Plastische Chirurgie, Mikrochirurgie und Behandlung peripherer Nerven: Wiederherstellung von Form und Funktion

Die plastische Chirurgie, Mikrochirurgie und periphere Nervenchirurgie sind spezialisierte Bereiche der Chirurgie, die sich mit der Wiederherstellung von Form und Funktion des Körpers befassen. Diese Bereiche spielen eine entscheidende Rolle bei der Behandlung von Verletzungen, Erkrankungen und angeborenen Fehlbildungen, die das Aussehen und die Funktionsfähigkeit beeinträchtigen können.

Zentrum für Rekonstruktive Mikrochirurgie und Periphere Nervenchirurgie (ZEMPEN)

Am AGAPLESION MARKUS KRANKENHAUS wurde das Zentrum für Rekonstruktive Mikrochirurgie und Periphere Nervenchirurgie (ZEMPEN) gegründet, um dem operativen Schwerpunkt innerhalb der Klinik für Plastische und Ästhetische, Wiederherstellungs- und Handchirurgie Rechnung zu tragen. Das Zentrum erweitert und vertieft das operative Spektrum und dient als regionaler und überregionaler Ansprechpartner für die Behandlung von Patienten.

Leistungsspektrum

Das Leistungsspektrum des ZEMPEN erstreckt sich über die Wiederherstellung von Form und Funktion der Körperoberfläche bis hin zum Erhalt von Extremitäten. Dies ist vor allem nach Tumoroperationen (Brusttumor, Hauttumore, Gehirn- und Nerventumore etc.), Operationen nach Unfällen, anderen operativen Eingriffen oder bei angeborenen Fehlbildungen von Bedeutung. Aufgrund des demographischen Wandels steigt der Anteil älterer Patienten, weshalb ein Schwerpunkt des Zentrums im Extremitätenerhalt, insbesondere im höheren Alter, liegt.

Die interdisziplinäre Zusammenarbeit ermöglicht einen fachübergreifenden, intensiven Austausch und stellt dadurch eine exzellente Behandlung für den Patienten sicher. Im Rahmen von Kooperationen werden kurze Wege und ein hohes Maß an medizinischer Kompetenz mit regionalen und überregionalen Partnern angeboten.

Das ZEMPEN ist auch ein kompetenter Ansprechpartner für Zweitmeinungsbefunde und bietet diesen Service innerhalb von 72 Stunden sowohl für ärztliche Kollegen aus dem ambulanten bzw. stationären Bereich als auch für Patienten an.

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Periphere Nervenchirurgie

Das periphere Nervensystem umfasst die Nerven außerhalb des Gehirnes und des Rückenmarkes. Die periphere Nervenchirurgie behandelt die Folgen von Unfällen wie Quetschungen oder Durchtrennung von Nerven, vom Nerven ausgehende oder die Nerven einengende Tumorerkrankungen sowie Nervenkompressionssyndrome wie das Carpaltunnelsyndrom (CTS).

Ein erfahrenes und spezialisiertes Team untersucht die Patienten sorgfältig, berät sie ausführlich und veranlasst bei Bedarf weitere Diagnostik. Falls eine Operation erforderlich ist, verfügen alle Mitarbeiter über langjährige Erfahrung in der Mikrochirurgie.

Mikrochirurgische Nervenchirurgie

Die mikrochirurgische Nervenchirurgie bzw. periphere Nervenchirurgie erfordert spezielle Kenntnisse und Fertigkeiten, da sie sich mit der Wiederherstellung peripherer Nerven befasst. Ziel der Nervenchirurgie ist es, die Funktion von Hand und Arm mit Hilfe unterschiedlicher Verfahren wiederherzustellen.

Handchirurgie

Die Handchirurgie befasst sich mit sämtlichen Erkrankungen, Verletzungen sowie Fehlbildungen und damit einhergehenden Funktionsstörungen von Hand und Arm. Dazu gehören unter anderem:

  • Behandlung von akuten Verletzungen und deren Folgen
  • Behandlung von Nervenkompressionssyndromen (z. B. Karpaltunnelsyndrom)
  • Behandlung nach Entfernung von Tumoren
  • Behandlung entzündlicher Erkrankungen der Gelenke
  • Behandlung von Rheuma
  • Korrektur von Fehlbildungen der Hand, mitunter schon im frühen Kindesalter

Verbrennungschirurgie

Die Verbrennungschirurgie befasst sich mit der Wiederherstellung der Haut nach Verbrühungen, Verbrennungen, Verätzungen durch Chemikalien oder Verletzungen durch Strom oder Blitzschlag. Schwere Verbrennungen benötigen die Unterstützung der Chirurgie. Neben den Notfallmaßnahmen spielt in der Folge auch die Verhinderung von Verkeimung großflächiger Wunden eine wichtige Rolle. Bei Notwendigkeit wird hierfür eine Hauttransplantation durchgeführt.

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Wichtig ist auch die Wiederherstellung der Bewegungsfunktion betroffener Gliedmaßen sowie die ästhetische Behandlung, da Verbrennungen entstellende Narben hinterlassen können. Gerade im sichtbaren Bereich konzentriert sich die Wiederherstellungschirurgie auf Behandlungen, welche das Erscheinungsbild wieder verbessern. Bei tiefen Verbrennungen ist eine Hauttransplantation das Mittel der Wahl. Verschiedene Techniken tragen dazu bei, dass sich die Haut auf das Neunfache vergrößern kann. Bei großflächigen Verbrennungen besteht zudem die Möglichkeit, Hautzellen im Labor zu züchten. Zur Abdeckung und damit zum Schutz von verbrannten Hautarealen kommen vorübergehend biologische oder synthetische Hautersatzmaterialien zum Einsatz.

Professionalität und Präzision

Die Wiederherstellungschirurgie und ihre Teilgebiete sind sehr komplex. Die Fachärzte sind auf diesem Gebiet Spezialisten und arbeiten mit viel Professionalität und Präzision Hand in Hand mit anderen Fachärzten zusammen.

Ausstattung

Die mikrochirurgischen Eingriffe erfolgen mit modernen OP Mikroskopen, intraoperativer Nervenleitmessung und intraoperativer Elektromyographie und Fluoreszenzbilddarstellungen.

Faires PJ-Zertifikat

Die Fachabteilung der Plastischen-, der Hand- und der Rekonstruktiven Mikrochirurgie ist mit dem Faires PJ-Zertifikat ausgezeichnet. Das Siegel macht deutlich, dass sich die Klinik für Transparenz und optimale Rahmenbedingungen im Praktischen Jahr der Studierenden einsetzt.

Notfallversorgung für Handverletzungen

An 365 Tagen im Jahr wird rund um die Uhr eine Notfallversorgung in der zentralen Notaufnahme bereitgestellt.

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Behandlungskonzept

Die Experten besprechen mit den Patienten, welche Behandlung für sie die richtige ist - das bedeutet oft auch keine Operation. Als eine von wenigen Kliniken in Deutschland ist das Zentrum von der Europäischen Föderation für Handchirurgie (FESSH) als Europäisches Handtrauma- und Replantationszentrum zertifiziert. Dank jahrelanger Erfahrung erhalten die Patienten ein abgestimmtes Therapiekonzept, das auf neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen basiert und genau auf ihr Beschwerdebild abgestimmt ist. Umfassende Nachsorge und innovatives Wundmanagement sind genauso selbstverständlich wie die gute pflegerische Betreuung.

Nach Unfällen, Verbrennungen, Erfrierungen, Infektionen oder Entfernungen von Tumoren kann es zu schlecht heilenden Wunden kommen. Dann sind Hauttransplantationen, Gewebeverschiebungen oder sogar Gewebetransplantationen notwendig. Die Spezialisten für plastische Chirurgie sind auf dem Gebiet der plastischen Deckung offener Wunden sehr erfahren und können an allen Körperregionen offene Wunden wieder verschließen. Auch fehlendes Knochen-, Nerven- oder Sehnengewebe können die Ärzte durch moderne Verfahren der rekonstruktiven Chirurgie ersetzen und so Form sowie Funktion an Armen und Beinen wiederherstellen oder verbessern.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt in der Operation von Nerven an Armen, Beinen und Gesicht (periphere Nervenchirurgie). Durch modernste Operationsverfahren können geschwächte oder gelähmte Muskeln wieder beweglich gemacht oder deren Funktion durch Umlagerung von Sehnen oder Muskeln ersetzt werden (motorische Ersatzoperationen). Auch bei Spastiken, zum Beispiel nach Schlaganfällen, können durch gezielte Nervendurchtrennungen die Verkrampfungen von Muskeln gelöst und die Funktion verbessert werden.

Die Behandlung von chronischen Schmerzen im Gelenk durch gezielte mikrochirurgische Durchtrennungen von Schmerznerven (Denervation) ist ein weiteres Spezialgebiet.

Behandlung bei orthopädischen Verletzungen und Sportunfällen

Bei orthopädischen Verletzungen sowie Sportunfällen jeder Art spielt der Faktor Zeit eine entscheidende Rolle. Daher werden akute Traumen ohne vorherige Terminvergabe in der Notfallambulanz behandelt - rund um die Uhr. Die Behandlung beginnt mit der präzisen Diagnosestellung. Hierzu ist eine gründliche körperliche Untersuchung entscheidend, die mit radiologischer und elektrophysiologischer Diagnostik ergänzt werden kann. Sollte eine Operation notwendig sein, wird diese sorgfältig geplant und nach höchsten Standards umgesetzt. Die langjährige Erfahrung erlaubt es, ein individuelles Behandlungskonzept für jeden Patienten zu erarbeiten. Dieses wird in Zusammenarbeit mit den Kliniken für Neurologie, Neuroradiologie, Neurochirurgie, Orthopädie und Unfallchirugie, Zentrum für Schmerzmedizin, sowie Physio- und Ergotherapie umgesetzt. In regelmäßigen Abständen findet die Interdisziplinäre Konferenz für Erkrankungen der Peripheren Nerven statt, an welcher alle o.g. Es steht allen Abteilungen sowie externen Ärztinnen offen, Patientinnen für die Konferenz anzumelden. Umso wichtiger ist deshalb eine rechtzeitige Vorstellung, um noch über die gesamte Palette an Behandlungsmöglichkeiten zu verfügen. Eine frühzeitige (<1 Jahr) Vorstellung vorausgesetzt, beinhaltet diese:

  • Die direkte Nervennaht oder Dekompression (Freilegung): Bei durchtrennten oder eingeklemmten Nerven sollen diese mikrochirurgisch rekonstruiert bzw. freigelegt werden.
  • Der Nerventransplantat: Ist eine Nervenverletzung sehr ausgedehnt oder die Nervenenden bereits vernarbt kann es notwendig sein, das nicht mehr leitfähige Nervengewebe mit einem sog. Interponat zu ersetzen. Als Interponate kommen rein sensible Nerven in Frage, die vom Patienten selber entnommen werden und dessen Entnahme keinen funktionell-motorischen Ausfall hinterlässt.
  • Der Nerventransfer (Nervenumlagerung): Periphere Nerven regenerieren langsam. Man geht von einer Regenerationsgeschwindigkeit von 1 mm am Tag aus. Ist die Verletzung weit entfernt vom Zielorgan kann es sein, dass die heranwachsende Nervenimpulse zu langsam sind, um den Untergang der Muskulatur zu verhindern. In solchen Fällen kommt der Nerventransfer zum Einsatz: bei dieser Operation werden funktionell entbehrliche Nervenäste eines gesunden Nervs auf den erkrankten Umgeleitet, und zwar viel näher an den Zielmuskel, welcher dann von diesem gesunden Nervenast angesteuert wird.

Liegt die Verletzung länger als 1 Jahr zurück oder es sind bereits Zeichen des Muskelschwundes vorhanden, ist es dennoch in vielen Fällen möglich eine zufriedenstellende Funktion wiederherzustellen.

  • Der freie funktionelle Muskeltransfer: Eine Funktion (Arm- oder Fingerbeugung) kann auch mit einer freien Muskelverpflanzung wiederhergestellt werden. Hierbei wird typischerweise der M. gracilis von der Oberschenkelinnenseite entnommen, und an einem Nerv- und Gefäße am Oberarm angeschlossen. Hierdurch kann der Oberschenkelmuskel die fehlende Armfunktion ersetzen (Ellenbogen- oder Fingerbeugung).

Behandlung von Nervenverletzungen erfordert interdisziplinäre Zusammenarbeit

Die Behandlung der peripheren Nervenschädigung erfordert in der Diagnostik, während der Operation, und in der Nachbehandlung stets eine individuelle und interdisziplinäre Herangehensweise. Viele Operationen können ambulant durchgeführt werden. Die häufigsten Nervenkompressionssyndrome (Karpaltunnelsyndrom und Sulcus-Ulnaris-Syndrom) werden endoskopisch-unterstützt operiert, was ein geringeres Operationstrauma und eine schnellere Erholung nach der Operation bedeutet.

Häufige nervenchirurgische Krankheitsbilder

  • Nervenkompressionssyndrome: Karpaltunnelsyndrom, Sulcus-Ulnaris-Syndrom, sowie seltenere Nervenkompressionen an der oberen und an der unteren Extremität
  • Entfernung von Tumoren (gutartige und bösartige Tumoren des Nervengewebes)
  • Neurolysen (Lösen von Vernarbungen, die den Nerven beeinträchtigen)
  • Kontinuitätswiederherstellung bei Läsionen im gesamten peripheren Nervensystem
  • Operationen bei Verletzungen des Armplexus (Plexus brachialis)
  • Rekonstruktionen bei Lähmungen des Gesichtsnerven (Fazialisparese)

Rekonstruktion durch Kombinationseingriffe

Mit einem breiten Spektrum an Operationstechniken und mit der großen Erfahrung, die in der Klinik vorhanden ist, lassen sich Weichteile, Muskeln, Sehnen, Haut und Nerven sowie Knochen und Knorpel durch Kombinationseingriffe mit Gefässbypassen, freien Gewebetransplantaten und angereicherten Stammzellen nach Krankheit oder Unfall wiederherstellen. Auch die Funktion der Gliedmaßen sowie die Mimik im Gesicht kann von erfahrenen Expertinnen und Experten rekonstruiert werden. Da die Korrekturen oft medizinisch notwendig sind, werden die Kosten in vielen Fällen von den Krankenkassen übernommen.

Plastische Wiederherstellung für chronisch kranke Menschen

Mit der aufwändigen plastischen Wiederherstellung wird bettlägerigen, chronisch kranken Menschen dabei geholfen, wieder am Leben teilhaben zu können. Hochkomplexe Eigengewebstransplantationen unter Verwendung mikrochirurgischer Techniken zur Deckung komplizierter Defekte bedürfen einer umfassenden Nachsorge der Patientinnen und Patienten. Hier kann auf die partnerschaftliche Zusammenarbeit der hochmodernen Intensivstationen zurückgegriffen werden. Ein Schwerpunkt liegt bei der Deckung von Dekubitalulzerationen.

Neueste Entwicklungen in der chirurgischen Versorgung peripherer Nerven

In der chirurgischen Versorgung peripherer Nerven können akut durchtrennte Nerven durch neuartige Nervenleitschienen regeneriert werden. Irreversible Schädigungen können durch motorische Ersatzplastiken kompensiert werden. Umgekehrt können chronische Schmerzen wie z. B. in Knie- oder Handgelenk gezielt und effektiv durch Denervierung behandelt werden. So genügt es beispielsweise nicht, einen durch Unfall abgetrennten Muskel wieder anzunähen, sondern es wird angestrebt auch seine Funktion wiederherzustellen. Dazu gehört vor allem auch die Rekonstruktion von zerstörten Nerven, ohne die sich ein Muskel nicht bewegen kann.

Rekonstruktive Chirurgie

Die rekonstruktive Chirurgie ist im wahrsten Sinne des Wortes Wiederherstellungschirurgie. Sie ist naturgemäß nicht auf die Wiederherstellung nach Verbrennungen beschränkt, sondern umfasst ebenso die Behandlung chronischer Wunden und die Behandlung von Gewebszerstörungen durch Unfall oder Tumoroperationen.

Schädigungen des Plexus brachialis treten vor allem auch durch Unfälle auf. Auch weiter peripher gelegene Nerven im Bereich der Ellenbeuge, des Unterarmes und der Hand können durch Unfälle oder Tumore direkt geschädigt werden. Ebenso findet man Nervenschädigungen am Oberschenkel und Unterschenkel durch Unfälle oder auch durch Tumore bedingt.

Ein Nerv ist eine spezielle Körperzelle, die zwar extrem dünn, aber bis zu 1,50 m lang ist. Die Nerven durchziehen als Bündel vom Rückenmark ausgehend den gesamten Körper, ähnlich wie Stromkabel. Wird ein derartiges Nervenbündel durchtrennt, so degeneriert das periphere Ende innerhalb kürzester Zeit. Diese erhaltenen Stützzellen sondern einen Lockstoff ab, der das Wachstum des zentral erhaltenen Nervenanteils stimuliert. Ist nun ein Nerv scharf durchtrennt, so kann er in das alte noch vorhandene Gerüst der Stützzellen einwachsen. In den meisten Fällen ist der Nerv aber zerrissen, so dass das wachstumsfähige Ende zu weit von den lockstoffabsondernden Zellen entfernt ist. Hier bietet sich die Möglichkeit, durch Transplantation eines im Unterschenkel oder Unterarm gelegenen Hautnervs, die fehlende Brücke zwischen den getrennten Nervenenden herzustellen. Dies geschieht mit feinsten Instrumenten und haardünnen Fäden unter dem Operationsmikroskop. Das Nervengewebe des transplantierten Nerven geht dabei ebenfalls zugrunde, aber die nun vorhandenen Stützzellen stimulieren das Wachstum des verbliebenen Nerven und leiten ihn durch die Überbrückung an die alte Stelle in der Peripherie. Dieser Prozess dauert je nach Länge der Wachstumsstrecke zwischen ½ und 2 Jahren. Ist ein Nerv nicht zerrissen, sondern durch einen Tumor oder andere äußere Einwirkung lediglich vernarbt, so genügt oft die mikrochirurgische Entfernung des Narbengewebes, um die Funktion zu verbessern.

Handchirurgie: Ein Spezialgebiet

Die Hand ist ein hochkomplizierter Teil unseres Körpers, in dem Knochen, Sehnen, Blutgefäße und Nerven auf engstem Raum untergebracht sind. Operationen an der Hand erfordern deshalb neben der genauen Kenntnis der anatomischen Strukturen und des funktionellen Zusammenwirkens eine spezielle handwerkliche Ausbildung. Wegen dieser Gegebenheiten ist es fast eine zwangsläufige Entwicklung, dass sich die Handchirurgie zu einem Spezialgebiet der Chirurgie entwickelte.

Erkrankungen der Hand

Erkrankungen der Hand sind vielfältiger Natur. Neben Missbildungen und Verletzungen findet man krankhafte Veränderungen der Gelenke, der Sehnen und Nerven, welche die Funktionsfähigkeit beinträchtigen können. Hierbei kommt es durch Überlastung zunächst zu einer Entzündung der Sehnenscheiden. Das dadurch aufquellende Gewebe der Sehnenscheide führt dazu, dass der Medianusnerv, der im sogenannten Karpaltunnel verläuft, eingeengt wird. Anfangs äußert sich dies vor allem nachts durch „Einschlafen“ der Finger. Im weiteren Verlauf kommen Schmerzen und Kraftlosigkeit der Finger hinzu. Spätestens zu diesem Zeitpunkt ist eine Operation angezeigt. Bei diesem relativ kleinen Eingriff wird das sogenannte Karpalband gespalten, wodurch der Nerv wieder Platz hat. Haben die Beschwerden noch nicht lange bestanden, so verschwinden die Symptome häufig sofort nach der Operation. Die Operation wird, wie fast alle Handoperationen in Blutleere ausgeführt. Zu diesem Zweck wird der betreffende Arm mit einem Gummiband ausgewickelt und mit einer Manschette am Oberarm die Blutzufuhr unterbunden.

Eine weitere Erkrankung beruht auf einer abgelaufenen Entzündung der Sehnenscheiden, welche die Beweglichkeit der Fingerbeugesehne einschränkt. Die Operation, nämlich die Spaltung des sog. Die Operation ist etwas aufwendiger als die oben genannten, je nachdem, wie viele Finger betroffen sind. Sie kann aber ebenfalls in Plexusanästhesie ausgeführt werden.

Eine weitere häufige Erkrankung stellt das, im Volksmund als „Überbein“ bezeichnete sogenannte Ganglion dar. Ausgehend von einer angeborenen oder durch Überbeanspruchung oder Verletzung entstandenen Schwachstelle der Gelenkkapsel oder einer Sehnenscheide bildet sich ein bindegewebiges Säckchen, das mit einer gallertigen Flüssigkeit, gewissermaßen der Gelenkschmiere, gefüllt ist und durch Druck auf benachbarte Nerven Schmerzen verursachen kann. Die Operation besteht in der Abtragung dieses Säckchens und gegebenenfalls in der Verstärkung der Schwachstelle.

Dabei handelt es sich um einen Verschleiß des Gelenkknorpels, der leider nicht ersetzt werden kann. Gegen die bei diesen Krankheiten auftretenden Schmerzen hilft dann häufig nur eine Denervierung, d.h.

Neben den hier beschriebenen Erkrankungen der Hand sind vor allem angeborene Veränderungen, wie die Syndaktylie (Schwimmflossenhand), bei der mehrere Finger zusammengewachsen sind zu erwähnen. Unfallbedingte Verletzungen führen oft zu Fehlstellungen und Empfindungstörungen. Die meisten Operationen an der Hand können ambulant ausgeführt werden. Bei aufwendigeren Gewebeverpflanzungen ist eine stationäre Behandlung erforderlich.

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