OPC und Migräne: Wirkung, Anwendung und Wissenswertes

Traubenkernextrakt und OPC (Oligomere Proanthocyanidine) erfreuen sich als pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel großer Beliebtheit, insbesondere aufgrund ihrer antioxidativen Eigenschaften. Untersuchungen deuten auf ein breites Anwendungsspektrum hin, von der Förderung der Herzgesundheit über den Schutz vor Sonneneinstrahlung bis hin zur Verbesserung der Hirnfunktion.

Was sind OPC und MPC?

OPC und MPC sind Abkürzungen für Oligomere bzw. Monomere Proanthocyanidine. Es handelt sich dabei um Überbegriffe für natürliche Antioxidantien bzw. verschiedene sekundäre Pflanzenstoffe aus der Klasse der Polyphenole. „Oligomere“ bedeutet so viel wie „wenige“ und „Monomere“ so viel wie „einzelne“. MPC sind einzelne Flavanole (wie Catechin oder Epicatechin), während OPC aus wenigen miteinander verbundenen Flavanolen zusammengesetzt sind. Wegen der kleineren Größe werden MPC deutlich effizienter im Darm und in den Blutkreislauf aufgenommen - sind also besser bioverfügbar. Da OPC noch besser untersucht sind als MPC, liegt der Fokus des folgenden Beitrags insbesondere auf den positiven Effekten von OPC. Da beide Stoffgruppen jedoch aus den gleichen Bausteinen bestehen, sind deren Wirkmechanismen und gesundheitlichen Effekte in vielen Fällen ähnlich. Zudem enthalten die meisten Traubenkernextrakte zu unterschiedlichen Anteilen sowohl OPC als auch MPC.

Traubenkernextrakt wird aus den Kernen von Weintrauben gewonnen, da diese zusammen mit der Schale die höchste Konzentration an sekundären Pflanzenstoffen aufweisen. Zu diesen gehören die wertvollen Polyphenole, insbesondere die Flavanole, die als OPC und MPC vorliegen. Aus Traubenkernen gewonnene Extrakte enthalten diese Pflanzenstoffe in hochkonzentrierter Form und ermöglichen somit eine einfache und wirksame Einnahme.

Wirkungsweise von OPC und MPC

Die gesundheitsförderliche Wirkung von OPC- und MPC-haltigen Extrakten beruht hauptsächlich auf ihren antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften. Diese Pflanzenstoffe können bei erhöhtem oxidativen Stress oder chronischen Entzündungsprozessen von Nutzen sein. Antioxidantien neutralisieren freie Radikale und schützen den Körper vor oxidativem Stress, der durch Stoffwechselprozesse, psychischen Stress, ungesunde Ernährung oder Umweltfaktoren entstehen kann.

Anwendungsbereiche von OPC

Hautgesundheit

Traubenkernextrakt kann aufgrund seines hohen Gehalts an Antioxidantien vor vorzeitiger Hautalterung schützen. Er wird auch als Bestandteil von Sonnenschutz-Präparaten und zum Schutz vor UV-bedingtem Hautkrebs untersucht. Studien zeigen, dass die Einnahme von OPC die Hautfeuchtigkeit erhöhen und die Bildung von Kollagen und Hyaluronsäure anregen kann, was zu einer Verbesserung der Hautstruktur führt. Zudem scheint die Wundheilung durch OPC-haltige Pflanzenextrakte beschleunigt zu werden.

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Gelenkbeschwerden

Untersuchungen deuten darauf hin, dass OPC auch bei Gelenkbeschwerden hilfreich sein kann.

Herz-Kreislauf-System

Die schützende Wirkung von OPC auf die Gefäße ist besonders bekannt. Das Herz-Kreislauf-System kann auf vielfältige Weise von den sekundären Pflanzenstoffen profitieren. OPC kann zur Gesunderhaltung der Blutgefäße beitragen sowie Bluthochdruck und Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen oder verbessern. Ein möglicher Erklärungsansatz für das französische Paradox (weniger Herz-Kreislauf-Erkrankungen trotz hohem Alkoholkonsum in Frankreich) ist der regelmäßige Rotweinkonsum, dessen Polyphenole wie Resveratrol oder OPC die schädlichen Auswirkungen von Alkohol überlagern könnten. Neben den antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften von OPC ist für diese Beobachtungen wahrscheinlich auch die erhöhte Bildung des wichtigen Stickstoffmonoxids (NO) verantwortlich.

OPC kann das Risiko für Thrombosen senken und die Symptome einer Venenschwäche (Veneninsuffizienz) lindern, bei der der Rückfluss des Blutes aus den Beinen zum Herzen behindert wird.

Haarwachstum

Zell- und Tierstudien liefern erste Hinweise darauf, dass OPC das Haarwachstum anregen kann. Es gibt bereits zahlreiche Erfahrungsberichte, dass auch die Einnahme von OPC-haltigen Extrakten für volleres Haar sorgen soll.

Augengesundheit

Die antioxidativen Effekte von Traubenkernextrakt scheinen sich auch besonders gut auf die Augen auszuwirken. Indem die enthaltenen Pflanzenstoffe die Zellen des Auges vor oxidativem Stress schützen, könnten sie zur Erhaltung der Sehkraft beitragen.

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Darmgesundheit

OPC kann bestimmte Entzündungsbotenstoffe senken und vor oxidativem Stress durch schädliche Nahrungsbestandteile schützen. Diese Effekte wirken sich positiv auf die Darmgesundheit aus und sind vermutlich für einen Teil der positiven Wirkungen von OPC im Allgemeinen verantwortlich. Durch eine verbesserte Darmgesundheit wird bspw. auch das Immunsystem gestärkt.

Allergien

Aufgrund der engen Vernetzung zwischen Darm und Immunsystem sowie der regulativen Wirkung von OPC auf diese Systeme, können OPC auch bei Allergien helfen. Sogar Rotwein zeigt sich aufgrund seines Gehalts an sekundären Pflanzenstoffen aus den Trauben als vielversprechend. Daneben legen weitere Untersuchungen nahe, dass auch Polyphenol-haltige Extrakte aus anderen Pflanzen - z.B. aus Pinienrinde oder Äpfeln - typische Symptome von allergischem Schnupfen reduzieren können.

Krebsprävention

Traubenkernextrakt wird sogar hinsichtlich einer schützenden Funktion vor Krebserkrankungen untersucht. So können die enthaltenen Pflanzenstoffe vermutlich das Wachstum von Krebszellen verhindern oder evtl. auch bestehende Krebszellen absterben lassen. Hinweise aus Zellstudien existieren dabei insbesondere für Darm- und Hautkrebs, aber auch für Lungen-, Brust- oder Blasenkrebs.

PMS und Menstruationsbeschwerden

Zwar existieren bislang keine Untersuchungen zu Traubenkernextrakt bei PMS (Prämenstruelles Syndrom), jedoch aber zu OPC-haltigem Pinienrindenextrakt im Zusammenhang mit Menstruationsbeschwerden. So konnte in einer Studie an 116 Frauen durch die Einnahme eines solchen Extrakts die Verwendung von Schmerzmitteln gesenkt werden.

Hirngesundheit

Traubenkernextrakt zeigt sich auch vielversprechend hinsichtlich der Hirngesundheit und des psychischen Wohlbefindens. Denn oxidativer Stress begünstigt die Alterung des Gehirns und stellt einen Risikofaktor für die Entstehung neurodegenerativer Erkrankungen wie Alzheimer dar. Eine erhöhte Zufuhr von Polyphenolen wird aber auch im Menschen mit positiven Effekten auf kognitive Fähigkeiten wie die Gedächtnisleistung in Verbindung gebracht.

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OPC und Migräne

Wer unter Migräne leidet, wird durch die in unregelmäßigen Abständen auftretenden extremen Kopfschmerzen oftmals sehr in seinem Lebensalltag beeinträchtigt. Die zusätzlichen Symptome wie Schwindel und Übelkeit machen die Migräneattacken für viele Betroffene zu einer unerträglichen Tortur. Leider hat die Wissenschaft bis heute nicht abschließend klären können, woher Migräneattacken kommen. Als Migräne bezeichnet man einen oftmals einseitigen starken Kopfschmerz, der mal bohrend, mal pochend aber immer schubweise daherkommt. Die genauen Hintergründe sowie die konkrete Entstehung und die exakten Abläufe einer Migräne im Gehirn, konnten bis heute nicht abschließend erforscht werden.

Migräneprophylaxe und Behandlung

Bei der Frage, was du gegen Migräne tun kannst, kann es nicht nur darum gehen, was du bei einer akuten Migräneattacke gegen die Symptome tun kannst. Viel mehr ist es grade bei Migränepatienten wichtig, eine zielgerichtete und sinnvolle Migräneprophylaxe vorzunehmen. Darüber hinaus gibt es ein paar Möglichkeiten, die du ergreifen kannst, wenn sich erste Anzeichen einer Migräne bemerkbar machen.

Stressmanagement

Bei vielen Migränepatienten spielt das Thema Stress eine wichtige Rolle, wenn es um die Entstehung von Migräneattacken geht. Egal ob positiver oder negativer Stress - jede Form von Stress kann den Körper schwächen und eine solche Reaktion hervorrufen. Oftmals reicht es schon, mehrmals über den Tag verteilt fünf bis zehn Minuten Pause zu machen und dabei einfach mal die eine oder andere Entspannungsübung auszuprobieren.

Ausreichende Flüssigkeitszufuhr und ausgewogene Ernährung

Das mindestens 2 Liter Flüssigkeit am Tag unerlässlich sind, wenn du mit Migräne zu kämpfen hast, sollte klar sein. Neben ausreichendem Essen muss auch bei der Nahrungsaufnahme die Balance gegeben sein. So sorgt beispielsweise eine ausreichende Versorgung mit Omega 3 Fettsäuren für eine Reduzierung von Entzündungsherden im Körper. Auch die Durchblutung bzw. die normale Herzfunktion wird durch eine ausreichende Aufnahme von Omega 3 Fettsäuren gewährleistet. Im Vergleich dazu wirken Omega 6 Fettsäuren, die wir mit der täglichen Nahrung deutlich häufiger in uns aufnehmen, als Omega 3 Fettsäuren, für Entzündungsherde begünstigend.

Trigger identifizieren und vermeiden

Als einen Trigger bezeichnet man einen Auslöser einer bestimmten Situation. Ein solcher Trigger kann zum Beispiel Koffein sein. Auch Alkohol oder andere Lebensmittel können eben eine Migräneattacke hervorrufen. Wenn du die Gefahr von Migräneattacken so weit wie möglich reduzieren möchtest, solltest du jedes Mal, wenn du eine Migräneattacke überstanden hast, genau notieren, was du am Tag vor der Migräne gegessen, getrunken und getan hast.

Koffein und Fußbad

Koffein fördert die Durchblutung. Das kann die Migräne bereits vertreiben oder zumindest die Symptome stark reduzieren. Hierbei stellst du deine Füße in eine Wanne, die anschließend mit etwa 32 Grad warmen Wasser aufgefüllt wird. In den kommenden 20 Minuten brauchst du jemanden, der dir immer wieder Wasser in die Wanne gießt, und zwar so lange, bis das Wasser insgesamt eine Wärme von 42 Grad erreicht.

Schmerzmittel und Ruhe

Eine echte Migräne lässt sich ohne entsprechende Schmerzmittel kaum sinnvoll überstehen. Das Schmerzmittel deiner Wahl solltest du dabei schon bei den ersten Anzeichen einer Migräneattacke einnehmen. Hat eine Migräneattacke dich einmal in ihrem Griff, solltest du es ganz ruhig angehen lassen. Am besten suchst du einen abgedunkelten Raum auf, schaltest sämtliche Geräuschquellen aus und legst dich hin, um deinem Körper Ruhe zu gönnen. Fakt ist aber auch, dass die Schmerzen bei einer Migräneattacke ohne entsprechende Schmerzmittel unerträglich werden können. Deshalb solltest du, auch um deinem Körper die Möglichkeit zu geben, sich bestmöglich gegen die Migräne zu wehren, wirksame Schmerzmittel in angemessener Menge einnehmen.

Ärztliche Hilfe

Wenn eine Migräneattacke länger als 72 Stunden andauert, solltest du einen Arzt aufsuchen. Es gibt nicht das eine Mittel gegen Migräne - jeder Mensch und jeder Körper ist anders. Demzufolge sind auch die Wirkungen dieser Mittel von Körper zu Körper und von Person zu Person unterschiedlich.

OPC als mögliche Unterstützung bei Migräne

Die antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften von OPC könnten potenziell bei der Vorbeugung und Linderung von Migräne hilfreich sein. Oxidativer Stress und Entzündungen werden als mögliche Faktoren bei der Entstehung von Migräne diskutiert. Durch die Neutralisierung freier Radikale und die Reduzierung von Entzündungsbotenstoffen könnte OPC dazu beitragen, die Häufigkeit und Intensität von Migräneattacken zu verringern.

Allerdings gibt es derzeit keine spezifischen Studien, die die Wirkung von OPC auf Migräne untersucht haben. Daher sind weitere Forschungen erforderlich, um die potenziellen Vorteile von OPC bei Migräne besser zu verstehen.

Lebensmittel mit OPC

MPC und OPC sind im Pflanzenreich weit verbreitet und kommen in unterschiedlichen Lebensmitteln vor. Neben Trauben - insbesondere deren Kernen und Schalen - sowie Rotwein enthalten bspw. auch Äpfel, Beeren, Pflaumen, Birnen, Kirschen und Kakao die wertvollen Pflanzenstoffe. Auch die Schale von Erdnüssen, Mandeln oder Pistazien und Kakao-Produkte enthalten die wertvollen Pflanzenstoffe in nennenswerten Mengen. Zudem enthält grüner Tee die einzelnen OPC-Bausteine - sog. Catechine - vermehrt in freier bzw. nicht-polymerisierter Form.

MPC- oder OPC-Präparat?

Grundsätzlich enthalten viele Extrakte sowohl MPC als auch OPC. Der MPC-Gehalt ist jedoch häufig sehr gering und deshalb nicht ausgewiesen oder gar bestimmt. Unter anderem deshalb sind OPC-Produkte deutlich bekannter. Hier stellt sich die Frage, wann ein MPC- und wann ein OPC-Präparat vorzuziehen ist. Wer Fokus auf eine möglichst hohe Bioverfügbarkeit legt oder empfindlich mit Magen-Darm-Beschwerden auf die Einnahme hoher OPC-Mengen reagiert, kann von der effizienteren Aufnahmerate der kleinen MPC profitieren. Zudem muss weniger Pflanzenextrakt eingenommen werden, um viel „Wirkstoff“ ins Blut aufzunehmen. Wer dagegen den Fokus auf die Verbesserung der Darmgesundheit legt oder ein möglichst breites Spektrum an verschiedenen Pflanzenstoffen aufnehmen möchte, sollte vielmehr zu OPC-Präparaten greifen. Insbesondere OPC-Präparate werden - wie erwähnt - als Komplex aus verschiedenen pflanzlichen Quellen angeboten. Durch ausgewählte Kombinationen - wie Extrakte aus Trauben, Äpfeln und Pinienrinde - kann dabei das volle Spektrum an OPC abgedeckt werden. Diese Vielfalt an Pflanzenstoffen kann sich bspw. positiv auf die Darmflora auswirken.

Kaufkriterien für OPC-Präparate

  • Reinheit und Qualität: Achten Sie auf reine, hochwertige und sichere Rohstoffe sowie eine ausreichende und per HPLC-Analyse nachgewiesene Menge der Wirkstoffe OPC bzw. MPC.
  • Dosierung: Je nach Einsatzzweck können Dosierungen bis zu 500 mg OPC oder ca. 100 mg MPC sinnvoll sein.
  • Rohstoffherkunft: Die Herkunft der Rohstoffe bzw. Pflanzen für die Extrakte ist für viele Menschen aus Transparenzgründen ein wichtiges Kriterium. Traubenkernextrakt sind bspw. häufig aus Frankreich.
  • Zusatzstoffe: Präparate mit pflanzlichen MPC- oder OPC-Extrakten kommen idealerweise vollkommen ohne Zusatzstoffe aus.

Einnahmeempfehlungen

Hinsichtlich Einnahme-Zeitpunkt und Dosierung gibt es bei OPC- und MPC-haltigen Extrakten keine klaren, allgemeingültigen Empfehlungen. Dennoch hat sich die Einnahme zwischen den Mahlzeiten bewährt, also bspw. am Vormittag oder Nachmittag. Empfindlichen Menschen mit sensiblem Magen-Darm-Trakt bekommt die Einnahme direkt zu einer Mahlzeit eventuell am besten. OPC kann gut ergänzend mit Vitamin C eingenommen werden, da die Pflanzenstoffe „verbrauchtes“ Vitamin C regenerieren und damit dessen Verweildauer im Körper erhöhen können. Dabei werden in Studien und auch für die präventive Einnahme meist Dosierungen zwischen 150-300 mg OPC-haltiger Pflanzenextrakte eingenommen. Für den therapeutischen Einsatz können auch höhere Mengen genutzt werden. Bei insbesondere MPC-haltigen Präparaten ist i.d.R. eine geringere Dosierung ausreichend.

Sicherheitshinweise

Traubenkernextrakte mit MPC und OPC gelten im Allgemeinen und in normalen Dosierungen von bis zu 600 mg als sehr sicher und werden in aller Regel gut vertragen. Auch höhere Dosierungen bis zu 2,5 g pro Tag hatten in einer Studie über 4 Wochen keine negativen Auswirkungen. Es traten lediglich wenige Berichte von Kopfschmerzen und Übelkeit auf, bei denen jedoch nicht klar ist, ob sie durch die Einnahme des Extraktes ausgelöst wurden oder andere Ursachen hatten. Menschen mit einer Weintrauben-Allergie sollten auf die Einnahme von Traubenkernextrakten verzichten.

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