Rehakliniken für Kinder mit Migräne und psychosomatischen Erkrankungen

Kinder und Jugendliche, die unter Migräne, psychosomatischen Beschwerden oder psychischen Auffälligkeiten leiden, benötigen eine spezielle und umfassende Betreuung. Rehakliniken, die sich auf diese Zielgruppe spezialisiert haben, bieten ein interdisziplinäres Therapiekonzept, das sowohl die körperlichen als auch die seelischen Bedürfnisse der jungen Patienten berücksichtigt.

Indikationen für eine Reha-Maßnahme

Reha-Maßnahmen für Kinder und Jugendliche können bei einer Vielzahl von Beschwerden indiziert sein, darunter:

  • Asthma und chronische Bronchitis
  • Starkes Übergewicht
  • Psychische Auffälligkeiten wie ADHS
  • Schwere Schulprobleme
  • Chronische Kopfschmerzen und Migräne
  • Psychosomatische Krankheitsbilder und Entwicklungsstörungen
  • Sprachentwicklungsstörungen
  • Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörungen (AD(H)S)
  • Ausscheidungsstörungen (z.B. Einnässen)
  • Orthopädische Erkrankungen
  • Depressionen und Angststörungen
  • Essstörungen

Ursachen und Auswirkungen von psychosomatischen Erkrankungen

Psychosomatische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen können vielfältige Ursachen haben. Falsche Ernährung, zu wenig Bewegung, genetische Faktoren oder ungünstige Lebensumstände können eine Rolle spielen. Auch emotionale Belastungen wie Stress in der Schule, Ärger in der Familie oder Mobbing können sich negativ auf die Gesundheit auswirken.

Die Folgen von psychosomatischen Erkrankungen können sowohl körperlicher als auch seelischer Natur sein. Übergewicht, Diabetes, Bluthochdruck, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Gelenkschäden sind mögliche körperliche Folgen. Seelisch leiden die Kinder und Jugendlichen oft unter Traurigkeit, Rückzug, Aggressivität oder einer verzögerten Entwicklung.

Das Therapiekonzept in Rehakliniken für Kinder und Jugendliche

Rehakliniken für Kinder und Jugendliche mit Migräne und psychosomatischen Erkrankungen verfolgen einen ganzheitlichen Therapieansatz. Dieser umfasst in der Regel folgende Elemente:

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  • Medizinische Behandlung: Die medizinische Behandlung umfasst die Diagnostik und Therapie der körperlichen Beschwerden, wie z.B. Kopfschmerzen, Asthma oder Übergewicht.
  • Psychotherapie: Die Psychotherapie dient der Bearbeitung der seelischen Probleme und der Stärkung der psychischen Gesundheit. Es werden verschiedene Therapieformen eingesetzt, wie z.B. Verhaltenstherapie, Familientherapie oder humanistische Psychologie.
  • Ergotherapie: Die Ergotherapie unterstützt die Kinder und Jugendlichen dabei, ihreHandlungsfähigkeit im Alltag zu verbessern.
  • Ernährungsberatung: Die Ernährungsberatung hilft den jungen Patienten, eine gesunde Ernährung zu erlernen und umzusetzen.
  • Sport- und Bewegungstherapie: Die Sport- und Bewegungstherapie fördert die körperliche Fitness und das Wohlbefinden.
  • Entspannungsverfahren: Entspannungsverfahren wieAutogenes Training oder Progressive Muskelentspannung helfen den Kindern und Jugendlichen, Stress abzubauen und zur Ruhe zu kommen.
  • Spezialtherapeutische Freizeitangebote: Spezialtherapeutische Freizeitangebote wie Musiktherapie, Tanztherapie oder tiergestützte Therapie können die Therapie ergänzen und den jungen Patienten neue Möglichkeiten der Selbstentfaltung eröffnen.
  • Schulunterricht: Um den Schulstoff nicht zu versäumen, bieten viele Rehakliniken Schulunterricht an.

Jugendpsychosomatik als spezielle Therapieform

Die Jugendpsychosomatik stellt ein spezielles Behandlungsangebot für junge Menschen im Alter von 16 bis 21 Jahren dar. Sie schließt eine Versorgungslücke zwischen ambulanten und stationären Behandlungen. Ein Team von Therapeuten und einem Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie bietet in dieser wichtigen Übergangszeit kompetente Hilfen zur Bewältigung unterschiedlicher Lebens- und Entwicklungskrisen.

Das Konzept der Jugendpsychosomatik basiert auf der Idee der „bezogenen Individuation“. Es unterstützt Heranwachsende dabei, innerhalb ihrer Familie und ihrer Peergroup ihren eigenen Weg zu finden, der Wachstum und Entwicklung ermöglicht. Dabei werden sowohl psychotherapeutische Richtlinienverfahren als auch weitere, hochwirksame Therapien eingesetzt.

Die Rolle der Familie

Die Familie spielt eine wichtige Rolle im Therapieprozess. In Elterngesprächen werden die Auswirkungen der Erkrankung auf die Familie thematisiert und Möglichkeiten gesucht, wie es für die gesamte Familie „gut weitergehen“ kann. In manchen Fällen können auch Eltern-Kind-Psychotherapien oder Rehabilitationsbehandlungen für Patienten nach psychotischen Erkrankungen angeboten werden.

Auswahl einer geeigneten Rehaklinik

Bei der Auswahl einer geeigneten Rehaklinik für Kinder und Jugendliche mit Migräne und psychosomatischen Erkrankungen sollten folgende Kriterien berücksichtigt werden:

  • Spezialisierung: Hat die Klinik Erfahrung in der Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit den spezifischen Beschwerden des Patienten?
  • Therapiekonzept: Entspricht das Therapiekonzept den Bedürfnissen des Patienten?
  • Qualifikation des Personals: Sind die Ärzte, Therapeuten und Pflegekräfte qualifiziert und erfahren?
  • Atmosphäre: Fühlt sich der Patient in der Klinik wohl?
  • Lage: Ist die Klinik gut erreichbar?

Eine Liste von Rehakliniken für Kinder und Jugendliche findet sich oft auf Webseiten, wobei die Möglichkeit besteht, die Kliniken nach Postleitzahl zu sortieren oder direkt auf der Deutschlandkarte auszuwählen. Die Webseiten der Kliniken bieten in der Regel detaillierte Informationen über das Therapieangebot und die Kontaktdaten der Ansprechpartner.

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Patienten haben in Bezug auf die Rehabilitationsklinik, in der sie behandelt werden möchten, ein sogenanntes „Wunsch- und Wahlrecht“.

Akupunktur als ergänzende Therapie bei Migräne

Die Akupunktur kann als ergänzende Therapie bei der Behandlung von Migräne bei Kindern und Jugendlichen eingesetzt werden. Bei dieser Therapie-Methode, die zur Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gehört, werden bestimmte Reflexpunkte unter der Haut mithilfe spezieller Akupunkturnadeln gestochen und auf diese Weise die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert. Akupunktur wirkt nachweislich entzündungs- und schmerzhemmend.

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