschränkt oder kontrolliert. Dies ist besonders wichtig nach Verletzungen oder bei neurologischen Erkrankungen, die zu Instabilität führen.
- Entlastung: Druck auf bestimmte Bereiche des Fußes wird reduziert, wodurch Schmerzen gelindert werden und Heilungsprozesse unterstützt werden können. Dies ist hilfreich bei Arthrose, Fersensporn oder nach Operationen.
- Korrektur: Fehlstellungen wie Klumpfuß, Plattfuß oder Spitzfuß können durch gezielten Druck und Unterstützung korrigiert oder zumindest verbessert werden. Dies ist besonders bei Kindern oder Menschen mit orthopädischen Problemen relevant.
- Unterstützung der Funktion: Die Orthese hilft bei eingeschränkter Muskelkraft, indem sie Bewegungen erleichtert oder kompensiert. Dies ist wichtig bei Lähmungen oder Muskelschwäche, wie bei peripherer Neuropathie oder Cerebralparese.
- Verhinderung von Fehlbelastungen: Sie verteilt das Gewicht gleichmäßig und beugt dadurch Überbelastungen oder Verschlimmerungen von Fehlstellungen vor. Dies ist besonders wichtig bei diabetischem Fußsyndrom oder nach langwierigen Erkrankungen.
Moderne Orthesenkonzepte
Moderne Orthesenkonzepte gehen über die reine Stützfunktion hinaus und fördern die neurologischen und anatomischen Funktionen. Sie kombinieren Stützfunktion mit dynamischer Funktion, wodurch neurologische Funktionen (re-)aktiviert werden können, die zu einer physiologischen Funktionsübernahme der anatomischen Strukturen führen. Im Gegensatz zu früheren starren Apparaten fördern heutige Orthesen die Bewegungsfähigkeit. Die Lähmungsorthese wird dafür als Maßanfertigung in Leichtbauweise hergestellt, bei der moderne Materialien wie Carbonfaser und Titan verwendet werden. Durch den Einsatz von Orthesengelenken kann die Dynamik der Orthese exakt mit den Drehpunkten der Bewegungsachsen der anatomischen Gelenke für die untere Extremität in Übereinstimmung gebracht werden. Die Dynamik der Orthese findet genau an dem Punkt statt, an dem bei gesunden Menschen die Dynamik im skelettalen System erfolgt. Patienten mit gelähmter Muskulatur erhalten durch die Steifigkeit Sicherheit beim Stehen und Gehen. Diese Steifigkeit, kombiniert mit der Beweglichkeit der Systemgelenke, führt dazu, dass die angeeigneten Kompensationsmechanismen abgebaut werden oder bei einer frühzeitigen Versorgung gar nicht erst entstehen. Folglich können auch Schmerzen, resultierend aus einem pathologischen (krankhaften) Gangbild, die oft in der Schulter oder im Rücken auftreten, minimiert oder verhindert werden.
Die ProGo Invictum Orthese
Die ProGo Invictum wird eingesetzt, wenn der Patient unter Ausfallerscheinungen der fußhebenden- und senkenden Muskulatur leidet und auch das Sprunggelenk nicht mehr vollständig stabil ist, ebenso das Knie. Die Orthese unterstützt dabei auf zwei Arten: beim Heben des Fußes in der Schwungphase und bei der Sicherung des Knies und des Sprunggelenks in der Standphase. Sie zeichnet sich durch hohe Dynamik, keinen Kontakt zum Knöchel und zahlreiche Größen aus. Das Material aus Kohlefaser speichert Energie und gibt sie im richtigen Moment wieder ab, was dem Fuß ein dynamisches Feedback gibt. Das einzigartige Stützdesign vermeidet den Kontakt mit dem Knöchelknochen.
NEURO - Orthesen bei neurologischen Indikationen
Neurologische Erkrankungen haben oftmals Auswirkungen auf den gesamten Körper und können sich somit auch auf den Bewegungsapparat auswirken. So können neurologische Indikationen beispielsweise den Muskeltonus beeinflussen. Ist die Muskelspannung zu hoch entsteht eine Spastik, die auch zu einer Kontraktur des Gelenkes führen kann. Sowohl die eigenständige Teilhabe am aktiven Leben als auch die Pflege werden in diesem Fall erschwert. Es kann auch zu Schmerzen kommen. Im Gegenzug kann eine neurologische Indikation auch zu verringerter Muskelspannung führen. Ist die neuronale Ansteuerung des Muskels betroffen, können Muskeln nicht mehr bewusst bewegt werden. Neurologische Indikationen sind vielfältig und komplex. Aus diesem Grund können orthopädietechnische Hilfsmittel auch auf vielfältige Weise unterstützen. Orthesen und Bandagen können in der Neurologie wie auch in der Orthopädie von außen auf den Bewegungsapparat Einfluss nehmen. Sowohl in der Therapie zum Aufdehnen verkürzter Muskulatur als auch funktionsunterstützend im Alltag. Auch wenn die Definition einer Beeinträchtigung darin liegt, dass sie nicht geheilt werden kann, können Hilfsmittel zu einer Schmerzreduktion und funktionellen Verbesserung beitragen. Je nach Zielsetzung können Mobilisierung und Teilhabe am aktiven Leben, verbesserte Pflege oder Schmerzlinderung erreicht werden.
CDS® Orthesen zur Unterstützung der neurologischen Therapie
Unsere CDS® Orthesen basieren auf dem Prinzip der dynamischen Redression. Die Feder-basierten CDS® Gelenke dehnen Muskeln kontrolliert und somit vorsichtig. Der Federmechanismus dehnt die verkürzten Strukturen und lässt dabei Bewegung zu. Dies fördert die Durchblutung des Gewebes und verhindert eine erneute Kontraktur. Darüber hinaus kann der Muskel Spasmen ausleben, was gerade bei neurologischen Krankheiten ein ausschlaggebender Vorteil ist. Der Muskel wird nach der Spastik wieder sanft in die Entspannung geführt. Die Federkraft ist einstellbar und kann den Patient:Innen und dem Behandlungsverlauf angepasst werden. Das gleiche gilt für den Redressionsbereich. Hierdurch wird eine schmerzhafte und schädliche Überdehnung vermieden und auch die Compliance des Patienten erhöht. Die Federkraft kann werkzeuglos ein- und ausgeschalten werden, ohne die eingestellte Stärke der Federkraft zu verändern. Dies erleichtert das Handling für die Patient:Innen und das Umfeld. Hierdurch wird auch in der Pflege wertvolle Zeit gespart und das Umfeld entlastet. Die CDS® Gelenke können die Therapeut:Innen in ihrer Arbeit unterstützen. Im Rahmen einer funktionellen Rehabilitation können unsere Orthesen auch funktionsunterstützend und stabilisierend eingesetzt werden. Die stabilisierende Wirkweise unserer Hilfsmittel ermöglicht es Patient:Innen, Bewegung geführt und somit sicher auszuführen. Hier müssen die Techniker:Innen abklären, inwiefern ein sicherer Einsatz gewährleistet werden kann.
Der Weg zu Ihrem Hilfsmittel
Orthesen und Bandagen gehören zu den orthopädietechnischen Hilfsmitteln, die in Deutschland im Hilfsmittelkatalog aufgeführt werden. Der Hilfsmittelkatalog bildet die Erstattungsgrundlage für die Krankenkassen. Findet sich ein Hilfsmittel nicht in dieser Auflistung können sie über den Sanitätsfachhandel zur Bewilligung bei der Krankenkasse eingereicht werden. Hilfsmittel müssen von Mediziner:Innen passend zur Indikation verordnet werden. Orthopädietechnik-mechaniker:Innen im Sanitätshaus passen das Hilfsmittel an die Patient:Innen an und weisen in die Verwendung ein. Wichtig ist aber zu bedenken, dass ein schneller Therapiebeginn ausschlaggebend ist. Ebenfalls sollte darauf geachtet werden, dass das ausgewählte Hilfsmittel in den Rehabilitationsplan integriert wird und vor allem den individuellen Bedürfnissen der Patient:Innen entspricht.
Polyneuropathie: Ursachen, Diagnose und Hilfsmittel
Eine Polyneuropathie ist eine häufige Nervenkrankheit, deren griechischer Ursprung "Krankheit vieler Nerven" bedeutet. Meistens sind die Nervenbahnen an den Händen und Füßen betroffen, was sich durch unangenehme Empfindungen wie Kribbeln, Brennen oder Stechen sowie das Einschlafen einzelner Finger oder Zehen äußert. Ein Neurologe würde in diesem Fall von einer "sensiblen Betonung" sprechen. Im Spätstadium kann die Erkrankung beide Gliedmaßen symmetrisch betreffen, während sie zu Beginn nur bestimmte Bereiche wie einen Vorderfuß oder Kleinfinger betreffen kann. Die für diese Erkrankung ist noch nicht vollständig geklärt, aber es wird vermutet, dass eine Kombination aus genetischen Faktoren und Umweltfaktoren wie Infektionen oder Toxine dazu beitragen kann. Eine Vielzahl von Ursachen kann zu einer Polyneuropathie führen. Auch bestimmte Medikamente und Chemotherapien können Nervenschäden verursachen. Eine erste Maßnahme zur Behandlung ist der Verzicht auf Alkohol, da er nach Diabetes die zweithäufigste Ursache für Polyneuropathie darstellt.
Diagnose
Wenn Verdacht auf Polyneuropathie besteht, führen Neurologen verschiedene Tests durch, um die Ursache und das Ausmaß der Erkrankung zu ermitteln. Die Nervenleitgeschwindigkeit wird gemessen, indem Strom durch die Nervenbahnen geschickt wird. Eine deutliche Verzögerung der Impulse kann auf Polyneuropathie hinweisen. Das Vibrationsempfinden des Patienten wird mit einer Stimmgabel getestet. Diese Tests helfen dabei, geschädigte Nervenfasern und das Fortschreiten der Schädigung zu erkennen. Zu den Tests gehören Druck-, Vibration- und Temperaturempfinden. Um das Temperaturempfinden genau zu messen, werden computergesteuerte Temperaturreize mit der Thermode eingesetzt. Gesunde nehmen Wärme ab 38 Grad Celsius wahr, während Erkrankte mit Polyneuropathie höhere Temperaturen benötigen. Eine Nerv-Muskel-Biopsie aus dem Schienbein kann helfen, die Ursache der Polyneuropathie zu finden. Für eine effektive Behandlung von Polyneuropathie sind Neurologen die passenden Fachärzte.
Hilfsmittel
Wenn Sie an Polyneuropathie leiden, ist es wichtig, geeignete Hilfsmittel zu verwenden, um Ihre Füße zu schützen. Schutzschuhe wie LucRo von Schein oder Prophylaxe-Schuhe von Varomed sind eine ausgezeichnete Wahl. Ferner sind orthopädische diabetische Einlagen unerlässlich, um sicherzustellen, dass sich keine offenen Wunden entwickeln. In der Rehatechnik empfehlen wir auch eine klassische Versorgung mit Rollator und Gehstock, um Stürze zu vermeiden. Es ist entscheidend, dass Sie diese Hilfsmittel nutzen, um sicherzustellen, dass Sie Ihre Mobilität und Lebensqualität stehen können trotz Polyneuropathie.
Telemedizinische Möglichkeiten mit Orthesen
Prof. Martin Kohlhase und Prof. Rena Isabel Amelung schildern im Gespräch mit MEDICA.de das Zusammenwirken von Ingenieurwissenschaft und Gesundheit sowie die Ziele des Projekts. Prof. Kohlhase erklärt: Wir wollen mit der Orthese Bewegungsmuster erkennen, um das Mobilitätsverhalten zu erfassen. Außerdem sollen Veränderungen am Fuß erkannt werden. In dieser Zeit wollen wir Betroffene durch Sensoren in der Orthese versorgen. Die Daten sind über Telemedizin auch für professionelle Dienstleister nutzbar wie aus der Orthopädietechnik, der Fußpflege sowie Ärztinnen und Ärzte. Wir zielen auf eine kostengünstige Lösung mit wenigen Sensoren, sodass wir am Markt bestehen können. Prof. Amelung betont: Es gibt dafür noch keine standardisierte, leitliniengestützte Lösung. Das Entwicklungspotenzial ist groß, denn bislang kennen wir oft nur Maximalwerte, ab deren Erreichen Schäden am Fuß entstehen. Dazu gehören zum Beispiel auch Aufforderungen über Fuß-Assessments, die Haut am Fuß auf Veränderungen zu prüfen.
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