Die Parkinson-Selbsthilfegruppe Wesel und Umgebung bietet Betroffenen und ihren Angehörigen eine wichtige Plattform für Austausch, Information und gegenseitige Unterstützung im Umgang mit der Parkinson-Krankheit.
Parkinson: Eine Herausforderung für Betroffene und Angehörige
Die Parkinson-Krankheit ist eine fortschreitende neurologische Erkrankung, die durch den Verlust von Nervenzellen im Gehirn verursacht wird. Dies führt zu einer Vielzahl von Symptomen, darunter Zittern, Muskelsteifheit, verlangsamte Bewegungen und Gleichgewichtsstörungen. Die Erkrankung kann das tägliche Leben der Betroffenen erheblich beeinträchtigen und stellt auch für ihre Angehörigen eine große Herausforderung dar.
Mehr als 400.000 Menschen sollen allein in Deutschland unter der degenerativen Hirnerkrankung leiden, die das symptomatische Zittern erzeugt, Tendenz steigend. Viele dieser Patienten gäben auf, sagt Detlev Friedriszik im Gespräch mit der Redaktion. „Sie verlieren ihren Lebensmut und ziehen sich aus der Gesellschaft zurück.“
Die Parkinson-Selbsthilfegruppe Wesel: Ein Ort der Unterstützung
Die Parkinson-Selbsthilfegruppe Wesel und Umgebung hat sich zum Ziel gesetzt, Betroffenen und ihren Angehörigen einen Ort der Unterstützung und des Austauschs zu bieten. Hier können sie sich mit anderen Betroffenen austauschen, Erfahrungen teilen, Informationen erhalten und gemeinsam Strategien entwickeln, um mit der Krankheit besser umzugehen.
Aktivitäten und Angebote der Selbsthilfegruppe
Die Parkinson-Selbsthilfegruppe Wesel bietet eine Vielzahl von Aktivitäten und Angeboten für ihre Mitglieder, darunter:
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- Regelmäßige Treffen: Die Gruppe trifft sich regelmäßig, um sich auszutauschen, Erfahrungen zu teilen und sich gegenseitig zu unterstützen.
- Vorträge und Informationsveranstaltungen: Experten werden eingeladen, um über verschiedene Aspekte der Parkinson-Krankheit zu informieren, wie z.B. Therapiemöglichkeiten, Ernährung und Bewegung.
- Gemeinsame Aktivitäten: Die Gruppe unternimmt gemeinsame Aktivitäten wie Ausflüge, Wanderungen und sportliche Aktivitäten, um die Gemeinschaft zu stärken und die Lebensqualität der Mitglieder zu verbessern.
- Bewegung und Sport: Sport und Bewegung generell seien gut gegen einen rapideren Verlauf, so Friedriszik weiter, der ständig auf der Suche nach neuen Lösungsansätzen ist, um Parkinson einzudämmen. Begonnen hat es mit den Smovey-Ringen, hantelähnliche Schwung- und Vibrationsringe, die Patienten dabei helfen können, mobiler zu sein und den Krankheitsverlauf zu drosseln und die Detlev Friedriszik in Österreich entdeckt hat.
- Unterstützung bei der Krankheitsbewältigung: Die Gruppe bietet Unterstützung bei der Krankheitsbewältigung und hilft den Mitgliedern, mit den Herausforderungen der Parkinson-Krankheit umzugehen.
JUPA: Junge Parkinson-Erkrankte unter sich
Speziell für jüngere Parkinson-Erkrankte (unter 60 Jahre) gibt es die JUPA-Gruppe (Junge Parkinson-Erkrankte), die sich vor einigen Jahren gegründet hat. Auch hier stehen regelmäßiger Austausch und Erfahrungsberichte auf der Tagesordnung.
Die JUPA Parkinson-Selbsthilfegruppe der Kreise Kleve, Wesel und Borken traf sich zu einem gemeinsamen Ausflug. Beim Begriff JUPA assoziiert der ein oder andere sicherlich etwas anderes. In diesem Fall steht JUPA für Junge Parkinson-Erkrankte (unter 60 Jahre), die sich vor eineinhalb Jahren gemeinsam mit ihren Angehörigen zu einer Selbsthilfegruppe rund um Andrea Köster formiert haben. Regelmäßiger Austausch und Erfahrungsberichte stehen hier immer auf der Tagesordnung. Bereits im April diesen Jahres traf sich die Gruppe im Augustakrankenhaus in Anholt, einer Spezialklinik für Parkinsonerkrankungen. Dort hielt Dr. Anfang September traf sich nun ein Teil der Gruppe zu einer geselligen Fahrradtour durch die Dingdener Heide. Bei sonnigem Wetter wurde die blühende Heide bewundert und zwei Aussichtspunkte bestiegen. Zum Abschluss traf sich die Gruppe in der Waldschänke um den Tag in geselliger Runde ausklingen zu lassen.
Das siebenjährige Bestehen der Selbsthilfegruppe
Die Parkinson-Selbsthilfegruppe der Kreise Kleve, Wesel und Borken hat sich zum siebenjährigen Bestehen in Haldern getroffen. Andrea Köster aus Haldern nahm ihren Mut zusammen, machte ihre Krankheit öffentlich und scharte einige weitere Betroffene um sich. Damit war die Parkinson-Selbsthilfegruppe der Kreise Kleve, Wesel und Borken gegründet. Die Gruppe trifft sich seitdem etwa alle acht Wochen. Aus einem anfänglich lockeren Beisammensein hat sich eine gefestigte Gruppe von knapp 30 Mitgliedern entwickelt. Regelmäßiger Austausch und wertvolle Erfahrungsberichte stehen hier immer auf der Tagesordnung. Auch wenn die Krankheit im Vordergrund steht, sind es in der Regel gesellige Treffen. Gesprächskreise, Infoabende, Fahrradtouren, Kaffeetrinken, Weckmannessen, aber auch gemeinsame Weiterbildungswochenenden standen und stehen auf dem Programm. Nun traf sich die Gruppe zum siebenjährigen Bestehen im geselligen privaten Rahmen. Die Teilnehmer bedankten sich bei Andrea Köster für die Initiative, diese wertvolle Gruppe ins Leben gerufen zu haben. Im Sommer sind weitere Treffen geplant, und auch ein gemeinsames Wochenende steht an. Am Ende des Treffens wurden direkt weitere Termine geplant. Die Selbsthilfe-Gruppe um Andrea Köster (M.).
Detlev Friedriszik: Ein Kämpfer für mehr Aufmerksamkeit
Ein wichtiger Akteur im Kampf gegen Parkinson ist Detlev Friedriszik. Unter dem Motto „Aufgeben ist keine Option“ kämpft er seit vielen Jahren gegen die eigene Erkrankung und für mehr Öffentlichkeit. Er engagiert sich in der Parkinson-Selbsthilfegruppe Moers und sucht ständig nach neuen Lösungsansätzen, um die Krankheit einzudämmen.
Smovey-Ringe und andere Therapieansätze
Friedriszik hat in Österreich die Smovey-Ringe entdeckt, hantelähnliche Schwung- und Vibrationsringe, die Patienten dabei helfen können, mobiler zu sein und den Krankheitsverlauf zu drosseln. Sport und Bewegung generell seien gut gegen einen rapideren Verlauf, so Friedriszik weiter.
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Stirnband gegen Schlafstörungen
Der neueste Ansatz ist eine Therapie gegen Schlafstörungen, unter denen Parkinson-Patientinnen und -Patienten häufig leiden. Ein Stirnband, das in Israel ursprünglich für Kampfpiloten und Wechselschichtmitarbeitende zur besseren Schlafsteuerung entwickelt wurde, könnte demnach ein weiterer Baustein sein, um die Lebenssituation der betroffenen Menschen signifikant zu verbessern.
Eine groß angelegte Studie wird demnach gerade vorbereitet. Erste Forschungsergebnisse seien hervorragend gewesen, sagt Detlev Friedriszik, der selbst an einer ersten Testreihe dazu teilgenommen hat. Die Stirnbänder, die Wechselstromstimulationen erzeugen, hätten Patientinnen und Patienten geholfen, besser zu schlafen.
Die Deutsche Parkinson Vereinigung e.V. (dPV)
Die Parkinson-Selbsthilfegruppe Wesel ist eine Regionalgruppe der Deutschen Parkinson Vereinigung e.V. (dPV). Die dPV ist eine bundesweite Selbsthilfeorganisation, die sich für die Interessen von Parkinson-Patienten und ihren Angehörigen einsetzt.
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