Fast die Hälfte der Deutschen leidet unter Nackenschmerzen, wobei ältere Menschen stärker betroffen sind. Viele wissen oder ahnen, dass ihre Nacken- und Schulterschmerzen nicht nur körperliche Ursachen haben können, sondern ein Zusammenhang mit Stress, Sorgen oder Erwartungen, bestehen kann, die sprichwörtlich auf den Schultern lasten. Dieser Artikel beleuchtet die vielfältigen Ursachen von Nervenzusammenbrüchen, auch bekannt als psychische oder emotionale Zusammenbrüche, und bietet einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Faktoren, die zu diesem Zustand beitragen können. Dabei werden sowohl psychische als auch physische Aspekte berücksichtigt, um ein ganzheitliches Verständnis zu ermöglichen.
Einführung
Ein Nervenzusammenbruch ist ein Zustand extremer psychischer Belastung, der dazu führt, dass eine Person nicht mehr in der Lage ist, ihren Alltag zu bewältigen. Dieser Zustand kann sich in einer Vielzahl von Symptomen äußern, darunter Angstzustände, Depressionen, Schlafstörungen, Reizbarkeit und Konzentrationsschwierigkeiten. Die Ursachen für einen Nervenzusammenbruch sind vielfältig und komplex, oft spielen mehrere Faktoren gleichzeitig eine Rolle. Es ist wichtig zu betonen, dass ein Nervenzusammenbruch keine medizinische Diagnose im eigentlichen Sinne ist, sondern eher eine Beschreibung eines Zustands extremer Belastung.
Psychische Ursachen von Nackenschmerzen und Nervenzusammenbrüchen
Psychische Faktoren spielen eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von Nackenschmerzen und Nervenzusammenbrüchen. Seelische Belastungen können körperliche Reaktionen auslösen, die sich in Muskelverspannungen und Schmerzen im Nacken- und Schulterbereich äußern. Stress, Angst und Depressionen sind häufige Auslöser für diese Art von Beschwerden. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Vagusnerv, der an der Regulation von Entspannung und Erholung beteiligt ist.
Stress und Überforderung
Herausfordernde Arbeitsbedingungen, Leistungserbringung bis zur Erschöpfung, gepaart mit fehlendem Ausgleich (Work-Life-Balance), führen bei Beschäftigten immer häufiger zu einem Zustand des „Ausgebranntseins“ (Burnout). Dieser Zustand kann zu Folgestörungen, wie zum Beispiel einer Depression, führen, wodurch sich auch längere Zeiträume von Arbeitsunfähigkeit ergeben können. Die moderne Arbeitswelt stellt hohe Anforderungen an uns, die oft zur Überforderung bis hin zu psychischen Belastungen und Burnout führen.
Burnout-Syndrom
Unter dem Burnout-Syndrom versteht man einen Zustand totaler körperlicher, emotionaler und geistiger Erschöpfung mit verminderter Leistungsfähigkeit. Burnout ist keine eigenständige Krankheit, sondern eine Risikosituation, aus der sich psychische oder psychosomatische Störungen entwickeln können. Mögliche Folgen sind Depressionen, Angststörungen oder körperliche Beschwerden wie hoher Blutdruck, Herz- und Magenbeschwerden oder Kopfschmerzen.
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Trauma und belastende Lebensereignisse
Manche Erlebnisse sind so dramatisch, dass das menschliche Gehirn sie nicht verarbeiten kann. Traumatisierte Menschen leiden oft ihr ganzes Leben unter schwerwiegenden Folgestörungen. Doch wo liegt der Unterschied zwischen einer belastenden Lebenssituation und einem Trauma? Was sind die Ursachen und Symptome? Und wie kann man Traumapatienten helfen? Ein Umzug, eine Kündigung, ein Todesfall oder eine schwerere körperliche Erkrankung - und plötzlich ist nichts mehr, wie es war. Wenn durch ein entscheidendes Ereignis auf einmal die vertrauten Wege und Abläufe wegfallen, müssen Betroffene sich manchmal ganz neu finden.
Anpassungsstörungen
Eine Anpassungsstörung ist eine Reaktion auf verschiedenste Belastungen. Dazu gehören Scheidung, Mobbing oder Arbeitsplatzverlust. Aber auch der Tod von Angehörigen, eine schwere Krankheit oder Heirat kann eine solche Störung hervorrufen. Voraussetzung für die Diagnose Anpassungsstörung ist ein konkretes, belastendes Ereignis, das dazu führt, dass die betroffene Person längere Zeit emotional beeinträchtigt und in ihren sozialen Funktionen und Leistungen eingeschränkt ist.
Körperliche Ursachen von Nackenschmerzen und Nervenzusammenbrüchen
Nackenschmerzen entstehen, genauso wie Kopfschmerzen, selten nur durch körperliche Ursachen wie eine ungünstige Kopfhaltung oder intensive Smartphone-Nutzung. Oft wirken muskuläre Verspannungen und seelische Belastungen zusammen und beeinflussen sich gegenseitig: Stress, Sorgen oder negative Gedanken können bestehende Beschwerden verstärken oder deren Abklingen beeinträchtigen. Umgekehrt führen anhaltende Schmerzen oft zu innerer Anspannung und psychischem Druck - ein Kreislauf, der die Beschwerden aufrechterhält.
Muskelverspannungen
Psychische Nackenschmerzen entstehen, wenn seelische Belastungen körperliche Reaktionen auslösen. Meist treten sie in Verbindung mit Stress, Angst oder Depressionen auf. Dabei verspannen sich die Muskeln im Nacken- und Schulterbereich, was zu Schmerzen führen kann.
Chronische Erkrankungen
Nicht alle Nacken- und Rückenschmerzen sind harmlos oder seelisch bedingt. In den meisten Fällen lassen sie sich zwar durch Bewegung, Entspannung oder eine bessere Haltung bessern, doch manchmal steckt eine ernsthafte Erkrankung dahinter. Solche Symptome sollten immer ärztlich abgeklärt werden, da sie auf körperliche Ursachen wie Nervenreizungen, Entzündungen oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen hinweisen können.
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Schlafstörungen
Burnout-Betroffene fühlen sich häufig müde und überfordert. Sie haben den Eindruck, dass ihnen ihre Arbeit oder ihr Alltag ´über den Kopf wächst´. Ihr Bedürfnis nach Ruhe wird immer größer. Gleichzeitig finden Menschen mit Burnout kaum Erholung. Sie können häufig auch nur schwer abschalten und leiden unter Schlafstörungen.
Persönliche Faktoren
Ein Burnout kann jeden treffen. Doch häufig sind Menschen betroffen, die eine Tendenz zum Perfektionismus und Überengagement haben, vieles auf einmal machen wollen, sich gerne „einspannen“ lassen oder ein ausgeprägtes Verantwortungsgefühl haben, sich schnell verantwortlich fühlen.
Perfektionismus und hohe Ansprüche
Die tiefer liegenden Ursachen, wie beispielsweise die Verinnerlichung von Leistungsstreben und Einsatzbereitschaft, die sich in Glaubenssätzen, wie beispielsweise: „Du musst alles schaffen!“ oder „Du darfst keine Enttäuschung sein“, manifestieren und in Konflikten als emotionale Übertragungsmuster zeigen, können so nicht komplett erreicht werden. Bei von Burnout betroffenen Personen, die sehr leistungsorientiert sind, kann selbst das Ziel der Behandlung als Herausforderung erlebt werden, die es mit maximalem Erfolg in kürzester Zeit zu bewältigen gilt.
Mangelnde Resilienz
Wie sehr ein dramatisches Erlebnis das weitere Leben beeinflusst, hängt von der individuellen Widerstandsfähigkeit eines Menschen ab, Resilienz genannt. Personen mit einer starken Resilienz erholen sich schneller und leiden seltener an Folgeerkrankungen.
Gesellschaftliche und berufliche Faktoren
Auslöser sind in den meisten Fällen Überlastung durch hohe Anforderungen bei der Arbeit und im Privatleben, ständige Erreichbarkeit und verdichtete Kommunikationsmöglichkeiten, Zeitdruck, wachsende Verantwortung, Angst vor Arbeitsplatzverlust, Nacht- und Schichtarbeit. Auch Mobbing oder ein schlechtes Betriebsklima fördern die Entwicklung eines Burnout.
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Arbeitsplatzbezogener Stress
Burnout wird als ein Syndrom verstanden, das als Folge chronischen arbeitsplatzbezogenen Stresses auftritt, der nicht erfolgreich bewältigt wurde. Burnout bezieht sich spezifisch auf arbeitsbezogene Phänomene und sollte nicht zur Beschreibung von Erfahrungen in anderen Lebensbereichen benutzt werden.
Mangelnde Wertschätzung
Andere Ansätze sehen die wesentlichen Ursachen des Burnout-Syndroms eher in äußeren Stressfaktoren am Arbeitsplatz, wie Mobbing, Unter- oder Überforderung oder geringer Wertschätzung und Bezahlung. Auch wenn die auslösenden Faktoren, je nach Ansatz, als außerhalb der jeweiligen Person gesehen werden, so ist immer der individuelle Umgang mit den äußeren Belastungen entscheidend und auch therapeutisch beeinflussbar.
Symptome eines Nervenzusammenbruchs
Ein Burnout-Syndrom ist ein komplexes Beschwerdebild. Betroffene berichten häufig von Erschöpfungszuständen, teils aus geprägter Abgeschlagenheit, teils aus hoher Anspannung, Gehetzt-Sein und Frustration hinsichtlich unerfüllter Vorhaben und Wünsche. Bei demder Hausärztin stellen sich die Patient*innen häufig mit körperlichen Beschwerden vor, sind von einer körperlichen Ursache überzeugt und schließen es geradezu aus, dass eine psychische Belastung vorliegen könnte.
Emotionale Symptome
Emotionale Symptome bestehen im Wesentlichen aus Erschöpfungsgefühl, Reizbarkeit und innerer Unruhe.
Verhaltensbezogene Symptome
Sämtliche Symptome auf Verhaltensebene sind Versuche, ein Kernproblem extern oder intern durch Anstrengungen zu lösen. Diese Versuche sind oft unzweckmäßig und führen in Teufelskreise. Solange keine Lösung gelingt, besteht Dauerstress.
Körperliche Symptome
Körperliche Symptome sind vielfältig und wechselhaft (bspw. Schwindel, Magen-Darm-Beschwerden), Schmerzen können stärker wahrgenommen werden.
Diagnose und Behandlung
Beschwerden im Nackenbereich können viele Ursachen haben und sollten zunächst immer ärztlich abgeklärt werden, um Erkrankungen wie Bandscheibenprobleme oder Muskelverletzungen auszuschließen. Ob Nackenschmerzen seelisch mitbedingt sind, lässt sich nur durch eine sorgfältige Abklärung feststellen. Zunächst sollte immer ein Arzt oder eine Ärztin aufgesucht werden, um Ursachen wie Muskelverletzungen, Bandscheibenprobleme oder Fehlhaltungen auszuschließen. Wenn keine eindeutige körperliche Ursache vorliegt, können psychische Faktoren eine Rolle spielen. In diesem Fall kann man sich an Fachärzte für Psychosomatische Medizin, Psychotherapeuten oder Schmerztherapeuten wenden.
Psychotherapie
Wenn Stress, Sorgen, Überforderung etc. Schmerzen verstärken, kann eine psychotherapeutische Begleitung sinnvoll sein. Wer unter wiederkehrenden oder chronischen Nackenschmerzen leidet, die durch die Psyche beeinflusst werden, kann selbst einiges tun, um die Beschwerden zu lindern.
Entspannungstechniken
Chronische Nackenschmerzen lassen sich am besten behandeln, wenn Körper und Psyche gleichermaßen berücksichtigt werden. Eine Kombination aus Bewegung, Entspannung und psychotherapeutischen Ansätzen kann helfen, Beschwerden zu lindern und diesen längerfristig vorzubeugen. Entspannungsverfahren wie Progressive Muskelrelaxation oder Autogenes Training helfen, die Muskulatur gezielt zu lockern. Auch Meditation oder Achtsamkeitsübungen können innere Ruhe fördern und die Körperwahrnehmung verbessern. Yoga unterstützt mit sanften Dehnungen und Atemübungen zusätzlich die Entspannung. Auch Qigong und Tai Chi können Betroffenen von Nackenschmerzen, die von der Psyche kommen, dabei helfen, zu entspannen.
Bewegung und Sport
Regelmäßige Bewegung hilft, Verspannungen zu lösen, die Muskulatur zu stärken und Stress abzubauen. Schon kurze Bewegungspausen im Alltag fördern die Durchblutung und eine bessere Haltung. Wichtig ist, eine Bewegungsform zu wählen, die Freude bereitet und keinen zusätzlichen Druck erzeugt. Besonders leicht lassen sich Spazierengehen, Walken, Joggen, Radfahren oder Tanzen in den Alltag integrieren. Wer gleichzeitig etwas für seine Stimmung tun möchte, ist gemeinsam mit Freunden aktiv oder schließt sich einer Gruppe an.
Medikamentöse Behandlung
Je nach Schwere der Erkrankung kann auch eine zusätzliche medikamentöse Behandlung sinnvoll sein.
Prävention
Um einem Burnout-Syndrom entgegenzuwirken, sollte man darauf achten, mit den eigenen Ressourcen achtsam umzugehen und aktiv vorbeugen. Dazu gehört, bewusst Pausen einzulegen, in denen man sich vom beruflichen und privaten Stress erholen kann, um richtig abschalten zu können. Auch Arbeitgeber können zur Vermeidung von Burnout-Krankschreibungen ihrer Mitarbeiter beitragen: Mitarbeiter*innen sollten Anerkennung für ihre geleistete Arbeit und regelmäßige Wertschätzung für ihr Engagement erfahren.
Analyse der eigenen Situation
Analysieren Sie Ihre eigene Situation: Wofür stehe ich? Was sind meine Ziele? Lohnt sich die Anstrengung, die ich auf mich nehme? Was sind meine Stärken oder welche Stärken möchte ich entwickeln? Was tue ich gerne, was eher nicht? Welche innere Haltung habe ich? Bin ich zuversichtlich oder pessimistisch? Wie bin ich organisiert? Entspricht mein Tun dem, was ich anstrebe? Was treibt mich an? Meine eigenen Bedürfnisse oder die anderer? Bin ich Einzelgänger oder Teamplayer? Pflege ich mein Netzwerk? Welche Strategie verfolge ich? Wie will ich wirken und warum? Was leiste ich für meine Entwicklung? Ist Freizeit bei mir freie Zeit? Fühle ich mich überlastet? Bin ich erschöpft? Habe ich bereits körperliche Symptome? Welche Lösungen gibt es zur Vermeidung einer Dauer-Belastung?
Überprüfung der Lebensführung
Überprüfen oder ändern Sie Ihre Lebensführung, wichtig sind: ausreichend Schlaf, regelmäßige Bewegung, gesunde Ernährung, Entspannungstechniken, Freundschaften und Hobbies. Meiden Sie Alkohol, Nikotin und Drogen. Kaffee in Maßen.
Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?
Professionelle Hilfe sollte man bei folgenden Symptomen in Anspruch nehmen: psychische Beschwerden wie deprimierte, traurige Gefühle die sich selbständig nicht bessern lassen oder Ängste und Panikattacken, wechselnde körperliche Beschwerden, für die man keine Ursache erkennt und psychische Belastungen die im Zusammenhang auftreten nicht verschweigen - besonders, wenn auch Freizeit oder Urlaub keine Erholung bringen.
Wo finde ich Hilfe?
Erste Anlaufstelle kann die Hausarzt-Praxis sein. Hier können erste Untersuchungen durchgeführt und weitere Schritte eingeleitet werden, etwa die Überweisung an Fachärztinnen für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie oder an approbierte psychologische Psychotherapeutinnen. Diese unterstützen dabei, die Ursachen der Burnout-Symptome zu analysieren und Lösungswege aufzuzeigen. Darüber hinaus können Sie sich auch an Selbsthilfegruppen wenden, um das Gespräch mit anderen Betroffenen zu suchen und sich auszutauschen.
Robert Schumanns Nervenzusammenbruch: Ein Fallbeispiel
Das Leben des Komponisten Robert Schumann ist ein bekanntes Beispiel für einen Nervenzusammenbruch. Schumann litt unter Depressionen, Angstzuständen und Halluzinationen, die schließlich zu seinem Selbstmordversuch und seiner Einweisung in eine Heilanstalt führten.
Symptome und Verlauf
Am 10. Februar traten akustische Halluzinationen auf. Schumann stand nachts auf und notierte ein Thema, "welches ihm die Engel vorsangen". Am Morgen verwandelten sich die Stimmen in ein gräßliches Gekreisch von Dämonen, die sich auf den Kranken zu stürzen drohten. Der hochgradig erregte Patient war kaum zu bändigen. Dieser Zustand hielt über mehrere Tage an. Schumann drängte auf seine Einlieferung in eine Heilanstalt. Am Rosenmontag, dem 27. Februar 1854, unternahm er einen Selbstmordversuch. Am 4. März wurde er, begleitet von zwei kräftigen Wärtern, in die Irrenanstalt des Dr. Richarz in Endenich bei Bonngebracht. Dort starb er zwei Jahre später, am 29. Juli 1856.
Mögliche Ursachen
Berufliche Mißerfolge kamen hinzu: Nicht er, sondern Niels W. Gade, der dänische Komponist, wurde zum Leiter der Gewandhauskonzerte in Leipzig berufen. Clara schrieb, es seien nun schreckliche Tage gefolgt, Robert habe keine Nacht geschlafen, er habe sich gänzlich aufgegeben. Ein Jahr später, 1845, kamenbeängstigende Hörstörungen hinzu, er vernahm ein beständiges Singen und Brausen im Ohr. 1853, im Jahr vor der Katastrophe, hatte sich die Lage dramatisch zugespitzt: Als Städtischer Musikdirektor stand er vor dem Aus, seine kompositorische Inspiration lag darnieder, seine Ehe war zerrüttet, die Gesundheit zerstört. Tagaus, tagein quälten ihn Schwindelanfälle, Gehörtäuschungen, Schlaflosigkeit und schwereDepressionen. Im Juni 1853 befiel Schumann ein "Nervenschlag".
Diagnose und Behandlung
Im Stile seiner Zeit erkannte Richarz als Ursache ein "unangemessenes geistiges, zumal künstlerisches Produzieren", was jene "durch Überanstrengung herbeigeführte Krankheit" auslöste. In einem Artikel, der am 15. April 1873 in der "Kölnischen Zeitung" erschien, wird derselbe Dr. Richarz etwas deutlicher, das heißt, man hat den Eindruck, daß er mehr einen physischen, organischen Prozeß im Auge hat, wenn er schreibt: "Schumanns letzte verderbliche Krankheit war nicht eine primär-spezifische Geisteskrankheit. Sie bestand vielmehr in einem langsamen, aber unaufhaltsam sich vollziehenden Verfall der Organisation und der Kräfte desGesamtnervensystems in Form der unvollständigen Paralyse."
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