Parkinson, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Galle: Ursachen und Behandlungen

Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Gallenprobleme können belastende Symptome sein, die verschiedene Ursachen haben können, einschließlich neurologischer Erkrankungen wie Parkinson. Dieser Artikel beleuchtet die potenziellen Zusammenhänge zwischen diesen Symptomen und Parkinson, untersucht andere mögliche Ursachen und gibt einen Überblick über Behandlungsansätze.

Ursachen von Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Gallenproblemen

Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen sind unspezifische Symptome, die durch eine Vielzahl von Faktoren ausgelöst werden können, darunter:

  • Gastrointestinale Ursachen: Refluxkrankheit, Divertikel, Magenentleerungsstörungen, Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre, akute und chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung, Bauchspeicheldrüsenkrebs.
  • Medikamente: Insbesondere solche, die bei Parkinson eingesetzt werden, können Übelkeit und Appetitlosigkeit verursachen. Chemotherapien können ebenfalls diese Symptome auslösen.
  • Infektionen: Virale oder bakterielle Infektionen des Magen-Darm-Trakts.
  • Neurologische Erkrankungen: Parkinson, aber auch andere neurologische Erkrankungen können die Magen-Darm-Funktion beeinträchtigen.
  • Psychische Faktoren: Stress, Angst und Depressionen können sich auf den Appetit und die Verdauung auswirken.
  • Andere Ursachen: Stoffwechselstörungen, Lebererkrankungen, Nierenerkrankungen.

Parkinson und seine Auswirkungen auf den Magen-Darm-Trakt

Die Parkinson-Krankheit ist eine neurodegenerative Erkrankung, die hauptsächlich die motorischen Fähigkeiten beeinträchtigt. Zu den Hauptsymptomen gehören Muskelstarre (Rigor), verlangsamte Bewegungen (Bradykinese), Zittern (Tremor) und instabile Körperhaltung. Allerdings können auch nicht-motorische Symptome auftreten, die den Magen-Darm-Trakt betreffen.

  • Verlangsamte Magenentleerung: Parkinson kann die Muskeln in den Magenwänden schwächen oder träge machen, was zu einer verzögerten Entleerung des Magens in den Zwölffingerdarm führt. Dies kann Völlegefühl, Übelkeit und Erbrechen verursachen.
  • Schluckstörungen: Die Bewegungsstörungen bei Parkinson können auch das Schlucken beeinträchtigen, was zu Schwierigkeiten beim Essen und Trinken führen kann.
  • Verstopfung: Eine weitere häufige gastrointestinale Beschwerde bei Parkinson-Patienten ist Verstopfung, die durch eine verlangsamte Darmbewegung verursacht werden kann.
  • Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust: Die Kombination aus Übelkeit, Schluckstörungen und Verstopfung kann zu Appetitlosigkeit und ungewolltem Gewichtsverlust führen.
  • Autonome Funktionsstörungen: Parkinson kann auch das autonome Nervensystem beeinträchtigen, das die unwillkürlichen Körperfunktionen steuert, einschließlich der Verdauung. Dies kann zu einer Vielzahl von gastrointestinalen Problemen führen.

Gallenprobleme

Obwohl Gallenprobleme nicht direkt mit Parkinson in Verbindung stehen, können sie als Begleiterscheinung von Verdauungsstörungen auftreten. Gallensteine können den Gallengang verstopfen und zu Entzündungen der Gallenblase (Cholezystitis) führen, was Übelkeit, Erbrechen und Schmerzen im Oberbauch verursacht.

Diagnostische Verfahren

Bei der Abklärung von Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Gallenproblemen kommen verschiedene diagnostische Verfahren zum Einsatz:

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  • Anamnese und körperliche Untersuchung: Der Arzt wird zunächst die Krankengeschichte erheben und eine körperliche Untersuchung durchführen, um mögliche Ursachen einzugrenzen.
  • Blutuntersuchungen: Blutuntersuchungen können Hinweise auf Infektionen, Stoffwechselstörungen, Leber- oder Nierenerkrankungen liefern. Bei Verdacht auf Bauchspeicheldrüsenkrebs können Tumormarker bestimmt werden.
  • Magenspiegelung (Gastroskopie): Eine Magenspiegelung ermöglicht die Beurteilung der Speiseröhre, des Magens und des Zwölffingerdarms. Dabei können Entzündungen, Geschwüre oder Tumore erkannt und Gewebeproben entnommen werden.
  • Darmspiegelung (Koloskopie): Eine Darmspiegelung dient der Untersuchung des Dickdarms und kann bei Verstopfung oder anderen Darmbeschwerden durchgeführt werden.
  • Ultraschalluntersuchung: Eine Ultraschalluntersuchung des Oberbauchs kann Gallensteine oder andere Gallenprobleme erkennen.
  • Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT): Diese bildgebenden Verfahren können detailliertere Informationen über die Bauchorgane liefern und Tumore oder andere Anomalien aufdecken.
  • Szintigraphie: Bei Verdacht auf eine Magenentleerungsstörung kann eine Szintigraphie durchgeführt werden, um die Geschwindigkeit der Magenentleerung zu messen.
  • pH-Metrie und Impedanzmessung: Diese Untersuchungen werden bei Refluxbeschwerden eingesetzt, um den Säuregehalt und den Rückfluss von Mageninhalt in die Speiseröhre zu messen.
  • Speiseröhren-Manometrie: Diese Untersuchung misst die Druckverhältnisse in der Speiseröhre und kann bei Schluckbeschwerden durchgeführt werden.

Behandlungsansätze

Die Behandlung von Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Gallenproblemen richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache.

  • Behandlung der Grunderkrankung: Bei Parkinson ist es wichtig, die Parkinson-Symptome optimal zu behandeln, um die Magen-Darm-Funktion zu verbessern. Dies kann durch Medikamente, Physiotherapie und andere unterstützende Maßnahmen erfolgen.
  • Medikamentöse Therapie:
    • Antiemetika: Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen.
    • Prokinetika: Medikamente, die die Magenentleerung beschleunigen.
    • Säureblocker: Medikamente, die die Magensäureproduktion reduzieren (z. B. Protonenpumpenhemmer).
    • Enzympräparate: Bei Bauchspeicheldrüseninsuffizienz können Enzympräparate die Verdauung unterstützen.
  • Ernährungstherapie:
    • Leichte, leicht verdauliche Kost: Kleine, häufige Mahlzeiten, die leicht verdaulich sind, können Übelkeit reduzieren.
    • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Dehydration kann Übelkeit und Verstopfung verschlimmern.
    • Ballaststoffreiche Ernährung: Ballaststoffe können bei Verstopfung helfen.
    • Individuelle Anpassung: Die Ernährung sollte an die individuellen Bedürfnisse und Vorlieben angepasst werden. Eine Ernährungsberatung kann hilfreich sein.
  • Operative Eingriffe:
    • Fundoplicatio: Bei schwerer Refluxkrankheit kann eine Operation (Fundoplicatio) durchgeführt werden, um die Ventilfunktion zwischen Speiseröhre und Magen zu verbessern.
    • Entfernung der Gallenblase (Cholezystektomie): Bei Gallensteinen oder Gallenblasenentzündung kann eine Entfernung der Gallenblase erforderlich sein.
    • Spaltung von Divertikeln: Divertikel in der Speiseröhre können operativ gespalten werden, um Komplikationen zu vermeiden.
  • Andere Therapien:
    • Logopädie: Bei Schluckstörungen kann eine logopädische Behandlung helfen.
    • Physiotherapie: Physiotherapie kann die Beweglichkeit und Körperhaltung verbessern, was sich positiv auf die Verdauung auswirken kann.
    • Psychotherapie: Bei psychischen Faktoren wie Stress, Angst oder Depressionen kann eine Psychotherapie hilfreich sein.

Spezifische Behandlungen bei Parkinson

Bei Parkinson-Patienten mit gastrointestinalen Beschwerden ist es wichtig, die Parkinson-Medikation zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen, da einige Medikamente Übelkeit und Appetitlosigkeit verursachen können. In einigen Fällen kann eine tiefe Hirnstimulation (THS) in Erwägung gezogen werden, um die motorischen und nicht-motorischen Symptome von Parkinson zu verbessern.

Bauchspeicheldrüsenkrebs

Es ist wichtig zu beachten, dass Bauchspeicheldrüsenkrebs eine seltene, aber ernste Ursache für Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen und Oberbauchschmerzen sein kann. Da Bauchspeicheldrüsenkrebs oft erst in einem fortgeschrittenen Stadium erkannt wird, ist eine frühzeitige Diagnose entscheidend. Bei anhaltenden oder unerklärlichen Symptomen sollte daher umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre

Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre sind tiefe Wunden in der Schleimhaut des Magens und/oder des Zwölffingerdarms. Symptome können unspezifisch sein, aber bei Verdacht auf ein Magen-Darm-Geschwür wird zunächst im Patientengespräch erfragt, wo und in welchen Situationen die Beschwerden auftreten. Wichtig ist zu klären, ob der Patient regelmäßig Medikamente einnimmt, die zur Gruppe der NSAR gehören. Die Spiegelung von Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm - der komplette Fachausdruck lautet Ösophagogastroduodenoskopie (ÖGD) - ist der Goldstandard in der Diagnostik gastroduodenaler Erkrankungen.

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