Einführung
Epilepsie ist eine neurologische Erkrankung, die durch wiederholte Anfälle gekennzeichnet ist. Die Behandlung von Epilepsie ist ein komplexes Thema, das von verschiedenen Faktoren abhängt, darunter die Art der Anfälle, die Ursache der Epilepsie und das Alter und der allgemeine Gesundheitszustand des Patienten. Dieser Artikel beleuchtet verschiedene Aspekte der Epilepsiebehandlung, Erfahrungen von Betroffenen und Initiativen zur Unterstützung von Menschen mit Epilepsie.
Epilepsie: Anfälle und ihr Management
Epileptische Anfälle dauern in der Regel nur wenige Sekunden bis Minuten und enden von selbst. Nach einem Anfall können Beeinträchtigungen wie Kopfschmerzen, Müdigkeit und Gedächtnisprobleme auftreten. In den meisten Fällen ist während eines Anfalls keine Intervention erforderlich.
Behandlungsansätze bei Epilepsie
Die Behandlung von Epilepsie zielt darauf ab, Anfälle zu kontrollieren und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Zu den gängigen Therapieansätzen gehören:
- Medikamentöse Behandlung: Antiepileptika sind die am häufigsten verwendeten Medikamente zur Behandlung von Epilepsie. Sie wirken, indem sie die Erregbarkeit der Nervenzellen im Gehirn reduzieren und so die Wahrscheinlichkeit von Anfällen verringern.
- Chirurgische Behandlung: In einigen Fällen, insbesondere wenn Medikamente nicht ausreichend wirken, kann eine Operation in Betracht gezogen werden. Dabei werden entweder die Anfallsursachen beseitigt oder die Ausbreitung der Anfälle im Gehirn unterbunden.
- Ketogene Diät: Diese spezielle Diät, die reich an Fett und arm an Kohlenhydraten ist, kann bei manchen Menschen mit Epilepsie, insbesondere bei Kindern, die Anfallshäufigkeit reduzieren.
- Vagusnervstimulation (VNS): Bei dieser Methode wird ein kleines Gerät unter die Haut im Brustbereich implantiert, das den Vagusnerv stimuliert. Dies kann dazu beitragen, die Anfallshäufigkeit zu verringern.
Sascha Arango: Einblicke eines Betroffenen
Sascha Arango, ein Drehbuchautor und Grimme-Preisträger, teilt seine persönlichen Erfahrungen mit Epilepsie. Bei ihm traten die ersten Anfälle nach einem schweren Schädel-Hirn-Trauma auf. Arango betrachtet Epilepsie nicht als Krankheit, sondern als Folge einer Verletzung. Er betont, dass er die Epilepsie nicht überbewertet und sich von den Nebenwirkungen der Medikamente, wie Hautausschlag und Gewichtszunahme, nicht entmutigen lässt.
Arango suchte den renommierten Epileptologen Professor Dieter Janz auf, der ihm die Erkrankung verständlich erklärte. Besonders die Auren, die Arangos Anfälle manchmal ankündigten, waren für Janz von Interesse. Arango beschreibt das Erwachen nach einem Grand-mal-Anfall als eine "unglaubliche Erfahrung", ein Zurückkehren aus einer anderen Welt. Er betont, dass die Phase nach dem Anfall oft lückenhaft in seiner Erinnerung ist.
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Trotz seiner offenen Haltung gegenüber Epilepsie hat Arango eine Angst behalten: die Angst, in trübem Wasser zu schwimmen und unterzugehen. Er sieht Angst als eine natürliche Fähigkeit, die jedoch nicht zur Tugend erhoben werden sollte. Seine Erfahrungen in Kolumbien, dem Heimatland seines Vaters, haben ihm geholfen, eine andere Perspektive auf Angst und Krankheit zu entwickeln.
Arango war erstaunt über Vorurteile gegenüber Epilepsie, wie die Gleichsetzung mit geistiger Behinderung oder die Ausgrenzung von Betroffenen. Er selbst hat solche Erfahrungen nicht gemacht. Die Idee, das Thema Epilepsie im Kieler Tatort aufzugreifen, stammte von ihm und wurde von der Redaktion positiv aufgenommen.
Die EpilepSIE-Stiftung und ihre Arbeit
Die EpilepSIE-Stiftung der Diakonie in Hessen setzt sich für die Finanzierung von Beratungsstellen für Epilepsieerkrankte ein. Sie wirbt Spenden durch verschiedene Benefizveranstaltungen ein und akquiriert Mittel von anderen Stiftungen. Die Stiftung präsentiert sich öffentlich, auch mit Unterstützung von Sascha Arango. Im Oktober 2012 wurde die EpilepSIE-Stiftung als Hessische Stiftung des Monats ausgezeichnet.
Inklusion und Unterstützung für Menschen mit Epilepsie
Es gibt verschiedene Initiativen und Organisationen, die sich für die Inklusion und Unterstützung von Menschen mit Epilepsie einsetzen:
- epihilfe e.V.: Dieser Verein bietet Informationen und Unterstützung für Menschen mit Epilepsie und ihre Familien.
- Netzwerk „Inklusion Bayern“: Dieses Netzwerk setzt sich für die Integration von Kindern mit Behinderungen, einschließlich Epilepsie, in Regelschulen ein.
- Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V.: Dieser Verband bietet Informationen und Beratung über barrierefreien Urlaub für Menschen mit körperlichen Behinderungen, einschließlich Epilepsie.
Epilepsie in der Öffentlichkeit: Kunst und Medien
Die Darstellung von Epilepsie in Kunst und Medien kann dazu beitragen, das Bewusstsein für die Erkrankung zu schärfen und Vorurteile abzubauen. Sascha Arango hat mit seiner Arbeit am Kieler Tatort einen wichtigen Beitrag dazu geleistet. Das Solo-Theaterstück „Die steile Welle“ mit der selbst an Epilepsie erkrankten Schauspielerin Marion Witt ist ein weiteres Beispiel für die Auseinandersetzung mit dem Thema in der Kunst.
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