Die Parkinson Fonds GmbH engagiert sich umfassend für die Erforschung der Parkinson-Krankheit und die Verbesserung der Versorgung von Patienten. Als gemeinnützige Stiftung finanziert sie Studien und unterstützt Parkinson-Patienten und ihre Familien.
Förderung von Forschungsprojekten
Ein zentraler Aufgabenbereich des Parkinson Fonds ist die finanzielle Unterstützung von Forschungsprojekten, die sich mit der Parkinson-Krankheit auseinandersetzen. Dabei setzt die Stiftung auf innovative Ansätze und die Zusammenarbeit von erfahrenen Parkinson-Ärzten und Grundlagenforschern.
INSPIRE-PNRM+ Projekt in Mainz
Ein Beispiel für ein gefördertes Projekt ist INSPIRE-PNRM+ (INterdiSziPlinäre und InteRsektorale telemedizinische Evaluation, Koordination und Behandlung im ParkinsonNetz RheinMain+), das von der Universitätsmedizin Mainz geleitet wird. Ziel des Projekts ist es, eine optimierte und bedarfsgerechte Behandlung von Menschen mit Parkinson zu etablieren.
Die neuartige Versorgungsform umfasst drei Komponenten:
- Speziell ausgebildete Pflegefachpersonen (Advanced Practice Nurses, APNs): Diese Pflegefachpersonen mit Masterabschluss stellen sicher, dass die Patient:innen bedarfsorientiert betreut werden und koordinieren die Behandlungsmaßnahmen.
- Interdisziplinäres und transsektorales Netzwerk: Das Netzwerk ermöglicht eine enge Zusammenarbeit zwischen ärztlichem, therapeutischem und pflegerischem Personal.
- Telemedizinische Plattform: Die Plattform unterstützt die Kommunikation zwischen den Beteiligten und ermöglicht eine stetige Evaluation und Anpassung des Behandlungsplans.
Kognitives Gruppentraining
Ein weiteres vielversprechendes Forschungsprojekt, das vom Parkinson Fonds Deutschland unterstützt wurde, ist ein kognitives Gruppentraining für Parkinson-Patienten mit milden kognitiven Beeinträchtigungen. Die Ergebnisse der Studie zeigten, dass die Patienten, die an dem kognitiven Gruppentraining teilnahmen, eine deutliche Verbesserung ihrer Handlungskontrolle zeigten.
Lesen Sie auch: Parkinson-Medikamente: Was Sie beachten müssen
Unterstützung von Parkinson-Patienten und ihren Familien
Neben der Förderung von Forschungsprojekten engagiert sich der Parkinson Fonds auch für die direkte Unterstützung von Parkinson-Patienten und ihren Familien. Da die Krankheit oft erst spät diagnostiziert wird, hat es sich die Stiftung zur Aufgabe gemacht, über die Krankheit aufzuklären und Betroffenen und ihren Angehörigen Hilfestellung zu bieten.
Tipps für den Umgang mit der Parkinson-Krankheit
- Sammeln Sie Informationen über die Krankheit.
- Denken Sie zuerst an sich und stellen Sie die eigenen Bedürfnisse in den Vordergrund.
- Ruhen Sie aus, wenn Sie müde sind.
- Tun Sie Dinge, die für Sie und Ihre Familie wichtig sind.
- Trauen Sie sich 'nein' zu sagen und fühlen Sie sich nicht schuldig.
- Beginnen Sie jeweils mit nur einer Aufgabe zur gleichen Zeit.
- Teilen Sie die Aktivitäten in kleine Schritte auf und bitten Sie andere, bei schwierigen Aufgaben zu helfen.
- Kalkulieren Sie zusätzliche Zeit ein, um alles erledigen zu können.
- Planen Sie Aktivitäten um die Zeit ein, wo Ihre Medikamente am besten wirken.
- Werden Sie sich bewusst, dass alles etwas länger dauert, wenn Sie die Parkinson-Krankheit haben.
- Übungen verzögern die Symptome der Parkinson-Krankheit nicht, sondern können Ihnen dabei helfen, den vollständigen Gebrauch der Möglichkeiten, die Sie noch haben, zu nutzen und die Lebensqualität zu verbessern.
Zusammenarbeit und Vernetzung
Die Parkinson Fonds GmbH legt großen Wert auf die Zusammenarbeit und Vernetzung von verschiedenen Akteuren im Bereich der Parkinson-Forschung und -Versorgung. Sie kooperiert mit Universitäten, Kliniken, Forschungseinrichtungen, Patientenorganisationen und anderen Stiftungen.
Deutsche Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen (DPG)
Eine wichtige Partnerorganisation ist die Deutsche Gesellschaft für Parkinson und Bewegungsstörungen (DPG). Die DPG fördert die Forschung auf dem Gebiet der Parkinson-Erkrankung und verbessert die Versorgung der Patienten. Sie organisiert Kongresse und Veranstaltungen, vergibt Preise für junge Wissenschaftler und Forscher und setzt sich für die Interessen von Parkinson-Patienten ein.
Parkinsonnetz RheinMain+
Das Parkinsonnetz RheinMain+ ist ein weiteres Beispiel für ein erfolgreiches Netzwerk, das die Versorgung von Parkinson-Patienten verbessern soll. Das Netzwerk umfasst verschiedene Akteure aus dem Gesundheitswesen, darunter Ärzte, Pflegefachkräfte, Therapeuten und Patientenorganisationen.
Weitere durch den Versorgungssicherungsfonds geförderte Projekte
Der Versorgungssicherungsfonds fördert eine Vielzahl von Projekten in Schleswig-Holstein, die darauf abzielen, die medizinische Versorgung der Bevölkerung zu verbessern. Einige Beispiele sind:
Lesen Sie auch: Die Stadien der Parkinson-Krankheit erklärt
- QuaMaDi: Sukzessive Einbindung von KI-gestützter Befundung in den QuaMaDi-Routinebetrieb der teilnehmenden radiologischen Praxen und der vier Referenzzentren in SH.
- Beyond Expediency: Weiterentwicklung des Standardprogramms für den Krankenhausbau zu einem Planungs- und Qualitätskompass für die zukünftige Gestaltung der Krankenhausinfrastruktur in Schleswig-Holstein.
- MZEB am UKSH, Campus Lübeck: Anschubfinanzierung zur Etablierung des MZEB am UKSH, Campus Lübeck, um frühzeitig eine adäquate medizinische Versorgung von Erwachsenen mit Behinderungen in Schleswig-Holstein bzw. im Einzugsgebiet des MZEB sicherzustellen.
- Online-Plattform zur Behandlung von Arthrosepatienten: Etablierung eines strukturierten Programms zur Behandlung von Arthrosepatienten und Athrosepatientinnen (Hüft- und Kniearthrose) mittels einer Bewegungstherapie und die Bereitstellung dieser Therapie über eine Online-Plattform.
- Niedrigschwelliges Versorgungsangebot für Migräne-PatientInnen: Schaffung eines niedrigschwelligen Versorgungsangebots für Migräne-PatientInnen, um die Kopfschmerzhäufigkeit zu reduzieren und die Selbstwirksamkeit zu erhöhen.
- Sektorenübergreifende Koordinierungsstelle für Peritonealdialysen: Aufbau einer sektorenübergreifenden Koordinierungsstelle für Peritonealdialysen, um die Versorgungsstrukturen auf die Herausforderungen der Zukunft vorzubereiten.
- Qualitätssteigerung der fachärztlichen Weiterbildung in der Pädiatrie in Schleswig-Holstein: Nachhaltige Qualitätssteigerung der fachärztlichen Weiterbildung in der Pädiatrie in Schleswig-Holstein durch die verbindliche Einführung und flächendeckende Ausweitung der erprobten Standards für die Weiterbildung im ambulanten Bereich.
- Integriertes Versorgungskonzept für Helgoland: Entwicklung und Umsetzung eines integrierten Versorgungskonzepts zur Überwindung der Sektorengrenzen und Nutzung von Synergieeffekten auf Helgoland.
- Medizinisches Versorgungszentrum in Neumünster: Entstehung eines neuen medizinischen Versorgungszentrums in Trägerschaft des Medizinischen Praxisnetzes Neumünster in Neumünster.
- Zentrale Koordinierungsstelle für die Hebammenversorgung in Schleswig-Holstein: Schaffung einer zentralen Koordinierungsstelle für die Hebammenversorgung in Schleswig-Holstein an der Universität zu Lübeck.
- Ausbildung von Gesprächsbegleiterinnen und -begleitern zur Vorausplanung von Behandlungsentscheidungen (Advance Care Planning): Ausbildung von qualifizierten Gesprächsbegleiterinnen und -begleitern zur Vorausplanung von Behandlungsentscheidungen (Advance Care Planning).
- Zentrale niedrigschwellige Anlauf- und Informationsstelle für die Angebote des KIELER FENSTERS: Aufbau einer zentralen niedrigschwelligen Anlauf- und Informationsstelle für die Angebote des KIELER FENSTERS.
- Ausweitung der Telemedizin im ländlichen Raum: Ausweitung der Telemedizin auf asynchrone Verfahren sowie die Einbeziehung weiterer Fachdisziplinen, z.B. Rheumatologie.
- Schmerztherapie für Berufstätige und pflegende Angehörige: Etablierung und Evaluation eines Angebots für Schmerztherapie für die bisher schwer erreichbare Zielgruppe der Berufstätigen und Personen, die die Betreuung oder Pflege Angehöriger übernehmen.
- Online-Angebot zur Verbesserung der Versorgung von Menschen mit Epilepsie in SH: Schaffung eines niedrigschwelligen und für alle Altersgruppen zugänglichen Online-Angebots, um die Versorgung von Menschen mit Epilepsie in SH zu verbessern.
- Heart-Failure-Netzwerk NORD: Aufbau eines Heart-Failure-Netzwerks NORD unter Einsatz einer digitalen, unterstützenden Lösung zwischen Facharztpraxen, kooperierenden Klinik und kooperierenden Hausärzten.
- Sektorenübergreifende Versorgung von ehemals im Kinder-, Jugend- und jungen Erwachsenenalter an Krebs Erkrankten: Etablierung einer besseren und sektorenübergreifenden Versorgung der ehemals im Kinder-, Jugend- und jungen Erwachsenenalter an Krebs Erkrankten.
- „Letzte Hilfe professionell“-Kurse: Erweiterte Kurse für Beschäftigte im Gesundheitswesen, um ein besseres Verständnis für die Bedürfnisse der Patienten in der letzten Lebensphase zu entwickeln.
- Digitale Organisationsstruktur für die sektorenübergreifende Zusammenarbeit bei OP und Eingriffsräumen: Schaffung einer digitalen Organisationsstruktur für die sektorenübergreifende Zusammenarbeit, welche vor allem der Patientensicherheit dient sowie den hohen Anforderungen an den Datenschutz gerecht wird.
- Innovative Diagnostik für COPD-Patienten in der Häuslichkeit: Ermöglichung einer bedarfsgerechten und adäquaten Versorgung von COPD-Patienten in der Häuslichkeit durch den Einsatz innovativer Diagnostik.
- Autonome ambulante Pflegeteams: Entwicklung autonomer ambulanten Pflegeteams am Standort Heide, in dem die Pflegekräfte selbst alle Aufgaben steuern und koordinieren.
Publikationen von Frau Prof. Dr. Tezcan-Güntekin
Frau Prof. Dr. Tezcan-Güntekin hat zahlreiche Publikationen zu den Themen Migration, Diversität und Gesundheit veröffentlicht. Einige ausgewählte Publikationen sind:
- Lotysh, A., Tezcan-Güntekin, H., Kalinowski, O., Kaya, G., Kroehn-Liedtke, F., Mihaylova, H., Schouler-Ocak, M., Rössler, W. (2025): An explorative qualitative study of barriers to the use of health and mental health services among migrant female sex workers in Germany and needs for action. Front Public Health.
- Tezcan-Güntekin, H., Bird, R., Aslan, S., Kul, Y., Azman, Ö., Aykac, V., Klammt, B., Aslan, M., Özer-Erdogdu, I. (2024): Continuities and discontinuities in pharmaceutical treatment and medication use among older chronically ill patients of Turkish descent in Germany: a qualitative structuring content analysis. In: Frontiers in Public Health.
- Gencer, H., Brunnett, R., Staiger, T., Tezcan-Güntekin, H., Pöge, K. (2024): Caring is not always sharing: A scoping review exploring how COVID-19 containment measures have impacted unpaid care work and mental health among women and men in Europe. PLOS ONE
- Yilmaz-Aslan Y, Annac K, Aksakal T, Yilmaz H, Merz S, Wahidie D, Razum O, Brzoska P, Tezcan-Güntekin H. (2024): What Self-Management Skills Do Turkish Caregivers Have in Caring for People with Dementia? Results of a Qualitative Survey. Healthcare (Basel).
- Annac, K., Basyigit, M., Öztürk, S., Örs, E., Aksakal, T., Kuhn, C., Rutenkröger, A., Tezcan-Güntekin, H., Yilmaz-Aslan, Y. and Brzoska, P. (2024), Diversity-On: A Diversity-Sensitive Online Self-Help Program for Family Caregivers-A Protocol for a Mixed Methods Study. J Adv Nurs.
- Nassal, T., Tezcan-Güntekin, H. (2024): Critical self-reflection on racism by hospital physicians in large German cities. A qualitative reconstructive study using episodic interviews. In: Journal of Racial and Ethnic Health Disparities
- Merz S, Aksakal T, Hibtay A, Yücesoy H, Fieselmann J, Annaç K, Yılmaz-Aslan Y, Brzoska P, Tezcan-Güntekin H. (2024): Racism against healthcare users in inpatient care: a scoping review. Int J Equity Health.
- Naef, A.N., Felsenheimer, A., Klawunn, R., Fischbock, N., Tezcan-Güntekin, H., Amelung, V. (2024): Digitale Interventionen zur Förderung der Gesundheitskompetenz: ein Vergleich der Perspektiven von Jugendlichen mit Typ-1-Diabetes und Ärzt:innen. Präv Gesundheitsf.
- Annac, K., Basyigit, M., Öztürk, S., Örs, E., Aksakal, T., Kuhn, C., Rutenkröger, A., Tezcan-Güntekin, H., Yilmaz-Aslan, Y., Brzoska, P. Amelung, V.E. (2024): Digital interventions for adolescents with type 1 diabetes to promote health literacy? A qualitative study on physicians’ perspective in Germany: BMJ Public Health
Lesen Sie auch: Überblick zur Dopamin-Erhöhung bei Parkinson