Ronja von Rönne, eine deutsche Autorin und Moderatorin, hat sich in ihren Werken und öffentlichen Auftritten immer wieder mit dem Thema Trotz auseinandergesetzt. Ihre Essays, Romane und Moderationen zeichnen ein Bild einer Frau, die sich nicht scheut, Konventionen zu hinterfragen und gegen Ungerechtigkeiten aufzubegehren. Dieser Artikel beleuchtet Ronja von Rönnes Auseinandersetzung mit dem Trotzbegriff, ihre Erfahrungen in der Medienwelt und ihre Positionen zu gesellschaftlichen Fragen wie Feminismus und Identität.
Der Trotz als Motor für Veränderung
Ronja von Rönne widmete dem Trotz sogar einen Essay, in dem sie sich selbst als Trotzkopf bezeichnet, der mit 31 Jahren bereits einiges erreicht hat. Sie hat zwei Romane geschrieben, zuletzt „Ende in Sicht“, und moderiert eine eigene Sendung bei Arte. Für sie ist Trotz ein Waagschalen-Moment, der dazu anregt, die Ursachen für dieses Gefühl zu untersuchen und sich gegen innere oder äußere Ungerechtigkeiten zu wehren.
Trotz kann im Großen, wie bei Frauen im Iran, die ihre Kopftücher abwerfen, Revolutionen ermöglichen. Aber auch im Kleinen, wenn man im Alltag merkt, was einem nicht guttut. Ronja von Rönne sieht Trotz als einen wichtigen Impuls, der Menschen davor bewahrt, sich in die Knie zwingen zu lassen. Sie betont, dass es ein Wagnis ist, etwas zu behaupten, ohne die Gewissheit zu haben, Recht zu haben.
Allerdings warnt sie auch vor den Gefahren des Trotzes, wenn er dazu führt, die Augen vor der Realität zu verschließen, wie bei Impfgegnern oder Menschen, die den Klimawandel leugnen. In solchen Fällen wird der Trotz nicht mehr zum Fortschrittsmotor, sondern zur Bremse.
Ronja von Rönne in der Medienwelt: Skurrile Erlebnisse und feministische Debatten
Ronja von Rönne hat in der Medienwelt vielfältige Erfahrungen gesammelt. Ihre skurrilsten Buchmesse-Erlebnisse waren oft mit Sascha Lobo verbunden. Einmal sorgte ein spezieller Apple-Adapter für eine „Epilepsie auslösende Multimedia-Performance aus den 80ern“ während Lobos Sobooks-Präsentation. Ein anderes Mal zitterte sie bei einer Periscope-Übertragung seiner Präsentation so stark, dass sich Lobos Follower um ihren Gesundheitszustand sorgten. Vor einigen Jahren interviewte sie am Frankfurter Hauptbahnhof einen betrunkenen Punk mit rotem Iro, der Sascha Lobo ähnelte.
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In Deutschland gab es eine Diskussion um Ronja von Rönne, nachdem sie in der „Welt“ einen Artikel gegen den Feminismus verfasst hatte. Ihre Positionen zum Feminismus sind jedoch komplex und nicht immer eindeutig. Sie kritisiert, dass Literatur oft in Kategorien wie „Frauenliteratur“ eingeordnet wird, was sie als abstoßend empfindet. Für sie ist es wichtig, dass Literatur authentisch ist und etwas zu sagen hat, unabhängig vom Geschlecht des Autors oder der Autorin.
Ronja von Rönne und die Suche nach Identität
Ronja von Rönne beschäftigt sich in ihren Werken auch mit der Frage nach Identität. In ihrem Roman „Ende in Sicht“ thematisiert sie eine Krankheit, an der sie selbst leidet. Die Heldin ihres autobiografischen Romans „Elephantinas Moskauer Jahre“ lehnt ihr Geschlecht ab, um sich dem rein Geistigen und Metaphysischen widmen zu können. Sie selbst sagt, dass es schwierig ist, zu leben, besonders als Frau. Literatur wurde traditionell von Männern geschrieben, und Frauen können sich oft mit männlichen Figuren identifizieren. Es ist wichtig, dass ein weibliches Ich auch als neutrales Ich wahrgenommen wird und nicht mehr als frauenspezifische Kunst oder Literatur.
Weitere Einblicke in gesellschaftliche und kulturelle Themen
Die zur Verfügung gestellten Informationen enthalten weitere interessante Einblicke in gesellschaftliche und kulturelle Themen, die im Zusammenhang mit Ronja von Rönnes Werk und Wirken relevant sein könnten:
- Russland und Identitätsverwirrung: Julia Kissina beschreibt Russland als ein Land in einer Art Epilepsie, in einem psychotischen Zustand bezüglich seiner Identität. Die Menschen greifen auf Religion und traditionelle Geschlechterrollen zurück, um Ruhe zu finden.
- Feminismus in Russland: Marlene Kienberger erklärt, dass Russland eine lange feministische Tradition hat, die jedoch unter Stalin wieder revidiert wurde. Heute gilt Feminismus oft als Schimpfwort.
- Die Rolle der Frau in der Kunst: Julia Kissina kritisiert, dass Frauen in der Moskauer Kunstszene der 1980er Jahre oft nur Beiwerk oder Gehilfinnen waren. Sie erfüllten das Bild der Heiligen durch Selbstaufopferung.
- Konsumkultur und Ästhetische Ökonomie: Dirk Hohnsträter fordert, dass wir uns wieder mehr Zeit nehmen bei der Herstellung von Dingen, bei der Suche nach ihnen und beim alltäglichen Leben.
- Ungerechtigkeit und Menschenrechtsverletzungen: Es werden Beispiele von Menschenrechtsverletzungen in China und der Kampf gegen illegalen Holzhandel genannt.
- Die Situation von Lehrern in Deutschland: Immer mehr Lehrerinnen und Lehrer kündigen ihren Job, weil sie es im System Schule nicht mehr aushalten. Sie beklagen mangelnde Wertschätzung, fehlende Möglichkeiten zur Weiterentwicklung und die Starrheit des Systems.
- Die Sturmflut von 1962: Die Sturmflut von 1962 im Norden wird als ein Ereignis beschrieben, das viele Norddeutsche bis heute aufwühlt.
- Die Krise der Schiffbauindustrie: Die Krise der Schiffbauindustrie ist für die betroffenen Menschen und ihre Familien eine Katastrophe.
- Der Fall Murat Kurnaz: Der Fall Murat Kurnaz erregte die Gemüter der ganzen Republik.
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