Potenzstörungen durch Nervenschäden: Behandlung und Perspektiven

Erektile Dysfunktion, oft als Impotenz bezeichnet, ist ein häufiges Problem, das viele Männer betrifft. Sie wird definiert als die Unfähigkeit, eine für einen befriedigenden Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion zu erreichen oder aufrechtzuerhalten. Dieses Problem kann erhebliche Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl, die Beziehungen und die allgemeine Lebensqualität haben. Es ist wichtig zu verstehen, dass erektile Dysfunktion ein medizinisches Problem ist, das professionelle Hilfe erfordert und in vielen Fällen erfolgreich behandelt werden kann.

Definition der erektilen Dysfunktion

Von einer erektilen Dysfunktion spricht man, wenn ein Mann über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten keine Erektion seines Penis erreichen oder aufrechterhalten kann, die für einen befriedigenden Geschlechtsverkehr ausreicht.

Symptome der erektilen Dysfunktion

Erektile Dysfunktion wird oft zusammen mit einem verminderten oder fehlenden sexuellen Verlangen (Libido), der Unfähigkeit zum Orgasmus und Störungen des Samenergusses (Ejakulation) unter dem Oberbegriff „sexuelle Dysfunktion“ zusammengefasst. Es ist wichtig, diese Symptome voneinander abzugrenzen, um eine korrekte Diagnose zu stellen. In der Regel zeigen sich keine weiteren Symptome, aber je nach Ursache können gleichzeitig Zeichen einer Durchblutungsstörung, neurologische oder hormonelle Symptome bzw. psychische Störungen auftreten.

Ursachen der erektilen Dysfunktion

Die Ursachen der erektilen Dysfunktion sind vielfältig und komplex. Oft interagieren mehrere Faktoren miteinander. Grundsätzlich lassen sich organische (körperliche) und psychische Ursachen unterscheiden.

Psychische Ursachen

Psychische Faktoren spielen eine wesentliche Rolle bei der Entstehung und Aufrechterhaltung einer erektilen Dysfunktion, oft auch in Kombination mit organischen Ursachen.

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  • Paarkonflikte: Probleme und Konflikte in der Partnerschaft können die sexuelle Funktion beeinträchtigen.
  • Leistungsdruck: Der Druck, beim Geschlechtsverkehr „funktionieren“ zu müssen, kann zu Versagensängsten und Erektionsproblemen führen.
  • Frühere traumatische Erlebnisse oder eine strenge, körperfeindliche Erziehung: Diese Erfahrungen können langfristige Auswirkungen auf die sexuelle Gesundheit haben.
  • Psychische Störungen: Depressionen, Angststörungen und andere psychische Erkrankungen können die Erektionsfähigkeit beeinträchtigen.

Körperliche Ursachen

Körperliche Erkrankungen sind die häufigsten Auslöser einer erektilen Dysfunktion, insbesondere bei älteren Männern.

  • Störungen des Nervensystems: Schädigungen der für die Erektion verantwortlichen Nerven können eine erektile Dysfunktion hervorrufen. Dies kann infolge von Operationen (insbesondere an Prostata oder Darm), Rückenmarksverletzungen, Schlaganfällen, Multipler Sklerose, Parkinson-Krankheit oder diabetischer Neuropathie geschehen.
    • Hirnvenenthrombose
    • Schlaganfall
    • Parkinson
    • Multiple Sklerose
    • Rückenmarksverletzungen
    • Polyneuropathie: Z. B. bei Diabetes mellitus oder chronischem Alkoholismus.
    • Strahlentherapie oder operative Krebsbehandlung: Z. B. von Rektumkarzinom/Prostatakarzinom.
    • Bandscheibenschäden/Beckenverletzungen
    • Fahrradfahren: Durch Druck auf die Nerven der Genitalregion kann es zu vorübergehenden Nervenausfällen kommen. Zur Vorbeugung von Nervenschäden kann es daher sinnvoll sein, auf eine anatomisch angepasste Sattelform zu achten, immer wieder die Sitzposition zu wechseln und alle 10 Minuten aufzustehen.
  • Durchblutungsstörungen: Arterielle Erkrankungen können den Blutfluss einschränken und so einen ausreichenden Druck in den Blutgefäßen der Penisschwellkörper verhindern. Die Risikofaktoren für eine allgemeine Atherosklerose gehen auch mit einem erhöhten Risiko für eine entsprechende Schädigung der Penisgefäße einher (z. B. Diabetes, Rauchen).
  • Hormonstörungen: Testosteronmangel ist nur selten die Ursache für eine erektile Dysfunktion. Das häufigste Symptom bei einem verringerten Testosteronspiegel ist eine verminderte Libido.
  • Arzneimittelnebenwirkungen: Medikamente, die bestimmte Rezeptoren im Nervensystem beeinflussen, können zu sexuellen Störungen führen (z. B. Antipsychotika, Antidepressiva, Betablocker, Anabolika).
  • Genussmittel und Drogen:
    • Nikotin
    • Übermäßiger Alkoholkonsum
    • Cannabiskonsum
    • Heroin
    • Kokain
  • Erkrankungen der Genitalorgane:
    • Erkrankungen/Fehlbildungen/Verletzungen der Schwellkörper des Penis
    • Chronische Prostatitis
    • Nebenhodenentzündung (Epididymitis)
    • Vorhautverengung (Phimose)

Mischformen

In der Praxis liegen sehr häufig Mischformen vor, bei denen sowohl organische als auch psychische Faktoren zur erektilen Dysfunktion beitragen. So kann eine organische Ursache beispielsweise eine Versagensangst auslösen, die die Erektionsprobleme verstärkt - selbst wenn die körperliche Ursache behandelt wird. Umgekehrt können psychische Belastungen bestehende organische Probleme verschlimmern.

Häufigkeit der erektilen Dysfunktion

Die Häufigkeit der erektilen Dysfunktion steigt mit zunehmendem Alter. Während vom 20. bis 30. Lebensjahr bei etwa 2 % aller Männer eine erektile Dysfunktion auftritt, ist etwa die Hälfte der über 60-Jährigen betroffen. Bei Menschen mit Diabetes, Alkoholsucht oder Gefäßerkrankungen kommt die erektile Dysfunktion häufiger vor. Etwa ein Drittel der über 60-jährigen Männer in Deutschland sind davon betroffen. Bei den 40- bis 49-Jährigen sind es zehn Prozent. Experten gehen davon aus, dass die Dunkelziffer weit höher liegt, da die erektile Dysfunktion noch immer ein Tabuthema in unserer Gesellschaft ist.

Diagnose der erektilen Dysfunktion

Eine präzise Diagnostik ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Behandlung von erektilen Dysfunktionen.

  • Anamnese: Im Arzt-Patienten-Gespräch werden Krankengeschichte, Vorerkrankungen, aktuell eingenommene Medikamente, Lebensstil und Symptome der erektilen Dysfunktion erfragt. Wichtige Themen sind dabei auch Libido, morgendliche Erektionen und die Partnerschaft, um mögliche psychische Ursachen zu erkennen. Im Anamnesegespräch wird zunächst hinterfragt, ob die erektile Dysfunktion psychischen Ursprungs ist, beispielsweise durch Stress entstand.
  • Körperliche Untersuchung: Es werden das äußere Genital und die Prostata abgetastet, Reflexe und Sensibilität überprüft sowie routinemäßig der Blutdruck gemessen. Vergrößerte Brüste (Gynäkomastie) können auf Medikamente oder hormonell aktiven Tumoren zurückgehen, die die Erektionsfähigkeit beeinträchtigen. Die motorische Funktion der unteren sakralen Segmente (S3-S4/5) lässt sich durch die Funktion des Analsphinkters beurteilen. Hierzu wird der laterale Sphinkterrand beidseits wiederholt gepikt, etwa mit einem scharf abgebrochenen Holzstäbchen. Getestet werden sollte auch der Bulbospongiosusreflex (S2-S4/5) durch Drücken der Glanspenis bzw. durch Berühren der Vulva, wobei sich Kontraktionen der perinealen Muskulatur beobachten und palpieren lassen. Bei Männern gibt die Auslösbarkeit des Kremasterreflexes (L1) weitere Auskünfte über die Motorik.
  • Bluttests: Bluttests sind wichtig, um organische Ursachen wie Diabetes, Fettstoffwechselstörungen oder Hormonmangel festzustellen. Insbesondere werden Testosteron, Blutzucker und Blutfette sowie Nieren- und Leberwerte geprüft.
  • Schwellkörper-Injektionstest: Beim Schwellkörper-Injektionstest wird ein Medikament in den Penis gespritzt, um die Erektionsfähigkeit und die Durchblutung zu prüfen. Eine gute Erektion spricht für psychische, eine schwache für organische Ursachen.
  • Doppler-Sonografie: Die Doppler-Sonografie ist eine Ultraschalluntersuchung, die den Blutfluss im Penis misst und dabei hilft, vaskuläre Ursachen von Erektionsstörungen zu erkennen.
  • Messung der nächtlichen penilen Tumeszenz (NPT): Die Messung der nächtlichen penilen Tumeszenz (NPT) zeichnet mit speziellen Geräten die nächtlichen Erektionen über mehrere Nächte auf. Treten diese spontanen Erektionen im Schlaf auf, spricht das meist für eine psychische Ursache der erektilen Dysfunktion. Regelhaft sind ohne Erektionsstörung vier bis fünf spontane erektile Episoden pro Nacht.
  • Neurologische Tests: Bei Verdacht auf Nervenschäden können neurologische Tests notwendig sein. Hier wird dann mit speziellen Apparaten wie beispielsweise von Biothesiometern die Nerven-Stimulationsfähigkeit gemessen, erfasst und ausgewertet.
  • Psychologische Untersuchung: Bei Verdacht auf psychische Ursachen kann ein Psychologe oder Psychotherapeut Depressionen, Ängste oder Beziehungsprobleme feststellen.

Behandlung der erektilen Dysfunktion

Die Behandlung der erektilen Dysfunktion zielt darauf ab, die zugrunde liegenden Ursachen zu behandeln und die Erektionsfähigkeit wiederherzustellen.

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Behandlung der Ursachen

Die Behandlung der zugrunde liegenden Ursache und die Vorbeugung stehen an erster Stelle, z. B. bei psychischen Ursachen, Diabetes, gutartiger Prostatavergrößerung, neurologischen Erkrankungen oder endokrinen Erkrankungen (z. B. Testosteronmangel). Dazu gehört auch die Veränderung des Lebensstils und der Lebensgewohnheiten, um weitere kardiovaskuläre Risikofaktoren zu vermeiden.

  • Psychotherapie: Eine etwaige Psychotherapie sollte je nach Problemstellung als Einzel-, Paar- oder Gruppenintervention erfolgen. Ist die Ursache psychisch oder zum Teil psychisch bedingt, können zum Beispiel Gespräche mit einem Sexualtherapeuten oder einer Sexualtherapeutin helfen. In Gesprächen können Sexualtherapeutinnen oder -therapeuten ihren Patienten helfen, einen neuen Umgang mit der Sexualität zu finden.
  • Veränderung des Lebensstils:
    • Gewichtsreduktion: Bei Übergewicht können etwa 30 % aller Betroffenen mit ausgeprägter Adipositas ihre Sexualfunktion wiedergewinnen und beibehalten, wenn sie abnehmen und körperlich aktiv sind. Wer zu viele Pfunde auf den Rippen hat, profitiert besonders von einer Gewichtsreduktion. Generell sollten Betroffene wenig Süßes zu sich nehmen und ihren Fleischkonsum reduzieren. Stattdessen lieber viel blaurotes Gemüse und Beeren - wie Rotkohl, rote Zwiebeln, Blaubeeren und Brombeeren - essen: Eine Studie bestätigt die durchblutungsfördernde Kraft der darin enthaltenen Anthozyane.
    • Rauchstopp
    • Alkoholkonsum reduzieren
    • Entspannung und Stressreduktion
    • Regelmäßige Bewegung: Unerlässlich für eine funktionierende Potenz ist eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung und regelmäßiger Bewegung. Auch ein spezielles Intervall-Gefäßtraining für die Schwellzellen im Penis kann sinnvoll sein. Ist die optimale Gewebezusammensetzung des Penis (55 Prozent erektionsfördernde Zellen) nicht gegeben, kann man versuchen, die entsprechenden Zellen wieder aufzubauen. Dazu 30 bis 45 Sekunden volle Anstrengung leisten, zum Beispiel im Trippellaufen, dann drei bis dreieinhalb Minuten Pause. Das Ganze wiederholen. Untrainierte sollten mit zwei Intervallen an zwei Tagen pro Woche vorsichtig anfangen - mit Erholungszeit dazwischen. Das Training kann auf bis zu drei Tage in der Woche mit jeweils sechs Intervallen gesteigert werden. Während der Belastung wird Blut abgesaugt, bei der Entspannung schießen Blut und Sauerstoff in den Schwellkörper zurück. Zusätzlich zur Ernährungsumstellung kann Betroffenen regelmäßiges Beckenbodentraining helfen.
  • Behandlung von Grunderkrankungen: Die Behandlung von Grunderkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder hormonellen Störungen kann die Erektionsfähigkeit verbessern. Der natürlich sinkende Spiegel an Testosteron ab dem 50. Lebensjahr kann auch eine Ursache der Erektionsstörung sein. Zusätzlich zur erektilen Störung kann es bei einem sinkenden Testosteronspiegel auch zu Libidoverlust, depressiver Verstimmung, Antriebslosigkeit, schneller Ermüdbarkeit, abnehmender Leistungsfähigkeit und Hitzewallungen kommen. Der Testosteronmangel kann nach Ausschluss eines Prostatakarzinoms mit einer Testosteronsubstitution behandelt werden, die aber regelmäßig kontrolliert werden muss.

Symptomatische Therapie

Erst danach erfolgt bei Bedarf eine symptomatische Therapie, etwa mithilfe von PDE-5-Hemmern. Bei fast 80 % der betroffenen Männer kann eine Erektionsbesserung erreicht werden. Die erektionsfördernde Wirkung tritt dabei nur bei sexueller Stimulation ein.

  • PDE-5-Hemmer: Häufig werden sogenannte Phosphodiesterase-5-Hemmer in Form von Tabletten zur Therapie einer Erektionsstörung eingesetzt. Sie führen zu einer Erweiterung der Blutgefäße und ermöglichen damit eine Erektion des Penis. PDE-5-Hemmer helfen einem Großteil der von Erektionsstörungen Betroffenen. Allerdings helfen die Tabletten nicht gegen die eigentliche Ursache. Die am Markt verfügbaren Präparate unterscheiden sich vor allem in Dosierung, Wirkeintritt und Wirkdauer. Die Wirkung kann je nach Präparat zum Beispiel nach 15 Minuten oder erst nach 30 Minuten eintreten und 30 bis 60 Minuten anhalten. Mögliche Nebenwirkungen sind unter anderem Kopfschmerzen, Gesichtsrötung, Magen-Darm-Beschwerden und Rückenschmerzen.
  • Testosteron-Ersatztherapie: Bei einem Testosteronmangel kann Testosteron als Gel auf den Penis aufgetragen werden oder regelmäßig in größeren Abständen in den Muskel gespritzt werden.
  • Schwellkörper-Autoinjektions-Therapie (SKAT): Bei der sogenannten Schwellkörper-Autoinjektions-Therapie (SKAT) werden Medikamente, die die Erektion herbeiführen sollen, von den Betroffenen selbst mit einer dünnen Nadel in den Penis gespritzt. Ebenso leitet die Praxis für Urologie zur Schwellkörper-Autoinjektionstherapie (SKAT) sowie zur MUSE-Therapie an. Bei diesen Therapien für Impotenz werden Medikamente nicht in Tablettenform eingenommen, sondern vor dem Geschlechtsverkehr mittels Injektion oder Zäpfchen auf den Penis appliziert.
  • Vakuumpumpen: Einige Patienten bekommen mittels einer Vakuumpumpe das gewünschte Resultat. Bei lokalen Hilfsmitteln wie Vakuumpumpen wird ein Vakuum-Zylinder über den Penis gestülpt, um einen Unterdruck im Zylinder zu erzeugen und so Blut in den Schwellkörper zu saugen.
  • Penisprothese: Eine operative Implantation einer Penisprothese sollte die letzte Therapiewahl sein. Außerdem ist eine Implantation von Silikonkissen in den Schwellkörper möglich.
  • PRP-Therapie: In der URO CLINIC Augsburg wird die PRP-Therapie für Männer mit erektiler Dysfunktion angeboten. PRP (plättchenreiches Plasma) wird aus einer Blutprobe des Patienten gewonnen und schonend in den Penis injiziert. Es enthält Blutplättchen, in denen die Wachstumsfaktoren und andere Heilungskomponenten enthalten sind, die beschädigtes Gewebe regenerieren, die Durchblutung fördern und den Heilungsprozess unterstützen. Studien haben gezeigt, dass die PRP-Therapie vielversprechende Ergebnisse liefert. In einer Studie mit 17 Probanden wurde PRP in zwei Sitzungen verabreicht. Die Patienten berichteten über signifikante Verbesserungen der Erektionsqualität, der Krümmung des Penis und ein höheres Selbstvertrauen. Ja, PRP kann bei Problemen wie Impotenz helfen, die durch Nervenschäden, chirurgische Narben, Verletzungen und sogar Alterung verursacht werden. Das PRP-Serum enthält Blutplättchen, Wachstumsfaktoren und andere Heilungskomponenten, die beschädigtes Gewebe reparieren und Blutgefäße und Nerven regenerieren können, um das Gefühl und die sexuelle Leistungsfähigkeit zu steigern.

Weitere Therapieansätze

  • Ergonomischer Fahrradsattel: Für Fahrradfahrer kann die Anschaffung eines ergonomischen Sattels sinnvoll sein. Beim medizinischen Sattel - auch Prostata-Sattel genannt - fehlt die Sattelspitze.

Erektile Dysfunktion nach Prostatakrebsbehandlung

Wenn sich Männer wegen eines Prostatakarzinoms einer radikalen Prostatektomie (RPE) unterziehen müssen, haben viele von ihnen große Angst vor Inkontinenz und Impotenz als Folge der Operation. Die radikale Prostatektomie schädigt oft jene Nerven, die für eine Erektion wichtig sind. Eine der häufigsten unerwünschten Wirkungen der radikalen Prostatektomie ist deshalb die Erektile Dysfunktion. Umso wichtiger sind unterstützende Maßnahmen, die im Rahmen einer Frührehabilitation zeitnah nach der Operation begonnen werden sollten, um die Rate spontaner Erektionen zu verbessern. Unter der Einnahme eines PDE-5-Hemmers berichteten 40 Prozent der nervschonend operierten Patienten bereits zum Ende der Reha - also nach fünf bis sechs Wochen - über deutlich bessere Schwellungen des Penis bis hin zu für Geschlechtsverkehr ausreichenden Erektionen. Dies zeigt sehr gute frühfunktionelle Ergebnisse der nervschonenden RPE sowie der Rehabilitation der erektilen Funktion.

Medikamentöse Nervenreparatur nach Prostatektomie

Forschende des Albert Einstein College of Medicine haben ein neues Medikament entwickelt und in einer Tierstudie getestet, das womöglich die Nerven, die bei der radikalen Prostataektomie beschädigt wurden, regenerieren helfen und die erektile Funktion wiederherstellen kann. Das Medikament kann womöglich die Nerven, die bei der radikalen Prostataektomie beschädigt wurden, regenerieren helfen und die erektile Funktion wiederherstellen. Die Arznei regte nach der Nervenschädigung die Regeneration der Nerven an und die erektile Funktion erholte sich teilweise wieder. Diese Nervenregeneration ließ sich in sieben von acht mit dem Anti-FL2-Medikament behandelten Tieren nachweisen. Das FL2 siRNA-Medikament war sogar in der Lage, Lücken von einigen Millimetern zwischen den beschädigten Nervenenden zu heilen. Ein Ergebnis, das sich zuvor nur durch eine Transplantation von Nerven erzielen ließ.

Prognose der erektilen Dysfunktion

Eine verlässliche Prognose ist, auch mangels geeigneter prognostischer Parameter und aufgrund des komplexen Zusammenspiels von körperlichen und psychischen Faktoren, in den meisten Fällen nicht möglich. Retrospektive Studien lassen vermuten, dass Männer, deren erektile Dysfunktion auf Durchblutungsstörungen zurückgeht, auch ein erhöhtes Risiko für andere Gefäßerkrankungen/Herz-Kreislauf-Erkrankungen haben. Viele Männer, bei denen eine koronare Herzkrankheit festgestellt wird, haben bereits seit etwa 3 Jahren eine erektile Dysfunktion. Eine stufenweise Verschlechterung spricht für eine körperliche Ursache der erektilen Dysfunktion und sollte ggf. abgeklärt werden.

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