Die Südwestdeutschen Parkinsontage finden am 9. und 10. Juni in der Stadthalle Landstuhl statt. Im Mittelpunkt stehen die Information und Aufklärung über die Parkinson-Krankheit sowie die Förderung der Selbsthilfe. Die Veranstaltung richtet sich an Betroffene, Angehörige und Interessierte.
Engagierte Initiatoren
Hinter den Südwestdeutschen Parkinsontagen stehen Wilfried Scholl, Ria Gerike und Timo Lehmann, die sich ehrenamtlich in der Selbsthilfe engagieren, insbesondere für junge Erkrankte. Wilfried Scholl wurde im März für sein Engagement mit der Landesverdienstmedaille ausgezeichnet. Er betont die Bedeutung der Veranstaltung, um über die Krankheit aufzuklären und über Neues aus Forschung und Therapie zu informieren. Ria Gerike ergänzt, dass es wichtig sei, die Parkinson-Krankheit in die Öffentlichkeit zu rücken. Timo Lehmann und Wilfried Scholl leben Selbsthilfe vor und zeigen, wie man einen neuen Weg finden kann, um mit der Krankheit zu leben.
Vielfältiges Programm
Das Programm der Südwestdeutschen Parkinsontage ist vielfältig und soll für jeden etwas bieten. Auf dem Lothar-Sander-Platz wird ein Fahrsimulator aufgebaut, und ein Sanitätshaus bietet Rollatortraining an. Im Innenbereich präsentieren sich Aussteller aus den Bereichen Medizin und Medizintechnik, Pharmazie und Pflege. Auch Therapeuten und Ärzte sind vertreten. Im Untergeschoss wird eine Fotowanderausstellung gezeigt.
Expertenvorträge und Workshops
Die Organisatoren haben Experten aus der gesamten Bundesrepublik für Vorträge gewinnen können. Die Veranstaltung wird von einer Filmfirma begleitet, die Beiträge für das Internet liefert. Themen der Vorträge sind unter anderem erste Anzeichen der Erkrankung, Therapiemöglichkeiten, die Rolle der Ernährung, der Umgang mit Koordinationsstörungen, Nebenwirkungen von Medikamenten, Fahrtauglichkeit und Sturzprophylaxe. Auch alternative Therapien werden thematisiert. Workshops mit begrenzter Teilnehmerzahl werden ebenfalls angeboten.
Anmeldung erwünscht
Die Veranstalter bitten um Anmeldung, um eine alphabetisch sortierte Besucherliste vorzubereiten. Anmeldungen werden von der Landesgruppe Rheinland-Pfalz der Deutschen Parkinson Vereinigung entgegengenommen. Eine Anmeldung bis zum 31. Mai ist wünschenswert wegen des Caterings und der Workshops mit begrenzter Teilnehmerzahl.
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Zielgruppen und Ziele
Die Südwestdeutschen Parkinsontage richten sich an Neuerkrankte, um ihnen den Zugang zur Selbsthilfegruppe zu erleichtern, aber auch an die breite Öffentlichkeit, um zu informieren. Die Veranstaltung ist kostenlos und wird unter anderem von der Aktion Mensch und dem BKK Landesverband-Mitte gefördert.
Parkinson: Mehr als nur Zittern
Die Vorstellung von Parkinson als Schüttellähmung ist ein weit verbreiteter Irrglaube. Die Symptome sind viel weitreichender und bedürfen zur Diagnose einer genauen Beobachtung und Untersuchung. Nicht jeder Mensch, der an chronischem Zittern leidet, hat zwangsläufig Parkinson. Etwa zehn Prozent aller Parkinsonbetroffenen wurden vor ihrem 40. Lebensjahr mit der Krankheit konfrontiert. Jüngere Menschen befinden sich im Allgemeinen in einer völlig anderen sozialen, psychischen und körperlichen Situation als ältere. Somit sind sie ganz anderen Auswirkungen der Krankheit ausgesetzt, welche wiederum einen anderen Umgang mit der Erkrankung erfordern. Es gibt also keine exakte Altersschranke, welche die Krankheit Parkinson nicht unterschreitet.
Selbsthilfe und ein neuer Lebenssinn
Die zahlreichen Projekte der Selbsthilfegruppen bedeuten nicht nur Hilfe für Betroffene, sondern auch Selbsthilfe und geben dem Leben mit dieser Krankheit einen neuen Sinn.
Weitere Veranstaltungen und Initiativen
Neben den Südwestdeutschen Parkinsontagen gibt es weitere Veranstaltungen und Initiativen zum Thema Parkinson. Am 28. Oktober 2023 findet beispielsweise der Aktionstag „Leben mit Parkinson“ im Congress Forum Frankenthal statt. Renommierte Parkinson-Spezialisten informieren, und es besteht die Möglichkeit, sich ausführlich mit den Experten auszutauschen.
Welt-Parkinson-Tag
Der Welt-Parkinson-Tag am 11. April hat eine große Bedeutung. Morbus Parkinson ist nach Alzheimer die zweithäufigste, chronisch fortschreitende neurodegenerative Erkrankung. Die Zahl der Betroffenen steigt.
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Selbsthilfegruppen in Bayern
Um mit der Erkrankung bestmöglich zurechtzukommen, haben sich in den vergangenen Jahren in allen Teilen Bayerns Selbsthilfegruppen gegründet, um sich gegenseitig auszutauschen, zu unterstützen und sich gegenseitig Mut zu machen.
Tiefenhirnstimulation (THS)
Die Tiefenhirnstimulation (THS) ist eineTherapiemöglichkeit.
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