Hallux Valgus: Ursachen, Behandlungsmöglichkeiten und operative Variationen

Der Hallux valgus, umgangssprachlich auch als Ballenzeh oder Schiefzehe bezeichnet, ist eine weit verbreitete Fehlstellung der Großzehe, insbesondere bei Frauen. Dabei weicht der große Zeh auffällig zum Fußaußenrand hin ab und verdrängt dort die kleineren Zehen. Diese Fehlstellung kann erhebliche Schmerzen und Bewegungseinschränkungen verursachen und somit die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigen.

Ursachen und Entstehung eines Hallux Valgus

Die Entstehung eines Hallux valgus ist multifaktoriell. Neben einer erblichen Veranlagung spielen vor allem äußere Faktoren eine entscheidende Rolle.

  • Schlecht sitzende Schuhe: Die bei weitem häufigste Ursache für die Ausbildung eines Hallux valgus ist das zu lange Tragen von schlecht sitzenden Schuhen. Diese Schuhe haben meist eine enge und spitze Zehenbox, die die Zehen in eine unnatürliche Stellung presst. In einer Studie der American Foot and Ankle Society wurde festgestellt, dass 88% der amerikanischen Frauen zu enge Schuhe trugen und dass 55% eine Hallux valgus-Fehlstellung hatten.
  • Weitere Ursachen: Ein Hallux valgus kann auch durch Arthrose, rheumatoide Arthritis oder neurologische Grunderkrankungen als sogenannter „sekundärer Hallux valgus“ entstehen.

Die Fehlstellung führt zu einer veränderten Zugrichtung der Sehnen, was die Verlagerung der Großzehe zusätzlich verstärkt. Nicht eine Knochenanlagerung, sondern das herausgetretene Mittelfußköpfchen bildet den Ballen, der am Schuh reibt. Auch die zweite Zehe kann bedrängt, sogar vollkommen von der großen Zehe über- oder unterlappt werden. Durch die Fehlstellung der Großzehe können auch Gelenkknorpelschäden (Arthrose) im Großzehengrundgelenk auftreten. Schließlich kann es zu einer Überlastung der benachbarten Kleinzehen, Gelenke und Mittelfußknochen mit entsprechenden Schmerzen ("Metatarsalgie") kommen.

Symptome und Verlauf

Die Symptome eines Hallux valgus können vielfältig sein. Oftmals bemerken Betroffene zunächst eine Veränderung der Fußform als kosmetischen Aspekt. Im weiteren Verlauf können jedoch folgende Beschwerden auftreten:

  • Schmerzen im Bereich des Ballens: Die Ballen an der Innenseite der Großzehe werden oft schmerzhaft, wenn die Fehlform mit der Zeit zunimmt. Nicht selten entsteht auch eine Schwellung an der Gelenkkapsel der Großzehe, die entzündlich und damit schmerzhaft ist.
  • Verdrängung der übrigen Kleinzehen: Die schiefe Großzehe verdrängt die benachbarten Kleinzehen, woraus eine schmerzhafte Überlastung resultiert. Es können sich Schwielen und Hautirritationen bilden. Auch die Entstehung von Hammerzehen und Krallenzehen wird begünstigt.
  • Erschwertes Tragen von geschlossenem Schuhwerk: Durch die Fehlstellung und den hervorstehenden Ballen kann das Tragen von normalen Schuhen erschwert oder unmöglich sein.

Es verschlimmern sich jedoch längst nicht alle Verläufe beim Hallux valgus. Viele der Beschwerden können auch ohne chirurgischen Eingriff gelöst werden. Allgemein gesagt, braucht ein schmerzfreier Hallux valgus nicht zwingend eine operative Korrektur. Daher wird Ihnen Ihr Arzt/Ärztin bei fehlenden Schmerzen auch keinen „vorbeugenden Eingriff“ empfehlen. Mit der richtigen Behandlung kann die Entstehung eines echten Problems unter Umständen sogar ausbleiben.

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Konservative Behandlungsmöglichkeiten

Die konservativen Behandlungsmöglichkeiten sollen die Fehlstellung in erster Linie eindämmen. In der überwiegenden Mehrzahl der Fälle können Schmerzen beim Hallux valgus einfach dadurch behandelt werden, indem Sie zu passenden Schuhen wechseln. Wichtig ist, dass die Zehen keinen seitlichen Druck erhalten.

  • Passendes Schuhwerk: Kaufen Sie nicht einfach einen Schuh nach der markierten Schuhgröße. Je nach Hersteller und Modell können die Zahlengrößen erheblich voneinander abweichen. Lassen Sie Ihre Fußgröße regelmäßig nachmessen. Füße können mit zunehmendem Alter auch größer werden, bzw. Lassen Sie beide Füße ausmessen. Die meisten Menschen haben einen größeren Fuß. Laufen Sie eine Zeit lang hin und her, damit Sie sicher sind, dass die Schuhe wirklich passen. Bei Hallux valgus ist es wichtig, Schuhe zu wählen, die viel Platz für die Zehen bieten und keinen Druck auf den Hallux valgus ausüben. Schuhe mit breiter Zehenbox und flexibler Sohle sind oft die beste Wahl. Bei Hallux valgus sollten Sie das Tragen von engen, spitzen Schuhen und hohen Absätzen vermeiden, da diese den Druck auf den Zeh erhöhen und die Fehlstellung verschlimmern können.
  • Einlagen: Eine spezielle Abstützung im Schuh bzw. Einlagen sollten auf Basis einer dynamischen Messung gefertigt werden. Als Basis für die Fertigung von Einlagen ist eine dynamische Messung sinnvoll. Der Arzt und Techniker erhalten hier ein genaueres Bild Ihrer Füße. Mittels einer Plattform wird die präzise Fußstellung und die eingeleiteten Druckkräfte sowohl bei statischen als auch bei dynamischen Abläufen erfasst. Somit ist eine exakte Erfassung der Fußreaktionskräfte und der Körperschwerpunkte im Stehen und Gehen möglich. Die Software ermöglicht es, die in Echtzeit dargestellte Fußdruckverteilung für die individuelle Patientenversorgung zu übernehmen.
  • Weitere Hilfsmittel: Verwendung von Hilfsmitteln wie Silikonspreizern oder Nachtlagerungsschienen. Die empfohlene Tragedauer für Zehenspreizer kann variieren, aber viele Fachleute empfehlen, mit kurzen Perioden von etwa 15-30 Minuten zu beginnen und die Tragedauer schrittweise zu erhöhen, je nachdem, wie bequem sie sich anfühlen.
  • Physiotherapie: Physiotherapie, beispielsweise spezielle Varianten wie der Spiraldynamik. Ein bestehender Hallux valgus kann nicht allein durch Training korrigiert werden, aber bestimmte Übungen können dazu beitragen, die Muskulatur zu stärken, die Beweglichkeit zu erhöhen und Schmerzen zu lindern.

Wann ist eine Operation notwendig?

Falls Ihnen die konservative Therapie keine wesentliche Besserung bringt, kann man einen operativen Eingriff in Betracht ziehen. Eine Voraussetzung für eine Operation ist die schmerzhafte Fehlstellung. Nur wenn die Füße im Alltag deutlich weniger belastbar sind, der Hallux valgus bereits schmerzhaft und die Mobilität eingeschränkt ist, ist es medizinisch gerechtfertigt, die Operation zu empfehlen. Die Fehlstellung lässt sich auch durch Schuhwechsel, Einlagenbehandlung oder Fußgymnastik nicht therapieren.

Regelmäßige Schmerzen und spürbare Funktionseinschränkungen rechtfertigen eine Operation und können den Zustand des Betroffenen verbessern. Rein kosmetische Eingriffe sind keine Indikation für eine Operation. Es besteht die Gefahr, dass ein vorher beschwerdefreier Patient nach der Hallux valgus OP monatelang Beschwerden hat. Zudem sollten vorher die konservativen Möglichkeiten ausgeschöpft werden. Bringen Physiotherapie, orthopädische Hilfsmittel und geeignetes Schuhwerk keine Linderung der Beschwerden, ist die Indikation für einen operativen Eingriff gegeben.

Kontraindikationen

Kontraindikationen einer Hallux valgus OP sind arterielle Verschlusserkrankungen und je nach Ausprägung ein diabetischer Fuß, da der Fuß am weitesten vom Herz entfernt liegt und so schlechter durchblutet ist als andere Gliedmaßen oder Organe. Bei einer OP wird der durch eine arterielle Verschlusserkrankung betroffene Fuß dann noch weniger mit Blut und Nährstoffen versorgt. Es kann zu einer Verschlimmerung des Krankheitsbildes kommen.

Die wichtigste Kontraindikation für eine Hallux valgus-Operation ist die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK). Wichtig für die Heilung nach einer Vorfußoperation ist eine gute Durchblutung. Der Fuß ist das am weitesten vom Herzen entfernte Bewegungsorgan. Der Weichteilmantel am schwer belasteten Fuß ist sehr dünn. In diesen Fällen untersuchen die Fußexperten vor der Entscheidung für die Hallux valgus-Operation eingehend den Durchblutungsstatus des Fußes.

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Ziel der Operation

Das Ziel des Eingriffs ist, die Schmerzen zu reduzieren bzw. zu beseitigen und eine Fehlstellung gemäß der anatomischen Vorgaben zu korrigieren. Die primäre Aufgabe einer OP ist nicht die kosmetische, sondern eine funktionelle Korrektur. Ziel aller operativen Maßnahmen ist die anatomische Rezentrierung des Köpfchens des I. Mittelfußknochens über den Sesamoiden. Neben den knöchernden Korrekturen sind hier immer auch entsprechende Weichteileingriffe notwendig. Es gilt auch die das Restrisiko eines erneuten Hallux valgus zu reduzieren.

Operationsmethoden

Ihrem Operateur stehen viele verschiedene Techniken zur Verfügung, die er je nach Schweregrad und Ausgangssituation einsetzen wird. Das gemeinsame Ziel dieser Verfahren ist, das Gelenk zu begradigen, die Funktion zu verbessern, um so Schmerzen zu vermindern. Bei der Wahl der Operationsmethode muss neben dem gesamten Fuß auch die restliche Beinachse berücksichtigt werden. Eventuell müssen zusätzliche gelenkerhaltende Maßnahmen am Knochen durchgeführt werden.

Die Auswahl der geeigneten Hallux valgus-Operationsmethode trifft der Orthopäde in Absprache mit dem Patienten. Ausschlaggebend für die gewählte Operationsmethode ist der Intermetatarsalwinkel, also der Winkel zwischen dem 1. und 2. Mittelfußstrahl. Die Operationsmöglichkeiten beginnen bei leichter Fehlstellung vor dem Großzehengrundgelenk. Eine mittlere Fehlstellung operiert man am Mittelfußknochen (Metatarsalknochen). Bei schwerer Hallux-Fehlstellung erfolgt die Umstellung bzw. Versteifung am Metatarsophalangealgelenk.

Häufig erfolgen Hallux valgus Operationen bei leichten bis mittleren Korrekturen ambulant und minimalinvasiv.

  • Minimalinvasive Operation: Die minimalinvasive Operation ist eine distale Umstellung: Die Großzehe wird also hinter dem Großzehengrundgelenk (körperfern) umgestellt. Die Hallux-OP kommt unter Verwendung gut verträglicher Titanschrauben meist ohne Nachoperation zur Schraubenentfernung aus. Die minimalinvasive Hallux valgus-Operation richtet den schiefstehenden Knochenstrahl mit kleinen Instrumenten, ähnlich zahnärztlichen Werkzeugen, neu aus. In einem weiteren Schritt öffnet der Orthopäde die oft verkürzte Gelenkkapsel durch einen kleinen Schnitt und weitet sie.

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    • Vorteile: Ein minimalinvasiver Eingriff geht mit geringeren Weichteilverletzungen einher, d.h. Muskeln, Sehnen, Gewebe und Bänder werden weniger zerstört und heilen somit auch schneller. Ein weiterer Vorteil ist die sofortige Belastbarkeit des Fußes nach der Operation. In einem angepassten Vorfußbelastungsschuh kann gleich gelaufen werden, da dieser das Abrollen über die operierte Stelle verhindert. Auch die Beweglichkeit ist nach einer minimalinvasiven OP schneller wieder hergestellt, physiotherapeutische Übungen können effektiver durchgeführt werden und man kann sagen, dass der Patient sich dadurch auch generell schneller erholt. Die Heilungsdauer und die postoperative Komplikationsrate sind bei diesem Eingriff - im Vergleich zu offenen Hallux valgus-Operationsmethoden - viel geringer. Gerade älteren Patienten kommt dieser Umstand zugute: Sie sind schneller mobil und sportfähig.
  • Offene Hallux Valgus Chirurgie: Bei der offenen Hallux Valgus Chirurgie wird ein kleiner Hautschnitt über dem betroffenen Gelenk vorgenommen, um Zugang zu den Knochen und Weichteilen zu erhalten. Der Chirurg entfernt den hervorstehenden Teil des Knochens und richtet den Großzeh in die korrekte Position aus. Dabei werden spezielle Schrauben verwendet, um die neuen Knochenstellungen zu fixieren und eine stabile Heilung zu gewährleisten.

    • Magnesiumschrauben: Die verwendeten Implantate sind oft moderne Magnesiumschrauben, die sich langsam und körperverträglich selbst auflösen und durch körpereigenes Material ersetzt werden.

    • Akin-Osteotomie: Wenn der Zehenknochen vor dem Großzehengrundgelenk fehlgestellt ist, kann eine sogenannte Akin-Osteotomie durchgeführt werden. Die Akin-Osteotomie ändert die Richtung des Großzehs durch eine Keilentnahme aus dem Zehenknochen. Dieser wächst dadurch in neuer, gewünschter Richtung wieder zusammen.

  • Chevron-Osteotomie: Bei der Chevron-Osteotomie erfolgt ein v-förmiger Schnitt hinter dem ersten Mittelfußköpfchen. Dann verschiebt der Orthopäde den Knochen nach außen und fixiert ihn stabil mit einer kleinen Titanschraube. Die Chevron-Osteotomie eignet sich für mittelschwere Hallux-Fehlstellungen. Voraussetzung für die Anwendung der Methode ist eine höchstens mittelgradige Arthrose des Großzehengrundgelenks.

  • Scarf-Osteotomie: Die Scarf-Osteotomie betrifft mittelschwere bis schwere Hallux valgus-Fehlstellungen (17° bis über 40°). Der Mittelfußknochen des 1. Zehenstrahls ist nach einem Hautschnitt an der Fußinnenseite sichtbar. Durch eine Osteotomie (Knochenumstellung) wird er z-förmig durchtrennt. Dann fixiert man ihn in einer neuen Richtung mit kleinen Schrauben.

  • Lapidus-Arthrodese: Die Lapidus-Arthrodese kommt bei sehr starker Hallux valgus-Fehlstellung mit gleichzeitiger Arthrose oder Instabilität im Großzehengrundgelenk des 1. Mittelfußstrahles infrage. Bei diesem Verfahren erfolgt eine Fusion des Tarsometatarsalgelenks zwischen dem ersten Mittelfußknochen und dem Fußwurzelknochen.

Weitere Operationstechniken

  • Weichteileingriff nach Mann: Sehnen und Bänder können auf der äußeren Seite zur straff und auf der Gegenseite zu locker sein. Hierdurch entsteht eine Imbalance, die dazu führt, dass die Großzehe nach außen driftet. Diese OP-Technik verlängert bei guten Gelenkverhältnissen und moderater Fehlstellung zu straffes Gewebe und kürzt zu lockere Strukturen.
  • Exostektomie: Hier werden die Knochenvorsprünge (Exostose) und der Ballen entfernt. Dieser Eingriff macht als alleiniger Eingriff nur Sinn, wenn sonst keine wesentliche Fehlstellung der Großzehe vorliegt.
  • Korrekturosteotomie: Ziel der angewandten OP-Verfahren ist eine dreidimensionale, gelenkerhaltende Achskorrektur, kombiniert mit einer entsprechenden Weichteilkorrektur des Großzehengrundgelenkes. Hierbei wird der Knochen an unterschiedlichen Stellen durchtrennt und in korrigierter Stellung wieder z.B. mit Titanschrauben fixiert.
  • Akin-Osteotomie: Liegt eine Fehlstellung zusätzlich im Großzehengrundgelenk vor (sog. Hallux valgus interphalangeus) kann diese in der Regel zu o.g. Verfahren ergänzende Maßnahme indiziert sein: Hierbei handelt es sich um eine gelenknahe Korrektur im Bereich der Basis des Großzehs ohne das Gelenk zu zerstören. Bei der Akin-Osteotomie wird ein Knochenkeil auf der Innenseite entnommen und meist mittels eines stabilen Fadens stabilisiert. Häufig liegen weitere Fehlstellungen z.B. der Zehen vor (Krallenzehen/ Hammerzehen). Diese werden dann in gleicher Sitzung mitbehandelt.
  • Resektionsarthroplastik nach Keller-Brandes: Entfernung des Grundglieds der Zehe mit dem Ziel der Schmerzreduktion oft bei reduzierter Funktionsfähigkeit.

Nachbehandlung

Die Nachbehandlung erfolgt in der Regel mit einem entlasten den Verbandsschuh, welcher eine Belastung des operierten Fußes erlaubt. Dieser Schuh wird für mindestens 4 Wochen getragen. Nach der Hallux valgus OP ist es sehr wichtig, mit einem Verband die achsengerechte Position zu stabilisieren.

Die ersten Entzündungsphasen nach einer Hallux valgus OP dauern bis zu 6 Wochen, je nach individuellem Heilungsverlauf aber bis zu 3 Monaten und länger.

Zur Thromboseprophylaxe sollte der Fuß oft hochgelagert werden, zusätzlich kann Physiotherapie mit Lymphdrainage, Kräftigung und Mobilisation den Heilungsprozess beschleunigen. Fußgymnastik nach Hallux valgus OP ist wichtig! Die Zehe wird nicht eingegipst und kann durch einen Therapeuten bewegt werden.

Nachsorge nach offener Hallux Valgus Operation mit kleinen Hautschnitten

Die Nachsorge einer offenen Hallux Valgus Operation mit kleinen Hautschnitten ist entscheidend für den Erfolg des Eingriffs. Es ist wichtig, die postoperativen Anweisungen sorgfältig zu befolgen, um Komplikationen zu vermeiden und eine schnelle Genesung zu fördern.

  • Schmerzen und Schwellungen: Diese können mit Eispackungen und entzündungshemmenden Schmerzmitteln kontrolliert werden.
  • Physiotherapie: Regelmäßige Physiotherapie hilft, die Beweglichkeit des Zehs wiederherzustellen und die Muskulatur zu stärken. Durch Lymphdrainage kann die Genesung beschleunigt und die Mobilität verbessert werden.

Mögliche Komplikationen

Wenn Sie sich zum Thema Operationen bei Hallux valgus informieren, dann müssen Sie sich im Klaren darüber sein, dass „minimale“ oder „schnelle“ Korrekturen manchmal mehr schaden als nutzen. Erwarten Sie nicht einen perfekten Fuß nach einem operativen Eingriff.

Postoperative Komplikationen reichen von chronischen Schmerzen über Infektionen und andere Entzündungsprozesse (durch das eingesetzte Fixierungsmaterial wie Schrauben) bis zu Stressfrakturen oder Läsionen (bedeutet alle möglichen Formen der Schädigung) durch die Belastungsänderung. Die Schwellung nach einer Hallux valgus OP klingt meist nach 3 Wochen ab. Das Risiko von Wundheilungsstörungen ist am Fuß deutlich höher als bei Operationen näher am Herzen.

Wie bei jedem Eingriff kann es zu Entzündungen, Infektionen sowie Nerven- und Gefäßverletzungen kommen. Bei einer Infektion können Folgeoperationen notwendig werden. Eine Nervenverletzung kann zu einer dauerhaft tauben Stelle am Zeh führen. Seltene Komplikationen sind außerdem, dass sich am Mittelfußknochen Arthrose entwickelt oder Knochengewebe abstirbt (Nekrose).

Da das Bein nach einem Eingriff für einige Tage nur wenig belastet werden kann, ist das Thromboserisiko in dieser Zeit erhöht. Deshalb können Anti-Thrombose-Spritzen verschrieben werden. In den ersten Tagen und Wochen kann der Fuß noch schmerzen. Das legt sich aber meist von selbst. Bis dahin können Schmerzmittel helfen, wie zum Beispiel Paracetamol oder NSAR. Im ersten Jahr nach dem Eingriff schwillt der Fuß zudem leichter an.

Füße sind allgemein recht anfällig für Wundheilungsstörungen. Das liegt daran, dass sie nicht so gut durchblutet sind wie andere Körperteile und beim Gehen regelmäßig belastet werden. Hat man ohnehin schon Durchblutungsstörungen, wie bei einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) oder einem diabetischen Fuß, kann es durch eine Operation zu Wundheilungsstörungen oder einer chronischen Wunde kommen. Deshalb raten Ärztinnen und Ärzte bei solchen Erkrankungen manchmal von einer Operation ab.

Auch Rauchen erhöht das Risiko für Wund- und Knochenheilungsstörungen, da es die Durchblutung des Gewebes verringert.

Erfolgsaussichten

In vielen Studien wurde bestätigt, dass 85-90% der Patienten mit dem Ergebnis ihren Hallux valgus Operation zufrieden waren.

In internationalen Studien zu diesem Thema fühlen sich etwa 80 % der Patienten sehr wohl nach der Operation. Etwa 10-15 % fühlen sich besser als vor der Operation, auch wenn weiterhin Beschwerden bestehen. Nur etwa 5 % aller Patienten in den Studien erfahren keine Besserung.

Es ist wichtig zu beachten, dass nach einem Eingriff sich erneut ein Hallux valgus bilden kann.

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