Eine Neuropathie, deren griechischer Ursprung "Krankheit vieler Nerven" bedeutet, ist eine häufige Nervenkrankheit. Bei einer Neuropathie wurden Nerven durch die Krebsbehandlung oder die Tumorerkrankung selbst geschädigt. Meist sind die Nerven in Händen und Füßen betroffen. Taubheitsgefühle, aber auch Missempfindungen wie Überempfindlichkeit, Kribbeln oder Schmerzen können bei einer Neuropathie auftreten. Die Symptome können vorübergehend oder dauerhaft sein. Dieser Artikel beleuchtet, wie Einlegesohlen und andere Hilfsmittel helfen können, die Beschwerden einer Neuropathie nach einer Chemotherapie zu lindern und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.
Was ist Polyneuropathie?
Polyneuropathie ist eine Erkrankung der peripheren Nerven, die sowohl die motorischen als auch die sensorischen Funktionen beeinflusst. Diese Nervenschädigung kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden. Am häufigsten tritt die Erkrankung bei Menschen mit Diabetes mellitus auf, doch auch Alkoholmissbrauch, Vitaminmangel, Infektionen und toxische Substanzen können Ursachen sein. Auch bestimmte Medikamente und Chemotherapien können Nervenschäden verursachen. Die Nervenschädigung führt zu einer gestörten Reizübertragung, was sich durch unterschiedliche Symptome äußert. Betroffene können unter Taubheitsgefühlen, Kribbeln oder Schmerzen leiden.
Symptome der Polyneuropathie in den Füßen
Die Symptome einer Polyneuropathie in den Füßen können sehr unterschiedlich sein und von Person zu Person variieren. Viele Betroffene berichten von einem unangenehmen Kribbeln. Zu den häufigsten Beschwerden gehören:
- Brennende Füße: Oft verspüren sie intensive, heiße Schmerzen, die besonders nachts schlimmer werden.
- Schmerzen in der Fußsohle: Stechende oder brennende Schmerzen können das Gehen zur Herausforderung machen.
- Taubheitsgefühl: Manche erleben einen Verlust der Sensibilität, was dazu führen kann, dass sie Schwierigkeiten mit dem Gleichgewicht haben. Die Taubheit der Hände kann zu Schwierigkeiten bei feinmotorischen, alltäglichen Aktivitäten führen: Das Zuknöpfen eines Hemdes, das Aufdrehen einer Flasche oder Schreiben wird zur großen Herausforderung. Sind die Füße betroffen, kann dies dazu führen, dass man nicht mehr stabil geht, häufiger das Gleichgewicht verliert oder sogar stürzt. Auch oberflächliche Verletzungen an Händen und Füßen bleiben oft unbemerkt, wenn das Gefühl fehlt: Unversorgte Wunden werden leichter zur Eintrittspforte von Krankheitserregern. Deshalb steigt bei Neuropathien das Risiko für Wundinfektionen.
- Kribbeln in den Beinen: Dieses Gefühl wird häufig von Muskelzucken und unkontrollierten Bewegungen begleitet.
- Muskelzucken: Unwillkürliche Muskelbewegungen treten oft nachts auf und können sehr störend sein. Sind motorische Nervenbahnen betroffen, die Muskeln aktivieren, kommt es unter Umständen zu unwillkürlichem Muskelzucken oder zu Muskelkrämpfen. Andere Betroffene haben keine Kraft mehr in den Armen und Beinen. Die Folge: Man kann schlecht greifen oder tut sich schwer beim Gehen.
- Stechende Schmerzen in den Zehen: Plötzliche, intensive Schmerzempfindungen können den Alltag stark beeinträchtigen.
- Schmerzen unter dem Fuß mittig: Dieses Symptom kann sowohl bei Belastung als auch im Ruhezustand auftreten.
Eine wichtige Aufgabe der Podologinnen ist die Aufklärung der Patientinnen über die möglichen Auswirkungen von Krebs und dessen Behandlung auf die Füße. Podologinnen können auch präventive Maßnahmen empfehlen, um Fußproblemen vorzubeugen. Eine der häufigsten Komplikationen bei Krebspatientinnen ist die Neuropathie, die durch Chemotherapie oder Strahlentherapie verursacht wird. Diese Nervenschäden äußern sich oft zuerst in den Füßen und Zehen. Typische Symptome sind Kribbeln, Brennen, Taubheitsgefühle, Rötungen, Schwellungen und Schmerzen. Diese Missempfindungen beeinträchtigen die Lebensqualität der Betroffenen erheblich und führen unter Umständen zu weiteren Komplikationen wie Stürzen oder Wundinfektionen. Polyneuropathie betrifft vor allem die sensiblen Nerven und führt zu einer verminderten Berührungs-, Temperatur- und Schmerzempfindung. Patient*innen berichten häufig von einem „pelzigen“ Gefühl oder einem „Ameisenlaufen“ in den Füßen und Zehen.
Ursachen von Polyneuropathie
Die Ursachen für Polyneuropathie sind vielfältig und können durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden. Es ist wichtig, diese Symptome ernst zu nehmen und gegebenenfalls ärztlichen Rat einzuholen. Polyneuropathien werden durch eine Vielzahl von Faktoren ausgelöst, die oft sehr individuell sind. Zu den häufigsten Ursachen zählen Diabetes und Alkoholmissbrauch. Darüber hinaus spielt auch ein Vitaminmangel, insbesondere bei B-Vitaminen, eine bedeutende Rolle. Infektionen und toxische Substanzen können ebenfalls die Nerven direkt schädigen und zu den unangenehmen Symptomen führen, die viele Betroffene erleben. Ein weiterer wichtiger Aspekt: Genetische Veranlagungen können das Risiko für Nervenschäden erhöhen. Zudem sind Autoimmunerkrankungen relevante Auslöser von Polyneuropathien. In diesen Fällen greift das Immunsystem manchmal fälschlicherweise die eigenen Nerven an.
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Diagnose von Polyneuropathie in den Füßen
Eine frühzeitige Diagnose ist entscheidend, um die Prognose zu verbessern und geeignete Therapieansätze zu entwickeln. Zu den wichtigen Diagnoseverfahren gehören:
- Neurologische Untersuchungen: Diese ermöglichen es den Ärzten, die Nervenfunktion zu beurteilen und den Betroffenen ein Gefühl von Sicherheit zu geben.
- Bluttests: Sie helfen dabei, mögliche Ursachen wie Vitaminmangel oder Diabetes zu identifizieren. Das stellt für die Betroffenen oft eine Erleichterung dar, da sie wissen, dass es konkrete Ansätze zur Lösung ihrer Probleme gibt.
- Elektrophysiologische Tests: Diese Tests messen die Nervenleitgeschwindigkeit und geben Aufschluss über das Ausmaß der Polyneuropathie. Bei Patienten mit ausgeprägten Neuropathien wird gemessen, wie schnell und wie gut Nerven Reize weiterleiten. Bei Bedarf können Neurologen als ergänzende Untersuchung außerdem die Nervenleitgeschwindigkeit in Armen und Beinen messen. Fachleute bezeichnen diese Untersuchung als Elektroneurografie (ENG). Der behandelnde Arzt erhält dadurch Informationen zum Ausmaß der Schädigung sowie Informationen, welche Strukturen genau geschädigt sind. Bei der Untersuchung legt der Arzt dazu Elektroden an das betroffene Areal an. Nach einer Chemotherapie sind dies bei den meisten Patienten Hände und/oder Füße. Er reizt dann den Nerv, der wichtige Muskeln zum Beispiel in den Fingern steuert. Wenn der leichte Stromstoß erfolgt, ist das möglicherweise kurz unangenehm. Das angeschlossene Messgerät prüft die Zeit, die der Muskel zur Reaktion auf die Stimulation benötigt. Neurologen erkennen daran, ob die Reizweiterleitung an sich beeinträchtigt ist, und konkreter ob Nerven oder ihre Hüllen geschädigt sind. Noch genauer gelingt die Ursachensuche mit dieser Untersuchung: Insbesondere bei Patienten mit Muskelschwächen kann eine Elektromyografie (EMG) zum Einsatz kommen. Damit messen Neurologen die elektrische Aktivität eines Muskels und stellen fest, ob der Muskel selbst erkrankt ist, oder ob der Nerv geschädigt ist, der diesen Muskel mit Informationen versorgt.
- Bildgebende Verfahren: MRT-Scans können strukturelle Schäden an den Nerven sichtbar machen und bieten sowohl dem Arzt als auch dem Patienten Klarheit über die Situation.
Insgesamt ist es entscheidend, dass während des gesamten Diagnoseprozesses eine offene Kommunikation herrscht. Dies fördert nicht nur das Vertrauen zwischen den Betroffenen und den Fachleuten, sondern hilft auch dabei, Ängste abzubauen und gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten.
Weitere Untersuchungen zur Diagnose
- Testung des Vibrationsempfindens: Ob man Vibrationen spürt, testet der Arzt mit einer Stimmgabel. Die Messung der sogenannten Tiefensensibilität und des Vibrationsempfindens gehen schnell und tun nicht weh. Der Arzt verwendet dafür eine Stimmgabel, die er zum Schwingen bringt und auf die Haut setzt. Meist testet er die Empfindungen an der Hand, am Daumengrundgelenk, am Innenknöchel des Fußes und am Großzehengrundgelenk. Als Patient hält man während der Untersuchung die Augen geschlossen und berichtet dem Arzt, ob man die Schwingungen der Stimmgabel wahrnimmt. Ein vermindertes Vibrationsempfinden ist während und kurz nach einer Krebsbehandlung oft ein erster Hinweis auf eine Neuropathie, noch bevor man die Empfindungsstörungen im Alltag wahrnimmt.
- Prüfung von Reflexen: Frühe Anzeichen einer Chemotherapie-bedingten Nervenschädigung sind der Ausfall des Achillessehnenreflexes und ein vermindertes Vibrationsempfindenden. Der Arzt kann verschiedene Muskeleigenreflexe prüfen, wie etwa den Achillessehnenreflex. Dafür klopft er mittels eines Reflexhammers leicht auf die angespannte Achillessehne. Dies ist möglicherweise etwas unangenehm. Ist der Reflex vorhanden, streckt man unwillkürlich den Fuß. Ist der Achillessehnenreflex abgeschwächt oder ganz erloschen, fehlt diese Bewegung. Dies kann auf eine Schädigung peripherer Nerven hinweisen.
- Messen der oberflächlichen Reizwahrnehmung: Ob man an der Körperoberfläche Reize normal wahrnehmen kann, testet der Arzt, indem er das Schmerz-, Temperatur-, Berührungs- und Druckempfinden untersucht. Das Kalt-Warm-Empfinden überprüft er mit kalten Metallgegenständen und normalweise "wärmerem" Plastik. Kann man mit geschlossenen Augen nicht unterscheiden, was der Arzt einem gerade auf die Haut auflegt oder in die Hand drückt, deutet dies ebenfalls auf eine Neuropathie mit eingeschränktem Berührungsempfinden hin. Ob man Schmerzen noch wahrnimmt oder im Gegenteil eine schmerzhafte Überempfindlichkeit entwickelt hat, testet der Arzt an Händen und Füßen mit einem Wattebausch oder einer Nadel. Wenn das noch kitzelt oder piekt, ist das zunächst ein gutes Zeichen. Wenn man selbst leichteste Berührungen aber als unangenehm erlebt, oder wenn man gar nichts spürt, kann dies ebenfalls ein Neuropathie-Zeichen sein.
- Motorik und funktionale Beeinträchtigungen testen: Der Arzt schaut sich an, ob eine Muskelschwäche beim Fuß- und Zehenheber oder Fingerspreizer erkennbar ist. Möglicherweise muss man auch einen Gehtest machen. Der Arzt kann dabei sehen, ob man Schwierigkeiten mit dem Gehen, der Koordination oder dem Gleichgewicht hat.
- Hörtest - Schwerhörigkeit feststellen: Was tun, wenn man klingende Ohrgeräusche hat oder schlechter hört? Dann sollte ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt einen Hörtest durchführen. Mittels der sogenannten Tonschwellen-Audiometrie kann er die Hörschwelle eines Patienten bei jedem Ohr genau bestimmen. Hörverluste im Hochtonbereich, wie sie etwa bei Cisplatin-Gabe vorkommen, lassen sich dadurch frühzeitig erkennen.
Behandlung von Polyneuropathie nach Chemotherapie
Die Behandlung der Polyneuropathie in den Füßen umfasst verschiedene Ansätze, die darauf abzielen, die Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.
Medikamentöse Therapie
- Schmerzmittel: Übliche Schmerzmittel wie etwa Acetysalicylsäure (ASS) helfen bei neuropathischen Schmerzen nicht. Er hat die Möglichkeit, Ihnen wirksame Medikamente, wie Schmerzmittel und / oder entzündungshemmende Arzneimittel zu verordnen.
- Antidepressiva: Dazu zählen beispielsweise die Wirkstoffe Duloxetin, Venlafaxin und Amitryptilin. Hochwertige Studien zeigen: Diese Mittel können teilweise Schmerzen durch Nervenschäden lindern. Duloxetin ist laut einer aktuellen Leitlinie am wirksamsten. Mögliche Nebenwirkungen des Wirkstoffs sind beispielsweise Mundtrockenheit oder Magen-Darm-Beschwerden, wie Durchfall oder Erbrechen. Duloxetin ist in Deutschland gegen Schmerzen bei Nervenschädigungen durch die Zuckerkrankheit und Depressionen zugelassen. Ärzte können den Wirkstoff auch bei Krebs verordnen, die Kostenübernahme sollte aber mit der Krankenversicherung im Vorfeld abgeklärt werden. Venlafaxin kann man laut der Leitlinie ebenfalls erhalten. In Studien wurden bei diesem Medikament stärkere Nebenwirkungen beschrieben. Dazu zählen beispielsweise Übelkeit, Erbrechen und Schwäche. Venlafaxin ist in Deutschland gegen Depression zugelassen. Ärzte können den Wirkstoff auch Krebspatienten mit Nervenschmerzen verordnen, die Kostenübernahme sollte aber mit der Krankenversicherung im Vorfeld abgeklärt werden. Amitriptylin kann laut Leitlinie in Betracht gezogen werden, um Nervenschäden durch Krebsmedikamente zu behandeln. Nebenwirkungen können unter anderem Kopfschmerzen, Mundtrockenheit, Augenprobleme oder Verstopfung sein.
- Antikonvulsiva: Bei Nervenschäden durch eine Chemotherapie kann man auch Mittel erhalten, die eigentlich gegen Krampfanfälle entwickelt wurden. Sie heißen Antikonvulsiva. Dazu zählen beispielsweise Gabapentin und Pregabalin. Ihr Nutzen bei Chemotherapie-bedingten neuropathischen Schmerzen konnte in Studien nicht eindeutig belegt werden. Da es wenige Behandlungsmöglichkeiten gibt, sprechen die Experten der Leitlinie eine schwache Empfehlung für diese Mittel aus. Bei Nervenschmerzen, die eine andere Ursache als eine Chemotherapie haben, haben sich die Medikamente als wirksam erwiesen. Die Mittel können Nebenwirkungen haben, wie Benommenheit, Müdigkeit, Gelenk- und Muskelschmerzen oder Magen-Darm-Beschwerden. Lamotrigin sollte bei Nervenschäden durch eine Chemotherapie nicht eingenommen werden.
- Opioide: Schwache und starke Opioide sind bei der Behandlung neuropathischer Schmerzen wirksam und können bei Chemotherapie-bedingten Nervenschmerzen eingesetzt werden. In Studien zur Überprüfung der Wirksamkeit waren jedoch kaum Teilnehmer, die Nervenschmerzen aufgrund einer Chemotherapie hatten. Nachteile einer Therapie mit Opioiden sind die starken Nebenwirkungen.
- Pflaster und Cremes: Ergänzend stehen Substanzen in Pflastern oder Salben zur Verfügung, die örtlich wirken, zum Teil direkt an den betroffenen Schmerzfasern. Ihr schmerzlindernder Effekt ist jedoch begrenzt. In einer Leitlinie empfehlen Fachleute Betroffenen, bei denen andere Mittel nicht geholfen haben, Pflaster mit Capsaicin 8 Prozent und Lidocain 5 Prozent. Die Pflaster darf man jedoch nur bei trockener und unverletzter Haut anwenden. Bei der Anwendung von Pflastern mit Capsaicin sollte man Unterstützung von medizinischem Fachpersonal bekommen. Eine erste kleine Studie deutet außerdem auf den Nutzen einer Menthol-Creme hin.
- Vitamin-B-Präparate: Ergänzend werden häufig Medikamente verschrieben, die die Nervengesundheit unterstützen, wie z. B. Vitamin-B-Präparate. Eine gute Versorgung mit Vitaminen und Nährstoffen kann die Situation stabilisieren und zumindest eine Verschlechterung bremsen.
Nicht-medikamentöse Therapie
- Physiotherapie: Physiotherapie unterstützt die Beweglichkeit und hilft, Symptome zu reduzieren. Regelmäßige Übungen können helfen, die Muskulatur zu stärken und die Koordination zu verbessern. Physiotherapeutische Maßnahmen können Betroffenen dabei helfen, wieder etwas sicherer beim Gehen zu werden, ihr Gleichgewicht wiederzuerlangen und ihr Sturzrisiko zu senken. Mit seinen Physiotherapeuten kann man besprechen, welche Bewegungsübungen gut geeignet sind.
- Ergotherapie: Manche Betroffenen profitieren auch von Ergotherapie. Bei der Ergotherapie kommen Hilfsmittel wie etwa Fußrollen, Bürsten oder Igelbälle zum Einsatz, oder Patienten gehen etwa durch eine mit Bohnen, Erbsen und Körnern gefüllt Wanne. Auch Schreibtraining gehört dazu. Im Rahmen der Rehabilitation erhalten Patienten zudem Hilfsmittel zum Greifen von Gegenständen. Insgesamt sollen Patienten möglichst ihre manuelle Geschicklichkeit und ihre Beweglichkeit fördern und erhalten, um Aufgaben im Alltag besser bewältigen zu können.
- Elektrotherapie: Bei einer Elektrotherapie werden die Nerven elektrisch stimuliert. Dies kann etwa in Form von Teilbädern mit Gleichstrom von Armen und Unterschenkeln erreicht werden, aber auch durch eine elektrische Stimulation der Haut.
- Bewegungsübungen: In der Leitlinie raten Fachleute zu sogenanntem sensomotorischem Training oder Vibrationstraining. Darunter fallen Gleichgewichts- und Koordinationsübungen: zum Beispiel der Vorfußstand oder Einbeinstand auf einem instabilem Untergrund, etwa einem Luftkissen, einem Kippelbrett oder einer Vibrationsplattform. Ziel ist es, beweglich zu bleiben und die Nervenbeschwerden zu lindern. Auch die Feinmotorik von Händen und Füßen zu trainieren, kann helfen. Das Training sollte zunächst unter Anleitung stattfinden. Man kann sich dann aber auch Übungen zeigen lassen, die man selbst machen kann. Schwierigkeiten beim Gehen? Balanceübungen können helfen. Sie zielen auf den Ausgleich der Probleme und sollen vor allem die Einschränkungen im Alltag abmildern.
- Akupunktur: Als experimentelles Behandlungsverfahren für neuropathische Schmerzen gilt etwa die Akupunktur. Ob Akupunktur gegen neuropathische Schmerzen wirksam ist, ist bislang nicht sicher belegt. Dazu ist weitere Forschung notwendig.
- Training des Nervensystems: Insbesondere die Signalverarbeitung im Gehirn spielt eine Rolle bei den Nervenschmerzen. Sie lässt sich durch bestimmte Trainingsformen trainieren. Das beste Mittel das wir dazu haben ist das Training des Gleichgewichts. Dadurch verbessert sich Ihre Fähigkeit, den Körper wahrnehmen und steuern zu können, also das Körpergefühl. Ihr Körper lernt also, Reize aus den Nerven besser zu verarbeiten. Es ist wichtig zu verstehen, dass durch ein solches Training nicht alle Schmerzen verschwinden, denn die Schäden in den Nerven können durch das Training nicht geheilt werden. Es kommt aber häufig zu einer Besserung der Symptome.
- Massage und Dehnung: Schmerzen aufgrund überlasteter Muskulatur hier können spezielle Massagen und Dehnungen sowie zielgerichtetes Training helfen und die Schmerzen oft wesentlich verbessern. Wenn aufgrund der Polyneuropathie schlechter Gehen können und weniger Kraft haben, dann ist das problematisch für die Muskeln. Aufgrund der Überlastung neigen sie dazu sich zu verspannen oder zu verkrampfen, was unglaubliche Schmerzen verursachen kann. Man nennt solche schmerzenden Muskeln medizinisch das Myofasziale Schmerzsyndrom und es ist die mit Abstand häufigste Ursache von Schmerzen am Bewegungsapparat. Allerdings ist die Behandlung überraschend einfach und jeder kann sie selbst durchführen, wenn man einige wenige Grundlagen darüber weiß.
Hilfsmittel
- Einlagen: Einlagen sind insbesondere bei Diabetikern wirksam. Sie verhindern Fußwunden und das Wiederauftreten solcher Wunden. Speziell angepasste Einlagen unterstützen die Füße und verbessern den Gang. Eine häufige Begleiterscheinung des diabetischen Fußsyndroms ist die Neuropathie, die oft zu einem Verlust des Schmerzempfindens führt. Ein diabetischer Fuß kann verschiedene Ursachen haben, darunter Nervenschädigungen (Polyneuropathie) und Durchblutungsstörungen. Um das Risiko zu mindern, ist eine tägliche Fußkontrolle sowie die Wahl des richtigen Schuhwerks wichtig. Spezielle Einlagen für Diabetiker können die Durchblutung fördern, den Druck auf den Fuß mindern und die Muskulatur unterstützen. Wenn eine Wunde an der Fußsohle liegt, kommen Diabetesschutzschuhe mit einer einfachen Weichpolstereinlage zum Einsatz. Bei anderen Wunden werden diabetesadaptierte Fußbettungen verwendet. Für eine effektive Behandlung von Polyneuropathie sind Neurologen die passenden Fachärzte. Wenn Sie an Polyneuropathie leiden, ist es wichtig, geeignete Hilfsmittel zu verwenden, um Ihre Füße zu schützen. Schutzschuhe wie LucRo von Schein oder Prophylaxe-Schuhe von Varomed sind eine ausgezeichnete Wahl. Ferner sind orthopädische diabetische Einlagen unerlässlich, um sicherzustellen, dass sich keine offenen Wunden entwickeln.
- Schuhe: Die Wahl des richtigen Schuhwerks ist entscheidend, um den Komfort zu erhöhen und das Risiko von Verletzungen zu verringern. Sicher wollen Sie jetzt auch Übungen kennenlernen. Darin finden Sie eine ausführliche Übungsanleitung mit 32 verschiedenen Übungen, sowie ein BitzerPad, mit dem man das Gleichgewicht noch gezielter trainieren kann und einen Übungsball. Da man seine Füße aufgrund der Polyneuropathie nicht mehr so gut spüren kann, nimmt man häufig nicht genau wahr, wenn Schuhe zu eng sind oder nicht richtig passen. Probieren Sie einmal verschiedene Schuhe aus und achten Sie darauf, ob die Schmerzen mit einem bestimmten Modell weniger sind. Leider gibt es nicht "das Modell" das für jeden Polyneuropathiepatienten sinnvoll ist. Tendenziell ist allerdings zu stabilen Schuhen zu raten, die genug Stabilität bieten um Stolpern und Umknicken zu verhindern.
- Rollator und Gehstock: In der Rehatechnik empfehlen wir auch eine klassische Versorgung mit Rollator und Gehstock, um Stürze zu vermeiden. Es ist entscheidend, dass Sie diese Hilfsmittel nutzen, um sicherzustellen, dass Sie Ihre Mobilität und Lebensqualität stehen können trotz Polyneuropathie.
- Hörgeräte: Ist die Einschränkung beim Hören ausgeprägt und anhaltend, kommt die Versorgung mit Hörgeräten infrage.
Lebensstiländerungen
- Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung ist essenziell.
- Bewegung: Regelmäßige Bewegung ist essenziell.
- Alkohol: Der Verzicht auf Alkohol kann positive Effekte haben. Eine erste Maßnahme zur Behandlung ist der Verzicht auf Alkohol, da er nach Diabetes die zweithäufigste Ursache für Polyneuropathie darstellt.
- Stress: Eine Reduzierung von Stress kann ebenfalls positive Effekte haben.
- Sich schützen: Kälte vermeiden: Wer vor a…
Hautpflege bei Neuropathie
- Hautpflege: Pflegen Sie Ihre Hände und Füße mindestens 2x täglich mit harnstoff- (5 %-10 %) oder uridinhaltigen (10 %) Cremes. Beispiele hierfür sind: Eucerin® UreaRepairPlus, Eubos® Urea, Linola® Urea und Mapisal®. Empfehlenswert sind ebenfalls die Pflegesocken und Pflegehandschuhe von MÊME Cosmetics. Die zugesetzen Inhaltsstoffe wie Bio-Aloe-Vera-Gel, Mangobutter und Süßmandelöl schenken Ihrer Haut Feuchtigkeit.
- Behandeln von Problemstellen: Lassen Sie Vorerkrankungen der Haut (Entzündungen, ausgelöst durch Pilze, Bakterien oder Viren), übermäßig verhornte Hautstellen bzw. Fehlstellungen, die zu ungleicher Druckbelastung der Haut führen können, bestenfalls schon vor oder zu Beginn der Chemo behandeln.
- Kleidung: Tragen Sie bequeme Kleidung aus weichen Stoffen. Tragen Sie (wenn möglich) keinen Schmuck.
- Folgendes bitte vermeiden: Heißes Wasser an Händen und Füßen. Längeren Kontakt mit Wasser oder Reinigungsmitteln. Starke Belastungen, wie z.B. Kratzen, Klatschen oder handwerkliche Tätigkeiten. Drehverschlüsse auf Einmachgläsern und Flaschen nicht mit bloßen Händen öffnen.
Empfohlenes Verhalten bei Hautveränderungen
Wichtig zu wissen! Sollten Sie dennoch Veränderungen an Ihren Händen oder Füßen wahrnehmen bzw. spüren, wenden Sie sich bitte vertrauensvoll an Ihren behandelnden Arzt.
Was nutzen Bewegungsübungen, Physiotherapie, Ergotherapie, Elektrotherapie?
Die genannten Verfahren wurden bislang kaum bei Chemotherapie-bedingten Nervenschäden untersucht. Die Empfehlungen beruhen auf Erfahrungen von Fachleuten und auf Studien mit Menschen mit Nervenschäden durch andere Erkrankungen, etwa Diabetes. Aus diesen Arbeiten gibt es Hinweise auf einen Nutzen nicht-medikamentöser Verfahren wie Ergotherapie oder Physiotherapie. Zudem geht man davon aus, dass eine Bewegungstherapie risikoarm ist und auch gegen andere Nebenwirkungen der Krebsbehandlung hilft.
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Umgang mit Hörproblemen und Tinnitus
Gegen Tinnitus, unangenehme Ohrgeräusche, lässt sich bislang nur wenig unternehmen. Fachleute diskutieren, ob ein gezieltes Ablenken hilft: Für Patienten wurden gezielte Programme entwickelt, mit denen das "Nichtwahrnehmen" der Geräusche trainiert und so die Störung reduziert wird.
Hand-Fuß-Syndrom vorbeugen
Die gute Nachricht ist: Es gibt eine ganze Reihe an Maßnahmen, die dem Auftreten des Hand-Fuß-Syndroms vorbeugen bzw. dieses lindern können. Unser Ratschlag: Beginnen können Sie damit bereits vor Beginn der Therapie.
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