Demenz und Spiritualität: Spirituelle Perspektiven auf eine Herausforderung

Demenz ist eine Erkrankung, die uns mit existentiellen Fragen konfrontiert. In diesem Artikel werden spirituelle Sichtweisen auf Demenz beleuchtet und wie Spiritualität in der Pflege von Menschen mit Demenz eine Rolle spielen kann.

Einführung: Demenz als Spiegel des Menschseins

Die Erkrankung Demenz hält uns einen Spiegel vor und konfrontiert uns unerbittlich mit existentiellen Bereichen des menschlichen Seins: Zerbrechlichkeit, Verlust, Abschied, Unvollkommenheit. Die Frage nach einer spirituellen Deutung steht im Raum. Spiritualität fordert den Menschen, unabhängig von seiner Erkrankung Demenz, anzunehmen, zu würdigen und zu begleiten. Denn auch in einer Demenz können Menschen Spiritualität empfinden und ausdrücken, wenn ihr Gegenüber bereit ist, sich auf eine spirituelle Begegnung einzulassen.

Spiritualität und Demenz sind zwei Dimensionen, die zunächst wenig miteinander zu verbinden scheinen. Sie aus unterschiedlichen Perspektiven ‒ im Kontext von Palliative Care ‒ zu einander in Beziehung zu setzen, lässt unerwartete und faszinierende Gedanken entstehen.

Was bedeutet Spiritualität?

Spiritualität ist die Suche nach Sinn, Hoffnung und innerer Verbundenheit. Sie hilft vielen Menschen, Krisen zu bewältigen und Trost zu finden. Spiritualität ist nicht gleich Religion. Religion ist an Glaubensgemeinschaften, Rituale und feste Überzeugungen gebunden. Spiritualität ist persönlicher. Sie kann sich in der Naturverbundenheit, Kunst, Musik oder in alltäglichen Ritualen zeigen.

Spiritualität ist ein wichtiger Teil des Wohlbefindens und gewinnt auch im Gesundheitswesen in Deutschland zunehmend an Bedeutung. Viele Pflegebedürftige schöpfen daraus Kraft, um mit Krankheit, Schmerz oder dem nahenden Tod umzugehen. Doch Spiritualität bedeutet mehr als Religion. Auch für Pflegekräfte ist das Thema bedeutsam. Sie begleiten Patienten in schwierigen Momenten und stehen oft vor grundlegenden Lebensfragen. Konzepte wie Spiritual Care helfen dabei, auf die individuellen Bedürfnisse einzugehen und eine ganzheitliche Begleitung zu ermöglichen.

Lesen Sie auch: Fortgeschrittene Demenz: Ein umfassender Überblick

Spiritual Care: Ein ganzheitliches Konzept in der Pflege

In der professionellen Pflege gewinnt Spiritual Care zunehmend an Bedeutung. Pflegekräfte sind häufig erste Ansprechpartner, wenn es um die Begleitung existenzieller Fragen geht. Dies erfordert Sensibilität, Offenheit und die Bereitschaft, sich auf individuelle Vorstellungen und Werte der Pflegebedürftigen einzulassen. Nicht nur Patienten, sondern auch Pflegekräfte können von Spiritual Care profitieren. Die Auseinandersetzung mit spirituellen Themen kann helfen, berufliche Belastungen zu bewältigen und die eigene Ressource für innere Stabilität zu stärken.

Der Begriff Spiritual Care beschreibt die bewusste Integration spiritueller Aspekte in die pflegerische Versorgung. In vielen Bereichen des Gesundheitswesens, insbesondere in der Palliativ- und Hospizpflege, aber auch in der Langzeitpflege, wird Spiritual Care zunehmend als unverzichtbarer Bestandteil einer ganzheitlichen Betreuung angesehen. Während körperliche Beschwerden und medizinische Versorgung oft im Mittelpunkt der Pflege stehen, bleibt die spirituelle Dimension des Menschseins häufig unberücksichtigt. Doch viele Menschen suchen in belastenden Situationen nach Sinn, Hoffnung oder einer inneren Quelle der Kraft. Diese Suche kann religiös geprägt sein, muss es aber nicht.

Spiritualität im Pflegealltag

Spiritualität kann auf viele Arten in den Pflegealltag einfließen. Ein einfaches Gespräch kann viel bewirken. Fragen wie „Gibt es etwas, das Ihnen Kraft gibt?“ oder „Was ist Ihnen besonders wichtig?“ helfen, spirituelle Ressourcen zu erkennen. Viele Patienten schöpfen Kraft aus kleinen Ritualen - sei es ein Gebet, Musik oder ein Erinnerungsgegenstand. In vielen Einrichtungen gibt es Seelsorger oder ehrenamtliche Begleiter. Sie bieten Zeit für Gespräche, Trost und spirituelle Unterstützung.

Für Pflegekräfte bedeutet das, aufmerksam für die spirituellen Bedürfnisse der Patienten zu sein. Es geht nicht darum, eigene Überzeugungen weiterzugeben, sondern darum, Raum für individuelle Erfahrungen zu schaffen. Spiritualität kann eine wichtige Ressource für Pflegebedürftige sein. Sie hilft, mit Krankheit, Verlust und Unsicherheiten umzugehen. Pflegekräfte können unterstützen, indem sie zuhören und individuelle Bedürfnisse ernst nehmen. Kleine Rituale, Lieblingsmusik oder das Anzünden einer Kerze können Trost spenden. Wichtig ist, niemandem etwas aufzuzwingen. Spiritualität ist persönlich und zeigt sich in vielen Formen.

Spiritualität in der Sterbebegleitung

In der Sterbebegleitung spielt Spiritualität eine besondere Rolle. Viele Patienten stellen sich existenzielle Fragen: Was kommt nach dem Tod? Habe ich mein Leben erfüllt gelebt? Pflegekräfte können diese letzte Phase begleiten, indem sie Raum für persönliche Rituale, Gespräche oder stille Momente schaffen. Das kann ein Gebet sein, eine beruhigende Berührung oder einfach das Da-Sein. Wichtig ist, die Bedürfnisse des Sterbenden in den Mittelpunkt zu stellen. Jeder Mensch geht anders mit dem Tod um.

Lesen Sie auch: Wechselwirkungen zwischen Schmerzmitteln und Demenz

Seelsorge als Unterstützung

Seelsorge spielt eine zentrale Rolle, wenn es darum geht, Spiritualität in die Pflege zu integrieren. Sie unterstützt Patienten, Angehörige und Pflegekräfte dabei, mit existenziellen Fragen, Ängsten und Unsicherheiten umzugehen. Seelsorger begleiten Pflegebedürftige individuell, unabhängig von religiöser Zugehörigkeit. Sie hören zu, geben Halt und helfen, spirituelle Ressourcen zu entdecken. Dies kann durch Gespräche, Rituale oder einfach durch ihre Präsenz geschehen. Auch für Pflegekräfte kann die Seelsorge eine wertvolle Stütze sein. Der Umgang mit Krankheit, Leid und Tod erfordert nicht nur fachliche Kompetenz, sondern auch emotionale Stabilität. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Pflegekräften und Seelsorgern sorgt dafür, dass spirituelle Bedürfnisse im Pflegealltag nicht übersehen werden.

Achtsamkeit im Pflegealltag

Yoga, Meditation oder Atemübungen können Pflegekräften helfen, innere Ruhe zu finden und mit Belastungen gelassener umzugehen. Schon kurze Einheiten vor oder nach dem Dienst - z.B. stille Rückzugsorte schaffen.

Spirituelle Begleitung von Menschen mit Demenz

Wie kann man Menschen mit Demenz seelsorglich begleiten? Und wie mit den verschiedenen Krankheitsbildern und -phasen umgehen? Angesichts einer steigenden Zahl von demenziell erkrankten Menschen werden solche Fragen immer dringlicher. Die theoretische Grundlegung führt in das Demenz-Syndrom und die seelsorgliche Begegnung mit demenziell veränderten Menschen ein und stellt verschiedene Kommunikationsformen vor.

Beispiele spiritueller Begleitung

  • Spirituelle Alltagsbegleitung
  • Spirituelle Erinnerungsarbeit
  • Biographischer Ansatz
  • Musik und Tanz
  • Humor
  • Kunst
  • Basale Stimulation

Beispiele religiöser Begleitung

  • Gebet
  • Die Feier der Krankenkommunion
  • Wort-Gottes-Feier und Messfeier bzw. Handreichungen

Die spirituelle Dimension der Demenz

Menschen mit Demenz stellen oft die großen Fragen des Lebens in den Vordergrund: Wer bin ich? Wozu und für wen lebe ich? Wohin gehe ich? Diese Fragen sollten eine größere Bedeutung bekommen.

Die Ursache von Alzheimer aus spiritueller Sicht

Es gibt Menschen, die sich ein Leben lang auf der Flucht vor den wahren Themen ihres Lebens befinden. Anstatt diese Themen zu bearbeiten, werden sie in unbewusste Schichten verdrängt. Dies führt zu einer Achtlosigkeit und Missachtung des eigenen Lebens. Man behandelt das eigene Unterbewusstsein wie einen Müllbehälter und vernachlässigt den inneren Frieden. Dies kann dazu führen, dass man sich ungesunde Lebensweisen aneignet, um sich von den wahren Themen abzulenken.

Lesen Sie auch: Ursachen und Behandlung von Zittern bei Demenz

Wenn man über viele Jahrzehnte vor der Auflösung von inneren Ängsten flüchtet, kann man irgendwann in ein Stadium geraten, wo man diese Ängste nicht mehr auflösen kann, selbst wenn man im Alter genug Zeit hätte. In der Coronazeit ist die Alzheimer-Rate gestiegen, weil viele Menschen nie gelernt haben, mit Ängsten umzugehen.

Der Mensch lebt dann seinen psychisch und real ungesunden Lebensstil so vor sich hin. Und weil es ja viele gibt, die das so tun, fällt es auch seinen Mitmenschen nicht besonders auf. Er oder sie erscheint wie ein normaler Mensch. Aber seine Arbeit, seine wahre Lebensaufgabe, die erfüllt er nicht. Diese bestünde ja darin seinen Müll gerade eben nicht in sich selber hineinzuverdrängen und dadurch immer mehr davon anzusammeln. Er handelt dadurch auf der geistigen Ebene wie ein Messie. Das geht am Anfang viele Jahre lang gut - aber eben nur so lange wie da noch Platz für immer mehr ist. Irgendwann im Alter ist dann aber alles voll - und dann endet dieses Verdrängungsmuster zwangsläufig. Es kann ja dann nicht mehr ausgelebt werden, weil es ist nun in ihm alles voll.

Nun kann der Mensch natürlich zu jeder Zeit ein jedes solches Muster verändern, aber was, wenn er weiterhin in seiner Komfortzone verbleiben will ?Dazu hier nochmals ganz klar dargestellt: Wie schaut dieses Muster seiner Komfortzone aus, die er jahrzehntelang ausgelebt und eingeübt hatte ?Ich transformiere nichts.Ich weigere mich die Dinge aus einer höheren Sicht zu betrachten.Ich vergebe nichts, weder mir noch anderen.Alles was ich wahrnehme, erlebt habe oder sonst wie in meinem Leben erfahre werfe ich einfach in einen großen Bottich in meinem Unterbewusstsein und lasse es dort verfaulen anstatt meinen inneren Frieden damit zu machen.Und wenn nun also der Bottich voll ist - und der Betreffende noch immer in diesem Muster verbleibt (weil es ja zu seiner Komfortzone geworden ist), dann muss sein Unterbewusstsein dafür sorgen, dass seine Wahrnehmungen sich immer mehr einschränken, das ist voll logisch, es geht ja gar nicht anders. Durch diese Wahrnehmungseinschränkungen (=Alzheimer) wird effektiv verhindert dass weiteres in diesen Bottich hineingelangt, was ja nicht mehr geschehen kann, weil der ist ja voll.Darum nimmt der Alzheimerpatient nichts mehr oder nur noch ganz wenig von dem wahr, was um ihn herum stattfindet. Und dadurch hätte sein Unterbewusstsein dafür aber plötzlich nun doch sehr viel Zeit und Energie zur Verfügung dieses alte Angesammelte in seinem "Bottich" zu bearbeiten. So würde man zunächst denken, dass dies ein sich selbst regulierender Prozess sei, und der Alzheimererkrankte dann dadurch automatisch seinen Speicher des Verdrängten wieder leerer machen könnte und er wieder aufnahmebereit für seine Umwelt werden würde. Aber dies geht aus zweierlei Gründen nicht:Erstens müsste er hierfür seine Komfortzonenmuster verlassen.Und zweitens, selbst wenn ihm dies gelingen würde, er hat es ja nie gelernt oder geübt Erlebtes zu transformieren, ja, vielleicht müsste er sogar das Muster der Vergebung erst erlernen.Lernen kann er aber nichts mehr, weil seine Aufnahmefähigkeit für Neues ist ja bei nahezu Null angekommen.Das heißt, auch du als Außenstehender kannst ihn in dieser Alzheimerphase nichts mehr lehren und musst dich damit abfinden, dass Menschen immer genau das in ihrem Leben bekommen, was sie sich erschaffen haben !

Hörgeräte und Demenz

Eine der ersten Formen dieser Wahrnehmungseinschränkung ist oftmals dass man schlechter hört. Auch dies ist bereits eine Botschaft, dass der Betreffende innerlich so angefüllt mit allem möglichen nicht Losgelassenem ist, dass seine Aufnahmefähigkeit rapide absinkt. Und wir sehen hier auch gleich wieder wie dümmlich die Behandlungsmethode ist, dem Betroffenen ein Hörgerät zu geben ! Was soll das denn helfen, wenn doch die Ursache ein innerer Müllberg ist und es eigentlich um ein entsorgen, ein Loslassen dieses innerlich Angesammelten geht. Ein Hörgerät führt logischerweise nur dazu dass der Betreffende noch mehr hört, dass er also noch mehr in sich aufnimmt und ansammelt. Durch das Hörgerät wächst der innere Müllberg nur noch schneller. Sein Problem ist ja nicht wirklich dass er schlecht hört, sondern sein Problem ist, dass er das Aufgenommene (also auch das Gehörte), nicht loslassen kann, weil er es innerlich nicht verarbeiten, vergeben, veredeln kann. So sollte also das schlechte Hören als körpersprachliche Alarmbotschaft verstanden werden, dass der Betroffene es endlich lernen muss das Aufgenommene zu bearbeiten und Loszulassen.

Wer innerlich im Frieden ist und darum alles loslassen kann, was ihm begegnet, der wird auch bis ins hohe Alter seine Wahrnehmungsfähigkeit und seine Hörfähigkeit erhalten.

Umgang mit Vergesslichkeit

Wenn Menschen bei Bewusstsein sind, aber immer häufiger Vergesslichkeit auftritt, könnten sie anfangen, ihre Vergangenheit zu bearbeiten. Dies wäre jedoch eine 180-Grad-Wendung ihrer bisherigen Muster und unrealistisch. Da müsste man heftige Botschaften ans eigene Unterbewusstsein senden, damit es einen versteht und unterstützt, das könnte zb sein, dass man seinen gesamten Besitz losläßt und nach Indien in ein Ashram zieht (?) - eine einfache Affirmation, a la Jetzt bearbeite ich mal meine Vergangenheit reicht da sicherlich nicht mehr aus.Die Alzheimer Erkrankung an sich ist ja bereits der Weg nach innen, der Weg zur Heilung, und dieser Weg nach innen, der wird sich sicherlich im nächsten Leben fortsetzen.

Die Rolle der Seele

Für einen Alzheimerbetroffenen ist diese Krankheit immer noch das Beste was für ihn möglich ist, dass er nicht mehr vom Außen abgelenkt werden kann, damit zumindest sein Unterbewusstsein sich seinen wahren wichtigen Themen zuwenden kann. Was wäre denn die Alternative ?

Aus Sicht der Seele hat der Mensch nur eine einzige Aufgabe, nämlich sich selber (=deine Entwicklung) lieben zu lernen.Weil alles andere ergibt sich daraus dann von alleine.

Spirituelle Aspekte in der Pflege

Wenn ein Herzinfarkt zu Demenz führt, zeigt dies, dass das Herz enorm belastet wird durch (vor allem unbewusste) Ängste die sich im Körper energetisch im Bereich des Herzens (evt auch Lunge) festgesetzt haben. Und das alte Muster wie Menschen mit solchen Problemen umgehen wird ja von der Seele nicht mehr erlaubt, die alten Methoden Ängste und Schmerzen mit Medizin zu betäuben oder gar wegimpfen zu lassen funktioniert nicht mehr und so entstehen den Menschen die es trotzdem weiterhin versuchen enorme Probleme. Demenz zeigt an dass man sich nicht mehr erinnern will, also man will die Angst und den damit verbundenen Schmerz nicht mehr erinnern, man flüchtet. Und die Botschaft ist natürlich klar: Wer flüchtet der hat kein gutes Leben mehr.

Die Seele bringt das verdrängte (was ja im Unbewussten im Laufe der Zeit zum Ungeheuer angewachsen ist) wieder hoch, also die Seele erlaubt dadurch nicht einmal mehr das demente Vergessen.

Die Sprache ist nicht wirklich geeignet um Gefühle auszudrücken, weil unsere Sprache ist Ausdruck so vieler inneren Anteile. Darum beachte und benutze die Körpersprache stattdessen. Sie ist ehrlicher, gerade was Gefühlsthemen betrifft. Der Körper lügt nicht, der Mund schon. Die Sprache unterscheidet bei Liebe ja meist noch nicht einmal darin ob es sich um bedingte oder bedingungslose Liebe handelt.

tags: #demenz #spirituelle #sicht