Die Peroneusparese, auch Peroneuslähmung oder Peroneusnervlähmung genannt, ist eine Erkrankung, bei der der Nervus peroneus geschädigt ist oder nicht richtig funktioniert. Dies kann zu einer Schwäche oder Lähmung der Muskeln führen, die für das Anheben des Fußes und das Auswärtsdrehen des Fußes verantwortlich sind. In der Fachsprache wird dies auch Fußheberparese genannt. Betroffene einer Fußheberschwäche können die Fußspitze nicht mehr anheben. Dadurch geraten sie aus dem Tritt und kommen öfter ins Stolpern.
Ursachen der Peroneusparese
Die Ursachen für eine Peroneusparese können vielfältig sein. Experten unterscheiden generell zwischen zwei verschiedenen Formen der Erkrankung: zentrale und periphere Fußheberschwäche.
Nervenverletzungen
Verletzungen des Peroneusnervs können zu einer Peroneusparese führen. Umknicktraumen sowie Frakturen können dazu führen, dass der Nerv stark komprimiert und gereizt wird und so neurologische Beschwerden ausgelöst werden. Patienten, die eine Fraktur im Bereich des oberen Sprunggelenks erleiden und daraufhin einen Gips angelegt bekommen, sind doppelt gefährdet, an einer Peroneusparese zu erkranken. Wichtig ist, dass während der Erkrankungszeit und der Tragezeit des Gipses besonders aufmerksam auf neurologische Auffälligkeiten geachtet werden soll.
Kompression des Nervs
Eine Kompression oder Einklemmung des Peroneusnervs kann durch verschiedene Faktoren verursacht werden, wie z. B. enges Schuhwerk, längeres Sitzen mit gekreuzten Beinen oder das Schlafen in einer ungünstigen Position. Die Hauptursache einer Peroneusparese ist ein übermässig auf den Nerven ausgeübter Druck. Dieser kann z.B. durch einen zu fest angelegten Gips oder auch eine Kompressionsbinde in diesem Bereich ausgelöst werden. Auch wenn Patienten die Beine immer wieder und zu oft übereinanderschlagen, kann es zu druckbedingten Reizungen des Nervus peroneus mit folgenden Beschwerden kommen. Starke Fehlbelastungen im Bereich des oberen Sprunggelenkes können ebenfalls dazu führen, dass es zu einem übermässigen Druck auf den Nerven mit folgender Beeinträchtigung kommt. Da es im Bereich des Nervenverlaufs nur sehr eingeschränkte Platzverhältnisse gibt, ist jede entstehende Raumforderung ein großer Risikofaktor dafür, dass es zu einem erhöhten Druck auf den Peroneusnerv mit anschließender Peroneuslähmung kommt. Raumforderungen in diesem Bereich können sogenannte Ganglien sein. Das sind auch als Überbeine bekannte, knöcherne Anbauten, die oftmals nach einer chronischen Überlastung entstehen. Diese knöchernen Anbauten können auf den Nerven drücken und ihn komprimieren. Einige, seltene, gutartige Wucherungen, sogenannte Neurinome, nehmen ebenfalls wachsend Raum in Anspruch, der dann dem Peroneusnerven fehlt und so zu Beschwerden führen kann. Eine weitere raumfordernde Ursache für eine Peroneuslähmung ist die Zystenbildung im Verlauf des Nerven. Sie kann sehr gut durch ein Ultraschall dargestellt werden und stellt sich meistens als klar begrenzte, tief dunkle Höhle dar. Eine Zyste kann auch größer werden und würde in diesem Fall dann auch die Beschwerden verschlechtern.
Weitere Ursachen
- Zentrale Fußheberschwäche: Ursache ist eine Schädigung des Zentralnervensystems (Gehirn oder Rückenmark), die die motorischen Bahnen zum betroffenen Bein beeinträchtigt. Auslöser kann zum Beispiel ein Schlaganfall, eine Rückenmarksverletzung oder ein Schädel-Hirn-Trauma sein. Auch Tumore, Blutungen oder Entwicklungsstörungen kommen als Ursache infrage.
- Periphere Fußheberschwäche: Hier liegt die Schädigung nicht im Zentralnervensystem, sondern an einem außerhalb liegenden Nerv, der zum Beispiel durch zu hohen Druck beeinträchtigt wird. Die häufigste Ursache ist ein Bandscheibenvorfall, der auf die Nervenwurzel L5 drückt. Weitere Gründe können zum Beispiel Verletzungen, das Tragen von Kompressionsstrümpfen oder lange Bettlägerigkeit, aber auch Verengungen oder Erkrankungen sein, die Druck auf den Wadenbeinnerv ausüben. Auch Nervenerkrankungen wie eine Multiple Sklerose können zu einer Fußheberschwäche führen.
- Alkoholneuropathie: Langfristiger und übermäßiger Alkoholkonsum kann zu verschiedenen neurologischen Störungen und Nervenschäden führen, die als Alkoholneuropathie bezeichnet werden. Alkohol kann die Nervenstrukturen beeinflussen und die normale Nervenfunktion stören.
- Druckverletzungen: Die häufigste Ursache von Lähmungen des Wadenbeinnervs sind Druckverletzungen. Da der Wadenbeinnerv in der Kniekehle um den Hals des Wadenbeinknochens (Collum fibulae) relativ oberflächlich verläuft, kommt es vor allem hier häufig zu Druckverletzungen, hervorgerufen z.B. durch einen zu engen Gips oder Lagerungsschäden im Rahmen einer Operation oder bei langer Bettlägerigkeit.
- Weitere mögliche Gründe für eine Vorfußheberlähmung durch eine periphere Nervenschädigung des N. fibularis: Brüche im Bereich des Knies oder Unterschenkels mit Nervenbeteiligung, Baker Zyste (Aussackung der Gelenkkapsel im Bereich der Kniekehle), Druckschäden durch langes Verweilen in einer bestimmten Position (Übereinanderschlagen der Beine bzw. Hocken).
- Bandscheibenvorfall: Bei einem Bandscheibenvorfall wird der gallertartige Kern der inneren Bandscheibe nach außen gepresst, wodurch der das Rückenmark nach außen verlassende periphere Nerv (Nervenwurzel) eingeklemmt werden kann. in einem bestimmten Bereich der Lendenwirbelsäule (L4, L5, S1), der hauptsächlich den N. fibularis versorgt, kann es ebenfalls zum Bild einer Fußheberparese kommen. Auch bei einer Einklemmung des Ischiasnervs (N. Ischiadicus) kann es zu einer Vorfußheberschwäche kommen.
Man hat festgestellt, dass bei kräftigeren Menschen mit einem höheren Fettanteil der Nervus peroneus eher geschützt und eingebettet auf seiner Bahn ist. Auch bei schlanken Menschen hat sich der Nerv anatomisch geschützt in die knöcherne Struktur eingelegt.
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Symptome einer Peroneusparese
Der Nervus peroneus teilt sich noch in mehrere Äste und ist vor allem für die Bewegung des Fuß zuständig. Eine Reizung des Nerven oder gar ein Ausfall des Nerven würde zu einer sogenannten Fußheber-, und Zehenheberschwäche führen. Der Betroffene merkt dies an einer Änderung des Ganges, da er den Fuß nicht mehr wie gewohnt heben kann. Kompensatorisch versucht der Patient dann durch andere Muskeln den Fuß zu heben, was dann einer steppenden Bewegung gleicht. Man bezeichnet die durch eine Peroneusparese ausgelöste Bewegungsbeeinträchtigung oder der dadurch entstehende Gang somit als Steppergang. Der Fußrand kann zudem auch nicht mehr gehoben werden, was den Gang und Stand weiterhin einschränkt. Neben den neurologischen Ausfällen kann auch die dadurch entstehende Fehlbelastung andere Muskeln so stark sein, dass diese zu Schmerzen beginnen. Schmerzen, die aufgrund einer Peroneusparese entstehen, kommen meistens durch eine kompensatorische Belastung anderer Muskeln zustande. Der Betroffene versucht dann in gewohnter Weise den Fuß, z.B. beim Laufen, zu heben. Durch die Peroneuslähmung gelingt ihm das nicht, sodass er unbewusst andere Muskeln im umliegenden Bereich ansteuert und diese zur Beinhebung einsetzt. Diese alternativen Muskeln sind allerdings nicht für diese Art von Bewegung ausgelegt, was sie dann überlastet, und es so auch zu Schmerzen in dem Bereich kommen kann.
Das klassische Symptom einer Peroneusparese ist die sogenannte Fußheberschwäche. Sie kommt dadurch zustande, da der Nervus peroneus die Muskeln versorgt, die vor allem für die Hebung des Fußes und der Zehen verantwortlich sind. Der Patient kann den Fuß nicht mehr richtig heben und auch die Zehen nicht in gewohnter Weise anheben. Dies sorgt dafür, dass das Gangbild in erheblichem Maße eingeschränkt und auch gestört ist. Als Folge eine Peroneusparese kommt es häufig zu einer Zehenheberschwäche. Da meist auch eine Fußheberschwäche vorliegt, sind die Symptome der Zehenheberschwäche nachrangig. Am problematischsten ist die Zehenheberschwäche des Großzehs.
Weitere Symptome:
- Gangstörungen: Durch die Lähmung des Wadenbeinnervs können die Betroffenen den Fuß nicht mehr richtig anheben. Dies führt zu verschiedenen Problemen beim Gehen, von Experten auch Gangstörungen genannt. Typisch ist zum Beispiel, dass Menschen mit einer Fußheberschwäche den Fuß beim Gehen seitlich nachziehen, ihn mit einem seitlichen Hüftschwung nach vorne setzen oder auch das Bein übertrieben hochheben, um nicht über den herabhängenden Fuß zu stolpern. Letzteres bezeichnen Mediziner als Storchen- oder Steppergang. Darüber hinaus fällt es Betroffenen schwer, den Fuß beim Gehen abzurollen. Deshalb setzen sie oft entweder die ganze Fußsohle, nur die äußere Kante oder den vorderen Bereich des Fußes auf den Boden auf. Häufig verkrallen und verkrampfen sich dabei die Zehen.
- Erhöhte Sturzgefahr: Aufgrund der genannten Beschwerden kommt es nicht nur zu Einschränkungen der Mobilität, auch die Gefahr für einen Sturz ist erhöht. Denn die Betroffenen können die Bewegung des Fußes schlecht kontrollieren.
- Fehlhaltungen: Als Folge des gestörten Bewegungsablaufes kommt es zudem häufig zu Fehlhaltungen. Diese können Muskulatur und Gelenke beeinträchtigen. Unbehandelt kann eine Fußheberschwäche mit der Zeit zu Schmerzen in Rücken, Knie, Hüfte oder Becken führen.
- Schmerzen: Betroffene Personen leiden zunächst oft unter Schmerzen. Diese können vom seitlichen Knie bis zum Fuß- und Zehenrücken reichen. Die Schmerzen lassen sich oft auslösen, indem man den Fuß in Richtung der Fußsohle beugt (Flexion) oder das Fußgelenk nach innen knickt (Supination).
- Sensibilitätsstörungen: Auch ein Taubheitsgefühl und Missempfindungen sind möglich. Neben dem Defizit in der Dorsalflexion des Fußes (Fußheberschwäche) kann es auch zu einer Verminderung der Sensibilität des lateralen Beinbereichs und des Fußrückens kommen.
Diagnose der Peroneusparese
Auf jeden Fall erfordert die Feststellung einer Fußheberschwäche eine gründliche körperliche Untersuchung und gegebenenfalls weitere diagnostische Tests, die meist von einem Neurologen durchgeführt werden. Zunächst erfolgt in der Regel eine ausführliche Anamnese. Dabei werden Informationen über deine Krankengeschichte, deine Symptome, frühere Verletzungen oder Erkrankungen und den Verlauf der Beschwerden gesammelt. Anschließend wird der Arzt typischerweise eine Untersuchung durchführen, um deine Muskelfunktionen, die Reflexe, die Empfindung und die Beweglichkeit des Fußes und Unterschenkels zu überprüfen. Häufig nimmt der Arzt zusätzlich eine Ganganalyse vor. Dadurch lässt sich dein Gangbild beurteilen und feststellen, welche Auffälligkeiten beim Gehen vorliegen. Darüber hinaus kann der Arzt auch verschiedene neurologische Untersuchungen durchführen, um die Funktion deiner Nerven und Muskeln im Bereich des Fußhebers zu überprüfen. Dazu gehören Reflextests, Muskelkrafttests, Empfindungstests und Koordinationstests.
Die Diagnose umfasst eine klinische Untersuchung, Nervenmessungen (EMG/NLG) und bildgebende Verfahren (z. B. MRT).
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Klinische Untersuchung
Die Diagnose ist oftmals eine Blickdiagnose. Der Patient gibt an, dass ihm eine deutliche Veränderung des Ganges aufgefallen ist, manchmal auch, dass er beim Laufen und beim Beinheben Schmerzen hat. In der klinischen Untersuchung zeigt sich beim Laufen das typisches Gangbild. In der neurologischen Untersuchung ist auffällig, dass die Zehen nicht mehr gegen einen Widerstand gestreckt werden können. Der Patient wird gebeten, sich auf die Zehen und anschließend auf die Fersen zu stellen, was ihm allerdings nicht oder nur unzureichend gelingt. Ein Stimmgabeltest soll zudem die Sensibilität des Fußes und des Unterschenkels untersuchen. Auch hier werden deutliche Einschränkungen im Bereich des äußeren Bereichs des Beins und des Fußrückens deutlich.
Elektrophysiologische Untersuchungen
Bei Bedarf kann der Neurologe eine Elektroneurographie (ein diagnostisches Verfahren, das verwendet wird, um die elektrische Aktivität der Muskeln und die Funktionsweise der Nerven zu bewerten) durchführen. Dies kann dabei helfen, festzustellen, ob bei dir eine Nervenschädigung vorliegt und wie schwerwiegend sie ist. Die Elektromyografie ist eine neurologische Untersuchung, bei der die elektrische Aktivität in Muskeln gemessen wird, um eine eventuelle Fehlbelastung herauszufinden. Hierzu klebt man Elektroden auf die zu untersuchenden Muskeln auf und misst die elektrische Aktivität in Ruhe, bei Belastung sowie im Seitenvergleich.
Bildgebende Verfahren
In bestimmten Fällen wird der Arzt auch Röntgenaufnahmen, eine Magnetresonanztomographie (MRT) oder eine Computertomographie (CT) durchführen lassen. In einem Ultraschall kann man dicht unter der Haut liegende Strukturen untersuchen und darstellen. Vor allem auch Sehnen, Muskeln und Flüssigkeit lassen sich so sehr gut darstellen. Im Falle einer Peroneuslähmung kommt ein Ultraschall oftmals dann zum Einsatz, wenn man sehen will, was im Verlauf des Nerven den Druck auslöst. MRT Untersuchungen stellen die genaueste Form da, um eine Peroneuslähmung zu untersuchen. Die MRT Untersuchung würde entweder bei einem zu bestätigenden Verdacht einer Peroneuslähmung zum Einsatz kommen, oder aber, wenn man nicht genau weiß, aus welchem Grund es zu der angegebenen Fußheberschwäche kommt. Auch kommt ein MRT dann zum Einsatz, wenn man sehen will, was den Peroneusnerv beeinträchtigt und evtl. komprimiert. Die MRT Untersuchung dauert ca.
Ganganalyse
Die Ganganalyse wird meistens in der Orthopädie durchgeführt. Sie soll Aufschluss darüber geben, ob eine entsprechende Fehlbelastung des Stand und des Ganges vorhanden ist und zu der Peroneusparese geführt hat oder die Spätfolgen durch das veränderte Gangbild zu beurteilen. Die Ganganalyse wird meistens auf einem Laufband durchgeführt. Hierfür wird der Patient gebeten, sich barfuß auf ein Laufband zu stellen, während eine Kamera den Stand zunächst aufzeichnet und entsprechende Fehlstellungen errechnet. Danach wird der Patient gebeten zu laufen, dann zu traben und schließlich schnell zu laufen. Auch hier zeichnet die Kamera den Lauf auf und errechnet eine eventuelle Fehlbelastung. Nach diagnostizierter Fehlstellung oder auch Fehlbelastung sollte zeitnah mit einer ausgleichenden Behandlung begonnen werden. In aller Regel wird dies durch die Anpassung der Fußheberorthese erreicht.
Behandlung der Peroneusparese
Wie kann eine Fußheberschwäche behandelt werden? Eine Fußheberschwäche kann mit Physiotherapie, spezielle Orthesen wie z. B. Peroneusschiene behandelt werden. Die Behandlung richtet sich nach der Ursache. Drückt beispielsweise ein Ganglion auf den Nerv, sollte dieses in einer OP entfernt werden. Zudem gibt es die Möglichkeit, in einem Eingriff Nerven oder Sehnen zu ersetzen. Mitunter kommen bei Fußheberschwäche auch Elektrostimulation oder Behandlungen mit Botulinumtoxin infrage. Sprunggelenksorthesen beziehungsweise sogenannte Peroneusschienen erleichtern Betroffenen den Alltag. Es gibt spezielle Schienen oder Manschetten für den Unterschenkel, die sowohl den Fuß abstützen als auch zeitgleich mit elektrischen Signalen den Nerv im Bein stimulieren, den Fuß anzuheben. Im Rahmen einer Physiotherapie soll der Muskelabbau verhindert und der Nerv stimuliert werden.
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Die Behandlung erfolgt in der Regel rein konservativ. Einzige Ausnahme und somit eine Indikation für ein operatives Behandlungsverfahren wäre eine Raumforderung, die auf den Verlauf des Nerven drückt. Zu nennen wären hier Zysten oder Überbeine, die eventuell operativ entfernt werden müssten, um den Nerven zu entlasten. Ansonsten sollten überlastende oder fehlbelastende Bewegungen vermieden werden. Außerdem sollte eine regelmäßige Physiotherapie erfolgen, die die umliegenden Muskeln auftrainiert und stärkt.
Konservative Behandlung
- Physiotherapie: Ein zentraler Bestandteil der Behandlung einer Fußheberschwäche ist die Physiotherapie. Das gezielte Training der Fußhebermuskulatur verhindert den Abbau von Muskelmasse und sorgt gleichzeitig dafür, dass die Funktion des Peroneusnervs durch die regelmäßige Stimulation verbessert wird. Zudem stärkt die Physiotherapie die umliegenden Muskeln, die mitunter die Funktion beeinträchtigter Muskelgruppen übernehmen können. Die Therapie richtet sich je nach Grunderkrankung unterschiedlich aus. Liegt der Nervenschädigung eine orthopädische Ursache zu Grunde, wie z.B. am Rücken bzw. Knie sinnvoll. Dies können sowohl manuelle Techniken als auch Massagen oder Stabilisationsübungen sein. Liegt eine zentral-neurologische Ursache zu Grunde, wie z.B. Übungen im Fokus der Therapie. Unabhängig von der Ursache sollte gleich zu Anfang mit Kräftigungsübungen für den/die geschwächten Fußhebermuskel/n und Dehnungsübungen für den Wadenmuskel begonnen werden. ein Gangtraining zur Wiederherstellung eines normalen Gangbildes bei zunehmender Muskelkraft sinnvoll. Zumeist müssen auch Schmerzen, die durch die Gangstörung bzw. und Alltagstätigkeiten wieder ermöglichen. werden. Nach konsequentem Training zeigt sich der Bewegungserfolg auch ohne die elektrische Stimulation im Alltag.
- Elektrostimulation: Eine Manschette, die am Unterschenkel sitzt, sendet elektrische Signale über den Peroneusnerv an die bei der Hebung des Fußes beteiligten Muskeln. Sie ist quasi eine Art Schrittmacher für den Fuß. Die Elektrostimulation ist allerdings nur für einige Fälle der zentralen Fußheberschwäche geeignet. Zudem ist es wichtig, dass der Peroneunsnerv intakt ist. Mittlerweile hat sich auch die sogenannte Elektrotherapie in der Behandlung einer Peroneuslähmung behaupten können. Die Idee ist, dass man einen leichten Strom durch Elektroden an den Nervus peroneus anlegt, um diesen zu stimulieren. Die Stimulation sollte dazu führen, dass die elektrischen Reize wieder in gewohnter Weise weitergeleitet werden und den Nerven sensibler zu machen. Bei erfolgreicher Behandlung würde sich das an einer Rückkehr der Kraft der Fußhebermuskeln und einer Normalisierung des Gangbildes bemerkbar machen. Der Patient spürt bei einer Elektrostimulation lediglich ein leichtes Kribbeln im Bereich des Fußes und dauert nur wenige Minuten, sollte aber dann des öfteren wiederholt werden, um den maximalen Erfolg aus dieser Behandlung herauszuziehen. Besondere Bedeutung hat die elektrische Stimulation bei peripherer Schädigung. Durch die Verletzung können die vom Nerv versorgten Muskelanteile nicht mehr willkürlich bewegt werden.
- Peroneusschiene (Orthese): Bei ausbleibender spontaner Besserung wird in der Regel eine Peroneus-Schiene (Orthese) verwendet. Sie kann allerdings Druckstellen verursachen und zu einem unnatürlichen Gangbild führen. Bei einer Peroneusschiene handelt es sich um eine Orthese, die man um das obere Sprunggelenk, den Fuß und auch Teile des Unterschenkels anlegt, um eine starke Fußheberschwäche auszugleichen und so für eine Entlastung des Fußes und bessern den Gang. Peroneusschienen können auch in einem Schuh fast unsichtbar getragen werden. Wie lange eine Peroneusschiene getragen werden muss/sollte, hängt von verschiedenen Faktoren ab.
- Medikamentöse Behandlung: Entzündungen der Nerven werden meist medikamentös behandelt.
Operative Behandlung
Einzige Ausnahme und somit eine Indikation für ein operatives Behandlungsverfahren wäre eine Raumforderung, die auf den Verlauf des Nerven drückt. Zu nennen wären hier Zysten oder Überbeine, die eventuell operativ entfernt werden müssten, um den Nerven zu entlasten. Operiert wird bei anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden, andauernden Schmerzen und einer fehlenden Besserung einer Druckläsion. In diesen Fällen wird der Nerv druckentlastet (Dekompression). Auch bei einer Kompression durch ein Ganglion kann operiert werden. Falls der Nerv durchtrennt wurde, kann eine Operation durchgeführt und die Nervenstümpfe aneinandergenäht werden. Wenn dauerhaft keine Besserung eintritt, gibt es eine weitere Möglichkeit, die Fußhebung wiederherzustellen: Dazu versetzt man ein Sehnenstück des Musculus tibialis posterior, in den Bereich des Fußrückens (Musculus-tibialis-posterior-Transfer). Bei den relativ seltenen Tumoren kann die definitive Unterscheidung von gutartigen und seltenen bösartigen Tumoren lediglich durch die pathologische Untersuchung einer Gewebeprobe erfolgen. Druckverletzungen des Nervus peroneus können durch Operation entlastet und damit erfolgreich behandelt werden.
Übungen zur Linderung einer Fußheberschwäche
Gezieltes Muskeltraining kann helfen, die Beschwerden einer Fußheberschwäche zu lindern. Ideal ist es, barfuß zu trainieren, das stärkt nicht nur die Muskulatur des Fußhebers, sondern auch der Zehen und des gesamten Fußes. Folgende vier Übungen können Sie ganz einfach zu Hause durchführen:
- Trommeln mit den Füßen: Auf einen weichen Untergrund stellen, den rechten Fuß heben und die Fußspitze mehrmals nach oben heben und wieder absenken, mal schneller, mal langsamer. Das Ganze mit dem linken Fuß wiederholen und dann immer wieder abwechseln für mindestens 30 Sekunden. Wer unsicher steht, kann sich mit der Hand zum Beispiel an einem Stuhl festhalten oder die Übung im Sitzen machen.
- Fußrücken anspannen: Aufrecht mit gestreckten Beinen auf den Boden setzen, Hände neben der Hüfte abstützen, langer Rücken. Dann die Zehen nach oben Richtung Körper ziehen, ein paar Sekunden halten, langsam wieder loslassen. So lange wiederholen, bis die Muskeln spürbar werden.
- Stehen auf einem Bein: Auf den Boden stellen, Füße etwa hüftbreit auseinander. Langsam ein Bein vom Boden abheben, mindestens zehn Sekunden halten, Gleichgewicht halten und wieder absetzen. Wer unsicher steht, kann sich mit der Hand festhalten. Beidseitig üben.
- Gegenstände mit den Zehen greifen: Auf den Boden stellen, Füße etwa hüftbreit aufstellen. Vor sich auf den Boden ein Handtuch, ein T-Shirt, eine Zeitung oder Ähnliches legen und versuchen, diese Gegenstände mit den Zehen vom Boden aufzuheben, woanders abzulegen oder zum Beispiel zu falten.
Liegend sollte versucht werden, bei ausgestreckten Beinen, die Zehen zu sich zu ziehen. Auch der gesamte Fuß kann in einer Übung zu sich gezogen werden. Das wiederholte Heben des äußeren Fußrandes stellt ebenfalls eine gute Übung dar, um die Beschwerden, die durch eine Peroneuslähmung auftreten, zu bessern.
Wichtig ist, nicht zu viel, dafür aber regelmäßig zu trainieren, also zum Beispiel jeden Tag eine andere Übung zu machen.
Was macht Lumedis in der Behandlung einer chronischen Peroneusparese?
Die Behandlung einer chronischen Peroneusparese bei Lumedis erfolgt durch einen integrativen und patientenspezifischen Ansatz, der sowohl auf die Beseitigung von funktionellen Einschränkungen als auch auf eine Verbesserung der Lebensqualität abzielt. Da eine chronische Peroneusparese oft mit Schwäche im Fußheber und Schwierigkeiten beim Gehen und Störung des Gangbildes einhergeht, legt Lumedis besonderen Wert auf moderne, kombinierte Therapiemethoden.
- Umfassende Diagnostik und Bewegungsanalyse: Um die Ursache und den Grad der Nervenschädigung oder -kompression genau zu bestimmen, führt Lumedis eine ausführliche klinische Untersuchung und, wenn nötig, eine Bewegungsanalyse durch. Dabei wird auch auf begleitende Fehlbelastungen oder Kompensationsmechanismen im Gangbild geachtet.
- Moderne Trainingstherapie zur Muskelstärkung: Lumedis entwickelt ein gezieltes Trainingsprogramm zur Stärkung der Fuß- und Unterschenkelmuskulatur, das auf die individuellen Bedürfnisse und den Grad der Parese abgestimmt ist. Unter Anleitung eines erfahrenen Sportwissenschaftlers wird die Fußhebermuskulatur aktiv trainiert, um die Beweglichkeit und Stabilität des Fußes zu verbessern.
- Peroneusschiene und Orthesenversorgung: Bei Bedarf werden maßgeschneiderte Peroneusschienen oder Orthesen angefertigt, die den Fuß in einer stabilen Position halten und das Gehen erleichtern.
- Langfristige Nachsorge und Anpassung des Behandlungsplans: Die Behandlung einer chronischen Peroneusparese erfordert Geduld und eine kontinuierliche Anpassung des Therapieplans.
Dieser multidisziplinäre Ansatz bei Lumedis zielt darauf ab, die Belastbarkeit des betroffenen Fußes zu steigern, die Mobilität zu verbessern und eine möglichst vollständige Genesung zu fördern, bzw.
Verlauf und Heilungsdauer
Je nachdem, welche Ursache eine Peroneuslähmung hat, variieren auch die Genesungszeiten/Heilungsdauer erheblich. Eine vorübergehende Druckschädigung heilt meist von allein vollständig ab. Die Beschwerden lassen dann oft schon nach einer Woche deutlich nach. Beschädigte Nervenzellen können, solange sie noch einen Zellkern besitzen, neue Zellfortsätze (Axone) bilden. Dieser Prozess kann aber bis zu 6 Monate dauern. Nach der Entfernung eines Ganglions kann später erneut ein Ganglion im betroffenen Bereich entstehen.
Tragedauer einer Peroneusschiene
Die Tragedauer einer Peroneusschiene (auch Fußheberorthese genannt) hängt von der Ursache und dem Schweregrad der Fußheberparese oder anderer Erkrankungen ab, bei denen sie eingesetzt wird, sowie vom individuellen Heilungsverlauf.
- Akute Phase nach Verletzungen oder Operationen: Direkt nach einer akuten Verletzung oder Operation, die zu einer Fußheberschwäche geführt hat, wird die Schiene oft dauerhaft getragen, um eine sichere und schmerzfreie Mobilität zu ermöglichen und den Fuß in einer funktionalen Position zu halten und Stürze zu vermeiden.
- Trainings- und Therapiephase: Sobald die Muskulatur durch gezielte Trainingstherapie unter Anleitung eines Sportwissenschaftlers gestärkt wird und es Fortschritte gibt, kann die Tragezeit schrittweise reduziert werden.
Kann man eine Fußheberschwäche heilen?
Eine Fußheberschwäche kann von verschiedenen Ursachen abhängen, einschließlich Nervenverletzungen, neurologischen Erkrankungen oder Muskelschwäche. In einigen Fällen können bestimmte Ursachen der Fußheberschwäche behandelbar sein. Zum Beispiel können Nervenverletzungen wie periphere Nervenkompressionen oder Bandscheibenvorfälle der LWS behandelt werden, um den Druck auf den Nerv zu lindern und die Funktion wiederherzustellen. Es ist wichtig zu beachten, dass nicht alle Formen der Fußheberschwäche vollständig heilbar sind.
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