Rückenmark Verklebt Bandscheibenvorfall: Ursachen, Symptome und Behandlung

Rückenschmerzen sind ein weit verbreitetes Gesundheitsproblem mit vielfältigen Ursachen. Eine besonders komplexe und schmerzhafte Form ist die Radikulopathie, die durch gereizte Nervenwurzeln verursacht wird. In diesem Artikel werden wir uns ausführlich mit den Ursachen, Symptomen und Behandlungsmöglichkeiten von Rückenmark Verklebt Bandscheibenvorfall auseinandersetzen.

Einführung

Die Wirbelsäule ist eine komplexe anatomische Struktur, die aus Wirbeln, Bandscheiben und dem Rückenmark besteht. Verschiedene Faktoren können zu einer Reizung oder Kompression der Nervenwurzeln führen, was als Radikulopathie bezeichnet wird. Eine häufige Ursache hierfür ist ein Bandscheibenvorfall oder verklebte Faszien.

Anatomie der Wirbelsäule

Um die Ursachen und Auswirkungen von Rückenmark Verklebt Bandscheibenvorfall besser zu verstehen, ist es wichtig, die Anatomie der Wirbelsäule zu kennen.

Wirbel

Die Wirbelsäule besteht aus 24 beweglichen Wirbeln, die in fünf Abschnitte unterteilt sind:

  • Halswirbelsäule (C1-C7): Unterstützt den Kopf
  • Brustwirbelsäule (T1-T12): Mit den Rippen verbunden
  • Lendenwirbelsäule (L1-L5): Trägt das meiste Gewicht des Körpers
  • Kreuzbein: Fünf miteinander verschmolzene Wirbel
  • Steißbein

Die einzelnen Wirbelkörper sind im seitlichen und hinteren Abschnitt durch kleine Gelenke (Facettengelenke) miteinander verbunden. Weitere Gelenke befinden sich zwischen Wirbelsäule und Rippen (Costotransversal- und Costovertebralgelenke) und zwischen Kreuzbein und Darmbein (Ileosakralgelenk).

Lesen Sie auch: Der Conus Medullaris: Eine detaillierte Analyse

Bandscheiben

Zwischen den Wirbeln befinden sich die Bandscheiben, die als stoßdämpfende Polster fungieren und die Flexibilität der Wirbelsäule ermöglichen. Sie bestehen aus einem äußeren Ring aus Faserknorpel und einem weichen Kern.

Rückenmark

Das Rückenmark ist eine Verlängerung des zentralen Nervensystems, das sich im Wirbelkanal erstreckt. Es überträgt Nervensignale zwischen dem Gehirn und dem Rest des Körpers. In der Lendenwirbelsäule endet das Rückenmark und geht in mehrere Nervenwurzeln (Spinalnerv) über, die als Cauda equina bekannt ist. Durch seitlich gelegene Löcher (Foramina) treten die Spinalnerven aus dem knöchernen Wirbelkanal (Spinalkanal) aus und versorgen bestimmte Bereiche oder Gliedmaßen des Körpers.

Ursachen von Rückenmark Verklebt Bandscheibenvorfall

Die Ursachen einer Radikulopathie können vielfältig sein und hängen oft mit der Reizung oder Kompression der Nerven in der Wirbelsäule zusammen.

Bandscheibenvorfall

Ein Bandscheibenvorfall tritt auf, wenn der äußere Faserring einer Bandscheibe reißt und der weiche Kern austritt. Dieser Kern kann auf die Nervenwurzeln drücken und so Schmerzen und andere Symptome verursachen.

Spinalkanalstenose

Bei einer Spinalkanalstenose verengt sich der Wirbelkanal, in dem das Rückenmark verläuft. Ursache dafür sind vor allem degenerative Prozesse. Dabei ragen Knochenanbauten oder verdickte Bänder in den Spinalkanal hinein und drücken auf Rückenmark und Nervenwurzeln.

Lesen Sie auch: Rückenmarksanatomie im Detail erklärt

Überspannte Muskeln und fasziale Verklebungen

Überspannte Muskeln können durch verschiedene Faktoren verursacht werden, darunter langes Sitzen im Alltag, falsche Körperhaltung, übermäßige Belastung oder Stress. Fasziale Verklebungen treten auf, wenn das normalerweise gleitende Bindegewebe zwischen den Muskeln und um die Organe herum verklebt oder verhärtet. Die Kombination von überspannten Muskeln und faszialen Verklebungen kann zu einer Schädigung im muskuloskelettalen System führen, insbesondere im Bereich vom Rücken.

Wirbelblockaden

Bei einer Wirbelblockade sind ein einzelner oder mehrere Rückenwirbel verschoben oder in ihrer Bewegung eingeschränkt. Dies kann verschiedene Bereiche der Wirbelsäule betreffen und zu stechenden Rückenschmerzen oder einer starken Bewegungseinschränkung führen.

Synovialzyste

Eine Synovialzyste ist eine flüssigkeitsgefüllte Auswölbung der Gelenkkapsel eines kleinen Wirbelgelenks. Drückt diese Zyste auf einen Nerv im Spinalkanal, kann dies zu deutlichen Schmerzen führen.

Andere Ursachen

Weitere Ursachen für Rückenmark Verklebt Bandscheibenvorfall können Wirbelgleiten (Spondylolisthesis), Entzündungen und Tumore sein.

Symptome von Rückenmark Verklebt Bandscheibenvorfall

Die Symptome einer Radikulopathie hängen von der betroffenen Nervenwurzel und dem Ausmaß der Schädigung ab. Häufige Symptome sind:

Lesen Sie auch: Diagnose und Behandlung

  • Schmerzen: Die Schmerzen können stechend, brennend oder dumpf sein und in Arme oder Beine ausstrahlen.
  • Taubheitsgefühle: Betroffene können ein Taubheitsgefühl oder Kribbeln in den betroffenen Bereichen verspüren.
  • Muskelschwäche: In schweren Fällen kann es zu Muskelschwäche oder sogar Lähmungen kommen.
  • Reflexveränderungen: Die Reflexe können abgeschwächt oder verstärkt sein.
  • Bewegungseinschränkungen: Betroffene können Schwierigkeiten haben, bestimmte Bewegungen auszuführen.

Diagnose von Rückenmark Verklebt Bandscheibenvorfall

Die Diagnose einer Radikulopathie umfasst in der Regel eine körperliche Untersuchung, eine neurologische Untersuchung und bildgebende Verfahren.

Körperliche Untersuchung

Der Arzt wird die Wirbelsäule abtasten, die Beweglichkeit prüfen und nach Schmerzpunkten suchen.

Neurologische Untersuchung

Bei der neurologischen Untersuchung werden die Reflexe, die Muskelkraft und die Sensibilität geprüft.

Bildgebende Verfahren

  • Röntgen: Röntgenaufnahmen können helfen, Knochenveränderungen wie Arthrose oder Wirbelgleiten zu erkennen.
  • MRT: Eine MRT (Magnetresonanztomographie) ist das beste Verfahren, um Bandscheibenvorfälle, Spinalkanalstenosen und andere Weichteilveränderungen darzustellen.
  • CT: Eine CT (Computertomographie) kann in bestimmten Fällen hilfreich sein, um knöcherne Strukturen genauer zu beurteilen.

Behandlung von Rückenmark Verklebt Bandscheibenvorfall

Die Behandlung einer Radikulopathie hängt von der Ursache und dem Schweregrad der Erkrankung ab. In vielen Fällen können konservative Maßnahmen die Symptome lindern.

Konservative Behandlung

  • Schmerzmittel: Nichtsteroidale entzündungshemmende Medikamente (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac können zur Linderung von Schmerzen und Entzündungen eingesetzt werden.
  • Muskelentspannende Medikamente: Diese Medikamente können helfen, Muskelverspannungen zu lösen.
  • Physiotherapie: Gezielte Übungen und Physiotherapie können dabei helfen, die Muskulatur im Rücken zu stärken, die Beweglichkeit zu verbessern und die Beschwerden zu lindern.
  • Wärme- und Kälteanwendungen: Wärme kann helfen, Muskelverspannungen zu lösen, während Kälte Entzündungen reduzieren kann.
  • Injektionen: Epidurale Steroidinjektionen können direkt an der betroffenen Nervenwurzel Schmerz und Entzündung reduzieren.
  • Manuelle Therapie: Mit speziellen Handgriffen aus der Manuellen Therapie können Blockaden lösen, Wirbelgelenke wieder mobilisieren und Funktionsstörungen zwischen Knochen, Muskulatur und Nerven beheben.

Selbsthilfemaßnahmen

  • Dehnübungen: Durch gezielte Dehnübungen kann man den Rücken von der Halswirbelsäule bis zum Kreuzbein dehnen und so Schmerzen reduzieren.
  • Triggerpunkt-Therapie: Diese Therapie zielt darauf ab, sogenannte Triggerpunkte im Muskelgewebe zu identifizieren und zu behandeln.
  • Regelmäßige Bewegung: Regelmäßige Bewegung, insbesondere Sportarten, bei denen der Oberkörper leicht nach vorne geneigt ist (z. B. Fahrradfahren oder Laufbandtraining), kann helfen, die Rückenmuskulatur zu stärken und die Wirbelsäule zu entlasten.
  • Ergonomische Anpassungen: Eine gute Körperhaltung beim Sitzen und Heben kann helfen, die Wirbelsäule zu entlasten.
  • Stressbewältigung: Stress kann Muskelverspannungen verstärken. Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation können helfen, Stress abzubauen.

Operative Behandlung

Eine Operation wird in Erwägung gezogen, wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichend helfen oder neurologische Ausfälle auftreten.

  • Mikrochirurgischer Eingriff: Bei einem Bandscheibenvorfall kann eine mikrochirurgische Diskektomie durchgeführt werden, um den Druck auf die Nervenwurzel zu entlasten.
  • Laminektomie oder Laminotomie: Diese Verfahren können angewendet werden, um den Druck auf die Nervenwurzel durch Entfernung von Teilen des Wirbelbogens (Laminektomie) oder Schlitzen im Wirbelbogen (Laminotomie) zu verringern.
  • Dekompression des Spinalkanals: Bei einer Spinalkanalstenose kann eine Operation durchgeführt werden, um den Wirbelkanal zu erweitern und den Druck auf das Rückenmark und die Nervenwurzeln zu reduzieren.

Prävention von Rückenmark Verklebt Bandscheibenvorfall

Es gibt verschiedene Maßnahmen, die man ergreifen kann, um das Risiko eines Rückenmark Verklebt Bandscheibenvorfall zu verringern:

  • Regelmäßige Bewegung: Regelmäßige Bewegung hilft, die Rückenmuskulatur zu stärken und die Wirbelsäule zu stabilisieren.
  • Gesunde Körperhaltung: Eine gute Körperhaltung beim Sitzen, Stehen und Heben kann helfen, die Wirbelsäule zu entlasten.
  • Ergonomischer Arbeitsplatz: Ein ergonomischer Arbeitsplatz kann helfen, Fehlbelastungen der Wirbelsäule zu vermeiden.
  • Gewichtskontrolle: Übergewicht kann die Wirbelsäule zusätzlich belasten.
  • Stressbewältigung: Stress kann Muskelverspannungen verstärken. Entspannungstechniken können helfen, Stress abzubauen.

tags: #ruckenmark #verklebt #bandscheibenvorfall